Zusammenfassung

Der Fall beginnt im Haus der Jonas', wo Justus, Peter und Bob eigentlich einen gemütlichen Videoabend geplant haben. Doch Tante Mathilda und Onkel Titus kehren verfrüht von ihrem gewonnenen Wellness-Wochenende im Hotel Lakshmi zurück. Mathilda ist völlig aufgelöst: Sie ist nachts auf der Dachterrasse einem grünen Kobold mit leuchtendem Gesicht und pochendem Herzen begegnet. Justus beschließt sofort, der Sache auf den Grund zu gehen. Im Hotel Lakshmi, das früher Mayfield Hall hieß und heute als streng veganes Etablissement geführt wird, geben sich die drei ??? als Neffen des Besitzers Aaron Grover aus, um unauffällig ermitteln zu können.

Die Detektive finden schnell erste Spuren: Eine Überwachungskamera hat die grüne Gestalt tatsächlich aufgezeichnet. Zudem entdecken sie im Hotel ein gerahmtes Gedicht von Edgar Allan Poe („Eldorado“), bei dem einige Buchstaben seltsam erhöht sind. Bei ihren Recherchen stoßen sie auf die Geschichte des Erbauers Dwight Mayfield, der 1933 kurz vor dem Goldverbot in den USA sein Vermögen in Sicherheit gebracht haben soll. Ein Nachfahre, Parker Mayfield, spielt den Unwissenden, wird aber von Justus beim Scrabble-Spielen entlarvt, als er ebenfalls Buchstabensteine anhebt.

Die Situation spitzt sich zu, als die Jungen den Kobold mehrfach sehen und verfolgen, dieser aber stets durch Geheimgänge entwischt. Sie entdecken einen Tunnel, der vom Weinkeller nach draußen und in einen Meditationsraum führt. Dort finden sie Desmond Cathpole, den Freund der Hoteltochter Elodie, bewusstlos am Boden – ein roter Hering, denn Desmond nutzte die Gänge nur für heimliche Treffen. Im Weinkeller sind Pflastersteine herausgerissen worden. Justus kombiniert messerscharf: Das Gedicht war eine Schatzkarte. „Weinberge“ stand für den Weinkeller, und die erhöhten Buchstaben markierten die Position der Goldmünzen unter dem Boden.

Im großen Finale versammelt Justus alle Beteiligten. Er entlarvt Patricia Grover, die Frau des Hotelbesitzers, als den Kobold. Sie hatte durch den Schriftsteller Rubberwood von der Legende erfahren und suchte nachts nach dem Gold. Ihre grüne Erscheinung war ein Zufallsprodukt aus grüner Gesichtsmaske und (in einem veganen Hotel verbotenem) Pelzmantel, den sie heimlich trug. Das „Pochen“ war das Geräusch ihres Metalldetektors. In einem Geheimraum hinter einem Gemälde finden sie schließlich Patricias versteckte Sammlung von Pelzmänteln und das ausgegrabene Gold.

Review

Tofu, Terror & Tante Mathilda: Warum Folge 199 ein Fest für Nostalgiker ist
Ein veganes Hotel, ein pochender Kobold und Tante Mathilda auf der Flucht? Folge 199 serviert uns einen klassischen Mystery-Mix kurz vor dem großen Jubiläum. Lest hier, warum diese Folge ein heimliches Klassentreffen der Sprecher-Legenden ist!

Moin, liebe Spezis und Aktenzeichen-Wälzer!

Schnappt euch einen Kirschkuchen (oder einen Tofu-Burger, wenn ihr mutig seid), denn wir müssen reden. Wir stehen kurz vor der magischen 200, die Spannung steigt, und was serviert uns Europa kurz vor dem großen Jubiläum? Einen grünen Kobold in einem veganen Hotel. Klingt wie ein Fiebertraum von Skinny Norris nach zu viel abgestandenem Cola, ist aber tatsächlich Folge 199. Ich habe mir den "Grünen Kobold" für euch noch einmal ganz genau angehört – und Spoiler: Es ist ein Fest für Nostalgiker, auch wenn die Logik manchmal Urlaub macht.

