Zusammenfassung

Die drei ??? unternehmen einen Ausflug ins Sycamore Valley, auch bekannt als 'Whisper Valley', wo sie auf die Anthropologin Grace Powell und ihre Assistenten Stanley und Guillermo treffen. Grace sucht basierend auf dem Tagebuch des Pastors Hoverman nach den Überresten der 'Schmalkopfmenschen', einer angeblichen Urzeit-Spezies. Die Gruppe wird von unheimlichen Erscheinungen und Flüstern geplagt. Zur Unterstützung ruft Grace ihren Sohn Angus, einen Polizisten, und dessen Spürhund Leo herbei. Bei der Suche im Wald findet Leo ein Stück antikes 'Tuch der Toten', bevor er kurz darauf von einem Mann auf einem Quad (Baxter) betäubt und entführt wird.

Justus vermutet sofort, dass der Spuk nur inszeniert ist, um Leo, einen Spezialhund für Polycarbonat (CDs), aus dem Weg zu schaffen. Die Detektive verfolgen das Quad zu einer Lagerhalle der Firma 'Lomax & Sons'. Dort werden Justus und Bob kurzzeitig von Baxter gefangen genommen, aber Peter kann sie befreien und sie finden Leo unversehrt vor. Am Hafen von Los Angeles stellt die Polizei schließlich Container mit Raubkopien sicher, doch Justus ist skeptisch. Durch die allergische Reaktion eines Kranführers und Tante Mathildas Brennnessel-Unfall kombiniert er, dass die Holzkisten selbst aus gepressten Drogen bestehen und die CDs nur ein Ablenkungsmanöver waren.

Zurück im Tal entlarvt Justus Stanley anhand von Handydaten als Komplizen der Schmuggler. Stanley versucht zu fliehen, wird aber von Leo gestellt. Schließlich lösen die Detektive auch Hovermans Rätsel: Die Wegbeschreibung bezog sich nicht auf die Natur, sondern auf Exponate in Hovermans altem Haus, dem heutigen Naturkundemuseum (z.B. der Schmetterling 'Dog Face'). Dies führt sie zu einer verborgenen Höhle hinter einem Wasserfall. Statt Urzeitmenschen finden sie dort die Skelette der berüchtigten Carlson-Brüder und deren Beute. Grace darf den wertvollen Schmuck behalten, um ihre Forschungen fortzusetzen.

Review

Knochen, Kisten und ein Hund namens Leo – Folge 174 im Fan-Check!
Warum bellt der Schmetterling? Und was macht 'Onkel Krischan' im Wald von Rocky Beach? Wir zerlegen Folge 174 'Das Tuch der Toten' und finden den wohl kompliziertesten Schmuggler-Plan aller Zeiten!

Moin, liebe Detektiv-Kollegen und Freunde des gepflegten Mysteriums!

Schnappt euch ein großes Stück von Tante Mathildas legendärem Kirschkuchen und macht es euch im gemütlichsten Sessel der Zentrale bequem (aber nicht auf Justus' Verstärker setzen!). Heute knöpfen wir uns einen Fall vor, der so viele Haken schlägt wie ein Hase auf Koffein. Wir reden über Folge 174: „Das Tuch der Toten“. Eine Folge, die uns lehrt, dass Schmetterlinge bellen können, Kisten gefährlicher sind als ihr Inhalt und dass man für einen simplen Drogenschmuggel offensichtlich einen Masterplan braucht, der selbst James-Bond-Bösewichte vor Neid erblassen ließe.

Also, Visitenkarte raus – wir übernehmen!

ERSTER EINDRUCK


Kennt ihr das? Ihr hört den Anfang und denkt: „Ah, herrlich! Klassisches Camping-Feeling, Lagerfeuer-Romantik und ein bisschen Grusel im Wald.“ Sycamore Valley, oder auch „Whisper Valley“ (klingt das nicht schon nach Gänsehaut?), lädt zum Träumen ein. Die Atmosphäre ist dicht, die Geräuschkulisse von Europa mal wieder on point. Man riecht förmlich das Moos und hört das Knacken im Unterholz. Doch kaum hat man sich in die „Wir suchen ein Monster“-Decke eingekuschelt, zieht einem Marco Sonnleitner diese auch schon wieder weg und wir landen in einem knallharten Action-Krimi mit Verfolgungsjagden und Hafen-Razzien. Der erste Eindruck? Ein wilder Ritt, der sich nicht ganz entscheiden kann, ob er Jurassic Park oder The Wire sein will.

