Zusammenfassung

Die Geschichte beginnt ungewöhnlich auf dem Schrottplatz von Titus Jonas: Zwei Schulklassen und ihre Lehrerinnen, Mrs. Thompson und Mrs. Cato, belagern Justus. Sie berichten, dass der Zauberer Pablo Rodriguez während einer Vorstellung in seinem 'Zauberkabinett' in einen Schrank gestiegen und einfach nicht wieder herausgekommen sei. Justus, Peter und Bob übernehmen den Fall und fahren zum Theater, einem halbfertigen Bau unter einem Zelt-Dach.

Vor Ort entdecken sie, dass der Zauberschrank eine Falltür besitzt, die in eine darunterliegende Wohnung führt. Justus und Peter testen den Mechanismus am eigenen Leib. In der verwüsteten Wohnung treffen sie auf Pablos Assistenten Quinn Rimer und das echte Kaninchen Houdini. Quinn ist ratlos; Pablo ist verschwunden und sein Handy ist aus. Ein Unbekannter beobachtet das Theater von einem weißen Dodge aus. Justus organisiert ein Video der Vorstellung von Mrs. Cato, auf dem der Beobachter im Hintergrund zu sehen ist.

Als die Detektive später mit Quinn zum Theater zurückkehren, wird dieser von dem Unbekannten überfallen. Im Theater finden sie eine finstere Botschaft: Ein weißes Stoffkaninchen wurde an einer Vorhangkordel 'erhängt'. Justus erkennt das Stofftier wieder – es stammt vom Schrottplatz! Tante Mathilda berichtet, dass sie es erst an diesem Morgen an einen unfreundlichen Mann verkauft hat. Durch ihre Beobachtungsgabe (ein Händleraufkleber am Auto des Mannes) können die Detektive den Käufer identifizieren: Ray Layton, ein vor kurzem entlassener Schwerverbrecher.

Recherchen ergeben, dass Layton einst den berühmten Zauberer Nightingale ausgeraubt hat. Sein damaliger Komplize Steven Sullivan verriet zwar das Versteck der Beute, behielt aber ein unscheinbares Notizbuch des legendären Magiers Caligarov. Es stellt sich heraus: Pablo Rodriguez ist in Wahrheit Steven Sullivan. Layton ist zurück, um das Notizbuch zu fordern, in dem er Hinweise auf die verschollene 'Blut-Tiara' vermutet – ein Diadem mit wertvollen roten Diamanten.

Die Spur führt in eine Waldhütte, wo Layton seinen ehemaligen Partner Pablo gefangen hält. Die drei ??? greifen ein, geraten aber selbst in die Gewalt des Verbrechers. Um Zeit zu gewinnen, behauptet Justus, das Rätsel des Notizbuchs gelöst zu haben. Er interpretiert einen Trick namens 'Morgenröte' (Aurora) als Hinweis darauf, dass die Diamanten der Tiara umgeschliffen und in das berühmte 'Aurora-Collier' eingearbeitet wurden. Während Justus Layton hinhält, trifft die von Peter und Bob verständigte Polizei unter Inspektor Cotta ein und verhaftet Layton. In einer abschließenden Szene auf dem Schrottplatz erklärt Justus den staunenden Schulkindern die Zusammenhänge.

Review

Houdini, Hasen und ein Hauch von Hollywood – Justus zaubert sich zur Lösung!
Ein verschwundener Magier, ein gruseliges Stoffkaninchen und die Stimme von Batmans Butler? Folge 181 hat alles, was das Fan-Herz begehrt – inklusive einem Zufall, der fast schon magisch ist.

Hallo liebe Detektiv-Kollegen und Freunde des gepflegten Kirschkuchens!

Heute knöpfen wir uns einen Fall vor, der in meinem persönlichen Ranking ganz weit oben mitspielt, wenn es um Atmosphäre und klassisches Rätselraten geht. Schnappt euch eine Tasse Kaffee (schwarz, wie die Seele von Skinny Norris), lehnt euch zurück und lasst uns über Folge 181: "Das Kabinett des Zauberers" sprechen. André Marx ist am Werk – und wir wissen alle, was das bedeutet: Komplexität, Logik und meistens ein Ende, das man nicht schon nach fünf Minuten kommen sieht.

ERSTER EINDRUCK


Schon beim Cover kriegt man diese herrlichen Old-School-Vibes. Ein düsterer Magier, ein Skelett (oder ist es nur Deko?), Nebel... das schreit förmlich nach Rocky Beach Noir. Nach dem Hören dachte ich sofort: "Endlich mal wieder ein Fall, der sich anfühlt wie die Klassiker aus den ersten 40 Folgen." Keine High-Tech-Spionage, keine absurden Weltraum-Verschwörungen, sondern ein solides Rätsel um einen verschwundenen Mann und einen alten Schatz. Man fühlt sich sofort zu Hause.

