Zusammenfassung

1. Ausgangssituation: Henry Shaw, Peters Vater, faxt den drei Fragezeichen einen Artikel über die ehemalige Filmdiva Josephine Jones. Sie behauptet, in Edward Trumans sagenumwobenem, nie veröffentlichten Film 'Utopia' mitgespielt zu haben. Henry Shaw hofft, dass die Detektive den Film finden, damit seine Firma die damals revolutionären Spezialeffekte analysieren kann.

2. Ermittlung: Justus und Bob besuchen Josephine Jones im Altenheim. Sie wirkt verwirrt, spricht aber von einem Geheimnis, das 'nur die Götter im Garten am Himmel' kennen. Parallel dazu recherchiert Bob und findet heraus, dass der Schauspieler Ken Stark während der Dreharbeiten angeblich bei einem Autounfall starb. Die Spur führt zum Anwesen von Trumans Sohn Stanley. Das Haus ist von einem riesigen Irrgarten umgeben, in dem Justus, Peter und Bob sich prompt verlaufen. Sie entdecken dort verschiedene Götterstatuen, bevor sie von einem cholerischen Stanley Truman rausgeworfen werden.

3. Komplikationen: Stanley Truman engagiert die drei Detektive kurz darauf doch, da er befürchtet, Journalisten könnten den Film vor ihm finden. Er zeigt ihnen das Herzstück des Hauses: ein riesiges, mechanisches Planetarium. Die Reporterin Michelle Schumacher taucht auf und enthüllt den Jungen, dass Ken Stark nicht bei einem Unfall starb, sondern am Set ermordet wurde – sabotiert durch defekte Bremsen bei einem Stunt.

4. Klimax: Justus kombiniert die Hinweise von Josephine Jones ('Götter am Himmel') mit den Statuen im Garten ('Götter im Garten'). Er erkennt, dass die Statuen (griechische Namen) und die Planeten des Modells (römische Namen) korrespondieren. Das Bodenmuster des Planetariums ist eine Karte des Labyrinths. Peter und Bob verschieben die Planeten im Modell auf die Positionen der Statuen im Garten. Ein Geheimfach öffnet sich und gibt die Filmrollen frei. In diesem Moment taucht Stanley auf.

5. Auflösung: Michelle Schumacher und die Detektive konfrontieren Stanley. Er gibt zu, den Film versteckt zu haben, um den Skandal zu vertuschen, behauptet aber, die Mordszene sei herausgeschnitten. Der Film wird nicht vernichtet. In einem abschließenden, emotionalen Gespräch mit Justus gesteht die geistig verwirrte Josephine Jones schließlich die ganze Wahrheit: Edward Truman hatte die Bremsen aus Eifersucht manipuliert, weil sie eine Affäre mit Ken Stark hatte. Er tat es 'nur für sie'.

Review

Kein Lachen am Ende: Warum Folge 91 ein melancholisches Meisterwerk ist
Ein verschollener Film, ein tödliches Labyrinth und Commander Perkins als Gaststar? Folge 91 'Labyrinth der Götter' ist düster, genial und bricht mit einer eisernen Serien-Regel.

Hallo liebe Spezis, Kollegen und Kassettenkinder!

Heute widmen wir uns einem absoluten Schwergewicht. Legt die Kirschkuchen beiseite und stellt das Planetarium an, denn wir besprechen Folge 91: Labyrinth der Götter.

Um es gleich vorwegzunehmen: Wenn André Marx zur Feder greift, wissen wir Fans eigentlich schon, dass wir uns anschnallen müssen. Aber was er uns hier im Jahr 2000 serviert hat, ist nicht einfach nur ein Fall – es ist ein atmosphärisches Meisterwerk, das selbst Justus sprachlos macht (na ja, fast).

ERSTER EINDRUCK


Schon das Cover schreit: "Hier wird's episch!" Eine steinerne Fratze, Hecken, düstere Stimmung. Man legt die Kassette (oder streamt, ich verurteile niemanden) ein und merkt sofort: Der Ton ist anders. Erwachsener. Melancholischer. Das hier ist kein "Tanzender Teufel", das ist großes Hollywood-Drama.

