Im Mondschatten treibt ein sterbendes Aufklärungsschiff. Darin warten zwei auf den Rückflug: ein alter Kundschafter und eine junge Kadettin, die ihn verraten soll. Dann findet sie unter der Navigationsbank eine verrostete Brotdose und darin ein Geheimnis, für das ihre Spezies kein Wort mehr hat.
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Über diese Episode
Im Mondschatten treibt ein sterbendes Aufklärungsschiff. Das biolumineszente Reparaturmoos flackert in matten Grün- und Blautönen. Noch zwei Stunden bis zum Zeitfenster.
Omari, ein alter Kundschafter, und Telin, eine junge Kadettin, warten auf den Rückflug. Doch Telin ist mehr als sie vorgibt: Sie soll Omari aushorchen, ihm den Beweis für eine verbotene Erdlandung entlocken. Als sie unter der Navigationsbank eine verrostete Brotdose findet, darin eine getrocknete Blume, einen Hamburger Busfahrschein von 1987 und eine Serviette mit Lippenstiftabdruck, bricht Omaris Schweigen. Er erzählt von elf Jahren als Mensch, von Jutta, vom Geruch von Regen auf warmem Asphalt. Von einem Leben, das er ohne Abschied verlassen musste.
Telin muss sich entscheiden: den Beweis melden und Omaris Leben zerstören oder die Dose zurücklegen und so tun, als hätte sie nichts gefunden. Doch während sie ihm zuhört, erkennt sie etwas Erschütterndes: Ihre eigene Spezies hat das Wort für das, was in Omaris Stimme liegt, längst abgeschafft. Und ihr Auftrag ist nicht Gerechtigkeit, sondern Angst vor genau diesem Gefühl.
Ein atmosphärisches Science-Fiction-Hörspiel über Erinnerung, Verrat und die Frage, was es bedeutet, geliebt zu haben. Dauer: ca. 21 Minuten.
Mit: Erzähler, Omari (ehemaliger Fernkundschafter), Telin (Navigationskadettin und Ermittlerin)