Zusammenfassung

Die drei Detektive nehmen eine Abkürzung durch den Pinienwald von Santa Clara und treffen dort auf eine zu Tode erschrockene Frau, die von einem Monster berichtet. Kurz darauf entdeckt Bob das 'Dragon Court', ein Anwesen, das wie ein mittelalterliches Dorf gestaltet ist, und wird selbst von einer haarigen Klaue durch den Zaun gepackt. Sheriff Pickett tut den Vorfall als Teenager-Streich ab, da das Haus dem zurückgezogenen und angeblich todkranken Spieleentwickler Stephen Baron gehört.

Die Spur führt zur Stiftung 'Sternenleiter', die Barons Anwesen verwaltet. Der Leiter Ryan Holbrook und sein Sekretär Cole Benedict zeigen ihnen einen mysteriösen Brief des 'Schwarzen Ritters' (Barons Avatar), der zeitgleich mit der Verkaufsanzeige erschien. Der Brief enthält ein komplexes Rätsel, das Parallelen zwischen dem Online-Spiel 'Land der Drachen' und dem realen Anwesen zieht ('zwanzigster Sohn Leonardos', 'Maul des Gnoms').

Während Peter und Bob das mit Fallen gespickte Anwesen erkunden – wobei Peter prompt in eine Grube fällt –, loggt sich Justus in das Computerspiel ein. Er entdeckt, dass Orte und Hinweise in beiden Welten identisch sind. Durch die Fibonacci-Folge (Leonardo da Pisa) knackt Justus den Zugangscode. Ein entscheidender Hinweis verbirgt sich in einem Gemälde: Justus erkennt, dass es sich um ein Stereogramm handelt, das bei 'silbernem Blick' (Schielen) den Weg zur Turmruine weist. Doch das echte Gemälde wurde gestohlen.

Justus deckt auf, dass Baron und Sheriff Pickett vor 27 Jahren Nachtwächter waren, als der wertvolle 'Drachenschatz' gestohlen wurde. Die Jagd spitzt sich zu: Im Spiel wird Justus' Avatar vergiftet, während Peter im realen Tunnel der Klippen auf einen als Drachen maskierten Mann trifft. Es ist Deputy Zabriskie, der Peter zwingt, von den Klippen ins Meer zu springen. Peter überlebt, wird in eine Unterwasserhöhle gespült und findet dort den Schatz sowie ein Geständnis von Baron.

Justus kombiniert, dass Pickett zwar damals den Ring stahl, aber Zabriskie der aktuelle Drahtzieher ist, der alle anderen Spieler ausstechen wollte. Zabriskie wird verhaftet. Am Ende enthüllt sich Baron selbst: Er war nie krank, sondern hatte sich als sein eigener Sekretär Cole Benedict verkleidet, um die Rückgabe des Schatzes zu überwachen.

Review

Level Up für Justus Jonas: Warum Folge 156 mehr ist als nur ein Spiel
Ein Drache in Rocky Beach, Peter im freien Fall und Justus mit dem Silberblick? In Folge 156 'Im Netz des Drachen' verschwimmen Realität und Online-Game. Warum diese Folge ein verstecktes Highlight für Rätsel-Fans ist, lest ihr hier!

Moin, liebe Detektiv-Kollegen und Haschimitenfürsten!

Holt die Tastaturen raus und poliert eure VR-Brillen – heute wird es digital in Rocky Beach! Ich habe mir für euch Folge 156, "Im Netz des Drachen", noch einmal ganz genau angehört. Marco Sonnleitner schickt unsere drei Lieblings-Detektive hier in ein Abenteuer, das irgendwo zwischen "World of Warcraft" und einer klassischen Schnitzeljagd im Pinienwald liegt. Ob das Level-Up gelungen ist oder ob wir hier nur einen Bug im System haben? Finden wir es heraus!

ERSTER EINDRUCK


Kennt ihr das? Ihr wollt nur gemütlich durch den Wald spazieren (oder eine Abkürzung nehmen, weil Justus zu faul zum Laufen ist), und plötzlich steht ihr vor einem Haus, das aussieht wie eine Filmkulisse für "Game of Thrones"? Genau so startet diese Folge. Der Vibe ist sofort da: Ein bisschen gruselig, ein bisschen "Huch, was macht die Ritterburg hier?" und dazu eine hysterische Frau, die von Monstern faselt. Das Intro packt einen sofort, auch wenn man sich kurz fragt, ob man versehentlich eine TKKG-Folge eingelegt hat (Monster im Wald? Tim, hilf!). Aber nein, Oliver Rohrbecks Stimme holt uns schnell auf den Teppich der Tatsachen zurück.

DIE STORY


Kurzfassung für Eilige: Die drei ??? stolpern über das Anwesen "Dragon Court", das dem zurückgezogenen Spiele-Entwickler Stephen Baron gehört. Der Typ soll todkrank sein, aber zeitgleich mit dem geplanten Verkauf seines Hauses taucht ein mysteriöses Rätsel im Internet auf – gepostet von Barons Avatar, dem "Schwarzen Ritter". Justus wittert sofort Lunte (und einen neuen Fall), während Peter und Bob eher skeptisch sind. Es geht um einen verschwundenen Schatz, ein Online-Rollenspiel namens "Land der Drachen" und die Frage, warum virtuelle Hinweise plötzlich in der echten Welt auftauchen. Spoiler: Es wird nass, es wird hoch, und es wird mathematisch.

