Zusammenfassung

Michael Cross langweilt sich in seinem Urlaub in Rocky Beach, bis er in der Villa Marcos auf ein Mysterium stößt: Ein Sarg mit drei Totenköpfe, von denen einer Tränen in den Augenhöhlen hat. Seine Mutter tut dies als Kunst ab, doch Michael wittert ein Verbrechen, besonders als er einen rotbärtigen Mann sieht, der Alarmanlagen fotografiert, und einen bedrohlich wirkenden Gärtner mit einem Messer. Michael sucht den berühmten Schrottplatz auf und engagiert die drei Fragezeichen. Gemeinsam brechen sie nachts in die Villa ein und beobachten einen flüchtigen Schatten, kommen aber zu spät. Am nächsten Morgen melden die Nachrichten den Diebstahl einer kostbaren chinesischen Vase. Der Verwalter Edward Brackmann behauptet, den Dieb gesehen zu haben. Justus wird misstrauisch, da sie in der Nacht weder die Alarmanlage noch das von Brackmann beschriebene Gepolter gehört haben. Bob recherchiert in alten Zeitungen, dass der verstorbene Jonathan Marcos sich eigentlich in dem Sarg beerdigen lassen wollte, es sich aber anders überlegte und stattdessen ein Gemälde des Sarges anfertigen ließ. Um den Rotbart zu überprüfen, bieten die Jungs ihm eine Vase an – es stellt sich heraus, dass er ein Hehler sein könnte, aber der Beweis fehlt. Bei einem zweiten nächtlichen Besuch in der Villa werden sie vom Gärtner überrascht und stoßen eine weitere Vase um. Justus nimmt eine Scherbe mit und lässt sie prüfen: Es ist eine Fälschung. Justus kombiniert messerscharf: Brackmann hat das Original längst verkauft und nun einen Diebstahl vorgetäuscht, um doppelt zu kassieren. Zurück in der Villa löst Justus das Rätsel des Sarges: Die Tränen auf dem Gemälde sind seitenverkehrt zu denen auf dem echten Sarg. Nur im Spiegel betrachtet stimmt das Bild. Dies weist auf einen verborgenen Tresor hin. Mit dem Code 'Eins A' (Buchstaben statt Zahlen) öffnen sie ihn und finden ein neues Testament, das den Finder zum Erben macht. Brackmann bedroht sie mit einer Waffe, doch der Gärtner Kenneth greift ein – er hatte die Patronen längst entfernt. Grady Marcos erbt das Vermögen und lädt zur Party.

Review

Särge, Tränen, Tresore und Charlie Sheen als vierter Detektiv?!
Warum spielt Charlie Sheen den vierten Detektiv? Und was hat TKKG damit zu tun? Wir reisen zurück nach 1987 und lüften das Geheimnis des weinenden Sarges!

Moin, liebe Kollegen und Kassettenkinder!

Hier ist wieder euer Spezialist für Spezialgelagerte Sonderfälle. Heute pusten wir den Staub von einer Kassette, die tief in der "Neon-Ära" der 80er Jahre steckt. Wir reisen zurück ins Jahr 1987, zu Folge 42: "...und der weinende Sarg".

Hand aufs Herz: Die 40er-Folgen haben ja einen... speziellen Ruf. Irgendwo zwischen genialen Klassikern und "Was haben die Autoren da geraucht?"-Momenten. Aber diese Folge hier? Die ist ein versteckter Diamant. Oder besser gesagt: Eine versteckte Ming-Vase (Fälschung, natürlich!). Schnappt euch ein Stück Kirschkuchen (aber vorsicht vor den Kalorien, Tante Mathilda schaut zu!), und lasst uns diesen Fall sezieren.

ERSTER EINDRUCK


Schon das Cover von Aiga Rasch ist ein Träumchen: Diese drei Totenköpfe auf dem Sarg, die uns anstarren wie eine Heavy-Metal-Band beim Soundcheck. Man erwartet Grusel, man erwartet Mystery – und man bekommt... einen vierten Detektiv? Ja, richtig gehört. Diese Folge fühlt sich an, als hätten die drei ??? plötzlich einen Praktikanten eingestellt. Aber dazu später mehr.

DIE STORY


Michael Cross, ein Urlauberjunge, der sich in Rocky Beach zu Tode langweilt (wie geht das? Hat der keinen Schrottplatz zu besuchen?), stolpert in der Villa Marcos über eine bizarre Szene: Ein Sarg mit drei Totenköpfen, von denen einer weint. Gruselig? Check.

