Zusammenfassung

Die drei ??? suchen am Felsen 'Hooked Nose' nach dem entlaufenen Hund Buster. In einer Höhle spüren sie eine unheimliche, unsichtbare Bedrohung, bevor sie draußen auf eine maskierte Gestalt treffen, die einen echten Pferdefuß zu haben scheint und sie bedroht. Sie verfolgen die Hufspuren bis zu einem Sportplatz in Santa Ynez, wo sie das junge Fußballtalent Lenny Carson beim Training beobachten. Peter erkennt sofort, dass Lenny Tricks beherrscht, die eigentlich nur die Legende John Grayfox konnte. Auch der Hausmeister Freddy Hayes ist dem 'Teufel' begegnet und völlig verängstigt.

Lenny berichtet den Detektiven von einem indianischen Lied, das er immer wieder hört, und dem Wort 'Wuhukini'. Recherchen ergeben, dass Hooked Nose ein Heiligtum der Kumeyaay-Indianer ist und John Grayfox ebenfalls indianische Wurzeln hat. Ein Besuch bei Lennys Vater Clay Carson enthüllt, dass Grayfox Lenny einst als Kind vor einem Kojoten rettete und ihm einen goldenen Anhänger in Form des Berges schenkte. Justus und Peter finden Grayfox, der zurückgezogen lebt, nachdem er einst fast entführt wurde. Grayfox und Justus werden jedoch im Haus von dem 'Pferdefuß' niedergeschlagen.

Das Rätsel verdichtet sich, als Lenny den Text des Liedes per Post erhält. Justus kombiniert brillant: Der Text enthält einen Zeitcode basierend auf dem quaternären Zahlensystem der Kumeyaay und Lennys 16. Geburtstag. Das Ergebnis: Das Ritual muss genau in dieser Vollmondnacht stattfinden. Doch als Justus und Peter Lenny abholen wollen, finden sie dessen Zimmer verwüstet vor – Lenny und Bob wurden vom 'Teufel' entführt. Die Spur führt zurück zum Hooked Nose.

In der Höhle finden Justus und Peter einen 'See aus Blut' (eisenhaltiges Wasser) und folgen den Hinweisen des Liedes durch verborgene Türen. Sie treffen auf Grayfox, der ebenfalls dort ist. Um eine Halle mit beweglichen Bodenplatten zu durchqueren, müssen sie die Melodie des Liedes als Wegweiser nutzen. Auf der anderen Seite warten der entführte Bob, Lenny und der maskierte Pferdefuß, der sich als Lennys Onkel Walter Carson entpuppt. Walter zwingt die Gruppe, Gold aus einer geheimen Kammer zu holen. Beim Rückweg über die Platten stürzt Peter scheinbar in einen bodenlosen Abgrund. Während Walter Carson triumphiert, taucht plötzlich ein 'Schlammmonster' auf und erschreckt den Verbrecher so sehr, dass er ohnmächtig wird – es ist Peter, der nur in ein Matschloch gefallen war. Walter Carson wird entlarvt; er wollte das Gold, von dem er durch die Entführungsgeschichte wusste. Grayfox wollte Lenny eigentlich als spirituellen Nachfolger in die Traditionen der Kumeyaay einweihen.

Review

Wenn der Libero den Beelzebub tunnelt: Warum der 'Fußball-Teufel' eigentlich Indiana Jones ist
Ein Teufel mit Pferdefuß, indianische Flüche und Justus Jonas im Mathe-Wahn. Warum Folge 164 viel besser ist, als ihr Titel vermuten lässt – und was das Krümelmonster damit zu tun hat!

Hallo liebe Detektiv-Kollegen und Freunde des gepflegten Mysteriums!

Heute knöpfen wir uns einen Fall vor, bei dem ich – ich gebe es offen zu – erst mal die Augen verdreht habe, bis man das Weiße sehen konnte. Folge 164: "Fußball-Teufel". Uff. Wenn wir Fans eines gelernt haben, dann: Sport-Folgen sind meistens so spannend wie Farbe beim Trocknen zuzusehen (sorry, "Fußball-Gangster"). Aber halt! Legt die Vorurteile beiseite, schnappt euch ein Stück Kirschkuchen und hört mir zu. Denn dieser Fall ist ein Wolf im Schafspelz – oder besser gesagt: Ein Indiana-Jones-Abenteuer im Trikot.

ERSTER EINDRUCK


Hand aufs Herz: Wer bei dem Titel nicht sofort an eine trashige TKKG-Folge gedacht hat ("Die Hooligans vom Teufelsmoor"), der lügt. Ich habe eine 08/15-Story über manipulierte Bälle oder bestochene Schiedsrichter erwartet. Was ich bekam? Einen maskierten Irren mit Pferdefuß, Indianer-Mythen, Infraschall-Terror und eine Höhlen-Expedition, die sich gewaschen hat. Der Titel ist eigentlich eine freche Mogelpackung der Marketing-Abteilung – zum Glück! Denn statt Abseitsfallen gibt es hier Fallen im wörtlichen Sinne.

