Zusammenfassung

Die Geschichte beginnt mit einem Brief an Bob Andrews: Ein Notar namens Dean Cooper (alias Evander Whiteside) teilt ihm mit, dass ein gewisser Craig Marshall ihm einen Teil seines Vermögens vermachen will – angeblich, weil Bob ihm einst das Leben rettete. Bob hat keinerlei Erinnerung daran, lässt sich aber von Justus und Peter überreden, das Erbe anzutreten. Gemeinsam mit anderen 'Schicksalserben' (Wendy Brown, Christopher Barclay, Edgar Bristol, Carter Godfrey, Chuck Foster) besteigen sie einen Bus, der sie tief in die Wälder der Sierra Nevada bringt, in ein Gebiet namens 'Tal der Klapperschlangen'. Dort angekommen, lässt der Busfahrer Sam sie an einer einsamen Blockhütte zurück.

Die Situation eskaliert schnell: Wendy verschwindet unter mysteriösen Umständen, und ein unheimlicher Mann mit Schlapphut – angeblich der Geist des Trappers Harper Knowsley – taucht auf. Mysteriöse Rätselbotschaften werden gefunden, die Justus zu entschlüsseln versucht. Bei der Suche im Wald wird Bob von einem Tier gebissen und von Justus verarztet. Kurz darauf, an einer tiefen Schlucht mit Hängebrücke, stellt der 'Geist' die Gruppe, kappt die Brücke und entführt Bob. Justus behauptet geistesgegenwärtig, das Rätsel gelöst zu haben und der Schatz liege unter der Hütte, um den Entführer abzulenken.

Nach einer waghalsigen Abseilaktion stoppen die verbliebenen Detektive und Erben den zurückgekehrten Bus. Sie finden einen schwer verletzten Bob im Gebüsch. An einer Polizeisperre, die wegen eines entflohenen Sträflings namens Bill Cooper errichtet wurde, soll der verletzte Bob dem Rettungsdienst übergeben werden. Doch Justus wittert Verrat: Er bemerkt, dass der Verletzte die Armbanduhr am falschen Handgelenk trägt und die Sanitäter Unsinn reden ('zerebro-rupturierte Sepsis'). Er entlarvt den falschen Bob als den entflohenen Sträfling Bill Cooper. Der gesamte Ausflug, die Erbschaft und die Legende um Knowsley waren nur eine aufwendige Inszenierung des Notars (Bills Bruder), um den Verbrecher als 'verletzten Bob' durch die Polizeisperre zu schmuggeln. Der echte Bob wird befreit, und die Verbrecher werden verhaftet.

Review

Bob im Koma oder: Wie man eine Polizeisperre mit 'zerebro-rupturierter Sepsis' austrickst
Ein Erbe für Bob, ein Geist im Wald und der wohl komplizierteste Verbrecher-Plan aller Zeiten. Warum Folge 179 trotz Logik-Löchern Kult-Potenzial hat, lest ihr hier!

Hallo liebe Detektiv-Kollegen und Haschimitenfürsten,

hier ist wieder euer Spezialist für gelagerte Sonderfälle! Heute knöpfen wir uns eine Folge vor, bei der ich mir nicht sicher bin, ob ich vor Spannung zittern oder vor Lachen unter den Tisch rollen soll. Es geht um Folge 179: Die Rache des Untoten. Schnappt euch ein Stück Kirschkuchen (aber vorsicht, nicht verschlucken, sonst diagnostiziert Justus noch eine zerebro-rupturierte Sepsis!), wir tauchen ab in die Sierra Nevada!

ERSTER EINDRUCK


Kennt ihr das? Ihr bekommt einen Brief von einem wildfremden Menschen, der behauptet, ihr hättet ihm das Leben gerettet und jetzt will er euch sein Vermögen schenken? Nein? Ich auch nicht. Bob Andrews passiert das gefühlt jeden zweiten Dienstag. Mein erster Gedanke beim Hören: "Okay, Marco Sonnleitner hat wieder in die Action-Kiste gegriffen." Die Atmosphäre schreit förmlich nach 80er-Jahre-Slasher-Movie: Ein Bus, eine Gruppe Fremder, eine einsame Hütte im Wald und ein gruseliger Geist. Das Cover sieht schon mal vielversprechend düster aus. Aber kann die Story halten, was der Nebel verspricht?

DIE STORY


Bob "Der Mann, der alles erbt" Andrews wird von einem Notar eingeladen. Ein gewisser Craig Marshall will ihm Asche vermachen. Der Haken: Bob muss an einer Busreise ins "Tal der Klapperschlangen" teilnehmen (klingt total einladend, oder?). Mit ihm im Bus: Ein Haufen illustrer Gestalten, die ebenfalls "Schicksalserben" sind. Kaum in der einsamen Blockhütte angekommen, geht der Terror los. Ein Typ mit Schlapphut, angeblich der Geist des Trappers Harper Knowsley, dezimiert die Gruppe. Wendy verschwindet, Reifen werden zerstochen, und schließlich wird unser armer Bob von einem Tier gebissen und anschließend entführt. Justus und Peter müssen nicht nur ihren Freund finden, sondern auch das Geheimnis lüften, bevor der Geist sie alle holt.

