Zusammenfassung

Die drei ??? befinden sich im Hotel 'King of the Mountain' des einsamen Besitzers Finch Hunterman. Dieser erzählt ihnen von einem Flugzeugabsturz vor zehn Jahren, bei dem der Pilot 'Max Dexter' angeblich eine wertvolle schwarze Box versteckt hat, bevor er starb. Hunterman beauftragt die Detektive, anhand eines kryptischen Rätsels, das die angebliche Schwester des Piloten hinterlassen hat, das Versteck zu finden.

Die Detektive brechen in die Berge auf. Justus entdeckt einen manipulierten Staudamm, was beweist, dass Hunterman den Bachlauf bereits selbst vergeblich abgesucht hat. Am Flugzeugwrack angekommen, werden sie beinahe von einer ausgelösten Lawine begraben – offenbar ein Anschlag eines Mannes in einer Katzenmaske ('Catman'). Unter dem Wrack löst Peter das Rätsel: Die Anweisungen beziehen sich auf Taucher-Handzeichen (Faust, flache Hand, Okay-Zeichen), die als Felsformationen in der Landschaft zu finden sind.

Zurück im Hotel durchsucht Peter Huntermans Zimmer und findet heraus, dass es nie eine Schwester oder CIA-Agenten gab. Als Hunterman sie mit einer Waffe bedroht, fliehen die drei zu einer abgelegenen Hütte im Wald, die dem mysteriösen Nachbarn 'Catman' gehören soll. Dort entdecken sie ein Grab mit der Aufschrift 'Mein Grab' und ein Gemälde, das einen Mann im Taucheranzug mit Katzenmaske zeigt – den legendären Meisterdieb 'Sharkman'.

Plötzlich taucht Hunterman durch einen Geheimgang auf. In einer dramatischen Konfrontation enthüllt Justus die Wahrheit: Finch Hunterman leidet an einer gespaltenen Persönlichkeit. Er ist gleichzeitig der Hotelbesitzer, der den Schatz sucht, als auch die Reinkarnation des Diebes 'Sharkman' (Max Dexter), der den Schatz beschützen will. Der echte Pilot starb vor Jahren, doch Hunterman übernahm dessen Identität. Justus übergibt dem verwirrten Mann schließlich den gefundenen Chip und Schlüssel, um die Situation zu entschärfen.

Review

Psycho in den Bergen: Wenn Peter den Taucher macht und Justus die Salami sucht
Ein verlassenes Hotel, eine gespaltene Persönlichkeit und Peter Shaw als MVP? Folge 163 ist ein atmosphärisches Kammerspiel mit Hitchcock-Vibes. Warum ihr diese Folge hören müsst (und was Faramir damit zu tun hat), lest ihr hier!

Hallo liebe Detektiv-Kollegen und willkommen zurück in der Zentrale!

Schnappt euch ein Stück von Tante Mathildas Kirschkuchen (aber Vorsicht, heiß!), denn heute wird es frostig. Wir wagen uns in die Berge, wo der Nebel dicker ist als Justus' Erklärungen am Ende einer Folge. Wir besprechen Folge 163: Der verschollene Pilot.

Ist das noch Kinderzimmer-Krimi oder schon Hitchcock für Fortgeschrittene? Finden wir es heraus!

ERSTER EINDRUCK


Leute, diese Folge schreit förmlich "Kammerspiel". Wir haben ein verlassenes Hotel, Nebel des Grauens und einen Typen, der so einsam ist, dass er Selbstgespräche vermutlich als "Team-Meeting" bezeichnet. Die Atmosphäre ist von Sekunde 1 an so dicht, dass man sie mit dem Teppichmesser schneiden könnte. Man fühlt sich sofort an klassische Gruselfilme erinnert – irgendwo zwischen "Shining" und "Psycho", nur dass hier drei Jungs aus Kalifornien den Wahnsinn unterbrechen. Es wirkt erwachsener, düsterer und psychologischer als der übliche "Wer hat mein Fahrrad geklaut"-Fall. Ein starker Einstieg!

DIE STORY


Justus, Peter und Bob sollen eigentlich nur einen alten Chrysler für Onkel Titus durch die Berge kutschieren (Warum machen die das eigentlich immer? Haben die keine Schule?). Wegen Suppennebels landen sie im "King of the Mountain", einem Hotel, das seine besten Tage nicht nur hinter sich hat, sondern diese vermutlich schon vor 20 Jahren beerdigt hat. Der Besitzer, Finch Hunterman, ist ein nervöses Wrack und erzählt von einem Flugzeugabsturz, einem toten Piloten und einer verschwundenen "Black Box" voller Diamanten (oder so ähnlich). Natürlich riecht Justus sofort Lunte – und Geld. Aber Achtung: Draußen in der Wildnis lauert der "Catman". Nein, nicht der von Batman, sondern ein Typ in Taucherausrüstung und Katzenmaske. Klingt trashig? Ist es auch ein bisschen, aber wartet ab!

