Ein pensionierter Kinderarzt folgt einem anonymen Brief zu einer fremden Adresse in Leipzig. Dort wartet eine Frau mit seiner eigenen dreißig Jahre alten Fehldiagnose – und einer Dankbarkeit, die vernichtender ist als jede Anklage.
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Über diese Episode
Friedrich öffnet einen Brief ohne Absender. Eine Adresse in Leipzig-Plagwitz. Eine Uhrzeit. Der Satz: 'Es geht um Ihre Akte 1994-0371'.
Er geht hin. Nora öffnet die Tür, bittet ihn in ihre halbfertig eingerichtete Wohnung, setzt ihm Tee vor und legt einen schmalen Aktenordner auf den Tisch. Dann beginnt sie, ihm vorzulesen. Seine eigene Patientenakte. Verfasst vor dreißig Jahren, als sie sechs war. Die Diagnose einer Entwicklungsstörung, die nie stimmte. Friedrich weiß das. Er hat es ein Jahr später erkannt. Und nie korrigiert.
Aber Nora ist nicht gekommen, um anzuklagen. Sie hat ein zweites Dokument dabei.
Kurzhörspiel | Kammerspiel | ca. 23 Minuten
Zwei Stühle. Eine Akte. Eine Dankbarkeit, die vernichtender ist als jede Anklage.
Mit: Erzähler, Friedrich, Nora
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