ERSTER EINDRUCK


Kennt ihr diese Folgen, die sich anfühlen wie eine warme Decke an einem verregneten Sonntag? Genau so ist der "Grüne Kobold". Man drückt auf Play und ist sofort drin. Es riecht förmlich nach "Scooby Doo" trifft "Die drei ??? der 80er Jahre". Wir haben ein gruseliges altes Hotel, Geheimgänge, ein Rätselgedicht und... nun ja, veganes Essen, das Peter fast zum Weinen bringt. Der erste Eindruck: Solide, klassisch, gemütlich. Kein High-Tech-Thriller, sondern gute alte Handarbeit.

DIE STORY


Alles beginnt herrlich chaotisch: Tante Mathilda und Onkel Titus kommen viel zu früh von einem gewonnenen Wellness-Wochenende zurück. Der Grund? Mathilda hat auf der Dachterrasse des Hotels "Lakshmi" einen leuchtenden, grünen Kobold gesehen, dessen Herzschlag man hören konnte! Justus wittert natürlich sofort einen Fall (und die Chance, dem Abwasch zu entgehen). Die drei Detektive schleusen sich als Neffen des Hotelbesitzers Mr. Grover ein. Während Peter verzweifelt nach etwas Essbarem sucht, das nicht aus Kichererbsen besteht, stoßen die Jungs auf ein manipuliertes Gedicht von Edgar Allan Poe, das den Weg zu einem Goldschatz aus der Zeit der großen Depression weist. Doch sie sind nicht die einzigen Schatzsucher...

UNSERE HELDEN


Justus ist hier voll in seinem Element. Der Moment, in dem er beim Scrabble (!) durch angehobene Buchstabensteine auf die Lösung des Rätsels kommt, ist absolutes "Erster Detektiv"-Gold. Das ist der Justus, den wir lieben: Ein bisschen arrogant, brillant und unschlagbar in Wortspielen. Allerdings doziert er manchmal so sehr über die Weltwirtschaftskrise, dass man ihm am liebsten einen Doktortitel verleihen möchte.

Peter ist der heimliche Star der Folge, allein schon wegen seines Leidensdrucks beim Essen. Seine Dialoge über den "Tofu-Kram" sind herrlich und lockern die Stimmung auf. Außerdem darf er wieder den Action-Part übernehmen und seine Dietriche zücken. Ein solider Auftritt unseres Sport-Asses.

Bob macht das, was er am besten kann: Er rettet den Fall durch Recherche. Ohne seinen Ausflug in die Bibliothek und das Finden des alten Fotos wäre Justus' ganze Kombinationsgabe nutzlos gewesen. Bob ist und bleibt das Rückgrat der Zentrale.

DIE GEGENSPIELER


Die Familie Grover ist... speziell. Sie wirken wie eine Karikatur von militanten Veganern, was manchmal etwas drüber ist, aber für Unterhaltung sorgt. Parker Mayfield als der schleimige Erbe ist okay, bleibt aber blass. Das eigentliche Highlight ist natürlich die Auflösung des "Monsters" – Patricia Grover. Ihre Motivation und Verkleidung sind so herrlich absurd, dass sie fast schon wieder Kultpotenzial haben.

BESTE MOMENTE


1. Mathildas Panik: Es passiert selten, dass Tante Mathilda wirklich Angst hat. Dass sie deswegen sogar einen Gratis-Urlaub abbricht, verkauft die Bedrohung besser als jeder Spezialeffekt.
2. Das Scrabble-Duell: Eine der kreativsten Szenen der letzten Jahre. Wie Justus seinen Gegner psychologisch zerlegt, während er Buchstaben legt, ist großes Kino.
3. Peters Hunger: "Haben Sie auch was mit Augen?" – Peters verzweifelte Suche nach Fleisch ist ein wunderbarer Running Gag.

