Zusammenfassung

Die Geschichte beginnt mit einem Schockanruf in der Zentrale: Ein Mann, der sich Mitch Palmer nennt, behauptet, Kommissar Reynolds entführt zu haben. Er stellt vier strikte Regeln auf: keine Polizei, keine Eltern, Gehorsam und die Nutzung aller zugesandten Hilfsmittel. Ein Paket trifft ein, das es in sich hat: gefälschte Führerscheine, die die drei ??? als Volljährige ausweisen, geladene Pistolen und eine DVD, die Reynolds gefesselt zeigt. Justus entscheidet, das Spiel mitzuspielen, da Reynolds tatsächlich verreist und nicht erreichbar ist.

Die erste Spur – ein UV-Stempel auf einem Zettel – führt sie in den zwielichtigen Club 'Shackles and Chains' in L.A. Dort entdecken sie ein projiziertes Foto von Palmer und finden einen niedergeschlagenen Mitarbeiter, Mike. Bevor sie mehr erfahren können, tauchen Schläger auf, lassen die Jungs aber überraschend laufen. Peter findet eine Notiz mit Koordinaten ('NVSR372...'), die auf eine Kreuzung in Pahrump, Nevada, hinweist. Da Peters MG sabotiert wurde, mieten sie mit den gefälschten Ausweisen einen Wagen und fahren in die Wüste, verfolgt von einem schwarzen Firebird.

In Pahrump teilen sie sich auf, um drei mögliche Zielorte zu überwachen. Peter landet in einer Bar, wo er den Song 'Living on Third Street' hört und eine Frau namens Cindy trifft. Bob observiert einen Friedhof und wird dort von Palmer überwältigt und entführt. Justus scheitert am Dresscode eines Casinos. Als Bob nicht zurückkehrt und der Mietwagen sabotiert wird, finden sie eine neue Nachricht: Sie sollen nach Reno ('wo groß klein ist') ins 'Black and White' Casino.

Um dorthin zu gelangen, überwältigen Justus und Peter ihren Verfolger im Firebird, einen Mann namens Stuart Rockford. Justus überschreitet hier eine Grenze: Er stiehlt Rockfords Wagen und Geld. Peter ist entsetzt: 'Wir waren mal die drei Fragezeichen, falls du dich noch daran erinnerst.' Justus entgegnet kalt: 'Das sind wir immer noch.'

In Reno kombiniert Justus die Hinweise (Grau, Anthrazit, Black & White) und erkennt, dass nicht Palmer das Spiel leitet, sondern ihr alter Erzfeind Mr. Gray. Im Casino verkleidet sich Peter als Hippie, um Palmer zu suchen. Sie finden ihn – als Frau verkleidet – und sorgen dafür, dass er verhaftet wird, fangen ihn aber vorher ab, um Bobs Aufenthaltsort zu erfahren. Justus trickst das Hotelpersonal aus und befreit Bob telefonisch aus einem Motelzimmer.

Im Finale trifft Justus Mr. Gray in dessen Penthouse. Es stellt sich heraus, dass Gray die Detektive nur benutzt hat, um Palmer zu jagen, der ihm einen Ring mit einem wertvollen Code gestohlen hatte. Reynolds war nie in Gefahr; das Video war alt. Justus tauscht den Ring gegen ihre Sicherheit, behält aber heimlich eine Kopie des Codes. Zurück in Rocky Beach bestätigt Reynolds, dass er sicher war, und warnt Justus davor, sich erneut mit Gray anzulegen.

Review

GTA Rocky Beach: Wenn Justus Jonas den Moral-Kompass im Schrottplatz vergisst
Echte Waffen, gefälschte Ausweise und ein Justus, der Autos klaut? Folge 170 'Straße des Grauens' ist kein Kindergeburtstag, sondern ein knallharter Roadtrip durch die Wüste. Schnallt euch an, Kollegen!