UNSERE HELDEN


🕵️ Justus Jonas: Unser erster Detektiv ist hier voll im "Criminal Minds"-Modus. Er analysiert nicht nur Fingerabdrücke, sondern direkt die Psyche. Besonders herrlich: Seine absolute Unfähigkeit, soziale Signale zu deuten, wenn er Hunger hat oder ein Rätsel wittert. Die Szene, in der er eine tiefgefrorene Salami aus einem versifften Kühlschrank retten will, ist pures Gold. Justus, iss doch mal was Anständiges!

🏃 Peter Shaw: Applaus, Applaus für den Zweiten Detektiv! Endlich, liebe Leute, ENDLICH ist Peter mal nicht nur der Angsthase vom Dienst (okay, das ist er auch), sondern der MVP (Most Valuable Player). Warum? Weil er der Einzige ist, der das zentrale Rätsel knackt! Sein Wissen über Taucher-Handzeichen rettet den Tag. Während Justus noch über komplizierte Algorithmen nachdenkt, sagt Peter einfach: "Leute, das heißt 'Keine Luft mehr'." Ein Hoch auf den Sportler!

📚 Bob Andrews: Unser Recherche-Gott hat hier leider ein bisschen Sendepause. Er ist da, er ist solide, er ist die moralische Instanz, die sagt: "Äh, Leute, das ist gruselig hier." Aber in dieser Folge ist er eher der Stichwortgeber für die One-Man-Show des Bösewichts. Sorry, Bob! Nächstes Mal wieder Bibliothek.

DIE GEGENSPIELER


Hier müssen wir über Finch Hunterman reden. Oder sollte ich sagen: Finch Hunterman UND Sharkman? Der Mann ist eine tragische Figur par excellence. Kein plumper Gangster, der einfach nur Geld will, sondern ein psychisch zutiefst gebrochener Mensch. Die Enthüllung seiner Dissoziativen Identitätsstörung (ja, wir werden hier medizinisch!) hebt den Fall auf ein ganz anderes Level. Er ist Täter und Opfer zugleich. Das ist harter Tobak für eine Jugendserie, aber genial umgesetzt.

BESTE MOMENTE


1. Das Salami-Gate: Justus und der vereiste Kühlschrank. Ich habe Tränen gelacht. Prioritäten, Justus, Prioritäten!
2. Die Lawine: Soundtechnisch 1A. Man spürt förmlich, wie der Schnee ins Wohnzimmer rollt.
3. Das Finale in der Hütte: Wenn Justus den armen Hunterman mit der Wahrheit konfrontiert – "Sie sind Sharkman!" – das ist Gänsehaut pur. Ein psychologisches Duell statt einer wilden Verfolgungsjagd.

SCHWACHSTELLEN


Okay, Hand aufs Herz: Dass Hunterman zehn Jahre lang in diesem Hotel hockt, jeden Stein umdreht, aber nicht auf die Idee kommt, dass die Hinweise Taucherzeichen sind – obwohl er selbst Taucher war (oder zumindest die Persönlichkeit in ihm)? Das ist schon eine Logiklücke, durch die ein ganzer LKW passt. Und das Kostüm... Ein Mann im Neoprenanzug mit Katzenmaske in den verschneiten Bergen? Das ist schon sehr "Scooby Doo". Wäre er mir nachts begegnet, hätte ich vermutlich eher gelacht als geschrien (und wäre dann gefressen worden).

SERIEN-KONTEXT


Diese Folge gehört zur modernen Ära der "Drei ???", in der sich die Autoren (hier Ben Nevis) trauen, auch mal psychische Krankheiten zu thematisieren. Sie erinnert in ihrer Kammerspiel-Art an Klassiker wie "Stimmen aus dem Nichts" (Folge 76), auch wenn sie nicht ganz deren Kultstatus erreicht. Es ist eine "Stand-Alone"-Folge – ihr müsst also kein Vorwissen über Hugenay oder Skinny Norris haben. Sie steht für den Trend der 160er-Folgen, wieder etwas düsterer und atmosphärischer zu werden.


SPRECHER-SPOTLIGHT


Jetzt mal alle auf die Knie für Stephan Benson! 🙇‍♂️
Der Mann spricht Finch Hunterman und er trägt diese Folge fast alleine. Woher kennt man diese markante Stimme? Fantasy-Fans aufgepasst: Er ist die deutsche Stimme von Faramir (David Wenham) in "Der Herr der Ringe"! Außerdem spricht er oft Kenneth Branagh (z.B. als Hercule Poirot oder Gilderoy Lockhart) und den wunderbaren John Hannah (der Bruder aus "Die Mumie").
Benson schafft den Spagat zwischen dem winselnden, ängstlichen Hotelier und dem aggressiven, dominanten Sharkman mit einer Leichtigkeit, die einem Schauer über den Rücken jagt. Eine der besten Gast-Performances der letzten Jahre!