SCHWACHSTELLEN


Leute, wir müssen über das Ende reden. Die Erklärung für den "pochenden Herzschlag" des Kobolds? Ein Metalldetektor unter dem Pelzmantel? Ernsthaft? Das ist so eine typische "Scooby Doo"-Erklärung, bei der man beide Augen zudrücken muss. Auch dass Frau Grover zufällig genau dann von Mathilda gesehen wird, als sie mit Gesichtsmaske UND Pelzmantel (in einem veganen Hotel!) UND Metalldetektor rumläuft... das ist schon ein Zufall von astronomischen Ausmaßen. Die Story ist extrem konstruiert, aber hey, wir sind hier in Rocky Beach, nicht im Tatort.

SERIEN-KONTEXT


Diese Folge ist ein absolutes Geschenk für Langzeit-Fans, denn sie bringt uns Sprecher-Legenden zurück (siehe unten)! Inhaltlich ordnet sie sich als klassische Schatzsuche ein, ähnlich wie "Der heimliche Hehler" oder "Das Bergmonster". Es gibt keine direkten Verbindungen zu großen Story-Arcs wie Hugenay oder Grey, aber die Folge referenziert wunderbar die reale Historie (Goldverbot 1933), was Justus ja auch ausführlich erklärt. Sie ist der perfekte "Palate Cleanser" vor dem gigantischen Jubiläums-Fall 200.

SPRECHER-SPOTLIGHT (ACHTUNG, GÄNSEHAUT!)


Hier zünden Marco Sonnleitner und Heikedine Körting ein wahres Feuerwerk der Nostalgie. Wir haben hier ein Klassentreffen der ersten Stunde:

Gernot Endemann (Mr. Grover): Ein absoluter Gigant der drei ???-Geschichte! Er sprach Sonny Elmquist im "Karpatenhund" (Folge 3!) und Jim Hall im "Rasenden Löwen" (Folge 15). Dass er hier kurz vor seinem Tod (2020) noch einmal dabei war, macht die Folge zu einem emotionalen Abschied. Ruhe in Frieden, Legende!
Werner Cartano (Hausmeister Spencer): Noch so ein Urgestein! Fans kennen ihn als H.H. Allen aus dem "Unheimlichen Drachen" (Folge 7) oder Maxwell James aus den "Rätselhaften Bildern" (Folge 9). Seine Stimme ist pure Nostalgie.
Udo Schenk (Mr. Rubberwood): Die deutsche Stimme von Gary Oldman und Ralph Fiennes (ja, Lord Voldemort ist im Hotel!). Er verleiht jeder Rolle eine unglaubliche Gravitas, selbst wenn er nur einen Autor spielt.

PRODUKTIONS-HISTORIE


Die Folge basiert auf dem gleichnamigen Buch von Marco Sonnleitner (erschienen 2018). Interessant ist hier der historische Hintergrund: Die "Executive Order 6102", die den privaten Goldbesitz in den USA verbot, gab es wirklich. Sonnleitner liebt es, solche Fakten einzubauen. Im Buch ist die Handlung etwas detaillierter, besonders was die Rivalität zwischen den Schatzsuchern angeht, aber das Hörspiel fängt die Essenz sehr gut ein. Es erschien im Mai 2019, direkt um die Hype-Welle für Folge 200 ("Feuriges Auge") aufzubauen.


FAN-SERVICE-CHECK


Mathilda & Titus: Dass die beiden am Anfang und Ende auftauchen, ist immer ein Pluspunkt und erinnert an die ganz alten Folgen.
Poe-Referenz: "Eldorado" ist ein echtes Gedicht von Poe. Dass die drei ??? Literatur zur Lösung nutzen, ist ein schöner Callback zu Fällen wie dem "Super-Papagei".
Visitenkarte: Natürlich wird die Karte überreicht. Man wartet förmlich drauf.

