Zusammenfassung

1. Ausgangssituation: Die drei ??? erhalten einen Brief von Arnold Brewster (bekannt aus 'Das Volk der Winde'), der sich in das fast verlassene Fort Stockburn in South Dakota zurückgezogen hat. Er berichtet von einem 'schreienden Nebel' und Monstern, die den Ort terrorisieren. Noch vor der Abreise versuchen mysteriöse Anrufer, die Detektive einzuschüchtern und den Auftrag zu stornieren.

2. Ermittlung: In Fort Stockburn angekommen, lernen die Jungen die skurrilen verbliebenen Bewohner kennen: Den Verschwörungstheoretiker Hank Tornby, den militanten Captain Holt und die zwielichtige Grace Daggett. Kurz darauf erleben sie selbst einen Nebelangriff, bei dem kratzende Kreaturen das Haus belagern. Justus findet ein Fellbüschel, das sich als unecht herausstellt. Parallel dazu lösen sie ein Rätsel aus dem Testament von Brewsters verstorbenem Freund Frank Malvay ('steter Tropfen der Zeit'), was sie zu einem versteckten Saphir in einer Standuhr führt.

3. Komplikationen: Bei einer Erkundung der Umgebung werden die drei ??? auf freiem Feld von einer Nebelwand und Kreaturen eingekesselt. In der Panik wird Peter getrennt und stolpert durch eine Luke in ein unterirdisches Tunnelsystem, das wie ein Raumschiff wirkt. Justus und Bob können sich retten und kombinieren Peters Funkspruch mit Justus' Wissen über geheime Regierungsbunker.

4. Klimax: Justus ruft alle Bewohner zusammen, um den Fall zu klären. Er entlarvt zunächst Grace Daggett und Jim Sesto als diejenigen, die hinter den Drohanrufen und Steinwürfen steckten, um den Saphir zu stehlen. Doch als Justus das Geheimnis des Nebels lüftet – ein unterirdischer Bunker mit Vernebelungsanlage –, stürmt Mike Cobble (der Sohn des Trappers Samuel Cobble) im Monsterkostüm herein und bedroht alle mit einer Waffe.

5. Auflösung: Mike Cobble wollte die wertvolle Technik des vergessenen Bunkers plündern und nutzte die Nebelanlage und Kostüme, um die Bewohner zu vertreiben. Sein Vater Samuel hatte ihm unwissentlich von dem Bunker erzählt. Die Situation wird gerettet, als Brewsters Neffe Martin Ishniak mit Verstärkung eintrifft und die Verbrecher überwältigt. Der 'Alien-Gläubige' Tornby und Captain Holt werden aus dem Bunker befreit.

Zitate:
'Rot isoliert gegen Manipulationsstrahlen.'
'Das ist die Phase eins!'
'Zwar schlägt für mich nun die Stunde des Abschieds, doch wird der stete Tropfen der Zeit uns immer verbinden.'

Review

Nebel des Grauens in South Dakota: Wenn Spongebob... äh, der Aluhut regiert!
Justus, Peter und Bob im Wilden Westen? Folge 162 liefert Bunker-Geheimnisse, Sci-Fi-Grusel und ein Wiedersehen nach über 100 Folgen! Aber Achtung: Die Logik hat sich im Nebel aufgelöst.

ERSTER EINDRUCK: SCOOBY-DOO TRIFFT AKTE X IN DER PRÄRIE

Leute, schnallt euch an – oder besser gesagt: Setzt die Aluhüte auf! Wenn Hendrik Buchna zur Feder greift, wissen wir Hardcore-Fans eigentlich schon, was uns blüht: Atmosphäre bis zum Abwinken, ein bisschen Grusel und meistens eine Auflösung, bei der man Physik-Leistungskurs-Wissen braucht (oder einfach viel Fantasie). Folge 162 „und der schreiende Nebel“ ist da keine Ausnahme. Schon das Cover verspricht 80er-Jahre-Horror-Vibes, und der Titel klingt herrlich nach B-Movie. Mein erster Gedanke beim Hören: „Haben wir uns in eine Folge von 'Twilight Zone' verirrt?“ Die Stimmung in der Geisterstadt Fort Stockburn ist so dicht, die könnte man schneiden – oder eben wegatmen, wenn es nicht dieser verdammte Nebel wäre.

DIE STORY: NEBEL DES GRAUENS (ABER MIT WLAN?)

