Zusammenfassung

Der Fall beginnt buchstäblich in der Luft: Während einer Ballonfahrt beobachtet Peter im Garten eines abgelegenen Anwesens eine verstörende Szene. Eine monströse Gestalt mit 'Fischfratze' und Harpune jagt eine Frau. Trotz Justus' Skepsis suchen die Detektive das Haus auf und treffen auf den abweisenden Butler Rupert sowie den verängstigten Neffen der Besitzerin, Luke Pembroke. Luke bestätigt Peters Sichtung: Ein 'Hai-Zombie' terrorisiere seine Tante Gwendolyn, die sich seitdem völlig verändert hat, wirres Zeug redet und das Haus mit walisischen Bannkreisen bemalt.

Die drei ??? schleusen sich ein und erleben den Spuk hautnah. Während einer nächtlichen Wache überwältigt Peter im Garten den herumschleichenden Architekten Lance Vaughn, der jedoch nur aus unglücklicher Liebe zu Gwendolyn dort ist. Kurz darauf taucht eine 'weiße Frau' auf, und Peter wird im dunklen Haus fast vom Hai-Dämon erwischt, während Luke ihn per Funk und Nachtsichtkamera lotst: 'Das Monster, es steht direkt neben dir.'

Bob recherchiert in der Bibliothek die Legende des Harpuniers Leland Horace, der einst von den Pembrokes den Haien zum Fraß vorgeworfen wurde und Rache schwor. Zudem findet er heraus, dass das Wort 'Mochyn', mit dem Gwendolyn Justus beschimpfte, walisisch für 'Schwein' ist – eine Anspielung auf Justus' Ähnlichkeit mit einem der Vorfahren. Justus kombiniert indessen, dass Gwendolyn systematisch unter Drogen gesetzt wird. Der Verdacht fällt auf den Untermieter Earl Forrester. Die Detektive entdecken einen Geheimgang in Earls Kleiderschrank und stellen ihn zur Rede. Earl gesteht, für Geld das Mittel verabreicht zu haben, kennt aber seinen Auftraggeber nicht.

Zum Finale lockt Justus alle Verdächtigen – Vaughn, den Immobilienhai Alvin Cray und die Esoterikerin Darby Farnham – in Earls Zimmer, den einzigen Ort mit Handyempfang. Er entlarvt Darby Farnham als Drahtzieherin. Ihr Ziel war nicht das Haus, sondern die wertvolle 'Kranich-Trinität' (Uhr, Teppich, Gemälde) für ihren okkulten Zirkel. Als ihr Handlanger, ein ehemaliger Wrestler im Hai-Kostüm, die Detektive bedroht, greift die wieder halbwegs klare Gwendolyn ein: 'Nimm das, du elendes Ungeheuer!' Mit einer Flasche Eukalyptus-Badezusatz setzt sie den Riesen außer Gefecht und beendet den Spuk.

Review

Sharknado in Rocky Beach? Warum diese Folge bissiger ist als gedacht!
Ein Hai-Mensch im Garten, Voldemort als Butler und Larry Brent als Liebhaber? Folge 173 ist ein atmosphärisches Festmahl, das beweist: Auch trashige Monster können für Gänsehaut sorgen!

Hallo liebe Kassettenkinder und Streaming-Junkies,

heute schnappen wir uns eine Tüte Popcorn (oder Kirschkuchen, wenn Tante Mathilda gerade gebacken hat) und werfen uns in einen Fall, der so herrlich „over the top“ ist, dass er fast schon wieder ein Klassiker sein muss. Es geht um Folge 173: „Dämon der Rache“. Und Leute, ich sage euch: Wenn ein Hai auf zwei Beinen durch den Garten läuft, ist in Rocky Beach entweder der Zirkus los oder Hendrik Buchna hatte beim Schreiben besonders viel Spaß.

