Zusammenfassung

Die drei Fragezeichen besuchen eine Kinovorstellung eines Monsterfilms. Im Anschluss erhalten sie von einem Mann namens Pablo Freikarten für ein angebliches mexikanisches Restaurant namens 'La Fortaleza', das im Palisades Park liegen soll. Auf dem Weg durch den dunklen Park werden sie Zeugen seltsamer Phänomene: Ein bedrohliches Grollen ist zu hören, und Peter stößt sich den Fuß an einem ungewöhnlichen Stein. Kurz darauf werden sie von einem aggressiven Hund attackiert, der jedoch im nächsten Moment zitternd und friedlich zusammenbricht. Am nächsten Morgen berichten die Nachrichten von weiteren Hundeattacken.

Justus lässt der Vorfall keine Ruhe. Sie kehren in den Park zurück, finden Hundefutter in den Büschen und Justus bricht eine Probe aus dem seltsamen Felsbrocken. Ein weiterer Angriff eines Wolfshundes zwingt sie zur Flucht, wobei sie auf einen unfreundlichen Wachmann der angrenzenden Bank of America treffen. Die Analyse des Steins durch den Hundepsychologen und Hobby-Geologen Dr. Brolin ergibt Sensationelles: Es handelt sich angeblich um einen Meteoriten. Bob recherchiert, dass kürzlich ein Meteorit auf der Farm eines gewissen Mr. Jenkins niedergegangen sein soll.

Die Detektive suchen Jenkins auf, der sich jedoch verdächtig verhält – seine Hände sind zu gepflegt für einen Farmer und er kennt akademische Abkürzungen wie 'EM' für 'emeritiert'. Er schickt sie weiter zu Professor Clark. Dort angekommen, erklärt ihnen der Professor (in Wahrheit der Komplize Steve), dass der Meteorit gefährliche außerirdische Keime enthalte ('Panspermie-Hypothese'), die Hunde in Bestien verwandeln und auch für Menschen tödlich seien.

Justus informiert Inspektor Cotta, der daraufhin Bürgermeister Hoover alarmiert. Aus Angst vor einer Seuche wird das Viertel um den Park evakuiert. Doch Justus kommen Zweifel. Er kombiniert, dass Jenkins kein Farmer war und der Meteorit aus einem NASA-Museum gestohlen wurde. Er erkennt auf alten Karten, dass unter dem Park ein Tunnel verläuft, der direkt zum Tresorraum der Bank führt. Die Seuchen-Story war nur ein Ablenkungsmanöver, um ungestört zur Bank bohren zu können. Im Tunnel stellen sie die Verbrecher Steve und Jack Jenkins, werden aber zusammen mit dem echten, gefesselten Professor Clark eingesperrt. Mit Schwarzpulver aus alten Beständen sprengen sie die Tür auf, gerade rechtzeitig, damit Cotta die Täter verhaften kann.

Review

Hunde, die bellen, beißen nicht – sie haben Alien-Viren! 👽🐶
Aliens in Rocky Beach? Ein Meteorit, der Hunde zu Bestien macht? Folge 110 ist ein wilder Ritt zwischen B-Movie-Trash und genialer Deduktion. Warum Justus Jonas diesmal schlauer ist als die NASA, lest ihr hier!

Moin, liebe Detektiv-Kollegen und Kassettenkinder!

Heute knöpfen wir uns einen Fall vor, der in der Fan-Community ungefähr so heiß diskutiert wird wie die Frage, ob Justus nun dick oder nur „untersetzt“ ist. Es geht um Folge 110: „Panik im Park“. Schnappt euch einen Kirschkuchen (aber Vorsicht, Tante Mathilda guckt streng!), lehnt euch zurück und lasst uns über eine der wohl abstrusesten, aber auch unterhaltsamsten Folgen der „Neuzeit“ sprechen.