Kurz gesagt: Unsere drei Detektive jetten nach South Dakota (Roadtrip-Alarm!). Dort hat sich Arnold Brewster – ja, DER Brewster aus der Steinzeit der Serie – zur Ruhe gesetzt. Aber statt Ruhe gibt es „The Fog – Nebel des Grauens“ als Live-Event. Ein weißer Dunst wabert durch das Kaff, begleitet von Schreien, die klingen, als hätte jemand Tante Mathildas Porzellan fallen lassen. Die verbliebenen Bewohner sind ein Panoptikum an Skurrilitäten: Ein Verschwörungstheoretiker, ein Ex-Militär und eine Dame, die auch nicht ganz koscher wirkt. Während Peter wie üblich kurz vor dem Herzinfarkt steht, stolpern die Jungs über ein Erbe, einen Saphir und – Achtung, Spoiler-Warnung für den nächsten Absatz – einen Bunker, der größer ist als der Schrottplatz.

UNSERE HELDEN: JUSTUS JONAS UND DER BESSERWISSER-MODUS

Fangen wir mit dem ersten Detektiv an. Justus „Ich-habe-mal-ein-Buch-über-Bunker-gelesen“ Jonas ist hier in Hochform. Sein Monolog über das „Greenbrier Resort“ (dazu später mehr!) ist so typisch Justus, dass man ihn einfach knuddeln möchte. Er durchschaut das physikalische Unmögliche („Nebel bewegt sich nicht gegen den Wind!“) natürlich sofort.

Peter „Der Schisser“ Shaw liefert hier seine Paraderolle ab. Er darf nicht nur Angst haben, nein, er fällt auch noch buchstäblich in die Handlung – durch ein Loch im Boden direkt in das Sci-Fi-Set der Folge. Seine Panik in den unterirdischen Gängen ist dank Jens Wawrczeck so greifbar, dass ich selbst kurz die Luft angehalten habe.

Bob Andrews, unser Mann für Recherchen und Archiv, hat hier den undankbaren Job, die verrückten Einwohner zu interviewen. Er macht das souverän, aber sind wir ehrlich: In dieser Folge stehlen ihm die Gastcharaktere und Peters Stunts ein wenig die Show.

DIE GEGENSPIELER & GÄSTE: EIN FEST DER SKURRILITÄTEN

Hier muss ich mal kurz reingrätschen, denn die Besetzung ist anders, als manch einer vielleicht denkt (und korrigiert mich, wenn ich falsch liege, aber mein Fan-Ohr irrt nie!).

Der absolute Knaller ist Hank Tornby. Ein Typ, der glaubt, die Regierung bestrahlt ihn mit „Topaden“ (was auch immer das ist) und deshalb sein Haus rot streicht. Gesprochen wird er von Edgar Hoppe (bekannt aus dem „Großstadtrevier“), der diesen wahnhaften Charakter so herrlich verschroben rüberbringt, dass man fast Mitleid hat.

Dann haben wir Captain Holt, gesprochen von der Legende Christian Rode. Wenn dieser Mann den Mund aufmacht, steht man stramm! Seine militärische Strenge ist der perfekte Kontrapunkt zu Tornbys Wahnsinn.

Und natürlich Arnold Brewster. Ein sympathischer, alternder Professor, der die Jungs wie Enkel behandelt. Eine tolle Figur, die dem Fall Herz gibt.

Der eigentliche „Schurke“ am Ende – Mike Cobble im Gummikostüm – wirkt dagegen fast etwas blass. Sein Motiv? Geld. Gähn. Aber der Weg dahin war wenigstens unterhaltsam.

BESTE MOMENTE: WENN DER BODEN SICH AUFTUT

1. Der Bunker-Fund: Der Moment, als Peter in die Tiefe stürzt und plötzlich in einem high-tech Gang steht, der aussieht wie aus einem Raumschiff. Das Sounddesign hier ist top – das Summen, die Echos, die metallischen Schritte. Gänsehaut!
2. Justus' Analyse: Die Szene, in der Justus erklärt, dass der Nebel „intelligent“ wirkt, weil er gegen den Wind kriecht. Ein klassischer Sherlock-Holmes-Moment.
3. Tornbys Wahn: Jedes Wort aus dem Mund von Hank Tornby. „Rot isoliert gegen Manipulationsstrahlen!“ – Ich überlege ernsthaft, mein Wohnzimmer rot zu streichen. Man weiß ja nie.

SCHWACHSTELLEN: LOGIK? WO WIR HINFAHREN, BRAUCHEN WIR KEINE LOGIK!

