Nach vierzig Jahren schließt Dr. Heinrich Voss seine psychotherapeutische Praxis. Als er sich zum ersten Mal in den Patientensessel setzt, beginnt der Stuhl zu sprechen und enthüllt ein Geheimnis, das dreißig Jahre Schuld in neuem Licht erscheinen lässt.
0:000:00
Über diese Episode
Ein leerer Raum. Ein Therapeut, der sich zum ersten Mal hinsetzt. Und ein Stuhl, der vierzig Jahre geschwiegen hat.
Dr. Heinrich Voss schließt nach vier Jahrzehnten seine psychotherapeutische Praxis in Wiesbaden. Die Bücherregale sind leer, die Bilder abgehängt, nur der cognacfarbene Ledersessel steht noch an seinem Platz. Als Heinrich sich in der Abenddämmerung zum ersten Mal in den Patientenstuhl setzt, beginnt dieser zu sprechen. Ruhig, sachlich, als hätte er auf genau diesen Moment gewartet.
Der Stuhl kennt Heinrich besser als er sich selbst. Er hat das Gewicht der Verzweifelten gespürt, das Zittern der Ängstlichen, die Stille derer, die nicht mehr konnten. Und er hat Heinrich beobachtet: seine müder werdenden Bewegungen, sein unmerkliches Zusammenzucken, die Donnerstagabende, an denen er allein weinte. In einer schonungslosen Konfrontation enthüllt der Stuhl ein Geheimnis über einen Patienten, dessen Suizid Heinrich seit dreißig Jahren als persönliche Schuld trägt. Ein Geheimnis, das alles verändert.
Ein intensives Kammerspiel über Schuld, Vergebung und die Frage, wer am Ende wen therapiert. Mit atmosphärischen Sounds einer ausgeräumten Praxis und einem Twist, der lange nachhallt.
Laufzeit: ca. 19 Minuten
Mit:
Erzähler
Heinrich (Dr. Heinrich Voss, Psychotherapeut)
Der Stuhl (cognacfarbener Ledersessel, stummer Zeuge seit 1981)