DIE STORY


Kurz und schmerzlos: Unsere drei Lieblingsdetektive wollen eigentlich nur entspannen (Fehler Nr. 1 in Rocky Beach), treffen aber auf die Anthropologin Grace Powell, die nach den „Schmalkopfmenschen“ sucht – einer Art Urzeit-Bigfoot. Dann taucht ein Polizeihund namens Leo auf, findet einen alten Fetzen („Tuch der Toten“), und zack – wird der Hund entführt. Justus „The Brain“ Jonas merkt schnell: Hier stinkt was, und zwar nicht nur der Urzeitmensch. Es geht um Schmuggel, gefälschte CDs und Holzkisten, die es in sich haben. Am Ende stehen wir in einer Höhle, finden echte Skelette (die Carlson-Brüder, wer kennt sie nicht?) und entlarven einen Täter, der wohl den kompliziertesten Plan der Kriminalgeschichte ausgeheckt hat.

UNSERE HELDEN


Justus Jonas: Unser erster Detektiv ist mal wieder in Hochform, was seine „Ich-weiß-Dinge-die-kein-normaler-Mensch-weiß“-Momente angeht. Dass er den „California Dogface“-Schmetterling kennt, kaufen wir ihm ja noch ab (er liest halt viel). Aber wie er am Ende durch die allergische Reaktion eines Kranführers und Tante Mathildas Brennnessel-Unfall darauf schließt, dass die Kistenbretter selbst aus gepressten Drogen bestehen? Das ist Sherlock Holmes auf Steroiden! Ein klassischer „Spezialgelagerter Sonderfall“-Moment.

Peter Shaw: Unser Sport-Ass muss mal wieder rennen, klettern und dietrichen. Peter ist in dieser Folge der Mann fürs Grobe. Er knackt das Schloss der Lagerhalle (Dietrich-Set sei Dank!), rettet die Kollegen und zeigt erstaunlich wenig Angst vor den angeblichen Urzeit-Monstern. Vielleicht, weil er ahnt, dass es eh nur ein Typ im Kostüm ist. Solide Leistung, Zweiter!

Bob Andrews: Der Mann für Recherche und Archiv hat hier seinen großen Auftritt beim „Hoverman-Rätsel“. Bob ist derjenige, der die historischen Fakten liefert und Grace Powell mit Hintergrundwissen füttert. In der Action geht er etwas unter, aber ohne Bobs Vorarbeit wären sie vermutlich immer noch im Wald und würden Schmetterlinge jagen.

DIE GEGENSPIELER


Hier wird es interessant – und ein bisschen tragisch. Stanley Morgan (nein, nicht der Investmentbanker) ist der klassische unzufriedene Mitarbeiter, der den großen Reibach machen will. Er bleibt blass. Viel spannender ist Baxter, der Mann auf dem Quad. Warum? Weil er von Hans Kahlert gesprochen wird! Ja, richtig gehört: Onkel Krischan aus Neues aus Büttenwarder gibt sich die Ehre! Allein seine Stimme macht den Charakter kultig, auch wenn er nur der Handlanger ist. Die „Schmalkopfmenschen“ als Grusel-Element funktionieren anfangs gut, entpuppen sich aber schnell als Scooby-Doo-Verkleidung.

BESTE MOMENTE


1. Das Schmetterlings-Debakel: Die Diskussion darüber, ob der Schmetterling nun wie ein Frosch, eine Katze oder ein Hund aussieht („Dog Face“), ist Gold wert. Ein herrlich absurder Dialog, der zeigt, warum wir die Chemie zwischen den dreien so lieben.
2. Tante Mathildas Aua: Dass Tante Mathildas schmerzhafte Begegnung mit Brennnesseln der Schlüssel zur Lösung des Drogenfalls ist, ist purer Sonnleitner-Humor. Justus' trockene Analyse, während Mathilda vermutlich noch ihren Arm kühlt, ist grandios.
3. Leos Rache: Dass der entführte Hund am Ende den Täter stellt, ist zwar klischeehaft, aber für Tierfreunde ein absolutes „Good Boy!“-Highlight.

SCHWACHSTELLEN


Leute, wir müssen reden. Der Plan der Verbrecher. Atmet tief durch. Also: Sie inszenieren einen aufwendigen Urzeit-Spuk im Wald, verkleiden sich, machen Lärm – alles nur, um einen bestimmten Polizeihund (Leo) anzulocken und zu entführen? Damit dieser Hund Tage später im Hafen von L.A. nicht an den Kisten schnüffelt?
Ernsthaft?
Wäre es nicht einfacher gewesen, dem Hundeführer Abführmittel in den Kaffee zu kippen? Oder Leo ein Würstchen hinzuwerfen? Der Aufwand (Monster-Show im Wald) steht in absolut keinem Verhältnis zum Nutzen (Hund weg). Das ist so „um die Ecke gedacht“, dass man beim Zuhören fast ein Schleudertrauma bekommt. Das ist der Moment, wo man als Erwachsener kurz die Stirn runzelt, während das innere Kind einfach „Spannung!“ ruft.

