Zusammenfassung

Die Geschichte beginnt mit einem scheinbar harmlosen Ausflug in eine Quecksilbermine in Dalton, bei dem Justus sich auffällig für Inschriften der Croft-Brüder interessiert. Kurz darauf verschwindet der erste Detektiv spurlos. Peter und Bob finden in der Zentrale verstörende Hinweise: zwei benutzte Gläser und das in einen Block geritzte Wort 'Hilfe'. Ihre Ermittlungen führen sie auf die Spur eines alten Bekannten: Rama Sidri Randur und den Fall 'Fluch des Rubins'. Sie finden heraus, dass eine Organisation namens 'Sphinx' hinter dem feurigen Auge und einem Gegenstück, der silbernen Hand, her ist. Der Anführer Gabriel White hat Justus entführt und hält ihn zusammen mit Gus August auf der Insel Santa Clarita gefangen, um Informationen über den Verbleib des echten Rubins zu erpressen.

Justus gelingt es, White mit einer Lüge zurück zur Mine in Dalton zu locken, wo er behauptet, den Rubin versteckt zu haben. Peter und Bob, die Justus mittels eines Peilsenders folgen konnten, greifen ein, doch White entkommt – und zwar mit dem echten Rubin, den er einem Obdachlosen namens Beaver abgenommen hat. Beaver hatte den Stein Jahre zuvor nach einem Autounfall Randurs im Flussbett gefunden. Die drei ??? erfahren, dass White nun nach Indien reist, um den legendären Tempel der Gerechtigkeit zu finden und den Schatz des Maharadschas zu heben. Mit finanzieller Hilfe des Schauspielers Solomon Charles reisen die Detektive ebenfalls nach Indien.

In Pleshiwa treffen sie auf den echten, verstoßenen Randur, der ihnen den Weg zum 'Elefantenkopf'-Berg weist. Nach einem beschwerlichen Aufstieg erreichen sie den Tempel fast zeitgleich mit White. Im Tempel setzt White die silberne Hand und das feurige Auge in die Götterstatue ein. In diesem Moment leuchtet der Rubin auf – dank Peters Laserpointer – und 'entlarvt' White als Verbrecher. White flieht in Panik in den 'Berg ohne Wiederkehr'. Es stellt sich heraus, dass Vikram, Whites vermeintlicher Gehilfe, in Wahrheit der Sohn des Hohen Priesters ist und Justus nur beschützen wollte. Justus löst schließlich das wahre Rätsel: 'Der Schatten der Hand weist den goldenen Weg.' Durch einen Mechanismus öffnet sich der Zugang zur wahren Schatzkammer unter dem Tempel.

Review

Das Imperium schlägt zurück – oder: Wie Justus den Stein der Weisen suchte und Peter den Laserpointer fand
Fünf Stunden Laufzeit, eine Reise nach Indien und das Comeback des legendären Rama Sidri Randur. Folge 200 ist kein Hörspiel, es ist eine Pilgerreise für Fans!

Hallo liebe Kassettenkinder und Streaming-Junkies,

setzt euch, nehmt euch einen Keks (aber nicht krümeln, Tante Mathilda wischt gerade!) und schnallt euch an. Heute reden wir über den Elefanten im Raum. Oder besser gesagt: Über den Rubin im Raum. Wir reden über die Folge 200: Feuriges Auge.

Ja, ihr habt richtig gehört. ZWEIHUNDERT. Das sind mehr Fälle, als Inspector Cotta Donats verdrücken kann. Und weil man zur 200. Party nicht mit leeren Händen kommt, hat uns André Marx – der Gottvater der modernen drei ???-Literatur – ein 4-CD-Monster geschenkt, das so schwer ist, dass man damit locker einen Einbrecher in der Zentrale K.O. schlagen könnte.

ERSTER EINDRUCK


Als ich das Ding in der Hand hielt (ja, ich kaufe noch CDs, verklagt mich doch!), dachte ich: „Okay, fünf Stunden Laufzeit? Das ist kein Hörspiel, das ist ein Lebensabschnitt.“ Aber schon beim Blick auf das Cover und die Sprecherliste bekam ich Gänsehaut, die dicker war als Peters Angstschweiß im Geisterschloss. Es riecht nach Nostalgie, es riecht nach „Fluch des Rubins“ – es riecht nach einem verdammten Meisterwerk.

DIE STORY


Alles beginnt ganz harmlos mit einem Ausflug in eine Quecksilbermine (typisches Samstags-Hobby, wer kennt es nicht?). Justus verhält sich verdächtig – was für ihn ja eigentlich der Normalzustand ist – und zack: Er ist weg. Spurlos. Peter und Bob finden in der Zentrale nur zwei benutzte Gläser und einen „HILFE“-Schriftzug, der in einen Block geritzt wurde. Klassiker!