ERSTER EINDRUCK


Hand aufs Herz: Ein „Haimensch“? Ernsthaft? Als ich das Cover zum ersten Mal sah, dachte ich: „Okay, jetzt haben sie den 'Sharknado'-Trend auch in Kalifornien entdeckt.“ Aber – und das ist das große Aber – sobald man die Play-Taste drückt, wird man eines Besseren belehrt. Die Atmosphäre ist dicht, düster und erinnert wohlig an die alten Gruselfolgen wie „Der Karpatenhund“ oder „Das Gespensterschloss“. Es gewittert, Dielen knarren, und wir haben ein altes Herrenhaus voller Geheimnisse. Das ist „Comfort Listening“ vom Feinsten, trotz (oder gerade wegen) des trashigen Monsters.

DIE STORY


Alles beginnt harmlos mit einer Ballonfahrt (die Justus natürlich bei einer Tombola gewonnen hat – der Junge hat mehr Glück im Spiel als Verstand beim Sport). Peter, unser Adlerauge, erspäht im Garten einer Villa eine Szene, die direkt aus einem B-Movie stammt: Ein Monster mit Fischfratze jagt eine Frau. Natürlich glaubt ihm erst mal keiner (der Klassiker!), aber unsere drei Detektive wären nicht die drei ???, wenn sie nicht trotzdem an der Tür klingeln würden. Dort treffen sie auf eine völlig durchgedrehte Hausherrin, einen verängstigten Neffen und Personal, das so unfreundlich ist, dass man sich fast schon wieder willkommen fühlt. Was folgt, ist eine klassische Spukhaus-Ermittlung: Wer treibt Tante Gwendolyn in den Wahnsinn? Ist es der Geist eines Rache schwörenden Harpuniers oder doch nur schnöde Erbschleicherei?

UNSERE HELDEN


Justus: Der erste Detektiv ist hier in Bestform. Er kombiniert nicht nur messerscharf, wer hier wem Drogen in den Tee kippt, sondern glänzt auch mit Walisisch-Kenntnissen (natürlich, wer spricht das nicht?). Sein Highlight: Wie er am Ende alle Verdächtigen in einem Raum versammelt, ist Agatha Christie pur – nur mit mehr Körperfülle.

Peter: Unser Sport-Ass ist der MVP dieser Folge! Er hat nicht nur das Monster entdeckt, sondern liefert sich auch eine der spannendsten Verfolgungsjagden der neueren Geschichte. Die Szene, in der er im stockfinsteren Haus vor dem „Destroyer“ flüchtet und nur über Funk von Luke gelotst wird („Es steht direkt neben dir!“), treibt einem beim Zuhören den Puls hoch. Peter leidet, schwitzt und rennt – so mögen wir ihn!

Bob: Der Mann für Recherchen und Archiv darf endlich mal wieder in eine echte Bibliothek! Kein Google, sondern staubige Bücher über alte Legenden. Bob ist hier der intellektuelle Anker, der den historischen Kontext liefert, ohne den Justus' Schlussfolgerungen im Sande verlaufen wären.

DIE GEGENSPIELER


Die Schurken-Riege ist hier fast schon überbesetzt. Wir haben den schmierigen Earl Forrester, den verliebten Architekten Lance Vaughn (der eigentlich nur stalkt, aber hey, Liebe macht blind) und natürlich die wunderbar exzentrische Darby Farnham. Diese „Kakadu-Lady“ ist so herrlich drüber, dass man sie fast mögen muss. Aber der eigentliche Star ist das Monster selbst: Ein Ex-Wrestler im Gummianzug. Scooby-Doo lässt grüßen! Dass am Ende Darby Farnham dahintersteckt, um an eine Uhr, einen Teppich und ein Bild zu kommen (die „Kranich-Trinität“), ist so herrlich kompliziert konstruiert, wie wir es lieben.

