Zusammenfassung

Der Fall beginnt mit einer skurrilen Testamentseröffnung: Der verstorbene Harry Schreiber vererbt seinem verhassten Schwiegersohn Miles Dempster nur 'Plunder', während die drei ??? einen Umschlag mit einem kryptischen Rätsel erhalten. Schreibers ehemaliger Sekretär, Frank Mason, bietet seine Hilfe an und führt die Detektive zu einem zugewucherten Flugzeug im Garten des Verstorbenen. Dort finden sie ein Foto einer Pokerrunde aus Indien (1972) und Hinweise auf eine Organisation namens 'Rashura'.

Die Ermittlungen führen über eine alte Pfandleihe zu dem Uhrensammler Mr. Sabczewski. In dessen Haus werden Justus und Peter beinahe Opfer eines Brandanschlags durch Rashura-Handlanger, können sich aber in einen Bunker retten. Bob hingegen wird entführt, nach Mexiko verschleppt und von einer Frau namens Angelica mit einem langsam wirkenden Gift injiziert. Er kommt nur frei, um Justus und Peter eine Nachricht zu überbringen: Sie müssen 'Ismael' finden.

'Ismael' entpuppt sich als Nathan Holbrook, ein alter Freund Schreibers. Er offenbart, dass es um den 'Stern von Kerala' geht, einen unermesslich wertvollen Saphir, der einst einer indischen Prinzessin gestohlen wurde. Die Spur führt zur USS Leviathan, einem Flugzeugträger, der kurz vor der Versenkung steht. In einem dramatischen Tauchgang bergen die Detektive den Stein, werden aber unter Wasser von Rashuras Leuten (Smith, Taylor, Angelica) überfallen und bestohlen.

Zurück an Land spitzt sich die Lage zu. Justus erkennt, dass Sergeant Madu, der angeblich gegen Rashura ermittelt, ein doppeltes Spiel spielt – oder zumindest eigene Ziele verfolgt. Die Spur der 'letzten Tür' führt schließlich auf einen Flugzeugfriedhof in Arizona zum Familiengrab von John Fisher. Dort kommt es zum Showdown: Die drei ??? stellen den wahren Rashura. Es ist Frank Mason, der Sekretär, der die Detektive nur benutzte, um das Rätsel zu lösen, an dem er selbst gescheitert war. Durch eine List der Polizei und Sergeant Madus Eingreifen können die Verbrecher dingfest gemacht werden. Madu entpuppt sich als Sohn der bestohlenen Prinzessin Anudara und erhält den Stein zurück.

Review

Hollywood in Rocky Beach – Die 150 sprengt alle Dimensionen! 🎬🌊
Ein Testament, ein vergifteter Bob und ein Tauchgang in den Tod: Folge 150 'Geisterbucht' ist kein normaler Fall, sondern ein Action-Thriller. Warum dieses Jubiläum mit Promi-Besetzung (Dirk Bach! Olli Dittrich!) Pflichtprogramm für jeden Fan ist, lest ihr hier.

Hallo liebe Detektiv-Kollegen und Kassettenkinder,

richtet eure Mikrofone aus und stellt den Verstärker auf 11 – heute besprechen wir ein Schwergewicht! Wir reden hier nicht von einem verschwundenen Papagei oder einem hustenden Drachen. Wir reden von der Mutter aller Jubiläumsfolgen (zumindest der neueren Zeitrechnung). Schnappt euch ein Stück Kirschkuchen, denn es wird lang, es wird episch und es wird… prominent!

ERSTER EINDRUCK


Als ich damals die CD-Box (ja, CD, steinigt mich nicht, meine Kassettenrekorder fressen Bänder) in der Hand hielt, dachte ich: "Wow, drei Discs? Das ist ja länger als die Director's Cut Version von 'Herr der Ringe'!" Das Cover-Triptychon (A, B, C) versprach Großes: Ein Flugzeugwrack, brennendes Wasser (physikalisch fragwürdig, aber cool) und ein mysteriöser Kristall. Der erste Eindruck? Das hier ist kein normaler Fall. Das ist „Die drei ??? – Der Film“ für die Ohren. Man spürt sofort: Europa wollte zum 150. Jubiläum klotzen, nicht kleckern.

DIE STORY


Alles beginnt mit Harry Shreber (im Buch übrigens herrlich amerikanisch „Shreber“ geschrieben, gesprochen wie unser guter alter „Schreiber“). Der verblichene Exzentriker hinterlässt ein Testament, das kryptischer ist als Justus’ Essgewohnheiten. Unsere drei Detektive erben… nun ja, Schrott. Ein altes Flugzeug im Garten. Aber natürlich steckt mehr dahinter. Es geht um „Rashura“, eine Organisation, die so geheim ist, dass selbst Google nichts findet (und das will was heißen, Bob!).