SERIEN-KONTEXT


Folge 174 reiht sich nahtlos in die „Moderne Ära“ unter Marco Sonnleitner ein. Typisch für ihn: Es gibt eine wissenschaftliche oder technische Komponente (hier die chemisch gepressten Kisten), viel Action und ein hohes Tempo. Die Folge wird von Fans oft zwiespältig gesehen. Die Atmosphäre im „Whisper Valley“ wird geliebt, der konstruierte Plot eher kritisch beäugt.
Interessant: Das Motiv, dass der behälter selbst die Schmuggelware ist, ist ein alter Krimi-Hut, wird hier aber chemisch nett aufgemotzt. Es erinnert ein wenig an die komplexen Pläne aus der „Crimebusters“-Ära, nur mit moderner Technik (Handy-Ortung etc.).


SPRECHER-SPOTLIGHT


Haltet euch fest, denn die Gästeliste ist ein Fest für Ohren-Nerds:
Hans Kahlert (Baxter): Der 2021 verstorbene Schauspieler ist Kult als „Onkel Krischan“ in Neues aus Büttenwarder. Ihn hier als fiesen Handlanger zu hören, ist ein echtes Geschenk. Seine knarzige Stimme ist unverkennbar.
Luise Lunow (Grace Powell): Eine absolute Legende! Sie ist nicht nur eine bekannte Synchronsprecherin (wir kennen sie als die herrlich nörgelnde Yetta in Die Nanny!), sondern hat eine Stimme, die sofort Autorität und Wärme ausstrahlt. Dass sie laut Trivia auch die Stimme von „Mamma Leone“ ist, macht sie nur noch cooler.
Till Demtröder (Angus): Den Mann kennen wir doch aus dem Großstadtrevier (Henning Schulz) oder als Stimme von Tiger Woods (in den EA Games). Ein Profi durch und durch, der den Polizisten Angus sehr glaubwürdig rüberbringt.
Klaus Dittmann (Kranführer): Ein trauriger Fakt am Rande – Klaus Dittmann verstarb bereits Ende 2013. Da die Folge 2015 erschien, handelt es sich hier um eine seiner allerletzten Aufnahmen (oder eine Archiv-Aufnahme). Ein kleiner, stiller Abschied von einer tollen Stimme.

PRODUKTIONS-HISTORIE


Die Folge basiert auf dem gleichnamigen Buch von Marco Sonnleitner (Band 171). Und jetzt kommt der Knaller für alle Buch-Leser: Im Buch verkleidet sich Justus für die Recherche in einer Rocker-Kneipe als Rocker! Ja, Lederjacke, böser Blick, das volle Programm. Diese Szene wurde im Hörspiel leider komplett gestrichen – vermutlich aus Zeitgründen oder weil Oliver Rohrbeck beim Einsprechen vor Lachen nicht mehr konnte. Schade! Auch das „Hoverman-Rätsel“ wirkt im Hörspiel etwas komprimierter als im Buch, wo die Schnitzeljagd ausführlicher beschrieben wird.


FAN-SERVICE-CHECK


Tante Mathilda: Darf nicht fehlen und trägt (unfreiwillig) zur Lösung bei. Ein Hoch auf ihren grünen Daumen!
Visitenkarte: Wird natürlich übergeben (auch wenn Grace Powell sie wohl kaum braucht, um Urzeitmenschen zu finden).
  • Die Zentrale: Kommt vor, auch wenn wir die meiste Zeit „on the road“ sind.

FAZIT & EMPFEHLUNG


„Das Tuch der Toten“ ist wie eine Tüte gemischte Bonbons: Manches schmeckt fantastisch (die Atmosphäre im Wald, das Rätsel um die Exponate), manches ist etwas zäh (der völlig überkonstruierte Plan der Bösewichte). Wer über Logiklöcher hinwegsehen kann und einfach Bock auf eine solide Abenteuer-Folge mit tollen Sprechern (Onkel Krischan!) hat, wird hier bestens bedient. Es ist kein All-Time-Classic wie das „Gespensterschloss“, aber definitiv besser als sein Ruf.