BESTE MOMENTE


1. Der Ballon-Start: Die Frotzeleien zwischen Justus und Peter im Korb sind Gold wert. „Ich dachte schon, diese bezopfte Vogelscheuche zieht gleich einen Zauberstab aus der Tasche.“
2. Peters Nacht im Haus: Wie oben erwähnt – pure Spannung. Das Sounddesign leistet hier ganze Arbeit. Man hört das schwere Atmen des Monsters fast im eigenen Nacken.
3. Das Finale: Gwendolyn, die plötzlich aus ihrer Trance erwacht und dem riesigen Wrestler eine Flasche Eukalyptus-Badezusatz über den Schädel zieht. „Nimm das, du elendes Ungeheuer!“ Slapstick? Ja. Großartig? Absolut!

SCHWACHSTELLEN


Sind wir ehrlich: Der Plan der Bösewichte ist kompletter Wahnsinn. Warum dieser riesige Aufwand mit Kostüm, Lichteffekten und Drogen, nur um drei Einrichtungsgegenstände zu klauen, an die man als Vertrauter der Hausherrin sicher auch leichter gekommen wäre? Und dass ein professioneller Wrestler („The Destroyer“) von einer alten Dame mit Badezusatz ausgeknockt wird, verlangt uns schon sehr viel „Suspension of Disbelief“ ab. Aber hey, wir sind in Rocky Beach, nicht im Tatort.

SERIEN-KONTEXT


„Dämon der Rache“ fühlt sich an wie eine Zeitreise. Autor Hendrik Buchna ist bekannt dafür, den „Grusel“ zurück in die Serie zu bringen (siehe auch „Schrecken aus der Tiefe“). Die Folge wird oft als „moderner Klassiker“ bezeichnet, weil sie das klassische Setup (abgelegenes Haus, begrenzter Personenkreis, Spuk) perfekt bedient. Interessant: Bob erwähnt kurz Patrick und Kenneth, die alten irischen Gehilfen, was ein schöner Nicker in Richtung der Crime-Busters-Ära ist. Auch Justus' Verweis auf die „Flüsternde Mumie“, als es um Verkleidungen geht, lässt Fan-Herzen höher schlagen.


SPRECHER-SPOTLIGHT


Hier wird es legendär, Leute! Schnallt euch an:
Butler Rupert wird gesprochen von Udo Schenk. Ja, genau: Die deutsche Stimme von Gary Oldman und Ralph Fiennes (Lord Voldemort!). Wenn dieser Mann „Darf ich Ihnen den Mantel abnehmen?“ sagt, klingt das schon wie eine Morddrohung. Seine Performance trägt die halbe Atmosphäre der Folge.
Lance Vaughn wird von Rainer Schmitt gesprochen. Für Hörspiel-Nerds ein Fest: Das ist die Stimme von Larry Brent! Dass der Geisterjäger Larry Brent hier selbst zum Verdächtigen wird, ist ein Meta-Gag der Extraklasse.
Mr. Lloyd (Ballonfahrer): Das ist Lutz Mackensy. Wir kennen ihn als „Massimo“ aus Folge 124, aber vor allem ist er die Stimme von Doc Brown (Zurück in die Zukunft) und Al Pacino (in einigen Filmen). Ein absolutes Schwergewicht.

PRODUKTIONS-HISTORIE


Ein trauriges, aber wichtiges Detail für Komplettisten: Dies ist eine der allerletzten Folgen, in denen Hans Meinhardt (Prof. Andreas Beurmann) als Onkel Titus zu hören ist. Er wird im Booklet zwar nicht mehr gelistet, hat aber ganz am Anfang einen winzigen Auftritt. Beurmann war der Mitbegründer des Europa-Labels und die Seele der Serie. Ein stiller Abschied einer Legende.

Im Buchvergleich fällt auf, dass die Hintergrundgeschichte des Harpuniers Leland Horace noch etwas ausführlicher ist. Im Hörspiel musste das gestrafft werden, was aber dem Tempo guttut. Buchna hat hier eine Geschichte geschrieben, die bewusst mit den Tropen der 80er Jahre spielt.