Moin Kollegen! Schnappt euch einen Kaffee (oder Kirschkuchen, wenn Tante Mathilda gerade gebacken hat), denn heute müssen wir reden. Und zwar über eine Folge, bei der mir fast der Detektiv-Ausweis aus der Hand gefallen wäre. Wir reden über Folge 170: Straße des Grauens.

Vorab: Wer seine Drei ??? gerne gemütlich auf dem Schrottplatz mag, mit Rätseln um entlaufene Papageien und einem Justus, dessen größte Sorge ist, dass Skinny Norris ihn ärgert... der sollte sich jetzt gut festhalten. Diese Folge ist kein Kindergeburtstag. Das hier ist Grand Theft Auto: Rocky Beach Edition.

ERSTER EINDRUCK


Heiliger Bimbam! Ich erinnere mich noch, als ich die CD zum ersten Mal eingelegt habe. Nach zehn Minuten dachte ich: „Habe ich aus Versehen eine TKKG-Folge gekauft?“ (Sorry Tarzan, nichts für ungut). Echte Waffen? Gefälschte Ausweise? Ein Justus Jonas, der Autos klaut? Die Atmosphäre ist von Anfang an so dicht und bedrohlich, dass man förmlich den Wüstenstaub von Nevada schmeckt. Es fühlt sich nicht an wie ein klassischer Fall, sondern wie ein Action-Thriller, der zufällig unsere drei Lieblingsdetektive in die Hauptrollen geworfen hat.

DIE STORY


Kurzfassung für Eilige: Ein Typ namens Mitch Palmer ruft an. Er hat angeblich Kommissar Reynolds entführt (Schock!). Er schickt den Jungs ein „Care-Paket“ mit gefälschten IDs (Justus ist jetzt 21, herzlichen Glückwunsch) und echten Knarren. Die Aufgabe: Eine Schnitzeljagd durch die Wüste Nevadas, sonst stirbt der Kommissar. Es geht von L.A. über Pahrump bis nach Reno. Unterwegs verlieren sie Bob (Klassiker), Justus verliert seine moralischen Hemmungen (Neuheit) und Peter verliert fast den Verstand (Standard). Am Ende wartet im Penthouse eines Casinos nicht nur die Auflösung, sondern ein alter Bekannter, der Schach mit Justus spielt – im übertragenen Sinne.

UNSERE HELDEN


Justus: Leute, der erste Detektiv macht mir Angst. In dieser Folge sehen wir „Dark Justus“. Er klaut einen Firebird (!) und rechtfertigt alles mit dem Zweck, der die Mittel heiligt. Als er zu Peter sagt: „Das sind wir immer noch“ (auf die Frage, ob sie noch die drei ??? sind), lief mir ein kalter Schauer über den Rücken. Oliver Rohrbeck spielt diese eiskalte Entschlossenheit brillant.

Peter: Unser Sport-Ass ist hier der MVP der Herzen. Er ist das moralische Gewissen, das Justus dringend braucht. Seine Panik ist diesmal absolut berechtigt – ich meine, sie hantieren mit geladenen Waffen! Aber: Seine Hippie-Verkleidung im Casino („Peace, Bruder!“) ist pures Comedy-Gold und lockert die düstere Stimmung perfekt auf.

Bob: Der arme Kerl. Erst wird er entführt, dann zum Trinken gezwungen (ja, wirklich), und trotzdem behält er einen kühlen Kopf. Bob beweist mal wieder, dass er auch in der Klemme der nützlichste Archivar der Welt ist.

DIE GEGENSPIELER


Mitch Palmer: Ein herrlich schmieriger Handlanger. Arrogant, fies, aber letztlich nur ein Bauer im Spiel.

Mr. Gray: Und da haben wir ihn. Den Moriarty für unseren Sherlock. Mr. Gray ist fantastisch. Er ist ruhig, höflich und absolut tödlich. Er respektiert Justus intellektuell, was ihn viel gefährlicher macht als jeden schreienden Ganoven. Die Chemie zwischen Justus und Gray ist elektrisierend.