Weil Michaels Mutter das alles für "moderne Kunst" hält (Mütter, oder?), holt er sich Justus, Peter und Bob ins Boot. Es folgt eine wilde Jagd auf ein Testament, das in einem Tresor versteckt ist, der nur durch ein Spiegelrätsel zu öffnen ist. Dazu gibt es einen cholerischen Verwalter, einen Gärtner, der aussieht wie der Sensenmann im Blaumann, und natürlich Vasen, die schneller zu Bruch gehen als Peters Nervenkostüm.

UNSERE HELDEN


Justus "The Brain" Jonas: Unser erster Detektiv ist in Hochform. Er kombiniert nicht nur messerscharf, er ist auch herrlich arrogant. Sein "Subito"-Moment gegenüber dem Schurken ist Gold wert. Justus ist hier der Logik-Panzer, der durch die Handlung rollt.

Peter "Bibber" Shaw: Der arme Kerl. In dieser Folge ist er eigentlich nur damit beschäftigt, Angst vor dem Gärtner Kenneth zu haben. "Da! Das Messer!" ist gefühlt sein Haupttext. Aber wir lieben ihn ja genau dafür.

Bob "Recherche" Andrews: Bob darf wieder zeigen, warum er der Archivar ist. Er wühlt sich durch alte Zeitungsartikel (damals noch analog, Freunde!) und liefert den entscheidenden Hinweis zur Geschichte des Sarges.

Der Elefant im Raum: Michael Cross. Er ist quasi der vierte Detektiv. Er bricht ein, er kombiniert, er ist überall. Für manche Fans ist er der Scrappy-Doo der drei ???, aber man muss zugeben: Ohne ihn wäre der Fall nach 5 Minuten vorbei.

DIE GEGENSPIELER


Edward Brackmann: Gesprochen von Franz-Josef Steffens. Ein herrlich unsympathischer Bürokrat. Er blafft die Jungs an, droht mit der Polizei und ist so offensichtlich verdächtig, dass es fast schon wieder clever ist.

Der Gärtner Kenneth: Ein klassischer Red Herring. Er läuft mit riesigen Messern rum und guckt böse, ist aber am Ende der Retter in der Not. Ein Klischee, aber effektiv.

BESTE MOMENTE


Der absolute Höhepunkt ist die Auflösung des Spiegel-Rätsels. Justus erklärt uns (und dem begriffsstutzigen Peter), dass die Tränen auf dem Gemälde seitenverkehrt zu denen auf dem echten Sarg sind. Das ist visuell schwer im Hörspiel darzustellen, aber Oliver Rohrbeck verkauft es so gut, dass man den Spiegel förmlich vor sich sieht.

Auch genial: Der Moment, als Justus eine Vase absichtlich fallen lässt (oder zumindest den Bruch in Kauf nimmt), um zu beweisen, dass sie eine Fälschung ist. Das ist Sherlock Holmes Level 100.

SCHWACHSTELLEN


Wir müssen über Michael reden. Warum vertrauen die drei ??? einem wildfremden Touristen sofort alle ihre Geheimnisse an? Und warum darf er bei jedem gefährlichen Einbruch mitmachen? Das widerspricht eigentlich Justus' Sicherheitsdenken. Man merkt hier, dass die Story-Struktur etwas... anders ist (siehe Produktions-Historie!). Außerdem: Das Rätsel-Passwort "Eins A" (1 A) ist zwar witzig, aber für einen genialen Millionär vielleicht doch etwas simpel.

SERIEN-KONTEXT


Folge 42 erschien 1987. Wir befinden uns in einer Phase, in der die Serie experimentierfreudiger wurde. Musikalisch bewegen wir uns im klassischen Europa-Orchester-Sound der späten 80er – atmosphärisch dicht, aber schon etwas moderner als die ganz alten Folgen.

Interessant: Die Folge hat keine direkten Verbindungen zu anderen Fällen oder wiederkehrende Charaktere (außer dem Hauptcast), steht also für sich allein. Sie gehört zu den "Whodunit"-Fällen ohne übernatürlichen Schnickschnack (trotz des Titels).

SPRECHER-SPOTLIGHT (Der Nerd-Teil!)


Leute, haltet euch fest, denn der Cast ist pures Gold:

1. Michael Cross wird gesprochen von Matthias Klimsa. Klingelt da was? Nein? Dann stellt euch mal Charlie Sheen in Two and a Half Men vor. JA! Das ist die deutsche Synchronstimme von Charlie Harper! Hier hören wir ihn noch blutjung, bevor er Tigerblut trank.

