Zusammenfassung

Peter sucht in Santa Monica nach einer Halloween-Maske und belauscht dabei zufällig den Schriftsteller Aaron Moore, der der Verkäuferin Roxanne Elfman von einem brennenden Grabkreuz berichtet. Neugierig geworden und von Roxanne engagiert, besuchen die drei Detektive Moores Anwesen 'Blackstone'. Das Haus ist ein architektonischer Albtraum voller schiefer Wände, und im Garten befindet sich ein Privatfriedhof mit den (falschen) Gräbern von Poe und Lovecraft. Moore, der unter dem Pseudonym Hawk Knight Groschenromane schreibt, ist panisch: Die Ereignisse aus seinem neuen Buch 'Der Feuerteufel' werden Realität. Nach dem Zeichen des Feuers (das brennende Kreuz) folgt das Zeichen der Luft, als vor den Augen der Detektive die Fensterscheiben zerspringen. Kurz darauf wird die Küche von Ungeziefer (Zeichen der Erde) überflutet. Moore dreht durch und bedroht die Detektive mit einer Waffe, da er sie für Helfer der Dämonen hält.

Am nächsten Tag erfahren die Jungs von Roxanne, dass ein mysteriöser 'E. Kirb' die im Buch beschriebene Dämonenmaske bestellt hat. Während Bob und Peter versuchen, den Käufer zu beschatten, fährt Justus zurück nach Blackstone. Dort findet er Moore bewusstlos in einer blutüberströmten Dusche – das vierte Zeichen (Wasser/Blut) hat sich erfüllt. Justus entdeckt, dass das Blut durch eine manipulierte Leitung kam und stößt im Keller auf ein Labyrinth aus Geheimgängen. Bob findet indes heraus, dass Moore das Haus gar nicht gekauft, sondern als angeblicher Sohn des verstorbenen Vorbesitzers Bruce Black geerbt hat.

Justus kombiniert messerscharf: 'Wenn man Bruce rückwärts liest, erhält man E. Kirb.' Der totgeglaubte Bruce Black lebt! In der Halloween-Nacht graben die drei ??? Blacks Sarg aus und finden ihn leer. Black erscheint als Feuerteufel maskiert mit Flammenwerfern, um den Hochstapler Moore zu vertreiben. Doch Roxanne beendet den Spuk mit einem gezielten Schlag: 'Echte Dämonen tragen keine Schuhe.' Black und Moore werden beide der Polizei übergeben – der eine wegen vorgetäuschtem Tod und Angriffen, der andere wegen Erbschleicherei.

Review

Der Feuerteufel – Wenn Minnie Maus den Dämon verhaut
Blutregen in der Dusche, explodierende Fenster und die deutsche Stimme von Don Johnson in Panik. Warum diese Folge ein atmosphärisches Meisterwerk ist und wer sich hinter 'E. Kirb' verbirgt (Spoiler: Es ist nicht Kirby).

Moin Moin liebe Detektiv-Kollegen und Kassettenkinder,

Schnappt euch ein Stück Kirschkuchen und schließt die Fenster, denn heute wird es heiß! Wir reisen zurück ins Jahr 2000. Die Welt ist nicht vom Y2K-Bug gefressen worden, aber in Rocky Beach brennt die Luft. Wir besprechen Folge 90: "Der Feuerteufel". Ein Fall, der beweist, dass André Marx der ungekrönte König der atmosphärischen Grusel-Krimis ist – und dass man sich vor Frauen mit Piepsstimmen in Acht nehmen sollte. Aber der Reihe nach!

ERSTER EINDRUCK


Schon beim Cover (zumindest bei der Neuauflage) denkt man: "Oha, Halloween-Special?" Und genau das kriegen wir. Die Folge atmet von der ersten Sekunde an diese herrlich überzogene B-Movie-Grusel-Atmosphäre, die wir an den drei ??? so lieben. Es donnert, es blitzt, und jemand schreit panisch rum. Also ein ganz normaler Dienstag für Peter Shaw.

DIE STORY


Peter sucht eine Halloween-Maske (weil er ja sonst nicht genug Schrecken im Leben hat) und stolpert dabei über Aaron Moore. Der Mann ist Horror-Autor, sieht aus wie ein Vampir und hat ein Problem: Seine neueste Romanfigur, der "Feuerteufel", scheint lebendig geworden zu sein. Es gibt vier Zeichen, die seinen Tod ankündigen: Feuer, Luft, Erde und Wasser. Und weil Aaron Moore ein Drama-King ist, passiert das alles in seinem Haus "Blackstone", das so schief gebaut ist, dass selbst der Architekt von Astérix ("Der Seher") neidisch wäre. Fenster explodieren, Ungeziefer krabbelt rum, und am Ende regnet es Blut in die Dusche. Ja, richtig gehört: BLUT. In einem Jugendhörspiel. André Marx, du kranker Genius!