PRODUKTIONS-HISTORIE


Die Folge basiert auf dem gleichnamigen Buch von Ben Nevis aus dem Jahr 2012, das Hörspiel kam 2013 raus. Ben Nevis ist bekannt für seine Action-Szenen und Berg-Settings (er liebt die Berge, siehe "Todesflug").
Interessanter Unterschied zum Buch: Im Roman ist Peter mal wieder eifersüchtig und vermisst Kelly (wurde im Hörspiel gestrichen – Gott sei Dank, wir wollen Krimi, keine Seifenoper!). Außerdem stellt das Hörspiel Peter deutlich kompetenter dar. Im Buch checkt er die Sache mit dem "Radius" und der "Analogie" nicht so schnell. Hier darf er glänzen. Danke, André Minninger (Drehbuch)!


FAN-SERVICE-CHECK


Diese Folge ist eine einzige riesige Verbeugung vor Alfred Hitchcock. Justus erwähnt es sogar explizit im Dialog!
"Über den Dächern von Nizza" (To Catch a Thief): Im Film heißt der Juwelendieb "Die Katze". Hier haben wir "Catman".
"Psycho": Ein einsames Motel, ein junger Mann, der von seiner Vergangenheit (bzw. hier seiner anderen Persönlichkeit) kontrolliert wird. Das "King of the Mountain" ist quasi das Bates Motel der Rocky Mountains.

FAZIT & EMPFEHLUNG


"Der verschollene Pilot" ist keine typische Rätsel-Folge, sondern ein atmosphärischer Psycho-Thriller im Schnee. Wer Action und Verfolgungsjagden sucht, wird hier bedient, aber der wahre Horror findet im Kopf statt. Stephan Benson liefert eine Oscar-reife Leistung ab und Peter darf endlich mal den Helden spielen. Trotz kleinerer Logiklöcher (10 Jahre, Finch? Ernsthaft?) ist das eine extrem starke, dichte Folge.

Für wen? Fans von "Psycho", Hobby-Psychologen und alle, die Peters Sportwissen endlich mal gewürdigt sehen wollen.
Ranking: Oberes Mittelfeld mit Tendenz nach oben. Ein moderner Klassiker!

Wusstest du schon?

Der Plot enthält deutliche Anspielungen auf Alfred Hitchcocks Filme 'Psycho' (das einsame Motel, die gespaltene Persönlichkeit) und 'Über den Dächern von Nizza' (der Juwelendieb 'Die Katze', der im Hörspiel zu 'Sharkman/Catman' wird).
Das Taucher-Rätsel basiert auf realen Handzeichen beim Gerätetauchen (z.B. 'Keine Luft mehr' = Hand am Hals).
Die Folge erschien ursprünglich im Jahr 2013.
Cover
Bewertung
8.5
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8,5 von 10 tiefgefrorenen Salamis
Das Rätsel
Die Idee, Taucher-Handzeichen als Wegbeschreibung in eine Gebirgslandschaft zu übersetzen ('Analogien'), ist visuell stark und originell. Dass ausgerechnet Peter durch sein Sportwissen den entscheidenden Hinweis liefert, wirkt organisch und nicht aufgesetzt.
Plot & Logik
Die Auflösung über die Dissoziative Identitätsstörung ist ein klassisches, aber effektives Motiv. Es erklärt schlüssig, warum Hunterman die Detektive erst engagiert (Persönlichkeit A: Sucher) und dann als 'Catman' attackiert (Persönlichkeit B: Beschützer). Einzig die Tatsache, dass Hunterman 10 Jahre lang nicht selbst auf die Taucher-Analogie kam, obwohl er so besessen war, erfordert etwas 'Suspension of Disbelief'.
Kapitel
1 Begegnung im Nebel 0:00 min
2 Hässliche Fratze 8:39 min
3 Ein üblicher Klassiker 17:14 min
4 Steinschlag 20:25 min
5 Harte Rätselnuss 26:22 min
6 Katzenmaske 31:25 min
7 Glatt gelogen 34:12 min
8 Die Gleichung geht auf 43:46 min
9 Platt 50:09 min
10 Auf der Flucht 56:13 min
11 Ein Rätsel aus der Kindheit 71:04 min

Im Detail

J
Justus Jonas
Brilliert als Profiler. Er durchschaut nicht nur die physischen Spuren (Staudamm, Zigaretten), sondern vor allem die psychische Verfassung des Täters. Seine ruhige Analyse im Angesicht des Wahnsinns ist stark.
P
Peter Shaw
Der heimliche Star dieser Passage. Er knackt nicht nur das Haupt-Rätsel dank seines Tauchwissens, sondern ist auch beim Einbruch und der Flucht der Aktive. Seine Angst ist spürbar, aber er handelt trotzdem.
B
Bob Andrews
Bleibt im vorliegenden Transcript eher im Hintergrund und tritt erst im Finale als moralisches Gewissen hervor ('Mir ist das alles unheimlich'). Er fungiert hier eher als Stichwortgeber für die psychologische Auflösung.

Sprecher

Verwandte Folgen

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