FAN-SERVICE-CHECK


Walisisch für Anfänger: Dass Justus das Wort „Mochyn“ als „Schwein“ übersetzt und auf sich bezieht, ist ein wunderbarer Moment der Selbstironie.
Die Zentrale: Wir bekommen zwar viel Pembroke House, aber die Szenen auf dem Schrottplatz und in der Zentrale (inklusive Telefonlawine-Vibes) sind da.
Easter Egg: Der Name des Monsters „The Destroyer“ ist natürlich der Ringname des Wrestlers, aber es erinnert auch an die überzogenen Namen der Bösewichte aus den Pulp-Magazinen, die Bob so gerne liest.

FAZIT & EMPFEHLUNG


„Dämon der Rache“ ist ein Fest für alle, die ihre drei ??? gerne gruselig, atmosphärisch und ein bisschen theatralisch mögen. Die Logiklöcher im Plot werden locker von der grandiosen Sprecherriege (Schenk! Schmitt!) und dem hohen Unterhaltungswert zugekittet. Es ist keine komplexe Kriminalgeschichte, sondern eine Geisterbahnfahrt mit Happy End. Für Einsteiger super geeignet, für Altfans ein Genuss.

Ranking: Definitiv in den Top 20 der Neuzeit (Folgen 100+).

Wusstest du schon?

Udo Schenk, der Sprecher des Butlers Rupert, ist bekannt als die deutsche Synchronstimme von Gary Oldman und Ralph Fiennes (Lord Voldemort).
Die Geschichte stammt aus der Feder von Hendrik Buchna und gilt bei Fans als Hommage an die klassischen Gruselfälle der Serie.
Der 'Hai-Zombie' wird im Skript auch als 'The Destroyer' bezeichnet, was der Ringname des Wrestlers ist, der im Kostüm steckt.
Hans Meinhardt (Prof. Andreas Beurmann) hat in dieser Folge als Onkel Titus einen seiner allerletzten Auftritte, wird aber im Booklet nicht mehr kreditiert.
Cover
Bewertung
8
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8.5 von 10 Flaschen Eukalyptus-Badezusatz
Das Rätsel
Ein klassisches 'Scooby-Doo'-Setup: Ein Monster soll jemanden in den Wahnsinn treiben, um an einen Schatz zu kommen. Die Legende um den Harpunier ist stimmungsvoll, und die 'Kranich-Trinität' als eigentliches Ziel ist ein netter Twist, auch wenn die Hörer kaum darauf kommen können, da die Bedeutung der Gegenstände erst sehr spät erklärt wird.
Plot & Logik
Der Plan der Bösewichte ist typisch überkompliziert. Warum dieser riesige Aufwand mit Kostümen, Drogen und Lichteffekten, nur um drei Einrichtungsgegenstände zu bekommen? Darby Farnham hätte diese sicher einfacher stehlen können, da sie ja Earl als Insider hatte. Dass Gwendolyn den Wrestler am Ende mit einer simplen Badezusatz-Flasche besiegt, wirkt etwas slapstickhaft.
Kapitel
1 Der einzige Zeuge 0:00 min
2 Das Dunkelhaus 3:17 min
3 Bei Tageslicht 9:48 min
4 In der Dämmerung 24:03 min
5 Monsternacht 27:24 min
6 Im Kleiderschrank 40:12 min
7 Die Trinität der Geist-Vögel 43:29 min
8 Der Fluch des Harpuniers 50:06 min
9 Hinterhalt 55:40 min
10 Die große Versammlung 60:54 min

Im Detail

J
Justus Jonas
Brilliert durch Kombinationsgabe. Er durchschaut das Drogen-Schema ('Morgens auf ihrem Lieblingssessel und abends auf ihrem Kopfkissen') und stellt die Falle souverän.
P
Peter Shaw
Ist der Action-Held der Folge. Er tackelt Lance Vaughn, klettert durch Kamine und muss im Dunkeln vor dem Monster fliehen – eine sehr starke Szene für ihn.
B
Bob Andrews
Liefert die entscheidenden historischen Hintergründe aus der Bibliothek und klärt die Bedeutung der walisischen Begriffe. Solide Recherchearbeit.

Sprecher

Verwandte Folgen

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