ERSTER EINDRUCK


Leute, was war DAS denn bitte? Als ich die Kassette (ja, ich bin oldschool) das erste Mal eingelegt habe, dachte ich kurz, ich bin im falschen Film. Oder besser gesagt: im falschen B-Movie. Wir haben Monster-Filme im Kino, außerirdische Viren, durchdrehende Hunde und einen Meteoriten. Klingt wie ein Fiebertraum von Steven Spielberg nach zu viel Pizza? Ist es auch! Aber genau das macht den Charme dieser Folge aus. Man sitzt da und denkt sich alle fünf Minuten: „Euer Ernst?!“ – und grinst dabei breit. Es ist Trash, aber es ist unser Trash.

DIE STORY


Kurz und knackig (so wie Peters Geduldsfaden): Unsere drei Helden kommen aus dem Kino („Angriff der Monster-Ameisen“ oder so ähnlich) und werden von einem zwielichtigen Typen namens Pablo in den Palisades Park gelockt. Dort ist die Hölle los: Ein unheimliches Grollen, ein seltsamer Stein, an dem sich Peter den Zeh stößt (Klassiker!), und ein Hund, der erst zur Bestie wird und dann zitternd zusammenbricht.

Am nächsten Tag überschlagen sich die Ereignisse. Die Presse berichtet von einer „Seuche“, Experten reden von Alien-Viren aus dem All (die berühmte Panspermie-Hypothese, Justus lässt grüßen!), und ganz Rocky Beach wird evakuiert. Natürlich riecht Justus den Braten – und der riecht nicht nach Alien, sondern nach Gier. Denn während alle Welt in den Himmel starrt, graben sich ein paar Ganoven unter der Erde zur Bank of America durch.

UNSERE HELDEN


Justus „The Brain“ Jonas: Oliver Rohrbeck ist hier in Hochform. Justus ist in dieser Folge herrlich arrogant und brillant zugleich. Sein Moment, als er den falschen Farmer Jenkins entlarvt, nur weil der weiß, was „em.“ (emeritiert) bedeutet, ist pures Gold. „Habt ihr schon mal einen Farmer gesehen, der akademische Abkürzungen kennt?“ – Ein bisschen klischeehaft, Just, aber wir lieben dich dafür!

Peter „Der Schisser“ Shaw: Ach, Peter. In dieser Folge ist er wirklich der Prügelknabe vom Dienst. Erst stößt er sich den Fuß (aua!), dann hat er panische Angst vor den „Alien-Hunden“ und am Ende muss er wieder als Köder herhalten. Jens Wawrczeck spielt diese Panik aber so wunderbar, dass man ihn einfach in den Arm nehmen will. Sein „Lauft! Um euer Leben!“ ist Oscar-verdächtig.

Bob „Recherche“ Andrews: Unser Archivar hat hier solide Arbeit geleistet. Er wühlt sich durch Zeitungsartikel und findet die Verbindung zum Meteoriteneinschlag. Andreas Fröhlich bringt die nötige Ruhe rein, wenn Peter hyperventiliert und Justus doziert. Solide Bob-Performance, auch wenn er diesmal keine Tür eintreten muss.

DIE GEGENSPIELER


Die Bösewichte in dieser Folge sind... speziell. Wir haben den falschen Farmer Jenkins (gespielt vom großartigen Gustav-Adolph Artz) und den falschen Professor Clark. Ihr Plan ist so unnötig kompliziert, dass man fast Respekt davor haben muss. Warum einfach einen Tunnel graben, wenn man auch eine Alien-Invasion inszenieren kann?

Besonders herrlich: Bürgermeister Hoover. Der Mann ist die Inkompetenz in Person. Dass so jemand Rocky Beach regiert, erklärt einiges. Er lässt sich von der Panik komplett mitreißen und dient als perfektes Comedy-Element, damit Inspektor Cotta (der einzig vernünftige Erwachsene in der Stadt) noch kompetenter wirkt.