UNSERE HELDEN


Justus: Unser erster Detektiv ist in absoluter Hochform. Während alle anderen panisch im Kreis rennen, analysiert Justus kühl die Lage. Sein Highlight: Er programmiert einen Bildschirmschoner mit wandernden Fragezeichen (Nerd-Alarm!) und löst das dümmste Anagramm der Kriminalgeschichte in Rekordzeit. Dazu gleich mehr.

Peter: Der arme Kerl. Er ist der emotionale Boxsack dieser Folge. Er muss auf Friedhöfen graben, sich von Spinnen bedrohen lassen und erlebt quasi jeden Horror-Trope am eigenen Leib. Aber: Er zieht durch. Peters Angst ist hier nicht nervig, sondern absolut verständlich. Wer würde bei Blutregen nicht hyperventilieren?

Bob: Unser Archivar glänzt mal wieder mit solider Recherchearbeit. Er findet heraus, wer Bruce Black wirklich war und wieso das Haus Blackstone so eine Bruchbude ist. Bob ist hier der Fels in der Brandung, der Justus die Fakten liefert, damit der glänzen kann.

DIE GEGENSPIELER


Aaron Moore (alias Hawk Knight) ist ein herrlich unsympathischer Mandant. Arrogant, weinerlich, theatralisch. Man möchte ihn eigentlich schütteln, aber er trägt die Story perfekt. Und dann ist da natürlich der "Feuerteufel" selbst. Ein Bösewicht, der mit Flammenwerfern auf einem Friedhof rumrennt? Das ist so drüber, das ist schon wieder Kunst.

BESTE MOMENTE


1. Die Dusche: Justus findet Aaron Moore in der blutüberströmten Dusche. Eine klare Hommage an Hitchcocks "Psycho". Für ein Kinderhörspiel erstaunlich grafisch und super vertont.
2. Das Finale: Ein leerer Sarg, ein Irrer mit Flammenwerfer und dann... BAM! Roxanne (die Assistentin aus dem Maskenladen) haut den Bösewicht einfach um. "Echte Dämonen tragen keine Schuhe." Ein Satz für die Ewigkeit.
3. Die Fenster: Als das "Zeichen der Luft" zuschlägt und alle Scheiben im Haus gleichzeitig zerspringen. Sound-Technisch 1A gelöst.

SCHWACHSTELLEN


Seien wir ehrlich: Der Name des mysteriösen Auftraggebers. "E. Kirb". Justus kombiniert messerscharf: Wenn man das rückwärts liest, heißt es "Brike". Nein, Moment... "Bruce"! (E. Kirb = Brike? Nein, B. Riek? Ach, egal, im Englischen passt es: B-R-I-C-E... warte, K-I-R-B... B-R-I-K? Okay, es ist BRUCE BLACK. Aber "Kirb"? Wer nennt sich denn Kirb? Das ist so offensichtlich, dass es fast weh tut. Aber gut, es waren die 90er/2000er.

Außerdem: Der Bösewicht hat ernsthaft ZWEI JAHRE gewartet? Er hat seinen Tod vorgetäuscht und sich zwei Jahre lang versteckt, nur um an genau diesem Halloween zurückzuschlagen? Das nenne ich mal Dedikation (oder Arbeitslosigkeit).

SERIEN-KONTEXT


Folge 90 markiert einen Höhepunkt der "Ära Marx". Nach den teils wilden Experimenten der 50er und 60er Folgen (wir schweigen über Fußball-Gangster) brachte André Marx das klassische Gothic-Mystery-Feeling zurück. "Der Feuerteufel" steht in einer Tradition mit "Das Gespensterschloss" oder "Der Karpatenhund", nur mit modernerem Pacing. Es ist eine der Folgen, die auch Erwachsene noch super hören können, weil der Grusel-Faktor stimmt.


