Zusammenfassung

Der Schiffsschreiner Harry Salas bittet die drei Detektive um Hilfe, da sein Sohn Colin in Paradise Cove eine verstörende Beobachtung gemacht hat: Ein Mann stieg auf 'unsichtbaren Stufen' aus dem Meer und kehrte ebenso dorthin zurück. Vor Ort treffen Justus, Peter und Bob auf den exzentrischen Schriftsteller Eliah Cristobal, der im alten Leuchtturm lebt und sich gerne als Pirat inszeniert. Die Situation spitzt sich zu, als Ben Cramer, ein Feriengast, seine Tochter Fiona vermisst. Peter findet das verängstigte Mädchen in einer Höhle; auch sie berichtet von einem 'nassen Opa' aus dem Meer.

Die Ermittlungen führen zum lokalen Trunkenbold Jimmy Blue Eye, der von der Legende des Abe Merryweather erzählt – einem Leuchtturmwärter, der aus Rache für den Tod seiner Tochter einst ein Schiff auf das Riff 'Devil's Tooth' lenkte und nun als Geist zurückkehren soll. Parallel dazu gerät das hochgesicherte Anwesen des Kunstsammlers Albert Goodstein in den Fokus. Peter und Bob verfolgen dort einen asiatischen Eindringling, Rikuo Yamamoto, der jedoch entkommen kann. Salas enthüllt zudem, dass er eifersüchtig auf Cristobal ist, da dieser Goodsteins Tochter Vanessa den Hof macht.

Am 7. Dezember, dem Jahrestag der Legende (und Pearl Harbor, wie Bob herausfindet), inszeniert sich Cristobal als Held: Er wird scheinbar vom Geist attackiert und 'findet' in einer Höhle ein mechanisches Floß, das den Treppen-Effekt erklärt – der Spuk wird als Schwindel entlarvt. Doch kurz darauf wird bei Goodstein eingebrochen. Cristobal wird angeblich niedergeschlagen, Salas als vermeintlicher Täter im Garten gestellt.

Justus durchschaut das Spiel: Er entlarvt Ben Cramer und Eliah Cristobal als Komplizen. Cramer ist ein Doppelgänger von Goodstein (weshalb er sein eigenes Spiegelbild erschoss) und wollte dessen wertvolle Tuschezeichnungen stehlen. Cristobal diente als Türöffner, indem er Vanessa verführte. Justus überführt Cristobal anhand eines Amuletts, das dieser angeblich dem Täter entriss, das aber exakt in einem seiner Romane beschrieben wird. Yamamoto wollte lediglich eine gestohlene Teeschale seiner Familie zurückholen.

Review

Jesus-Latschen oder Hightech-Floß? Wenn Justus Jonas übers Wasser geht...
Ein Geist, der auf dem Wasser läuft? Ein Sportreporter als versoffener Seebär? In Folge 171 'Das Phantom aus dem Meer' packt Marco Sonnleitner die ganz große Trickkiste aus. Warum der Plan der Bösewichte genialer Wahnsinn ist, erfahrt ihr hier!

Hallo, liebe Detektive, Kollegen und Kirschkuchen-Fans!

Willkommen zurück in der Zentrale. Schnappt euch eine Limonade (aber bitte nicht die billige Plörre aus dem Supermarkt, sondern Tante Mathildas selbstgemachte!), lehnt euch zurück und lasst uns über einen Fall sprechen, der so nass ist, dass man beim Zuhören fast Schwimmflossen braucht.

Heute auf dem Seziertisch: Folge 171 - und das Phantom aus dem Meer.

Erschienen im Jahr 2014, geschrieben vom Mann, dessen Bösewichte grundsätzlich erst mal ein Ingenieursstudium abschließen müssen, bevor sie ein Verbrechen begehen: Marco Sonnleitner. Ist das hier ein feuchter Traum für Fans oder geht die Story baden? Finden wir es heraus!

