Befund: Unauffällig
Drama 22 Min.

Befund: Unauffällig

Lena kommt mit klaren Symptomen zum Hausarzt und beginnt eine zweijährige Odyssee durch acht Arztpraxen, in der jeder unauffällige Befund ihr Vertrauen in den eigenen Körper weiter zerstört. Erst als eine Immunologin die richtigen Fragen stellt, bekommt eine Akte mit 94 Seiten zum ersten Mal eine Diagnose.

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Über diese Episode

Eine Frau kommt mit klaren Symptomen zum Arzt. Sechs Wochen nach einem Infekt: Erschöpfung, Halsschmerzen, Brain Fog. Der Befund: unauffällig. Es wird der erste von vielen sein. Dieses eindringliche Audio-Drama erzählt die zweijährige medizinische Odyssee der Grafikdesignerin Lena durch acht Arztpraxen und Kliniken. Mit jedem unauffälligen Befund, jeder Überweisung, jedem gut gemeinten Ratschlag erodiert ihr Vertrauen in den eigenen Körper weiter. Von Dr. Bremers gemütlicher Hausarztpraxis mit klingelndem Telefon über sterile Facharztpraxen mit surrenden Neonröhren bis zur Psychosomatik-Tagesklinik: überall die gleiche Diagnose-Leere. Als eine Reha mit Bewegungssteigerung ihren Zustand drastisch verschlimmert, kann Lena kaum noch das Haus verlassen. Ihre Stimme, anfangs selbstbewusst, wird mit jeder Station zögerlicher, brüchiger. Erst die Immunologin Dr. Vasić stellt die richtigen Fragen. Ein Schellong-Test: 35 Schläge Pulsanstieg beim Aufstehen, objektiv messbar. Nach 94 Seiten Patientenakte ohne Diagnose schreibt sie zum ersten Mal drei Buchstaben hinein: ME/CFS. Der Satz, auf den Lena zwei Jahre gewartet hat: 'Sie sind nicht verrückt.' Ein deutsches Kurzhörspiel über medizinisches Gaslighting, unsichtbare Krankheiten und den Moment, in dem Zahlen endlich beweisen, was der Körper längst wusste. Laufzeit: ca. 22 Minuten Mit: Erzähler Lena (Grafikdesignerin, 35) Dr. Bremer (Hausarzt) Dr. Feldmann (Psychosomatiker) Dr. Vasić (Immunologin)
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