BESTE MOMENTE


1. Die „Farmer“-Deduktion: Wie oben erwähnt. Justus zerlegt die Tarnung des Bösewichts allein aufgrund dessen Vokabulars. Das ist Sherlock Holmes auf dem Schrottplatz.
2. Das Finale: Eine Sprengung mit altem Schwarzpulver aus dem Fort? In einem Tunnel? Während die Polizei oben wartet? Das ist Action-Kino pur!
3. Die absurde Auflösung: Der Moment, in dem dem Hörer klar wird: „Warte mal, die ganze Alien-Nummer war nur ein Ablenkungsmanöver für einen BANKRAUB?!“ Das ist so „Scooby Doo“, dass man fast erwartet, dass sie den Tätern am Ende Masken vom Gesicht ziehen.

SCHWACHSTELLEN


Seien wir ehrlich: Der Plan der Verbrecher ist Schweizer Käse.
- Warum geben sie den drei ??? Freikarten für das Restaurant, damit sie durch den Park laufen? Wenn sie KEINE Zeugen wollen, warum locken sie die besten Detektive der Welt direkt zum Tatort? Das ist so, als würde man Batman eine Einladung zum Einbruch schicken.
- Die Sache mit den Hunden: Ein Virus, der Hunde kurzzeitig zu Bestien macht und dann ist alles wieder okay? Medizinisch fragwürdig, dramaturgisch aber effektiv.
- Und Bob, mein Lieber: Du behauptest, Rocky Beach hätte keine U-Bahn? Stimmt. Aber warum klingt das Grollen dann wie eine? Egal, wir kaufen es euch ab!

SERIEN-KONTEXT


Jetzt wird’s nerdig, Freunde!
„Panik im Park“ ist Folge 110 und markiert einen Wendepunkt. Es ist nämlich das erste Hörspielskript von Marco Sonnleitner (basierend auf seinem Buch-Debüt). Sonnleitner ist heute bekannt für seine Action-lastigen Plots und rasanten Enden – und genau das sehen wir hier in den Kinderschuhen. Er hat sich damals laut eigener Aussage 50 alte Fälle durchgelesen, um den „Ton“ zu treffen. Das Ergebnis ist eine Mischung aus klassischer Ermittlung und modernem Action-Thriller.

Interessant ist auch die Figur des Bürgermeister Hoover. Er taucht immer mal wieder auf (z.B. in Pfad der Angst) und ist quasi der Running Gag für schlechte Politik in Rocky Beach.

Die Folge gehört zur „Post-Crimebusters“-Ära, in der die Fälle wieder etwas mystischer wurden, aber die modernen Elemente (Handys, Internet) schon fest integriert waren. Sie wird oft im Mittelfeld gerankt – nicht legendär wie der „Super-Papagei“, aber auch kein Totalausfall wie „Todesflug“.


SPRECHER-SPOTLIGHT


Hier müssen wir kurz innehalten und den Hut ziehen.

- Wolf Rathjen (Professor Clark): Eine echte Legende! Viele von euch kennen seine Stimme vielleicht noch aus der Sesamstraße (er sprach u.a. das zweiköpfige Monster oder Dr. Nobel Preis). Für Fans der ganz alten Schule: Er war auch in diversen Asterix-Hörspielen dabei (z.B. als Miraculix bei Karussell). Trauriger Fakt: Wolf Rathjen starb im Jahr 2003, dem Erscheinungsjahr dieser Folge. Es war eine seiner letzten Rollen. Ein großartiger Schauspieler, der hier nochmal zeigt, was er kann.

- Gustav-Adolph Artz (Jenkins): Auch er ist ein Urgestein des Europa-Labels. Ob bei TKKG, Fünf Freunde oder Bob der Baumeister – seine knarzige, oft etwas mürrische Stimme kennt jedes Kassettenkind. Er spielt den falschen Farmer mit einer wunderbaren Boshaftigkeit.

- Thomas Fritsch (Erzähler): Muss man ihn noch vorstellen? Er war in dieser Phase der Serie der absolute Anker. Seine samtige Stimme könnte mir auch das Telefonbuch vorlesen und es wäre spannend.