UNSERE HELDEN


Justus: Unser Erster Detektiv ist hier voll in seinem Element. Endlich zahlt sich das stundenlange Sitzen vor dem PC aus! Justus brilliert nicht nur als Gamer (sein Avatar heißt bestimmt "SuperJustus"), sondern auch als Mathe-Genie. Die Art, wie er die Fibonacci-Folge erklärt, ist klassischer Jonas-Duktus – man möchte ihm gleichzeitig applaudieren und ihm ein Stück Kirschkuchen in den Mund stopfen, damit er mal Luft holt. Highlight: Seine Deduktion beim Stereogramm-Bild.

Peter: Der arme Kerl. Wirklich. Marco Sonnleitner muss eine sadistische Ader haben, wenn es um den Zweiten Detektiv geht. Erst fällt er in eine Grube (Slapstick pur!), dann wird er fast von einer Klippe geworfen und muss einen Stunt hinlegen, der selbst Tom Cruise blass aussehen ließe. Aber: Peter jammert zwar, liefert aber ab. Ein echter Action-Held wider Willen.

Bob: Der Mann für Recherchen und Archive wirkt hier fast ein bisschen unterfordert, hat aber seine Momente. Er ist der Ruhepol zwischen Justus' Gehirn-Akrobatik und Peters Nahtoderfahrungen. Seine Szene in den Tunneln mit dem Cosplayer Matthew ist Gold wert.

DIE GEGENSPIELER


Sheriff Pickett ist herrlich unsympathisch – ein schmieriger Gesetzeshüter, dem man sofort ansieht (bzw. anhört), dass er Dreck am Stecken hat. Deputy Zabriskie wirkt erst wie der typische Handlanger, entpuppt sich aber als skrupelloser als gedacht. Und dann ist da noch Stephen Baron... dazu später mehr bei den Schwachstellen.

BESTE MOMENTE


1. Der Silberblick: Wie Justus im Hörspiel erklärt, was ein Stereogramm ist (diese 3D-Bilder, auf die man schielen muss), ist großes Kino. Man sitzt als Zuhörer fast selbst schielend vor dem Lautsprecher.
2. Das Klippen-Drama: Die Szene, in der Peter von Zabriskie mit der Waffe bedroht wird und springen muss, ist für ???-Verhältnisse erstaunlich intensiv und düster. Da stockt einem kurz der Atem.
3. Justus vs. Technik: Immer wenn Justus Computerbegriffe wie "MMORPG" oder "Avatar" mit seiner gewohnten Ernsthaftigkeit ausspricht, muss ich grinsen. Nerd-Justus is best Justus.

SCHWACHSTELLEN


Kommen wir zum Elefanten (oder Drachen) im Raum: Der Plan von Stephen Baron. Er verkleidet sich als sein eigener Sekretär Cole Benedict, um... ja, warum eigentlich? Um zu überwachen, wer sein Rätsel löst? Um den Schatz zurückzugeben? Das ist so umständlich konstruiert, dass es fast schon wehtut. Ein einfacher Brief an die Polizei hätte es auch getan, Mr. Baron! Aber gut, er ist ein exzentrischer Künstler, da drücken wir mal ein Auge zu (aber nicht schielen, sonst sehen wir wieder 3D-Bilder).

SERIEN-KONTEXT


Diese Folge reiht sich ein in die "Tech-Thriller" von Marco Sonnleitner. Nach den eher peinlichen Ausflügen ins Netz in den 90ern (wir erinnern uns mit Schaudern an "Angriff der Computer-Viren" oder den Zwerg Oinki-Hinki aus "Vampir im Internet"), wirkt das hier deutlich runder. Das Thema Online-Gaming wird ernst genommen und nicht als Teufelszeug dargestellt.
Interessant: Die Fibonacci-Zahlen (0, 1, 1, 2, 3, 5...) sind natürlich nicht neu, spielten aber in der Popkultur damals durch "Sakrileg" (The Da Vinci Code) eine große Rolle. Justus nutzt sie hier, um einen Code zu knacken. Ein schöner Bildungsauftrag für die jüngeren Hörer!


SPRECHER-SPOTLIGHT


Hier wird es interessant – und leider auch ein bisschen traurig:

Patrick Elias (Stephen Baron / Cole Benedict): Der Sprecher liefert hier eine fantastische Doppelrolle ab. Wenn man genau hinhört, kann man es ahnen, aber er verstellt seine Stimme grandios. Trauriger Fakt: Patrick Elias ist im November 2023 verstorben. Er war übrigens auch die Stimme von Timon im "König der Löwen"-Musical und in vielen Videospielen (z.B. Star Wars: The Old Republic) zu hören. Ein toller Sprecher, der hier noch einmal zeigt, was er kann.
Manfred Reddemann (Ryan Holbrook): Bei dieser Reibeisenstimme klingelt es bei den Kassettenkindern der 80er! Das ist niemand geringeres als Trap Jaw (und viele andere) aus den "Masters of the Universe"-Hörspielen! Wenn er spricht, wartet man eigentlich nur darauf, dass er seinen Laserarm auflädt. Herrlich!
Gerhart Hinze (Sheriff Pickett): Ein echtes Europa-Urgestein. Er spielt oft die zwielichtigen Typen oder harten Hunde und passt perfekt auf den korrupten Sheriff.