DIE STORY


Peter „Ich-habe-ein-ungutes-Gefühl“ Shaws Vater (ja, Mr. Shaw hat tatsächlich mal was zu tun!) bittet die drei ??? um Hilfe. Es geht um den verschollenen Film Utopia des Regisseurs Edward Truman. Angeblich existiert dieser Streifen gar nicht, aber eine verwirrte alte Dame im Altenheim, Josephine Jones, faselt von „Göttern im Garten am Himmel“. Unsere Detektive landen auf dem Anwesen von Trumans Sohn Stanley, der in einem Haus wohnt, das von einem monströsen Heckenlabyrinth umgeben ist. Was als Suche nach Filmrollen beginnt, entpuppt sich als tragische Familiengeschichte über Eifersucht, Mord und das Vergessen.

UNSERE HELDEN


Justus: Unser erster Detektiv ist hier in Hochform. Während andere bei „Uranus“ kichern würden, kombiniert Justus messerscharf zwischen griechischer und römischer Mythologie. Sein Moment im Planetarium, wo er quasi das Sonnensystem neu ordnet, ist purer Sherlock Holmes in Shorts.

Peter: Der arme Kerl. Erst wird er von seinem Vater verhaftet, dann muss er durch einen gruseligen Irrgarten stolpern. Peter ist hier der Mann fürs Grobe (Statue schieben, Planeten rücken) und liefert den nötigen „Leute, lass uns hier abhauen“-Vibe, den wir so lieben.

Bob: Der heimliche MVP! Ohne Bobs Archiv-Skills (er findet heraus, dass der verunglückte Stuntman maskiert war) wäre der Fall unlösbar. Bob beweist mal wieder, dass Recherche sexy sein kann.

DIE GEGENSPIELER & GASTSTARS


Hier müssen wir kurz innehalten und uns verneigen. Horst Stark spricht Stanley Truman. Ja, genau: COMMANDER PERKINS persönlich! Seine Stimme ist so markant, so knarzig und autoritär, dass man sofort strammstehen möchte. Er spielt den verbitterten Sohn grandios – man hat fast Angst vor ihm, aber auch Mitleid.

Und dann Gisela Trowe als Josephine Jones. Wie sie die geistig verwirrte Diva spielt, die zwischen klarer Erinnerung und Demenz schwankt, ist Gänsehaut pur. Sie gibt der Folge ihre emotionale Schwere.

BESTE MOMENTE


1. Das Planetarium-Rätsel: Das ist für mich eines der besten Rätsel der ganzen Serie. Die Verbindung von den Götterstatuen im Garten (Griechisch) zu den Planeten im Modell (Römisch) ist logisch, clever und visuell toll beschrieben. Ein klassisches „Schatzsucher“-Feeling!
2. Das Finale: Kein albernes Lachen. Kein „Gut gemacht, Justus“. Stattdessen eine tieftraurige Erkenntnis im Altenheim. Das haut rein.
3. Die Panik im Labyrinth: Die Atmosphäre im Hecken-Irrgarten ist so dicht, man riecht förmlich das feuchte Laub.

SCHWACHSTELLEN


Wenn man unbedingt meckern will: Es ist schon ein bisschen seltsam, dass Stanley Truman jahrzehntelang in diesem Haus wohnt, aber nie auf die Idee kam, mal die Planeten im Wohnzimmer zu verschieben. Aber hey, vielleicht war er einfach kein Astronomie-Fan oder hatte Angst, den Teppich zu zerkratzen.

SERIEN-KONTEXT


Folge 91 markiert einen wichtigen Punkt in der „Neuzeit“ der drei ???. Nach der etwas wilden Phase der 90er (wir erinnern uns an diverse Techno-Beats und Experimente) zementiert André Marx hier den modernen, erwachsenen Stil.
Verbindungen: Es ist eine der wenigen Folgen, in denen Peters Vater eine aktive Rolle spielt und nicht nur als Statist beim Frühstück erwähnt wird.
Ranking: Unter Fans gilt diese Folge fast einstimmig als Top-10-Material. Sie zeigt, dass die Serie auch ohne Geister und Monster gruselig sein kann – durch menschliche Tragödien.