UNSERE HELDEN


Justus Jonas: Unser Erster Detektiv ist hier in absoluter Höchstform – und zwar im Klugscheißen! Sein Highlight ist definitiv das Ende. Wie er den falschen Sanitäter mit dessen eigener Pseudo-Medizin ("zerebro-rupturierte Sepsis" – ich kann nicht mehr!) auflaufen lässt, ist Gold wert. Da verzeiht man ihm auch, dass er zwischendurch wieder den Oberlehrer raushängen lässt.

Peter Shaw: Peter darf hier den Action-Helden mimen. Abseilen in eine Schlucht? Kein Problem für unseren Super-Sportler. Dass er dabei vermutlich innerlich tausend Tode stirbt, überspielt er tapfer. Er ist hier der Mann fürs Grobe, während Justus denkt.

Bob Andrews: Tja, Bob. Was soll man sagen? In dieser Folge ist er weniger Detektiv und mehr... Requisite. Er wird gebissen, verarztet, entführt, bewusstlos geschlagen und durch ein Double ersetzt. Der arme Kerl hat echt die Arschkarte gezogen. Wenn es einen Preis für "Meistleidender Dritter Detektiv" gäbe, Bob hätte ihn hier sicher.

DIE GEGENSPIELER


Der Bösewicht-Plan ist... nun ja... ambitioniert. Ein Notar (alias der Bruder des Sträflings), der eine ganze Busreise inszeniert, Schauspieler engagiert und eine Geisterlegende erfindet, nur um seinen Bruder durch eine Polizeisperre zu schmuggeln? Das ist so herrlich kompliziert, das kann nur einem Bond-Bösewicht oder eben Marco Sonnleitner einfallen. Aber die Performance von Claus Wilcke als zwielichtiger Dean Cooper reißt alles raus. Der Mann hat Charisma, selbst wenn er völligen Unsinn erzählt.

BESTE MOMENTE


1. Die Diagnose: Ich werde nie wieder krank sein können, ohne an "zerebro-rupturierte Sepsis" zu denken. Justus' trockener Kommentar dazu: "Ich habe zwar nicht Medizin studiert, aber dass diese Diagnose völliger Unsinn ist, wusste ich auch so." – BAM! Mic drop.
2. Die Brücke: Die Szene an der Hängebrücke ist pures Abenteuer-Kino. Indiana Jones lässt grüßen!
3. Der Uhren-Trick: Dass Justus den falschen Bob an der Armbanduhr erkennt (Bob trägt sie rechts!), ist ein klassisches, faires Detektiv-Detail, das ich als Fan liebe. Simpel, aber effektiv.

SCHWACHSTELLEN


Leute, wir müssen über den Plan reden. Ernsthaft? Der Aufwand steht in keinem Verhältnis zum Nutzen! Warum den Sträfling nicht einfach im Kofferraum verstecken? Nein, wir brauchen eine Geistergeschichte, ein Tal der Klapperschlangen und fünf Zeugen im Bus. Und dann die Sache mit dem "falschen Bob". Justus und Peter kennen Bob seit dem Kindergarten. Sie erkennen ihn nicht, weil er ein bisschen Blut im Gesicht hat? Da musste ich die "Suspension of Disbelief" schon sehr weit dehnen. Das ist Logik-Akrobatik auf olympischem Niveau.

SERIEN-KONTEXT


Diese Folge reiht sich perfekt in die Kategorie "Action-Thriller im Wald" ein und erinnert atmosphärisch stark an den Klassiker Folge 73: Poltergeist. Auch dort hatten wir eine isolierte Gruppe und Psychoterror. Gleichzeitig bedient sie das beliebte Trope "Bob ist das Opfer/der Auserwählte", was wir ja schon aus Folgen wie Musik des Teufels oder Botschaft von Geisterhand kennen. Interessant ist, dass das Motiv des Doppelgängers hier wieder aufgegriffen wird – ein Thema, das Marco Sonnleitner auch in Zwillinge der Finsternis schon bearbeitet hat. In der Fan-Community wird die Folge oft kontrovers diskutiert: Die einen lieben die dichte Atmosphäre, die anderen raufen sich die Haare wegen der konstruierten Auflösung.