2. Der Gärtner Kenneth ist Günter Dockerill. Gänsehaut-Alarm! Das ist die erste Erzähler-Stimme von TKKG! Für Hörspiel-Fans ist es fast surreal, diese legendäre Stimme hier als grummeligen Gärtner zu hören.

3. Barney Sawyer ist Jürgen Thormann. Die Stimme von Michael Caine (Alfred in The Dark Knight). Seine samtige, aber bedrohliche Stimme wertet jede Nebenrolle zu einem Hollywood-Auftritt auf.

PRODUKTIONS-HISTORIE (Der Aha-Moment)


Warum wirkt Michael Cross wie ein spielbarer Charakter? Weil er einer war!

Die Vorlage "The Mystery of the Weeping Coffin" (1985) stammt aus der US-Reihe "Find Your Fate". Das waren Spielbücher (ähnlich wie "Abenteuer Spielbuch"), bei denen der Leser entscheiden konnte, wie es weitergeht. In diesen Büchern war der Leser oft direkt als "Du" oder als Begleiter der drei ??? involviert.

Die Autoren Megan & H. William Stine (nicht zu verwechseln mit R.L. Stine von Gänsehaut, auch wenn sie im gleichen Genre wilderten!) schrieben diese interaktive Geschichte. H.G. Francis musste für das Hörspiel die verschiedenen Pfade zu einem linearen Strang zusammenflechten. Das erklärt, warum Michael so aktiv ist – er ist der Platzhalter für den Leser!

FAZIT & EMPFEHLUNG


"...und der weinende Sarg" ist besser als ihr Ruf. Es ist eine klassische Schatzsuche mit einem starken Rätsel und einer herrlich dichten Atmosphäre. Wer über die Dominanz von Michael Cross hinwegsehen kann, bekommt eine der solidesten Folgen der 40er-Ära.

Für Fans von: Klassischen Rätseln, Villen-Einbrüchen und Charlie Sheen in jungen Jahren.

Wertung: 8 von 10 weinenden Totenköpfen. Ein Fall, der "Eins A" Qualität hat!

Wusstest du schon?

Der Sprecher des Michael Cross, Matthias Klimsa, wurde später vor allem als deutsche Synchronstimme von Charlie Sheen (in 'Two and a Half Men') bekannt.
Günter Dockerill, der hier den Gärtner spricht, war die erste Stimme des Erzählers bei TKKG.
Die Autoren Megan und H. William Stine schrieben auch für andere bekannte Jugendbuchserien wie 'Gänsehaut' (Goosebumps) oder 'Mary-Kate and Ashley'.
Cover
Bewertung
6.5
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6,5 von 10 weinende Särge
Das Rätsel
Das Spiegel-Rätsel um die weinenden Totenköpfe ist visuell stark, funktioniert aber auch im Hörspiel erstaunlich gut, da Justus es plastisch erklärt. Der Code 'Eins A' ist simpel, aber charmant. Besonders clever ist die Idee des 'doppelten Diebstahls' (Fälschung + Versicherungsbetrug), was dem Fall Tiefe gibt.
Plot & Logik
Die Handlung ist schlüssig, leidet aber unter dem typischen 'Warum ist die Alarmanlage ausgerechnet jetzt aus?'-Syndrom, das Justus aber immerhin erklärt. Dass Michael als Urlauber so tief in die Ermittlungen und sogar Einbrüche involviert wird, ist etwas weit hergeholt, aber unterhaltsam.
Kapitel
1 Können Totenköpfe weinen? 0:00 min
2 Einbruch in die Villa Markels! 5:22 min
3 Ein Mann mit rotem Schnauzbart 12:09 min
4 Panne beim Kunsthandel 18:51 min
5 Ein rätselhaftes Testament 23:42 min
6 Drei Arten, einen Sarg zu betrachten 30:16 min
7 Scherben bringen es an den Tag 35:51 min
8 Die allerletzte Hürde 41:09 min

Im Detail

J
Justus Jonas
In Hochform. Seine Deduktion, dass Brackmann lügt, weil sie keinen Lärm gehört haben, ist klassische Detektivarbeit. Auch die Lösung des Spiegelrätsels zeigt seine Beobachtungsgabe.
P
Peter Shaw
Leider fast nur auf seine Angst reduziert. Er sieht in jeder Szene das Messer des Gärtners blitzen und will ständig abhauen. Ein klassischer Angsthase-Auftritt.
B
Bob Andrews
Glänzt durch Archivarbeit am Computer und findet den entscheidenden Artikel über Jonathan Marcos' letzte Wünsche. Solide Recherche.

Sprecher

Verwandte Folgen

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