Was folgt, ist eine Schnitzeljagd um den halben Globus – oder zumindest von Rocky Beach nach Mexiko und Arizona. Es geht um den „Stern von Kerala“, Rache, Verrat und – haltet euch fest – indische Mythologie. Die Story ist in drei Akte unterteilt: Die Suche im Flugzeug, der dramatische Tauchgang zur USS Leviathan und das staubige Finale auf dem Flugzeugfriedhof. Es ist komplex, ja, aber dank Astrid Vollenbruchs Federführung bleibt der rote Faden immer sichtbar, auch wenn er manchmal fast reißt vor Spannung.

UNSERE HELDEN


Justus: Unser Erster Detektiv läuft zur Hochform auf. Er kombiniert schneller als ein Supercomputer auf Koffein. Besonders stark: Wie er am Ende das falsche Spiel durchschaut, nur weil jemand Wissen offenbart, das er nicht haben dürfte. Ein klassischer „Justus-Moment“, bei dem man förmlich sieht, wie er sich auf die Unterlippe kneift.

Peter: Der heimliche MVP der Folge! Peter „Ich hab Schiss, mach’s aber trotzdem“ Shaw muss hier richtig ran. Er taucht in ein sinkendes Schiffswrack (Klaustrophobie-Alarm!), überlebt einen Brandanschlag und muss seinen Freunden den Rücken freihalten. Weniger „Zweiter“ Detektiv, mehr Action-Held.

Bob: Unser Archivar muss leiden. Und wie! Bob wird entführt, nach Mexiko verschleppt und vergiftet. Die ganze „Bob stirbt langsam“-Dramatik gibt der Folge einen Zeitdruck, den wir sonst selten haben. Er ist hier nicht nur der Rechercheur, sondern der emotionale Anker der Geschichte.

DIE GEGENSPIELER


Die Organisation Rashura bleibt lange ein gesichtsloses Phantom, was sie umso bedrohlicher macht. Sie wirken kompetenter und skrupelloser als die üblichen Kunstdiebe in Rocky Beach.

Der eigentliche Clou sind aber die Figuren, die ein doppeltes Spiel spielen. Frank Mason (dazu gleich mehr im Spotlight!) wirkt erst wie der nette Opa von nebenan, entpuppt sich aber als eiskalter Manipulator. Und Sergeant Madu? Man weiß bis zur letzten Sekunde nicht: Ist er Freund, Feind oder einfach nur ein verdammt guter Schauspieler?

BESTE MOMENTE


1. Der Tauchgang: Die Atmosphäre auf der USS Leviathan ist beklemmend gut. Das Sounddesign (knarzendes Metall, blubberndes Wasser) zieht einen direkt in die Tiefe. Als sie dann unter Wasser überfallen werden – Gänsehaut!
2. Das Bunker-Feuer: Justus und Peter fast geröstet im Panikraum. Die Verzweiflung der beiden ist greifbar.
3. Die Auflösung: Der Moment, als Justus Mason überführt („Sie wussten von dem Stein!“). Sherlock Holmes wäre stolz.

SCHWACHSTELLEN


Okay, Hand aufs Herz: Die Reise nach Mexiko und zurück wirkt etwas… gehetzt. „Schnell mal Bob entführen, Gift spritzen und wieder zurückschicken“ – das Logistik-Budget der Bösewichte muss gigantisch gewesen sein. Auch die schiere Masse an Promi-Sprechern (siehe unten) reißt einen manchmal etwas aus der Immersion. Man hört halt nicht „Inspektor Havilland“, sondern „Oh, das ist doch Oliver Kalkofe!“.

SERIEN-KONTEXT


Folge 150 steht in der Tradition der großen Jubiläums-Dreiteiler (100, 125, 175, 200). Im Fan-Ranking kämpft sie oft mit der „Toteninsel“ (100) und „Feuermond“ (125) um die Krone. Viele Fans (mich eingeschlossen!) finden sie deutlich stärker als das „Feurige Auge“ (200), weil die Geschichte ein großer Fluss ist und nicht drei gestückelte Episoden.
Interessant: Skinny Norris fehlt! Ein Jubiläum ohne unseren Lieblingsfeind ist eigentlich ein Skandal, aber die Story ist so dicht, dass er wohl nur im Weg gestanden hätte.


SPRECHER-SPOTLIGHT


Hier müssen wir Tacheles reden, denn die Besetzung ist das eigentliche Thema dieser Folge. Europa hat zum Jubiläum die deutsche Comedy- und Schauspiel-Elite eingeladen. Das sorgte damals für viel Diskussionen!