DIE STORY


Alles beginnt ganz harmlos: Die drei ??? suchen den entlaufenen Hund Buster am Felsen "Hooked Nose". Doch statt wuscheligem Fell finden sie Gänsehaut pur. Eine unsichtbare Kraft (Infraschall lässt grüßen!) versetzt sie in Panik, und dann steht da plötzlich der Leibhaftige: Eine Gestalt mit Pferdefuß. Die Spur führt zum Fußball-Wunderkind Lenny Carson, der von diesem "Teufel" terrorisiert wird. Es geht um das Erbe des legendären Spielers John Grayfox, indianische Rituale der Kumeyaay und ein verschollenes Goldversteck. Was folgt, ist eine Schnitzeljagd, bei der mathematische Formeln wichtiger sind als die Abseitsregel.

UNSERE HELDEN


Justus Jonas: Unser Erster Detektiv ist in Hochform. Es gibt diese eine Szene, für die ich Justus liebe und hasse zugleich. Er knackt den Code des Liedtextes, indem er mal eben das quaternäre Zahlensystem (Basis 4) aus dem Ärmel schüttelt. "Hundert ist sechzehn." Klar, Justus. Während wir Normalsterblichen noch überlegen, wie viel Trinkgeld wir geben müssen, rechnet Justus in alten Indianer-Zahlensystemen. Ein absoluter "Justus-Moment"!

Peter Shaw: Ach, Peter. Unser Angsthase vom Dienst muss hier richtig leiden. Erst die Panikattacke durch den Infraschall (da hatte er Puls 200, mindestens!), und dann das Finale in der Höhle. Aber: Peter liefert den Lacher der Folge. Sein Auftritt als "Schlammmonster" ist pures Gold. Er fällt in ein Matschloch und erschreckt den Bösewicht damit fast zu Tode. Das ist die Art von Slapstick, die wir an Peter lieben.

Bob Andrews: Der arme Bob. In dieser Folge zieht er das kurze Stöckchen. Er darf zwar solide recherchieren, wird dann aber zum klassischen "Damsel in Distress" (Herr im Elend?) und lässt sich entführen. Seine Hauptaufgabe im Finale besteht darin, als Geisel zu fungieren. Kopf hoch, Bob – nächstes Mal darfst du wieder in die Bibliothek!

DIE GEGENSPIELER


Der "Teufel" (Walter Carson): Okay, die Maskerade ist theatralisch. Ein Pferdefuß-Schuh? Ernsthaft? Aber es funktioniert im Kontext der Grusel-Atmosphäre am Anfang erstaunlich gut. Dass am Ende der gierige Onkel dahintersteckt, ist ein klassisches Scooby-Doo-Ende ("Ich hätte es geschafft, wenn diese neugierigen Kinder nicht gewesen wären!").

John Grayfox: Eine faszinierende Figur. Er wirkt wie ein weiser Mentor, ein bisschen wie der Obi-Wan Kenobi von Rocky Beach. Seine Motivation ist spirituell, was einen schönen Kontrast zur Gier von Walter bildet.

BESTE MOMENTE


1. Die Infraschall-Erklärung: Justus erklärt wissenschaftlich fundiert, warum sie plötzlich Angst hatten. Das ist Edutainment at its best.
2. Das Mathe-Rätsel: Wie Justus herleitet, dass der Liedtext eigentlich eine Zeitangabe ist. Das ist Sherlock Holmes Niveau.
3. Peters Schlamm-Bad: Der Moment, als der "Teufel" vor dem matschigen Peter zurückschreckt, ist herrlich inszeniert.

SCHWACHSTELLEN


Seien wir ehrlich: Der Plan des Bösewichts ist... kompliziert. Er verkleidet sich als Teufel, nutzt Infraschall und terrorisiert seinen Neffen, nur um an Gold zu kommen, von dem er eh wusste? Ein einfacher Einbruch hätte es vielleicht auch getan, Walter! Zudem wirkt die Story manchmal etwas konstruiert, um Fußball und Indianer-Mythologie zwanghaft zu verheiraten. Und: Bob kommt mir definitiv zu kurz!

SERIEN-KONTEXT


Hier wird es spannend für uns Nerds!
Infraschall: Justus erwähnt das Phänomen und Fans wissen sofort Bescheid: Das ist eine direkte Referenz an den allerersten Fall, das "Gespensterschloss"! Dort nutzte der Blaue Phantom ebenfalls Infraschall, um Angst zu erzeugen. Ein wunderbarer Callback zu den Wurzeln.
Indianer-Thematik: Die Folge reiht sich ein in die Tradition von "Die Silbermine" oder "Der lachende Schatten". Es ist schön, dass die Serie immer wieder indigene Themen aufgreift, auch wenn es hier mit viel Fantasy gemischt ist.
Fußball: Im Vergleich zu Gurken wie "Fußball-Gangster" ist diese Folge ein Meisterwerk. Sie beweist, dass man das Thema Sport nutzen kann, ohne eine reine Sport-Folge zu machen.