FAZIT & EMPFEHLUNG


"Und der grüne Kobold" ist keine revolutionäre Folge, die das Rad neu erfindet. Aber sie ist verdammt gemütlich. Sie hat alles, was ein Fan-Herz braucht: Ein altes Gebäude, ein Rätselgedicht, Justus im Besserwisser-Modus und Sprecher, die uns seit unserer Kindheit begleiten. Die Auflösung ist herrlich abstrus, aber genau das macht den Charme aus. Wer "Geisterbucht" oder "Der seltsame Wecker" mag, wird sich hier zu Hause fühlen.

Ranking-Potenzial: Solides Mittelfeld mit Tendenz nach oben wegen des Nostalgie-Faktors.

Wusstest du schon?

Die im Hörspiel erwähnte 'Executive Order 6102' ist historisch korrekt: US-Präsident Roosevelt verbot 1933 tatsächlich den privaten Goldbesitz, um die Wirtschaft zu stabilisieren.
Der Titel des Gedichts 'Eldorado' von Edgar Allan Poe existiert wirklich und thematisiert die Suche nach dem legendären Goldland.
Udo Schenk (Sprecher von Mr. Rubberwood) ist vielen Hörern als Synchronstimme von Gary Oldman oder Ralph Fiennes bekannt.
Cover
Bewertung
6
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6 von 10 Tofu-Burgern (mit extra viel Ketchup)
Das Rätsel
Ein klassisches ???-Rätsel, wie man es liebt: Ein modifizierter Text (Poe's Eldorado), der als Schatzkarte dient. Die Idee mit den 'Weinbergen' statt 'Mondbergen' ist simpel, aber effektiv. Dass Justus durch das Scrabble-Spiel auf die Lösung mit den angehobenen Steinen kommt, ist ein schöner 'Heureka'-Moment, auch wenn der Zufall hier etwas arg Regie führt.
Plot & Logik
Die Grundkonstruktion ist solide, hat aber den typischen Scooby-Doo-Faktor. Dass Patricia Grover zufällig genau dann als 'Kobold' (Gesichtsmaske + Pelz) gesehen wird, als sie nach Gold sucht, und das dann als Tarnung beibehält, ist eine recht abenteuerliche Erklärung. Auch dass der Metalldetektor wie ein Herzschlag klingt, muss man einfach als gegeben hinnehmen. Historisch ist der Bezug zum Goldverbot von 1933 (Executive Order 6102) aber sauber recherchiert und gibt dem Schatz eine glaubwürdige Backstory.
Kapitel
1 Schock in der Nacht 0:00 min
2 Spuk im Hotel Lakshmi 6:55 min
3 Vegane Kost 14:08 min
4 El Dorado 21:54 min
5 Die Geschichte eines Hauses 30:38 min
6 Koboldalarm 37:25 min
7 Steinchen für Steinchen 50:22 min
8 Sucht und Leidenschaft 57:55 min

Im Detail

J
Justus Jonas
Brilliert mit historischem Wissen über 1929/1933 und hat den entscheidenden Geistesblitz beim Scrabble. Er führt die Gruppe souverän, wirkt aber manchmal etwas sehr dozierend gegenüber den Erwachsenen.
P
Peter Shaw
Darf wieder den Skeptiker mimen, sorgt aber vor allem für den Humor durch seinen Widerwillen gegen das vegane Essen ('Ich hätte gerne was mit Augen'). Seine Dietriche kommen wichtig zum Einsatz.
B
Bob Andrews
Übernimmt den klassischen Recherche-Part in der Bibliothek und findet das entscheidende Foto von Parker Mayfield. Solide Archivarbeit, ohne die der Fall nicht gelöst worden wäre.

Sprecher

Verwandte Folgen

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