Frank Mason: Gesprochen von Wolfgang Condrus (die Stimme von Sam Neill und Ed Harris). Er trägt die Rolle mit einer fantastischen Ambivalenz – erst fürsorglich, dann eiskalt. (Hinweis: In manchen Datenbanken wird Jürgen Thormann fälschlicherweise genannt, aber Thormann ist unser ewiger Butler oder Bösewicht in anderen Folgen – hier glänzt Condrus!).
Sergeant Madu: Hier hören wir das Multitalent Olli Dittrich („Dittsche“). Er spielt den undurchsichtigen Inder überraschend ernst und facettenreich.
Frank Fisher: Der leider viel zu früh verstorbene Dirk Bach. Seine Stimme ist unverkennbar, was es schwer macht, die Figur ernst zu nehmen, aber er macht das mit viel Herzblut.
Inspektor Havilland: Oliver Kalkofe. Als „Wixxer“-Fan wartet man nur auf einen Gag, aber er spielt den Polizisten solide.
Taylor: Bernhard Hoëcker. Ja, selbst der kleine Mann aus „Genial Daneben“ ist dabei.
Angelica: Anna Thalbach. Ihre rauchige Stimme passt perfekt zur mysteriösen Femme Fatale.

Diese „Promi-Dichte“ ist ein zweischneidiges Schwert: Ein tolles Geschenk an die Hörer, aber es macht die Welt von Rocky Beach kurzzeitig zu einem roten Teppich.

PRODUKTIONS-HISTORIE


Die Geschichte stammt von Astrid Vollenbruch, die für ihre komplexen, thriller-artigen Plots bekannt ist. Das Buch erschien 2010, das Hörspiel folgte im November 2011. Vollenbruch schrieb die Geschichte explizit als Jubiläumsband. Ein spannendes Detail aus der Produktion: Die Musik enthält Hinweise! Das Lied „Muss i denn zum Städtele hinaus“ wird als Code verwendet – eine schöne Reminiszenz an alte Spionage-Thriller.


FAN-SERVICE-CHECK


Visitenkarte: Wird natürlich überreicht.
Justus' Diät: Wird (indirekt) durch Tante Mathildas Essen torpediert.
Morton: Unser Lieblingschauffeur hat seinen Auftritt im Rolls-Royce, auch wenn er diesmal keine Reifenpanne hat, sondern zerstochene Reifen!
Die Zentrale: Der Wohnwagen spielt eine Rolle, aber die Action verlagert sich schnell nach draußen.

FAZIT & EMPFEHLUNG


„Geisterbucht“ ist Blockbuster-Kino für die Ohren. Wer die gemütlichen Fälle („Kater Karlo ist weggelaufen“) sucht, ist hier falsch. Wer aber Action, internationale Verschwörungen und drei Detektive am absoluten Limit erleben will, MUSS diese Folge hören. Sie ist vielleicht etwas „over the top“, aber genau das darf ein Jubiläum sein. Für mich gehört sie in die Top 3 der Specials.

Also: Kopfhörer auf, Licht aus und abtauchen!

Wusstest du schon?

Die Folge 150 ist eine Jubiläumsfolge und besteht aus drei Teilen (A, B, C), was die ungewöhnliche Länge und Komplexität erklärt.
Jürgen Thormann (Frank Mason) ist eine Legende im Synchronbereich (Stimme von Michael Caine) und ein wiederkehrender Sprecher bei Europa.
Der 'Stern von Kerala' und die Geschichte um Anudara sind fiktiv, aber an klassische Abenteuermythen angelehnt.
Cover
Bewertung
8.5
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8,5 von 10 vergifteten Kirschkuchen
Das Rätsel
Ein episches Rätsel in mehreren Akten: Vom Papier-Gedicht über das Flugzeug im Garten bis hin zum Schiffswrack und der Gruft. Die Schnitzeljagd ist komplex, aber die Hinweise (Moby Dick, Codes) sind für den Hörer logisch aufgebaut.
Plot & Logik
Die Geschichte ist riesig, aber erstaunlich schlüssig. Dass Mason die Detektive engagiert, weil er selbst nicht weiterkommt, ist ein klassisches, aber gut funktionierendes Motiv. Einzig die Logistik der Bösewichte (Überwachung, Entführung nach Mexiko und zurück) wirkt etwas arg konstruiert für eine Jugendserie.

Im Detail

J
Justus Jonas
Brillant in Hochform. Er durchschaut am Ende Masons falsches Spiel durch reine Deduktion (Masons Wissen über den Stein, obwohl er es abstritt) und behält trotz Bobs Vergiftung einen kühlen Kopf.
P
Peter Shaw
Der Action-Held der Folge. Er überlebt das Feuer, taucht ins Wrack und muss körperlich einiges einstecken. Seine Angst ist präsent, aber er überwindet sie für seine Freunde.
B
Bob Andrews
Das tragische Opfer, das zum Motor der Handlung wird. Durch seine Vergiftung entsteht der enorme Zeitdruck, der diese Folge so spannend macht. Er recherchiert trotzdem tapfer weiter.

Sprecher

Verwandte Folgen

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