Zwei einsame Menschen beobachten einander über einen Berliner Innenhof ohne zu ahnen, dass sie längst füreinander sorgen. Ein stilles Kammerspiel über das Sehen und Gesehenwerden.
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Über diese Episode
Ein stiller Novembervormittag in einem Berliner Innenhof. Zwei Fenster, zwei Menschen, ein schmaler Spalt zwischen den Vorhängen. Und eine Frage, die nie gestellt wurde: Wer sieht hier eigentlich wen?
Helmut, 82, pensionierter Uhrmacher, sitzt seit Monaten in seinem abgedunkelten Wohnzimmer und beobachtet das Fenster gegenüber. Die Frau im zweiten Stock, deren Tagesablauf er auswendig kennt. Punkt vier Uhr nachmittags bereitet sie Tee zu, sichtbar, präzise, wie eine stille Uhr. Auf der anderen Seite des Hofs sitzt Margot, 76, ehemalige Mezzosopranistin, und tut scheinbar dasselbe. Doch während Helmut glaubt, unsichtbar zu sein, hat Margot längst begriffen: Sie ist sein letzter Faden zur Welt.
In alternierenden inneren Monologen entfaltet sich ein leises Kammerspiel über Einsamkeit, Projektion und die Frage, was es bedeutet, gesehen zu werden. Bis Helmut ein altes Opernglas in die Hand nimmt und zum ersten Mal scharf sieht: Sie blickt zurück. Und hält ihm eine Botschaft entgegen.
Ein deutsches Audio-Drama über das Sehen und Gesehenwerden. Ein Kurzhörspiel, das unter die Haut geht.
Laufzeit: ca. 22 Minuten
Mit:
Reinhard Kuhnert (Helmut, pensionierter Uhrmacher)
Ursula Karven (Margot, ehemalige Mezzosopranistin)
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