BESTE MOMENTE


1. Der Autodiebstahl: Justus überwältigt einen Verfolger und klaut dessen Wagen. Peters Reaktion darauf („Bist du jetzt völlig übergeschnappt?!“) spricht uns allen aus der Seele.
2. Das Casino: Peter als Hippie. Ich kann es nicht oft genug sagen. Jens Wawrczeck hat sichtlich Spaß daran.
3. Das Finale: Justus vs. Gray im Penthouse. Ein reines Wortgefecht, bei dem man eine Stecknadel fallen hören könnte. Justus durchschaut das Spiel, und Gray applaudiert innerlich. Gänsehaut!

SCHWACHSTELLEN


Seien wir ehrlich: Die Logik macht hier und da mal Urlaub. Warum lassen die Schläger im Club „Shackles and Chains“ die Jungs einfach laufen? Klar, Gray will, dass sie weitermachen, aber das wirkte etwas konstruiert. Und dass Justus so schnell bereit ist, schwere Straftaten zu begehen, spaltet die Fan-Gemeinde bis heute. Für manche ist es Charakterentwicklung, für andere „Out of Character“. Ich finde es mutig, aber es ist definitiv grenzwertig.

SERIEN-KONTEXT


Jetzt wird’s nerdig!
Mr. Gray: Wer aufgepasst hat, kennt den Mann im grauen Anzug schon aus Folge 154 Botschaft aus der Unterwelt. Er etabliert sich hier endgültig als wiederkehrender Super-Schurke, ähnlich wie früher Victor Hugenay (nur weniger charmant, dafür gefährlicher).
Kommissar Reynolds: Hier wird mit der Erwartungshaltung der Fans gespielt. Reynolds ist für uns eine Vaterfigur. Ihn in Gefahr zu sehen, triggert sofortigen Beschützerinstinkt – bei den Detektiven und bei uns.
Einordnung: Die Folge gehört zur „Neuen Ära“ und sticht als eine der härtesten und actionreichsten hervor. Sie wird oft in einem Atemzug mit Toteninsel genannt, wenn es um „erwachsene“ Fälle geht.


SPRECHER-SPOTLIGHT


Wolfgang Draeger (Kommissar Reynolds): Der Mann ist eine Legende! Er spricht Reynolds seit Folge 43 (nach Horst Frank). Fun Fact: Er ist der Vater von Sascha Draeger (Tim/Tarzan bei TKKG). Ein schönes Crossover der Hörspiel-Dynastien! Leider ist er 2023 verstorben, was diese Folge im Rückblick noch emotionaler macht.
Michael Lott (Mitch Palmer): Den kennt man! Er ist die deutsche Feststimme von Cade Yeager (Mark Wahlberg) in den Transformers-Filmen. Er bringt genau diese raue, aggressive Note rein, die Palmer braucht.
Urs Affolter (Mr. Gray): Seine Stimme ist wie Samt und Rasierklingen. Er spricht oft zwielichtige Charaktere und passt perfekt auf den unnahbaren Mr. Gray.

PRODUKTIONS-HISTORIE


Die Folge basiert auf dem gleichnamigen Buch von Kari Erlhoff, veröffentlicht 2014. Kari ist bekannt dafür, dass sie gerne mal etwas düsterere Töne anschlägt (sie schrieb auch Im Bann des Drachen).
Interessant: Im Buch sind Justus’ innere Monologe über seine moralischen Grenzen noch viel ausführlicher. Es gibt sogar eine Traumsequenz, in der er eine Linie auf einer Straße überschreitet – eine sehr direkte Metapher, die im Hörspiel subtiler gelöst wurde. Der Arbeitstitel des Buches war übrigens „Road to Nowhere“ (passend zur Wüste).