ERSTER EINDRUCK


Hand aufs Herz: Der Titel klingt schon verdammt cool, oder? "Phantom aus dem Meer". Das hat was von klassischem Grusel, von alten Sagen, von Nebel und Salz auf der Haut. Das Cover dazu ist auch ein Hingucker – düster, bedrohlich, und man fragt sich sofort: Ist das jetzt Scooby Doo oder Lovecraft? Die ersten Minuten ziehen einen auch direkt rein: Eine Gestalt, die auf dem Wasser läuft? Da klingeln bei Justus Jonas natürlich sofort die rationalen Alarmglocken, während Peter wahrscheinlich schon mal vorsorglich die Koffer packt, um zu seiner Oma nach... ach nee, die wohnt ja nicht weit genug weg.

DIE STORY


Alles beginnt in Paradise Cove (klingt idyllisch, ist es aber nicht). Ein Schiffsschreiner namens Harry Salas heuert unsere drei Lieblings-Spürnasen an. Sein Sohn Colin hat nämlich was Krasses gesehen: Einen bärtigen Typen, der wie Jesus 2.0 auf unsichtbaren Stufen aus dem Ozean latscht und dann wieder in den Fluten verschwindet. Gruselig? Aber hallo!

Vor Ort treffen wir auf ein Sammelsurium an schrägen Vögeln: Eliah Cristobal, ein Schriftsteller, der sich benimmt, als wäre er Captain Jack Sparrow auf Drogenentzug, und Jimmy Blue Eye, einen alten Seebären, der tiefer ins Glas geschaut hat als gut für ihn ist. Jimmy faselt was von einer alten Legende um einen rachsüchtigen Leuchtturmwärter (Abe Merryweather), der Schiffe versenkt hat.

Und weil ein Geist allein zu langweilig wäre, gibt es noch einen Kunstraub-Plot. Der reiche Albert Goodstein hat Angst um seine Tuschezeichnungen, ein mysteriöser Japaner namens Yamamoto turnt durch die Gegend, und am Ende hängt alles irgendwie zusammen. Spoiler: Es ist kompliziert. Sehr kompliziert.

UNSERE HELDEN


Justus "Ich-habe-das-Internet-gelesen" Jonas:
Unser erster Detektiv ist mal wieder in Hochform, was Besserwisserei angeht. Aber man muss ihm lassen: Seine Kombinationsgabe am Ende (die Sache mit dem Spiegel!) ist brillant. Dass er allerdings zufällig genau die richtige Textstelle in einem Online-Roman findet, um den Täter zu überführen... naja, Justus hat halt das beste WLAN in ganz Kalifornien.

Peter "Der-Action-Held" Shaw:
Leute, Peter ist hier der MVP (Most Valuable Player)! Er rettet nicht nur das Mädchen Fiona aus einer Höhle (und beweist dabei echte Empathie), sondern ist auch körperlich voll gefordert. Kein "Zweiter, schnapp ihn dir!", sondern Peter macht das einfach. Ich liebe es, wenn Peter mehr sein darf als nur der Angsthase vom Dienst. Hier ist er ein echter Held.

Bob "Recherchen & Archiv" Andrews:
Bob hat seinen großen Moment, als er das Datum des 7. Dezember mit Pearl Harbor verknüpft. Solide Arbeit, Kollege! Ansonsten ist er ein bisschen der Stichwortgeber für Justus, aber hey, einer muss ja den Überblick behalten, wenn Justus wieder in seinen Gedankenpalast abtaucht.

DIE GEGENSPIELER


Das Highlight ist definitiv Eliah Cristobal. Was für eine Type! Er inszeniert sich als exzentrischer Künstler, trägt Augenklappe (oder so ähnlich) und schwafelt in einer Tour. Man weiß nie: Ist der irre oder genial? Die Auflösung, dass er nur der Handlanger für den eigentlichen Mastermind Ben Cramer (den Doppelgänger von Goodstein) ist, nimmt ihm am Ende etwas den Wind aus den Segeln, aber bis dahin unterhält er prächtig.

Der eigentliche Plan der Bösewichte... uff. Dazu kommen wir gleich bei den Schwachstellen. Aber Cramer als eiskalter Doppelgänger, der sein eigenes Spiegelbild erschießt? Das hat Stil.