SPRECHER-SPOTLIGHT


Hier wird es richtig prominent!
Claus Wilcke (Evander Whiteside): Eine absolute Legende! Die Älteren unter euch (oder die mit gutem Geschmack) kennen ihn als Percy Stuart. Dass er hier den Bösewicht gibt, ist ein Fest für die Ohren. Er war übrigens auch schon in Spuk im Hotel (Folge 64) dabei.
Sascha Gutzeit (Edgar Bristol): ACHTUNG, FAN-ALARM! Sascha ist nicht nur Sprecher, sondern auch Musiker, Autor und einer der größten drei ???-Fans überhaupt! Er hat jahrelang den Bob im legendären Vollplaybacktheater gespielt und schreibt Krimi-Satiren. Dass er hier eine Rolle hat, ist ein riesiges Easter Egg für die Hardcore-Community.
Nicolas König (Carter Godfrey): Der Sohn von Henry König (Lynch aus dem Super-Papagei!) ist auch wieder dabei. Er gehört ja fast zum Inventar (war schon in Toteninsel als Al zu hören) und ist bekannt aus Die Rettungsflieger.

PRODUKTIONS-HISTORIE


Die Folge basiert auf dem gleichnamigen Buch von Marco Sonnleitner aus dem Jahr 2014, das Hörspiel kam dann im Januar 2016 raus. Typisch für die neueren Produktionen hält sich das Skript recht nah an die Vorlage, wobei Sonnleitners Bücher oft noch etwas detailreicher sind, was die absurden Pläne der Schurken angeht. Produziert wurde natürlich unter der Regie der wunderbaren Heikedine Körting. Fun Fact: Der medizinische Quatschbegriff stammt direkt aus der Feder des Autors und sollte wohl zeigen, wie verzweifelt die Verbrecher improvisieren.


FAN-SERVICE-CHECK


Running Gag: Peter hat Angst, Justus hat Hunger (zumindest auf Wissen) und Bob kriegt auf den Kopf. Check.
Insider: Der Hinweis mit der Uhr (Bob ist Linkshänder/Rechtsträger) ist ein Detail, das nur echte Fans sofort checken. Schön eingebaut!

FAZIT & EMPFEHLUNG


Ist Die Rache des Untoten ein Meisterwerk der Logik? Um Himmels Willen, nein. Der Plan des Bösewichts ist so löchrig wie ein Schweizer Käse. ABER: Die Folge macht verdammt viel Spaß! Sie ist schnell, atmosphärisch dicht und hat diesen wunderbaren Trash-Faktor, den ich an Sonnleitner-Folgen manchmal heimlich liebe. Wer über Logiklöcher hinwegsehen kann und Lust auf Survival-Action mit einem genialen Claus Wilcke hat, wird hier bestens bedient.

Für Fans von: Poltergeist, Toteninsel* (Light-Version) und absurden medizinischen Diagnosen.

Wusstest du schon?

Die Handlung erinnert stark an Folge 73 'Poltergeist', wo ebenfalls eine Gruppe in einem einsamen Haus terrorisiert wird, um ein Verbrechen zu vertuschen.
Der Autor Marco Sonnleitner verwendet hier erneut das Motiv des Doppelgängers, das er auch in anderen Fällen gerne nutzt.
Der medizinische Fantasiebegriff 'zerebro-rupturierte Sepsis' ist ein reines Fantasieprodukt des Autors und dient als direkter Hinweis auf die Scharade.
Cover
Bewertung
7.5
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7,5 von 10 falschen Bobs
Das Rätsel
Die kryptischen Verse von 'Harper Knowsley' sind hier eigentlich nur Nebelkerzen. Das wahre Rätsel ist der Identitätstausch, und hier liefert die Geschichte ab: Der Hinweis mit der Armbanduhr ist ein klassisches, faires Detail, das aufmerksame Hörer (genau wie Justus) bemerken können. Sehr befriedigende Auflösung.
Plot & Logik
Typisch für Marco Sonnleitner ist der Plan extrem konstruiert: Ein Bus, gemietete Schauspieler, eine Fake-Legende und Entführungen, nur um einen Sträfling durch eine Straßensperre zu bringen? Das ist 'over the top', aber innerhalb des Drei-???-Universums gerade noch akzeptabel, weil es erklärt, warum ausgerechnet Bob (als Doppelgänger) dabei sein musste.
Kapitel
1 Die Wege des Schicksals 0:00 min
2 Reise ins Ungewisse 9:44 min
3 Das Tal der Klapperschlangen 16:03 min
4 Nacht des Grauens 27:02 min
5 In der Gewalt des Geistes 33:13 min
6 Ein grauenhafter Fund 43:26 min
7 Straßensperre 46:55 min
8 Shakehands 60:08 min

Im Detail

J
Justus Jonas
Er ist in Hochform. Seine Kombinationsgabe rettet den Tag, besonders als er die falsche medizinische Diagnose ('zerebro-rupturierte Sepsis') und den Uhren-Fehler sofort durchschaut.
P
Peter Shaw
Zeigt sich von seiner besten Action-Seite, besonders bei der Abseilaktion in die Schlucht. Er fungiert als mutiger Beschützer.
B
Bob Andrews
Dient hier primär als 'MacGuffin' und Opfer. Er muss gebissen, entführt und kopiert werden, hat aber wenig aktive Ermittlungsarbeit zu leisten.

Sprecher

Verwandte Folgen

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