FAN-SERVICE-CHECK


Visitenkarte: Wird natürlich übergeben (auch wenn sie hier eher wie ein schlechter Scherz wirkt angesichts der Situation).
Dietrich: Justus knackt natürlich Schlösser. Das verlernt er nie.
Running Gag: Peter hat Angst. Aber hey, wer hätte die hier nicht?

FAZIT & EMPFEHLUNG


Straße des Grauens* ist nichts für schwache Nerven und Puristen, die nur die ersten 30 Folgen mögen. Aber für alle, die sehen wollen, was passiert, wenn man die drei ??? aus ihrer Komfortzone reißt und in einen modernen Thriller wirft, ist das hier Gold wert. Es ist spannend, es ist schnell, und es zeigt Facetten unserer Helden, die wir selten sehen.

Für mich eine der stärksten Folgen der 100er-Nummern. Justus Jonas als Bad Boy? Gekauft!

Wusstest du schon?

Die Folge basiert auf dem Buch von Kari Erlhoff.
Der Arbeitstitel des Buches lautete 'Road to Nowhere'.
Dies ist einer der wenigen Fälle, in denen die drei ??? echte, scharfe Schusswaffen besitzen und mit sich führen.
Mr. Gray taucht hier nicht zum ersten Mal auf; er ist ein wiederkehrender Gegenspieler (bekannt aus 'Botschaft aus der Unterwelt').
Cover
Bewertung
8.5
🚔 🚔 🚔 🚔 🚔 🚔 🚔 🚔 🚔 🚔
8,5 von 10 geklauten Firebirds
Das Rätsel
Das eigentliche Rätsel ist weniger die Schnitzeljagd (Koordinaten, Wortspiele wie 'Black and White'), sondern das Meta-Spiel: Wer ist der wahre Puppenspieler? Die Wendung, dass die Detektive unwissentlich als Kopfgeldjäger für Mr. Gray arbeiten, ist brillant konstruiert und hebt die Folge von Standard-Fällen ab.
Plot & Logik
Die Geschichte verlangt dem Hörer viel 'Suspension of Disbelief' ab. Dass Justus so schnell zum Autodieb wird und Waffen annimmt, wirkt extrem, passt aber zur absoluten Ausnahmesituation (Bedrohung von Reynolds). Ein kleines Logikloch: Warum lassen die Schläger im Club die Jungs so einfach gehen? (Erklärt durch Grays Anweisung im Hintergrund, aber dennoch riskant).
Kapitel
1 Das Spiel beginnt 0:00 min
2 Verbotene Recherchen 12:20 min
3 Shackles & Chains 16:11 min
4 NVSR und Regentanz 22:36 min
5 Verfolgt? 28:07 min
6 Nachtwache 29:53 min
7 Boblos in der Wüste 40:09 min
8 Black & White 49:29 min
9 Verkleidet 59:27 min
10 Im Namen des Gesetzes 71:17 min
11 Geheimnisse 77:16 min

Im Detail

J
Justus Jonas
Zeigt hier seine dunkelste Seite. Er agiert eiskalt, fast machiavellistisch ('Der Zweck heiligt die Mittel'). Sein Moment im Penthouse mit Gray ist ein intellektuelles Highlight auf Augenhöhe.
P
Peter Shaw
Er ist das moralische Gewissen der Folge. Seine Angst vor dem sozialen Abstieg (Knast, Vorstrafe) ist greifbar und bietet den nötigen Kontrapunkt zu Justus' rücksichtslosem Vorgehen. Seine Verkleidung als Hippie ist ein humorvoller Lichtblick.
B
Bob Andrews
Leidet am meisten. Er wird entführt und physisch bedroht (Zwangstrinken), bleibt aber geistesgegenwärtig genug, um durch den Lüftungsschacht entscheidende Infos zu sammeln.

Sprecher

Verwandte Folgen

Vorherige Folge Folge 169 Alle Folgen Nächste Folge Folge 171