BESTE MOMENTE


1. Die Spiegel-Szene: Justus erklärt, warum der Einbrecher auf den Spiegel geschossen hat. Das ist klassische Detektivarbeit à la Sherlock Holmes. Brillant hergeleitet!
2. Peters Höhlenrettung: Spannend, atmosphärisch und zeigt, was für ein feiner Kerl Peter ist.
3. Jimmy Blue Eye: Wenn der alte Säufer (sorry, "Seebär") seine Geschichte erzählt. Das ist Hörspiel-Atmosphäre pur.

SCHWACHSTELLEN


Okay, Freunde, jetzt müssen wir mal Tacheles reden. Der Plan der Verbrecher ist... wie drücke ich das nett aus... völlig gaga.

Man stelle sich das Meeting der Gauner vor:
"Hey, ich sehe aus wie dieser reiche Kunstsammler. Ich könnte einfach einbrechen, wenn er weg ist."
"Nein, das ist zu einfach! Lass uns lieber eine monatelange Geistershow inszenieren, ein mechanisches Hightech-Floß bauen, das unter Wasser Treppen simuliert, ein Kind entführen und unter Drogen setzen, damit du dann als Held dastehst und die Alarmanlage ausschalten darfst!"
"Genial! Das machen wir!"

Ernsthaft? Das ist typisch Marco Sonnleitner (wir lieben ihn dafür, aber trotzdem). Der Aufwand steht in absolut keinem Verhältnis zum Nutzen. Das ist so, als würde man den Todesstern bauen, um eine Nuss zu knacken.

SERIEN-KONTEXT


Die Folge 171 reiht sich in die Ära der "modernen" Fälle ein, in denen Technik und Action oft eine größere Rolle spielen. Sie ist kein absoluter Klassiker wie der "Super-Papagei", aber sie hat sich einen soliden Platz im Mittelfeld erobert.

Interessant: Das Motiv des "Geistes aus dem Meer" erinnert stark an den "Phantomsee" (Folge 2) oder auch den "Meeresdrachen" (Folge 16). Es ist schön zu sehen, dass die Serie ihre maritimen Wurzeln nicht vergisst. Auch die Doppelgänger-Thematik gab es schon (z.B. "Doppelgänger" Folge 28), aber hier mit dem Spiegel-Twist neu verpackt.


SPRECHER-SPOTLIGHT


Hier wird es richtig saftig für uns Nerds:

Ulli Potofski als Jimmy Blue Eye: Ja, ihr habt richtig gehört! Der Mann, der uns jahrzehntelang die Bundesliga erklärt hat ("Tor in Bremen!"), spricht hier den versoffenen Seebären. Ein herrlicher Cameo, auch wenn man fast erwartet, dass er gleich den Spielstand durchgibt.
Stephan Schwartz als Eliah Cristobal: Eine Legende! Seine Stimme kennt jeder. Er war die deutsche Stimme von Tom Cruise (in den frühen Jahren, z.B. Top Gun oder Rain Man) und – haltet euch fest – er ist Lone Starr aus Spaceballs! ("Möge der Saft mit dir sein!"). Hier darf er mal so richtig schön theatralisch vom Leder ziehen.
Simone Ritscher als Vanessa Goodstein: Soap-Fans kennen sie aus Sturm der Liebe, aber Horror-Veteranen wissen: Sie war auch in den alten Europa-Gruselserien (Larry Brent, Macabros) dabei. Eine tolle Stimme mit viel Wiedererkennungswert.

PRODUKTIONS-HISTORIE


Das Hörspiel basiert auf dem gleichnamigen Buch von Marco Sonnleitner (erschienen 2013). Wie so oft musste für das Hörspiel (2014) gekürzt werden. Im Buch sind die Zusammenhänge oft noch etwas detaillierter, besonders was die technischen Spielereien angeht.

Fun Fact: Der 7. Dezember (Pearl Harbor) spielt eine zentrale Rolle. Das ist eines der wenigen Male, dass ein echtes historisches Datum so prominent als Plot-Device genutzt wird, um die Motivation einer Figur (Jimmy Blue Eye) zu erklären. Das gibt der Geschichte eine unerwartete Tiefe.