PRODUKTIONS-HISTORIE


Die Folge basiert auf dem Buch von Marco Sonnleitner aus dem Jahr 2010 (Hörspiel erschien 2012). Sonnleitner ist bekannt dafür, moderne Technik (GPS, Handys, Internet) stark in seine Plots einzubinden. Im Buch ist die Szene mit dem Stereogramm natürlich visueller gelöst – André Minninger (Drehbuch) hat hier aber einen guten Job gemacht, das Visuelle in Dialoge zu übersetzen.
Fun Fact: Im Buch kommt (wie so oft bei Sonnleitner) die berühmte "Telefonlawine" zum Einsatz, um Infos zu bekommen. Im Hörspiel wurde das gestrafft – wahrscheinlich, weil wir alle wissen, dass Justus eh jeden in Rocky Beach kennt.


FAN-SERVICE-CHECK


Visitenkarte: Wird natürlich übergeben.
Dietrich: Peter muss mal wieder Türen öffnen.
Schrottplatz: Dient als Basis, aber die Action findet auswärts statt.
  • Justus' Besserwisserei: Skala 10/10.

FAZIT & EMPFEHLUNG


"Im Netz des Drachen" ist eine überraschend starke Folge, die den Spagat zwischen klassischer Schatzsuche und modernem Setting schafft. Die Logiklöcher im Plan des Auftraggebers werden durch das hohe Tempo und die tolle Atmosphäre (Ritterburg, Klippen, Wald) wettgemacht. Besonders für Fans von Rätsel-Folgen und Justus-Momenten ein Muss. Wer allerdings allergisch auf konstruierte Twists reagiert, sollte vielleicht lieber eine Runde "Super-Papagei" hören.

Ich sage: Controller in die Hand nehmen und reinhören! Es lohnt sich schon allein für Peters Klippensprung-Schrei.

Wusstest du schon?

Die Folge greift das Thema Online-Rollenspiele auf, ähnlich wie 'Angriff der Computer-Viren' oder später 'Höhenangst', bettet es aber stärker in ein Fantasy-Setting ein.
Das Rätsel um die Fibonacci-Zahlen (Leonardo da Pisa) ist mathematisch korrekt in die Handlung eingebunden.
Patrick Elias spricht in dieser Folge eine Doppelrolle (Baron und Benedict), was für aufmerksame Hörer ein früher Hinweis auf die Auflösung sein kann.
Cover
Bewertung
6.5
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6,5 von 10 Fibonacci-Zahlen
Das Rätsel
Eine fantastische Mischung aus klassischer Schnitzeljagd und Cyber-Krimi. Die Idee, dass Hinweise parallel im Online-Game und in der Realität existieren, ist frisch und gut umgesetzt. Besonders das Stereogramm-Rätsel ('Silberblick') ist ein Highlight für Kombinierer.
Plot & Logik
Die Grundkonstruktion ist solide, auch wenn Barons Plan – sich als eigener Sekretär zu verkleiden, um seinen Schatz zurückzugeben – etwas umständlich wirkt. Warum nicht einfach anonym per Post? Aber gut, er ist ein exzentrischer Spielemacher, da passt die Inszenierung.
Kapitel
1 Das Monster im Wald 0:00 min
2 Schwierige Jungs 4:42 min
3 Der schwarze Ritter 7:37 min
4 Dragoncourt 14:30 min
5 In der Falle 17:36 min
6 Im Land des Drachen 19:31 min
7 Zwei Welten 27:56 min
8 Ein alter Freund der Familie 35:17 min
9 Gimli und Guinevere 37:36 min
10 Ganoven 47:12 min
11 Am Abgrund 52:10 min
12 Die Höhle des Drachen 58:05 min
13 Guinevere 61:23 min
14 ??? 64:14 min
15 Die letzte Antwort 69:28 min

Im Detail

J
Justus Jonas
Brilliert am Computer und mit seinem Lexikonwissen (Fibonacci). Seine Schlussfolgerung bezüglich des Stereogramms ist einer seiner besseren Momente.
P
Peter Shaw
Der arme Kerl muss ordentlich leiden: Er fällt in eine Grube, wird fast von einer Klippe geworfen und muss tauchen. Aber er zeigt enormen Mut.
B
Bob Andrews
Übernimmt den soliden Recherche-Part und hat eine nette Szene mit dem Cosplayer Matthew in den Tunneln, wirkt aber etwas weniger prominent als die anderen beiden.

Sprecher

Verwandte Folgen

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