Die Spur führt zurück in die tiefste Vergangenheit unserer Detektive: Zum Fall „Fluch des Rubins“. Eine Geheimorganisation namens „Sphinx“ sucht das Gegenstück zum feurigen Auge: Die silberne Hand. Es geht um Rache, um alte Schulden und eine Reise, die von Kalifornien bis in den indischen Dschungel führt. Und Justus? Der sitzt in der Klemme und muss sich mit dem eloquentesten Bösewicht seit Victor Hugenay herumschlagen.

UNSERE HELDEN


Justus: Der Erste Detektiv ist in Hochform. Selbst gefesselt und entführt, schafft er es, seinen Entführer Gabriel White mental so dermaßen an die Wand zu spielen, dass man fast Mitleid mit dem Verbrecher bekommt. Sein Bluff in der Mine („Ich habe den Rubin dort versteckt“) ist Oscar-verdächtig. Justus beweist mal wieder: Sein größter Muskel sitzt zwischen den Ohren.

Peter: Freunde, wir müssen reden. Peter Shaw ist der MVP (Most Valuable Player) dieser Folge! Während Justus den Intellektuellen raushängen lässt und Bob in Archiven staubt, ist Peter der Action-Held. Er klettert, er kämpft und – ACHTUNG SPOILER – er hat den coolsten „MacGyver-Moment“ der Seriengeschichte. Ich sage nur: Laserpointer. Wer hätte gedacht, dass Peters Spieltrieb mal die Welt rettet?

Bob: Unser Archivar macht das, was er am besten kann: Er wühlt in der Vergangenheit. Er ist der Klebstoff, der die Story zusammenhält, auch wenn er in diesem Action-Feuerwerk vielleicht ein kleines bisschen blasser bleibt als seine Kollegen. Aber hey, ohne Bob wüssten wir doch gar nicht, wo Indien liegt, oder?

DIE GEGENSPIELER


Gabriel White. Merkt euch diesen Namen. Gesprochen von Till Hagen (die deutsche Stimme von Kevin Spacey), ist dieser Mann pures Gold. Er ist höflich, gebildet, charmant – und absolut tödlich. Genau so muss ein Gegenspieler für Justus sein. Kein dummer Schläger, sondern ein intellektuelles Schwergewicht. Die Dialoge zwischen den beiden sind wie ein Schachspiel mit Worten.

BESTE MOMENTE


1. Der Laserpointer-Moment: Als Peter im Tempel der Gerechtigkeit den Rubin mit dem Laserpointer anleuchtet, um das „Feuer“ zu simulieren. Ich bin fast vom Stuhl gefallen vor Lachen und Bewunderung. Simpel, genial, Peter!
2. Das Wiedersehen: Als die Jungs auf Rama Sidri Randur treffen. Wenn man die Folge 5 kennt, ist das ein Moment, der einem Tränen in die Augen treibt.
3. Justus' Arroganz: Als Justus seinem Entführer erklärt, warum er verloren hat. Dieser Junge braucht kein Ego-Tuning mehr, der ist schon auf Maximum.

SCHWACHSTELLEN


Seien wir ehrlich: Fünf Stunden sind ein Brett. Im Mittelteil, besonders als es um die Reisevorbereitungen nach Indien geht, hat die Story ein paar Längen. Manchmal wirkt es ein bisschen wie ein Reiseführer-Hörspiel („Und hier sehen sie den Ganges...“). Und dass Justus zufällig schon vor seiner Entführung in der Mine war, wirkt ein ganz klein bisschen so, als hätte der Autor das Skript passend gebogen. Aber hey, das ist Meckern auf allerhöchstem Niveau.

SERIEN-KONTEXT


Leute, das hier ist nicht irgendeine Folge. Das ist die direkte Fortsetzung von Folge 5: Der Fluch des Rubins. Das ist so, als würde Luke Skywalker 40 Jahre später wieder in den Todesstern fliegen. André Marx hat hier tief in die Lore-Kiste gegriffen. Es ist das fünfte große Jubiläum (nach 100, 125, 150, 175) und schlägt meiner Meinung nach die 150 („Geisterbucht“) um Längen. Es fühlt sich an wie die Folge 100 („Totenkopfinsel“) – episch, groß, aber mit dem Herzen am rechten Fleck.


SPRECHER-SPOTLIGHT


Hier muss ich kurz ernst werden, denn die Besetzung ist ein historisches Ereignis:
- Eckart Dux († 2024) als Rama Sidri Randur: Der Mann war eine Legende. Er sprach die Rolle schon 1979 im Original! Dass er hier, mit über 90 Jahren, noch einmal zurückkehrte, ist ein Geschenk an alle Fans. (Ruhe in Frieden, Gandalf/Arthur Spooner!).
- Stephan Chrzescinski als Gus August: Auch er war schon in Folge 5 dabei! Fun Fact: Er ist die deutsche Stimme von Marty McFly („Zurück in die Zukunft“). Das ist Fan-Service der Extraklasse.
- Jürgen Thormann als Solomon Charles: Die Stimme von Michael Caine und Alfred aus Batman. Wenn dieser Mann das Telefonbuch vorliest, höre ich zu.
- Till Hagen als Gabriel White: Diese Stimme ist wie dunkle Schokolade – weich, aber mächtig. Perfekter Cast.