Für wen? Für Fans von Schnitzeljagden, Chemie-Nerds und alle, die wissen wollen, wie ein Schmetterling aussieht, der bellt.

Ranking: Solides Mittelfeld mit Tendenz nach oben wegen des Nostalgie-Faktors der Sprecher.

Wusstest du schon?

Die Folge basiert auf dem Buch 'Die drei ??? und das Tuch der Toten' von Marco Sonnleitner (Band 171).
Der 'California Dogface' (Zerene eurydice) ist tatsächlich der offizielle Staatsschmetterling von Kalifornien.
Sprecherin Luise Lunow (Grace Powell) ist eine bekannte Synchronsprecherin und die deutsche Stimme von 'Mamma Leone'.
Das Motiv, dass Gegenstände (hier Kistenbretter) selbst die Schmuggelware sind, gab es ähnlich schon in anderen Krimis, wird hier aber chemisch interessant durch die 'gepressten Pillen' variiert.
Cover
Bewertung
6.5
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6,5 von 10 bellenden Schmetterlingen
Das Rätsel
Der Fall bietet zwei Ebenen: Das Hoverman-Rätsel ist klassische Detektivarbeit (Mapping von Museums-Exponaten auf die Umgebung), was sehr befriedigend gelöst wird. Der Kriminalplot um den Schmuggel wirkt dagegen etwas konstruiert – besonders die 'Doppelte Täuschung' (Fake-CDs, um echte Drogenkisten zu tarnen) ist zwar clever gedacht, aber für den Hörer schwer vorhersehbar.
Plot & Logik
Der Plan der Verbrecher ist extrem aufwendig: Ein Monster im Wald inszenieren, nur um einen bestimmten Hund (Leo) anzulocken und zu entführen, damit dieser im Hafen keine Drogen findet? Das wirkt arg 'um die Ecke gedacht'. Warum Leo nicht einfach in L.A. aus dem Weg räumen? Justus' Schlussfolgerung über die allergische Reaktion des Kranführers ist genial, aber auch ein ziemlicher Zufallstreffer.
Gastfiguren
Grace Powell ist eine sympathische, wenn auch etwas naive Wissenschaftlerin. Ihr Sohn Angus wirkt als Polizist kompetent. Guillermo sorgt mit seinen spanischen Einwürfen und dem Aberglauben für Atmosphäre. Stanley bleibt als Bösewicht leider etwas blass und bedient das Klischee des unzufriedenen Mitarbeiters.
Dialogqualität
Die Dialoge sind solide, mit einigen netten Frotzeleien zwischen den Detektiven. Besonders die Diskussion über den Schmetterling ('Frosch' vs. 'Katze' vs. 'Hundegesicht') bleibt im Gedächtnis. Justus' trockene Analyse der 'Brennnessel-Situation' sorgt für Schmunzeln.
Pacing
Die Folge hat ein gutes Tempo. Der Wechsel zwischen Grusel-Atmosphäre im Wald, Action-Verfolgung und dem Showdown am Hafen sorgt für Abwechslung, auch wenn der finale Twist etwas abrupt erklärt wird.
Kapitel
1 Das Wesen im Wald 0:00 min
2 Das Tagebuch des Priesters 6:18 min
3 Hintergründe 15:15 min
4 Der Geruch des Todes 20:54 min
5 Freunde in der Not 31:29 min
6 In Deckung! 37:37 min
7 Allergie 39:50 min
8 Sachen von heutzutage 47:51 min
9 Geld verdirbt den Charakter 58:06 min

Im Detail

J
Justus Jonas
Brilliert mit seiner Kombinationsgabe, besonders beim Entschlüsseln des Tagebuchs ('Dog Face') und der chemischen Zusammensetzung der Kisten. Ein starker Auftritt des ersten Detektivs.
P
Peter Shaw
Zeigt sich als Mann der Tat: Er knackt das Schloss der Lagerhalle, rettet seine Freunde und klettert mutig im Gelände. Seine Angst vor dem 'Spuk' hält sich in Grenzen.
B
Bob Andrews
Übernimmt den Recherche-Part und liefert wichtige Hintergrundinfos zu Hoverman und Grace Powell. In der Action etwas blasser als Peter.

Fazit

Eine unterhaltsame Folge, die klassischen Rätselspaß (Schatzsuche) mit modernem Action-Krimi (Drogenschmuggel) verbindet. Die Logik des Verbrecherplans ist zwar wackelig, aber die Atmosphäre im 'Flüstertal' und die Auflösung des Museum-Rätsels machen das wett. Solide Fan-Kost.

Sprecher

Verwandte Folgen

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