SPRECHER-SPOTLIGHT


Die Besetzung ist ein Fest für Ohrenmenschen:
Douglas Welbat (John Grayfox): Was für eine Röhre! Welbat ist eine Legende. Viele kennen ihn als die deutsche Stimme vom Krümelmonster (ja, wirklich!) oder als Erzähler der Neuauflage von Macabros. Seine tiefe, rauchige Stimme verleiht Grayfox genau die richtige mystische Aura.
Tim Kreuer (Lenny): Anime-Fans aufgepasst! Tim Kreuer ist die deutsche Stimme von Rock Lee aus Naruto. Er bringt genau die richtige jugendliche Energie für das Sport-Talent Lenny mit.
Achim Schülke (Walter Carson): Ein Veteran der Europa-Hörspiele. Er kann den gierigen, unsympathischen Onkel im Schlaf sprechen – und das meine ich als Kompliment!

PRODUKTIONS-HISTORIE


Die Folge basiert auf dem Buch von Marco Sonnleitner und erschien 2013. Interessant ist der Vergleich zum Buch: Im Hörspiel wurde (wie so oft) stark gekürzt. Im Buch gibt es noch einen ganzen Handlungsstrang um einen Talentscout, der Lenny unter Druck setzt – im Hörspiel fehlt der komplett. Auch Justus' Sprache wurde etwas "entschärft". Im Buch wirft er viel mehr mit Fremdwörtern um sich. Ein witziges Detail: Im Buch erklärt Justus das quaternäre Zahlensystem noch viel komplexer. André Minninger (Drehbuch) hat das für uns Hörer wohl etwas verdaulicher gemacht. Gut so, sonst säßen wir heute noch mit dem Taschenrechner vor der Anlage.


FAN-SERVICE-CHECK


Eis-Essen: Es gibt eine klassische Szene am Eiswagen. Justus gönnt sich Macadamia-Sesam (typisch!), Peter nimmt Ananas-Granatapfel und Bob Cranberry-Karamell. Das sind die Details, die wir lieben!
Tante Mathilda: Wird erwähnt, taucht aber leider nicht mit Kirschkuchen auf.

FAZIT & EMPFEHLUNG


"Fußball-Teufel" ist der Beweis, dass man ein Buch nicht nach seinem Einband (oder Titel) beurteilen sollte. Wer Fußball hasst, kann diese Folge trotzdem lieben. Es ist eine solide Abenteuer-Geschichte mit starken Rätseln, einem tollen Justus und einer Prise Grusel. Kein All-Time-Classic, aber definitiv besser als ihr Ruf.

Ranking-Potenzial: Solides Mittelfeld mit Tendenz nach oben. Ideal für verregnete Sonntagnachmittage.

Wusstest du schon?

Die Erklärung der Angstzustände durch Infraschall ist eine direkte Parallele zum Klassiker 'Das Gespensterschloss'.
Justus erwähnt das quaternäre Zahlensystem (Basis 4), das tatsächlich von einigen kalifornischen Indianerstämmen (wie den Chumash, im Hörspiel Kumeyaay genannt) verwendet wurde.
Der 'Pferdefuß' ist eine Anspielung auf klassische Darstellungen des Teufels, hier aber physisch durch einen speziellen Schuh umgesetzt.
Cover
Bewertung
5.5
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5,5 von 10 matschigen Schlamm-Monstern
Das Rätsel
Die Kombination aus indianischer Mystik und harter Mathematik (quaternäres Zahlensystem) ist typisch Justus und macht Spaß. Dass der Liedtext als 'Schatzkarte' dient, ist ein klassisches, aber gut umgesetztes Abenteuerelement. Die Auflösung um das Vollmond-Datum ist clever hergeleitet.
Plot & Logik
Die Motivation von Walter Carson, sich als Teufel mit Pferdefuß zu verkleiden, wirkt etwas theatralisch, wird aber schlüssig mit den Gerüchten um Grayfox' 'Teufelspakt' erklärt. Die Erklärung für die panische Angst in der Höhle durch Infraschall ist wissenschaftlich fundiert und ein schönes Detail.
Kapitel
1 Hooked Nose 0:00 min
2 Alles schwarz 7:12 min
3 Wuhukini 14:32 min
4 Pakt mit dem Teufel 18:06 min
5 Eine goldene Nase 20:56 min
6 Erinnerungslücken 27:10 min
7 Dunkle Stimmen 35:15 min
8 Der Tanz beginnt 39:59 min
9 Taub und blind 45:01 min
10 Ein würdiger Nachfolger 63:33 min

Im Detail

J
Justus Jonas
Brilliert absolut. Seine Herleitung des Datums über das Zahlensystem der Kumeyaay ('Hundert ist sechzehn') ist ein Highlight seiner Kombinationsgabe. Er durchschaut am Ende auch Walters Spiel.
P
Peter Shaw
Muss viel einstecken. Erst die Angst vor dem Teufel, dann der Sturz in das 'bodenlose' Loch. Sein Auftritt als Schlammmonster ist jedoch der heimliche Höhepunkt der Folge.
B
Bob Andrews
Übernimmt den Recherche-Part solide und wird leider zum Entführungsopfer degradiert, hat aber im Finale seine Momente beim Goldtransport.

Sprecher

Verwandte Folgen

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