PRODUKTIONS-HISTORIE


André Marx hat die Vorlage als Buch-Trilogie geschrieben („Der verschwundene Detektiv“, „Die silberne Hand“, „Der Tempel der Gerechtigkeit“). Europa hat daraus einen 4-Teiler gemacht. Interessant: Im Buch sind die Väter von Peter und Bob teilweise involviert, was im Hörspiel (danke André Minninger!) gestrafft wurde, um das Tempo zu halten. Eine gute Entscheidung, auch wenn wir Patrick und Jelena natürlich vermissen (Kleiner Scherz, niemand vermisst Jelena).


FAN-SERVICE-CHECK


- Der „Schreiende Wecker“ wird erwähnt?
- Die Visitenkarte wird übergeben?
- Anspielungen auf Hugenay? (Indirekt, durch den Stil des Bösewichts)
- Der Name „August August“ ist allein schon der beste Running Gag der frühen Jahre.

FAZIT & EMPFEHLUNG


„Feuriges Auge“ ist ein Liebesbrief an die Serie. Es ist groß, es ist laut, es ist manchmal etwas drüber – aber es ist zu 100% „Die drei ???“. Wer Folge 5 liebt (und wer tut das nicht?), MUSS diese Folge hören. Es ist das „Avengers: Endgame“ von Rocky Beach.

Schnappt euch die 5 Stunden Zeit, vielleicht für eine lange Autofahrt oder einen verregneten Sonntag. Ihr werdet es nicht bereuen.

Kollegiale Grüße,
Euer Fan-Boy Nr. 1

Wusstest du schon?

Die Folge ist eine direkte Fortsetzung von Folge 5 'Der Fluch des Rubins'.
Mit fast 5 Stunden Laufzeit ist es eines der längsten Hörspiele der Reihe.
Eckart Dux spricht erneut die Rolle des Rama Sidri Randur, genau wie in der Originalfolge von 1979.
Das Buch von André Marx erschien ursprünglich als Trilogie.
Cover
Bewertung
9
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9.5 von 10 Kirschkuchen (Tante Mathilda hat einen besonders großen gebacken)
Das Rätsel
Ein grandioser Rückgriff auf einen Klassiker ('Fluch des Rubins'). Die Erweiterung der Lore um die 'Silberne Hand' und den 'Tempel der Gerechtigkeit' wirkt organisch und nicht aufgesetzt. Das finale Rätsel mit dem Schatten ist klassische drei ???-Kost in epischem Gewand.
Plot & Logik
Die Geschichte ist komplex, aber in sich schlüssig. Dass Justus schon *vor* seiner Entführung in der Mine war, wirkt zunächst konstruiert, wird aber als Teil seiner eigenen geheimen Nachforschungen erklärt. Die Reise nach Indien ist für eine Jubiläumsfolge angemessen 'over the top'.
Kapitel
1 Ohne Ausweg 0:00 min
2 "Hilfe!" 10:41 min
3 Leute verschwinden 22:06 min
4 Aus Bobs Archiv 33:50 min
5 Überfall 45:17 min
6 Der Blick der blauen Gottheit 56:16 min
7 Geheimagent Blake Turner 72:20 min
8 Whites Geheimnisse 86:11 min
9 Es piept 98:40 min
10 Besuch aus der Vergangenheit 105:16 min
11 Nächtliche Verfolgung 117:31 min
12 Befreiung 128:56 min
13 Im Kerker 143:34 min
14 Das rote Leuchten 163:51 min
15 Nach Dalton 172:37 min
16 Licht und Dunkelheit 183:17 min
17 Entkommen! 196:25 min
18 Das 13. Buch 205:25 min
19 Horatios Geheimnis 217:36 min
20 Gold und Edelsteine 229:42 min
21 Pleshiwar 241:31 min
22 Der Elefantenkopf 256:59 min
23 Das Feurige Auge 265:26 min
24 Berg ohne Wiederkehr 282:49 min

Im Detail

J
Justus Jonas
Brillant wie eh und je. Sein Bluff in der Mine und wie er White manipuliert ('Ich habe es dort versteckt'), zeigt seine ganze psychologische Stärke.
P
Peter Shaw
Der heimliche Held. Er klettert, verfolgt Verbrecher und sein Einsatz des Laserpointers ('Ich habe mit dem Laserpointer auf das feurige Auge gezielt') ist der witzigste und cleverste Moment der Auflösung.
B
Bob Andrews
Übernimmt den analytischen Part und die Recherchearbeit in den Archiven, bleibt aber im Action-Teil etwas hinter den anderen beiden zurück.

Sprecher

Verwandte Folgen

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