SPRECHER-SPOTLIGHT


Haltet euch fest, denn hier wird es wild:

1. Aaron Moore wird gesprochen von Reent Reins. Und wem die Stimme so verdammt cool und lässig vorkommt: Das ist die deutsche Stimme von Don Johnson (Sonny Crockett aus Miami Vice)! Die Vorstellung, dass Sonny Crockett jetzt Groschenromane schreibt und Angst vor Geistern hat, macht die Folge 1000x besser.
2. Roxanne wird gesprochen von Regine Lamster. Und jetzt kommt der Knaller: Sie ist die deutsche Stimme von Minnie Maus! Ja, genau. Die Frau, die am Ende den Feuerteufel mit einem Kinnhaken ausschaltet, ist Minnie Maus. Ich feiere das so hart. Stellt euch vor, wie sie mit piepsiger Stimme "Nimm das, du Schuft!" ruft (macht sie nicht, sie spricht normal, aber das Kopfkino bleibt).
3. Erzähler: Matthias Fuchs war hier noch an Bord. Seine ruhige, etwas melancholische Art passt perfekt zur Gruselstimmung auf dem Anwesen Blackstone.

PRODUKTIONS-HISTORIE


Erschienen im Jahr 2000, basiert die Folge natürlich auf dem Buch von André Marx. Interessant: Marx hat in Interviews zugegeben, dass er hier bewusst "Trash" schreiben wollte. Er wollte diese überzogenen Pulp-Elemente (Blutregen, Flammenwerfer, Groschenroman-Autor) zelebrieren. Und genau deshalb funktioniert die Folge auch: Sie nimmt sich ernst, aber zwinkert dem Hörer dabei zu.


FAN-SERVICE-CHECK


- Die Grabsteine: Auf dem Fake-Friedhof stehen die Namen Edgar Allan Poe und H.P. Lovecraft. Ein schöner Hut-Lupfer vor den Meistern des Horrors.
- Der Bildschirmschoner: Justus programmiert wandernde Fragezeichen. Ein Meta-Kommentar auf das Logo der Serie.
- Justus' Diät: Wird (zum Glück) diesmal kaum thematisiert, dafür darf er intellektuell glänzen.

FAZIT & EMPFEHLUNG


"Der Feuerteufel" ist ein absolutes Muss für jeden Fan. Es ist die perfekte Mischung aus klassischem Rätselraten und wohliger Gänsehaut. Die Logiklöcher (Warum 2 Jahre warten?) verzeiht man gerne, weil die Atmosphäre auf "Blackstone" einfach so dicht ist. Und mal ehrlich: Minnie Maus, die Don Johnson rettet? Das gibt es nur bei den drei ???.

Egal ob zum Einschlafen oder für die Halloween-Party: Diese Kassette gehört ins Regal!

Wusstest du schon?

Auf den Grabsteinen im Garten stehen die Namen der berühmten Horror-Autoren Edgar Allan Poe und H.P. Lovecraft.
Der Name des mysteriösen Auftraggebers 'E. Kirb' ist ein Anagramm (Rückwärtslesung) des Vornamens 'Bruce'.
Dies ist eine der wenigen Folgen, in denen eine Gastfigur (Roxanne) den Hauptbösewicht physisch ausschaltet.
Cover
Bewertung
8
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8 von 10 explodierenden Fensterscheiben
Das Rätsel
Ein klassischer 'Scooby-Doo'-Plot, der aber durch André Marx' Feder hervorragend funktioniert. Die Idee, dass ein Roman Realität wird, erzeugt wohligen Grusel. Das Anagramm E. Kirb = Bruce ist für aufmerksame Hörer lösbar und bietet ein schönes Aha-Erlebnis.
Plot & Logik
Die Geschichte ist in sich schlüssig, auch wenn Blacks Plan mit den Flammenwerfern herrlich übertrieben ist. Dass er zwei Jahre wartet, um den Hochstapler genau zu Halloween zu vertreiben, passt perfekt zum exzentrischen Charakter eines Okkultisten.
Kapitel
1 Im Gruselkabinett 0:00 min
2 Das verbrannte Grab 8:51 min
3 Die vier Zeichen 17:13 min
4 Die Maske des Feuerteufels 29:32 min
5 Blutbad 34:24 min
6 Feuriges Finale 48:49 min

Im Detail

J
Justus Jonas
In Hochform. Er lässt sich von Moores Hysterie nicht anstecken, entdeckt die Geheimgänge und löst das Namensrätsel souverän.
P
Peter Shaw
Darf herrlich leiden. Vom Schreck im Maskenladen bis zum Graben auf dem Friedhof ist er der emotionale Anker der Gruselstimmung.
B
Bob Andrews
Leistet solide Archivarbeit und findet den entscheidenden Beweis für Moores Betrug, bleibt aber in der Action etwas im Hintergrund.

Sprecher

Verwandte Folgen

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