Okay, Freunde, wir müssen reden. Der Plan des Bösewichts. Er will einen Bunker plündern. Gut. Dafür setzt er eine gigantische, vermutlich millionenschwere Nebelanlage in Gang, wartet sie, betankt sie und zieht sich ein Monsterkostüm an, um drei Rentner zu erschrecken? Wäre es nicht einfacher gewesen, nachts einfach die Sachen rauszutragen? Das ist dieser typische „Scooby-Doo-Faktor“, den man bei den drei ??? oft hat, aber hier ist er schon extrem hoch. Und dass Justus mal eben weiß, wie man einen Regierungsbunker bedient... naja, er ist halt Justus.

SERIEN-KONTEXT: DIE RÜCKKEHR DES PROFESSORS

Jetzt wird's nerdig! Schnappt euch eure Notizblöcke.

Der Brewster-Faktor: Arnold Brewster kennen wir aus Folge 41 „...und das Volk der Winde“. Das ist über 120 Folgen her! Damals wurde er noch von F.J. Steffens gesprochen (Gott hab ihn selig). Dass die Autoren (bzw. Buchna) diesen Charakter zurückholen, ist genialer Fan-Service. Es verbindet die „neue“ Ära mit der Klassiker-Zeit. Man spürt richtig die Geschichte zwischen den Detektiven und dem Professor.

Einordnung: Die Folge gehört zu den „Reise-Folgen“ (wie „Toteninsel“ oder „Geheimteufel“), die oft eine ganz eigene Dynamik haben, weil Tante Mathilda und Inspektor Cotta fehlen. Sie wird oft als starke Atmosphäre-Folge gelobt, auch wenn die Story Lücken hat. Für mich ist sie ein modernes Highlight, weil sie sich traut, das Setting komplett zu wechseln.

Kontinuität: Schön ist, dass Justus sofort auf den alten Fall anspielt. Das zeigt: Die drei ??? haben ein Gedächtnis (meistens jedenfalls).

SPRECHER-SPOTLIGHT: EINE LEGENDE JAGT DIE NÄCHSTE

Hier hat Europa wirklich die Schatzkiste aufgemacht. Aber Achtung, hier gab es wohl Verwirrung in manchen Datenbanken – ich habe mal die echten Fakten gecheckt:

Horst Naumann (Arnold Brewster): Er übernimmt die Rolle von F.J. Steffens. Naumann kennen wir alle als den netten Schiffsarzt aus dem „Traumschiff“ oder als Erzähler bei „Masters of the Universe“. Seine warme, ruhige Stimme passt perfekt zum gealterten Professor.
Christian Rode (Captain Holt): Eine absolute Hörspiel-Legende (Sherlock Holmes!). Seine Stimme hat dieses aristokratische, autoritäre Timbre, das ihn unvergesslich macht. Leider ist er 2018 verstorben – hier hören wir ihn in einer seiner späten, starken Nebenrollen.
Eckart Dux (Samuel Cobble): Noch so ein Gigant. Die deutsche Stimme von Arthur Spooner („King of Queens“) und Gandalf (im „Hobbit“). Dass er hier „nur“ den alten Trapper spricht, zeigt, wie hochkarätig diese Folge besetzt ist.
Edgar Hoppe (Hank Tornby): Bekannt als Polizeimeister Diether Herold aus dem „Großstadtrevier“. Er spielt den Verrückten so überzeugend, dass man ihm fast den Aluhut reichen möchte.

(Kleiner Hinweis an alle Besserwisser: Nein, Santiago Ziesmer spricht hier nicht mit – auch wenn Hank Tornby so verrückt ist, dass Spongebob gut gepasst hätte!)

PRODUKTIONS-HISTORIE: VOM BUCH ZUM HÖRPIEL

Autor Hendrik Buchna ist bekannt für seine gruseligen, atmosphärischen Stoffe (er schrieb auch „Die drei ??? und der dreiTag“). Das Buch erschien 2011, das Hörspiel 2013.

Interessant ist der Realitäts-Check: Justus erwähnt das „Project Greek Island“ (Greenbrier Resort). Das gab es wirklich! Ein geheimer Regierungsbunker unter einem Luxushotel in West Virginia, gebaut für den US-Kongress im Falle eines Atomkriegs. Buchna hat hier also exzellent recherchiert und echte Geschichte in den Fall gewoben. Das hebt die Folge deutlich über den Standard-Krimi hinaus.

Im Hörspiel mussten wie immer Kürzungen vorgenommen werden. Im Buch ist die Stimmung noch drückender und die Charaktere haben mehr Tiefe, aber André Minninger (Drehbuch) hat den Kern der Story gut gerettet. Die Soundeffekte für den Bunker und den Nebel sind übrigens "state of the art" für Europa-Verhältnisse.