SPRECHER-SPOTLIGHT


Leute, das hier ist ein Fest für Ohrenzeugen!
Horst Stark (Stanley Truman): Eine absolute Legende. Er war nicht nur Commander Perkins, sondern für uns D3???-Nerds unvergesslich als Reynold in der allerersten Folge Der Super-Papagei (1979) und später als Erzähler in der Gruselserie. Dass er hier zurückkehrt, ist purer Fan-Service.
Gisela Trowe (Josephine Jones): Die deutsche Stimme von Weltstars wie Simone Signoret oder Melina Mercouri. Sie war bei den drei ??? auch schon in Klassikern wie Der Zauberspiegel (als Catherine Darnley) dabei. Eine Grande Dame des Hörspiels!

PRODUKTIONS-HISTORIE


Das Buch von André Marx (erschienen 2000) hatte Unterstützung von Astrid Vollenbruch, die später selbst Autorin der Serie wurde. Interessant ist, dass Marx eigentlich ein Fan von tragischen Enden ist, diese aber im Kinderbuch-Format selten durchsetzen darf. Hier durfte er: Das Ende bricht bewusst mit der Tradition des „Alles wird gut“-Lachens. Das Hörspiel hält sich sehr eng an die Vorlage, was der dichten Story zugutekommt.


FAN-SERVICE-CHECK


✅ Visitenkarte wird überreicht (Standard!)
✅ Peter hat Angst (Check!)
✅ Justus hält einen Monolog (Natürlich!)
✅ Tante Mathilda erwähnt (Indirekt, durch die Zentrale-Szenen)

FAZIT & EMPFEHLUNG


Labyrinth der Götter ist keine Folge für zwischendurch. Es ist ein Krimi-Drama mit Tiefgang. Wer Action und Verfolgungsjagden sucht, wird hier vielleicht weniger fündig, aber wer Rätsel, Atmosphäre und brillante Sprecher liebt, kommt an der 91 nicht vorbei.

Prädikat: Absolutes Pflichtprogramm für jeden, der behauptet, Ahnung von Rocky Beach zu haben. Taschentücher bereithalten!

Wusstest du schon?

Horst Stark, der Sprecher von Stanley Truman, ist eine Hörspiel-Legende (u.a. Commander Perkins) und war lange Zeit nicht mehr bei den drei ??? zu hören gewesen.
Die Folge endet untypischerweise nicht mit dem obligatorischen Lachen der drei Detektive, sondern mit einer ernsten, fast traurigen Szene im Altenheim.
Das Buch wurde von André Marx geschrieben, der für seine komplexen Plots bekannt ist; die Folge gilt unter Fans als eine der besten der 'neueren' Generation (nach Folge 100).
Cover
Bewertung
8.5
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8,5 von 10 verschobenen Planeten
Das Rätsel
Das Rätsel um das Planetarium und die Götterstatuen ist eines der besten der neueren Ära. Die Verknüpfung von griechischer und römischer Mythologie mit dem Sonnensystem ist logisch, clever hergeleitet und visuell (selbst im Hörspiel) stark umgesetzt. Ein klassisches 'Schatzsucher'-Rätsel.
Plot & Logik
Die Handlung ist in sich schlüssig. Dass Edward Truman den Film versteckte, statt ihn zu vernichten, lässt sich mit dem Stolz des Künstlers erklären. Die Motivation für den Mord (Eifersucht) ist klassisch, aber glaubwürdig. Einzig dass Stanley Truman Jahrzehnte im Haus lebt, ohne das Rätsel seines Vaters zu lösen, wirkt etwas konstruiert, wird aber durch seine Unkenntnis der Details erklärt.
Kapitel
1 Fragen Sie die Götter 0:00 min
2 Im Labyrinth 8:55 min
3 "Utopia" 21:13 min
4 Im Planetarium 30:01 min
5 Römisch-Griechisch 34:56 min
6 Die ganze Wahrheit 48:25 min

Im Detail

J
Justus Jonas
Brilliert mit Allgemeinwissen über Mythologie und Astronomie. Seine Deduktion, dass 'Uranus' und 'Uranus' (Gott/Planet) der Schlüssel sind, ist ein starker Sherlock-Moment.
P
Peter Shaw
Ist hier der Mann fürs Grobe (Klettern, Planeten verschieben) und sorgt im Labyrinth für die nötige Prise Panik und Humor ('Das ist kein Garten. Das ist ein Labyrinth.').
B
Bob Andrews
Leistet entscheidende Archivarbeit. Ohne seine Entdeckung, dass Ken Stark eine Maske trug und dubios ums Leben kam, wäre der Fall nicht lösbar gewesen.

Sprecher

Verwandte Folgen

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