PRODUKTIONS-HISTORIE


Erschienen ist das gute Stück am 10. Juni 2003.
Trivia-Alarm: Obwohl die Jungs im Hörspiel Handys benutzen und im Internet recherchieren, hört man in einer Szene, als telefoniert wird, das Geräusch einer Wählscheibe! Da hat wohl jemand im Soundarchiv in die falsche Kiste gegriffen. Ein herrlicher Anachronismus, den wir Fans lieben.

Das Buch von Marco Sonnleitner erschien ebenfalls 2003 und war sein Einstand in die Serie. Im Buch sind einige Szenen logischerweise ausführlicher (z.B. die Taschenlampen-Szene, die im Hörspiel etwas widersprüchlich wirkt was die Helligkeit angeht), aber im Großen und Ganzen hält sich das Hörspiel treu an die Vorlage.

FAZIT & EMPFEHLUNG


„Panik im Park“ ist wie eine Tüte gemischte Süßigkeiten: Bunt, künstlich, aber verdammt lecker. Wer eine realistische Kriminalgeschichte sucht, sollte lieber zu „Der Karpatenhund“ greifen. Wer aber Lust hat auf Popcorn-Kino für die Ohren, auf überdrehte Bösewichte, Pseudo-Wissenschaft und eine ordentliche Portion Action, der ist hier goldrichtig.

Es ist die perfekte Folge für einen verregneten Sonntag, wenn man einfach nur unterhalten werden will, ohne dabei Quantenphysik studiert zu haben (außer man heißt Justus Jonas).

Also: Kassette rein, Play drücken und bloß nicht von Hunden beißen lassen!

Wusstest du schon?

Die erwähnte 'Panspermie-Hypothese' des Astronomen Fred Hoyle existiert tatsächlich und besagt, dass sich Leben über Meteoriten im Universum verteilen könnte.
Dies ist eine der Folgen, in denen Bürgermeister Hoover auftritt und als eher schwache Führungspersönlichkeit charakterisiert wird.
Trotz moderner Elemente wie Internet-Recherche ist im Hörspiel beim Telefonieren noch das Geräusch einer alten Wählscheibe zu hören.
Cover
Bewertung
5.5
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5,5 von 10 gefälschten Meteoriten
Das Rätsel
Die Grundidee ist herrlich abstrus: Ein 'Alien-Virus' als Cover-Story für einen Bankraub. Das ist zwar völlig überzogen (warum nicht einfach eine Bombendrohung?), aber im Kontext der drei ??? unterhaltsam konstruiert. Der Hörer wird lange auf die Sci-Fi-Fährte gelockt.
Plot & Logik
Der Plan der Verbrecher ist extrem risikoreich und umständlich. Sie verlassen sich komplett darauf, dass drei Teenager ihre Spur aufnehmen und die Polizei überzeugen. Dass sie den Jungs extra Freikarten zuspielen, damit diese 'zufällig' Zeugen werden, wirkt sehr konstruiert. Aber Justus' Deduktionen am Ende retten die Logik zumindest auf der Ermittler-Seite.
Kapitel
1 Das Monster im Park 0:00 min
2 Lauft! 6:46 min
3 Nicht von dieser Welt 17:10 min
4 Die Hypothese 24:28 min
5 Seuchenalarm 34:16 min
6 Justus lässt nicht locker 42:21 min
7 Kombinationsgabe 44:49 min
8 Im Tunnel 48:11 min

Im Detail

J
Justus Jonas
Justus hat starke Momente. Seine Beobachtungsgabe bei 'Farmer' Jenkins ('Habt ihr schon einmal einen Farmer kennengelernt, der ... sofort wusste, dass das Kürzel EM ... emeritiert heißt?') ist klassische Detektivarbeit.
P
Peter Shaw
Peter ist in dieser Folge der Prügelknabe: Er stößt sich den Fuß, wird als Köder vorgeschlagen und hat panische Angst vor den Hunden. Er fungiert primär als Stichwortgeber für Justus.
B
Bob Andrews
Bob leistet solide Recherchearbeit im Zeitungsarchiv und findet die Verbindung zum Meteoriteneinschlag, bleibt aber sonst eher blass.

Sprecher

Verwandte Folgen

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