FAN-SERVICE-CHECK


Wiedersehen macht Freude: Der Rückbezug auf Folge 41 ist das größte Easter Egg.
Justus' Visitenkarte: Wird natürlich überreicht (auch wenn sie in South Dakota wohl niemand kennt).
  • Bob der Archivar: Darf wieder zeigen, dass er ohne Bibliothek (oder Internet) aufgeschmissen wäre, aber improvisieren kann.

FAZIT & EMPFEHLUNG

„Und der schreiende Nebel“ ist wie eine Tüte gemischte Süßigkeiten: Ein bisschen was Saures (die Logik), viel Süßes (die Atmosphäre) und ein paar harte Brocken (die Spannung). Wer auf „Isolated Settings“ steht und es mag, wenn die drei ??? mal raus aus Rocky Beach kommen, wird diese Folge lieben. Die Auflösung ist zwar hanebüchen, aber der Weg dahin ist dank der grandiosen Sprecher (Rode! Naumann! Dux!) ein akustischer Genuss.

Für wen? Für alle, die Akte X mochten, aber fanden, dass Mulder und Scully zu wenig Kirschkuchen essen. Und für alle, die wissen wollen, was Arthur Spooner und Sherlock Holmes in einem Bunker in South Dakota treiben.

Ranking-Potenzial: Solides oberes Mittelfeld mit Tendenz nach oben wegen des Nostalgie-Faktors!

Wusstest du schon?

Arnold Brewster trat bereits in Folge 41 'Das Volk der Winde' auf.
Das erwähnte 'Greenbrier Resort' (Project Greek Island) existiert wirklich und war tatsächlich ein geheimer Regierungsbunker in West Virginia.
Dies ist eine der wenigen Folgen, die fast ausschließlich an einem einzigen, isolierten Handlungsort spielen.
Der Autor Hendrik Buchna greift hier das Motiv der 'Scooby-Doo'-Auflösung (Monster sind verkleidete Menschen mit Technik) sehr stark auf.
Cover
Bewertung
8.5
🌫️ 🌫️ 🌫️ 🌫️ 🌫️ 🌫️ 🌫️ 🌫️ 🌫️ 🌫️
8,5 von 10 rot gestrichenen Aluhüten
Das Rätsel
Die Konstruktion ist zweigeteilt: Ein klassisches Schatzsucher-Rätsel um den Saphir (solide, aber einfach) und das große Mysterium um den Nebel. Die Auflösung mit dem geheimen Regierungsbunker ist zwar physikalisch und logistisch etwas überzogen (Scooby-Doo-Faktor hoch 10), aber im Kontext der Serie herrlich atmosphärisch und durch Justus' Herleitung über das reale 'Greenbrier Resort' fair vorbereitet.
Plot & Logik
Der Plan der Bösewichte ist extrem aufwendig. Warum eine gigantische Nebelanlage warten und Monsterkostüme basteln, nur um ein paar Rentner zu verscheuchen? Das ist typische Hörspiel-Logik, die man akzeptieren muss. Schön ist aber, wie die falsche Fährte mit den Drohanrufen (die nichts mit dem Nebel zu tun hatten) logisch in den Subplot um den Saphir aufgelöst wird.
Kapitel
1 Warnung aus South Dakota 0:00 min
2 Fort Stockburn 7:54 min
3 Phase 1 11:03 min
4 Fremde unerwünscht 15:54 min
5 Phase 2 26:07 min
6 Dem Grauen auf der Spur 29:31 min
7 Schwierige Recherchen 34:15 min
8 Die große Bedrohung 40:39 min
9 Schatten der Vergangenheit 45:45 min
10 Furcht und Hoffnung 52:08 min
11 Der Nebel lichtet sich 60:13 min

Im Detail

J
Justus Jonas
Brilliert durch Wissen über den Kalten Krieg und Regierungsbunker. Seine Schlussfolgerung, dass sich niemand in Luft auflösen kann, führt ihn auf die richtige Spur. Er übernimmt souverän die Führung bei der Auflösung.
P
Peter Shaw
Darf den Action-Part übernehmen und entdeckt durch sein Verlorengehen im Nebel den entscheidenden Zugang zum Bunker. Seine Panik wirkt im Transcript greifbar, aber er reagiert geistesgegenwärtig.
B
Bob Andrews
Übernimmt die Recherche und führt interessante Interviews mit den skurrilen Bewohnern, wirkt aber im Finale etwas blasser als die anderen beiden.

Sprecher

Verwandte Folgen

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