FAN-SERVICE-CHECK


Visitenkarte: Wird natürlich überreicht.
Justus' Diät: Wird (zum Glück) mal nicht thematisiert, dafür gibt es Limonade.
Schrottplatz: Wir starten klassisch in der Zentrale.
  • Running Gag: Peter hat Angst vor Geistern, behält aber (meistens) die Nerven.

FAZIT & EMPFEHLUNG


"Und das Phantom aus dem Meer" ist wie eine Fahrt auf einer wilden Achterbahn, die von einem verrückten Ingenieur gebaut wurde: Es macht Spaß, es rüttelt einen durch, aber man darf bloß nicht zu sehr über die Statik nachdenken.

Die Atmosphäre ist top, die Sprecher sind grandios (Potofski! Schwartz!), und Peter Shaw Fans kommen voll auf ihre Kosten. Wer über die massiven Logiklöcher im Plan der Bösewichte hinwegsehen kann, bekommt ein unterhaltsames Abenteuer serviert.

Für wen? Für alle, die Action-Peter lieben und bei theatralischen Bösewichten schmunzeln müssen.
Ranking: Solides Mittelfeld mit Tendenz nach oben wegen des Unterhaltungswerts.

Wusstest du schon?

Der 7. Dezember, der in der Folge als Unglückstag der Legende genannt wird, ist historisch das Datum des Angriffs auf Pearl Harbor (1941). Dies erklärt Jimmy Blue Eyes Fixierung auf das Datum und seine Reaktion auf den japanischen Charakter Yamamoto.
Die Sprecherin Simone Ritscher (Vanessa Goodstein) ist vielen Hörspiel-Fans auch als Stimme in diversen 'Larry Brent' oder 'Macabros' Hörspielen bekannt.
Der Autor Marco Sonnleitner ist bekannt für sehr komplexe Pläne der Antagonisten, was sich auch hier in der aufwendigen Inszenierung des Phantoms widerspiegelt.
Cover
Bewertung
7
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7.5 von 10 unsichtbaren Unterwasser-Treppenstufen
Das Rätsel
Die technische Auflösung des 'Gehens auf dem Wasser' mittels versenkbarem Floß ist klassisch 'Scooby Doo', aber solide. Der eigentliche Twist – die Doppelgänger-Nummer und das Spiegel-Indiz – ist clever konstruiert, wenn auch der Zufall, dass Justus genau die richtige Textstelle im Roman online findet, etwas bemüht wirkt.
Plot & Logik
Hier knirscht es gewaltig: Der Plan der Verbrecher ist absurd aufwendig. Um einen Einbruch zu begehen, wird eine monatelange Geister-Inszenierung (inklusive mechanischem Floß und Kindesentführung/Drugging!) gestartet, nur damit Cristobal als Held dasteht und die Alarmanlage ausschalten kann? Das ist typisch 'Sonnleitner-Overkill' – unterhaltsam, aber bei näherer Betrachtung völlig unwirtschaftlich.
Kapitel
1 Der Mann im Meer 0:00 min
2 Der Schrecken der sieben Meere 3:41 min
3 Jimmy Blue Eye 17:25 min
4 Das Schicksal der Kassiopeia 21:46 min
5 Irrungen und Wirrungen 31:17 min
6 Das Grauen im Nebel 35:46 min
7 Abrahams Geheimnis 41:30 min
8 Schreiende Schatten 46:09 min
9 Bodycheck 53:35 min
10 Tod im Spiegel 60:07 min

Im Detail

J
Justus Jonas
Zeigt starke Kombinationsgabe, besonders beim Spiegel-Rätsel ('Warum schießt ein Einbrecher auf einen Spiegel?'). Seine Recherchearbeit ist entscheidend, wirkt aber teils wie Deus ex Machina.
P
Peter Shaw
Der heimliche Star der Folge. Er ist mutig (Höhlenrettung von Fiona), sportlich (Verfolgungsjagden) und zeigt Empathie. Er ist weit mehr als nur der Angsthase.
B
Bob Andrews
Liefert wichtige Hintergrundinfos (Pearl Harbor, Kunstsammler), bleibt aber in der Action etwas blasser als Peter.

Sprecher

Verwandte Folgen

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