Hanna - Ein Roman
Drama 26 Min.

Hanna - Ein Roman

In einem leeren Hamburger Theater liest ein Schriftsteller aus seinem unveröffentlichten Roman über eine gescheiterte Ehe. Dann tritt seine Exfrau auf die Bühne, das Manuskript in der Hand, jede Seite voller Korrekturen in roter Tinte.

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Über diese Episode

Ein leeres Theater in Hamburg. Ein Schriftsteller liest aus seinem unveröffentlichten Roman. Dann betritt seine Exfrau die Bühne, das Manuskript in der Hand, jede Seite rot korrigiert. In diesem Kurzhörspiel wird die Bühne zum Schlachtfeld der Erinnerung. Wolfram, 52, hat einen Roman über seine gescheiterte Ehe geschrieben. Hanna, 46, hat ihn gelesen und jeden Satz zerlegt. Im nächtlichen Theatersaal von Hamburg-Altona konfrontieren sie einander: Er liest vor, sie unterbricht. Er verteidigt seine Version, sie korrigiert sie. Zwischen den beiden Stühlen liegt das Manuskript, dreihundertzwölf Seiten, manche durchgestrichen, manche am Rand neu geschrieben. Das Audio-Drama eskaliert zur existenziellen Frage: Wer bestimmt die Wahrheit einer gemeinsamen Vergangenheit? Als Wolfram die Schlüsselszene liest, den Moment des Ehebruchs, den einen Satz, der alles zerstörte, unterbricht Hanna: "Das habe ICH nie gesagt. Das hast DU gesagt." Und plötzlich wird klar: Beide erinnern sich aufrichtig. Beide sind überzeugt. Aber die Erinnerung selbst hat die Rollen vertauscht. Ein deutsches Hörspiel über Deutungshoheit, zerbrochene Ehen und die Unmöglichkeit einer gemeinsamen Wahrheit. Mit atmosphärischen Sounds eines leeren Theaters: hallende Schritte, raschelnde Manuskriptseiten, das Quietschen von Stühlen auf Bühnenboden. Dauer: ca. 26 Minuten Sprecher: Erzähler Wolfram (Schriftsteller, Exmann) Hanna (Literaturübersetzerin, Exfrau)
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