DIE STORY


Alles beginnt herrlich chaotisch auf dem Schrottplatz (dazu gleich mehr). Der Zauberer Pablo Rodriguez ist während einer Schulaufführung in einen Schrank gestiegen – und puff! – weg war er. Was die Kinder für einen schlechten Scherz halten, entpuppt sich als der Startschuss für eine Jagd nach der legendären "Blut-Tiara". Es geht um Identitätsklau, Rache unter alten Gauner-Kollegen und ein weißes Stoffkaninchen, das gruseliger ist als jeder Horrorfilm-Clown. Justus wittert sofort Lunte, Peter wittert Gefahr, und Bob wittert... naja, Archivarbeit.

UNSERE HELDEN


Justus "Der Computer" Jonas ist hier in absoluter Bestform. Seine Deduktion am Ende bezüglich der "Morgenröte" (Aurora) ist einer dieser Momente, wo man ihn einfach umarmen möchte (wenn er das zulassen würde). Er zerlegt das Rätsel mit einer Präzision, die selbst Sherlock Holmes neidisch machen würde.

Peter ist – Gott sei Dank – nicht nur der Angsthase vom Dienst. Klar, er hat Bammel vor dem dunklen Keller unter der Bühne, aber er klettert trotzdem rein. Das ist der Peter, den wir lieben: Hat die Hosen voll, macht's aber trotzdem. Ein echter Ehrenmann.

Bob... hach, Bob. Er gräbt die Geschichte über Nightingale und die gestohlenen Juwelen aus, als hätte er einen direkten Draht zur Library of Congress. Solide Recherchearbeit, ohne die Justus am Ende dumm dagestanden hätte.

DIE GEGENSPIELER


Ray Layton ist ein klassischer Grobian – nicht besonders helle, aber gefährlich und brutal. Ein solider Handlanger-Bösewicht. Aber der wahre Star im Hintergrund ist natürlich Nightingale. Auch wenn er nur am Telefon auftaucht (gesprochen von der Legende Jürgen Thormann), spürt man sofort die Bedrohung und die Arroganz dieses alten Magiers. Er ist der Puppenspieler, auch wenn er physisch kaum präsent ist.

BESTE MOMENTE


1. Der Schrank-Test: Als Justus und Peter den Trick mit der Falltür ausprobieren. Die trockenen Kommentare der beiden sind Gold wert. "Warum muss ich eigentlich immer vorgehen, Just?" – "Weil du der Sportliche bist, Peter!"
2. Das Finale: Justus blufft Layton eiskalt an. Er hat keine Waffe, keine Muskeln, nur sein Gehirn – und er quatscht den Verbrecher einfach an die Wand. Das ist "Die drei ???" in Reinkultur.
3. Die Kinder: Der Anfang mit den Schulklassen auf dem Schrottplatz ist herrlich wuselig und bringt Leben in die Bude.

SCHWACHSTELLEN


Leute, wir müssen reden. Wir müssen über DAS KANINCHEN reden.
Es ist ja schön, dass Tante Mathilda auch mal was zur Lösung beiträgt, aber: Dass der Bösewicht Layton ausgerechnet am Morgen des Verbrechens auf Titus Jonas' Schrottplatz spaziert, um dort zufällig genau das Stofftier zu kaufen, das er später als Drohung aufhängt... puh. Das ist kein "Kommissar Zufall" mehr, das ist "Generalfeldmarschall Zufall". Die Wahrscheinlichkeit dafür liegt irgendwo im Bereich von "Ich gewinne im Lotto und werde gleichzeitig vom Blitz getroffen". Das hätte André Marx eleganter lösen können. Aber gut, wir verzeihen es, weil der Rest so stark ist.

SERIEN-KONTEXT


Diese Folge reiht sich wunderbar in die Tradition der "Magie-Folgen" ein, wie etwa Der Zauberspiegel oder Der unsichtbare Passagier. André Marx beweist einmal mehr, warum er von vielen Fans als der stärkste Autor der Neuzeit angesehen wird. Er schafft es, moderne Elemente (Handys, Internet) mit dem klassischen Flair zu verbinden. Die Folge gilt im Fandom als eine der stärkeren Nummern der 180er-Ära, die ja durchaus ihre Höhen und Tiefen hatte.


SPRECHER-SPOTLIGHT


Jetzt haltet euch fest, denn die Besetzung ist ein Festmahl für Ohren-Gourmets:

Jürgen Thormann (Nightingale): Leute! Das ist die deutsche Stimme von Sir Michael Caine! Und von Alfred Pennyworth aus den Batman-Filmen (Dark Knight Trilogie). Thormann ist eine lebende Legende. Im D3?-Kosmos ist er ein Wiederholungstäter: Er war schon Wesley Thurgood in Die Silbermine, Mr. Dalton im Teufelsberg (!) und taucht später noch in Insel des Vergessens auf. Dass er hier den alten Magier spricht, ist eine grandiose Besetzung. Fun Fact: Er liest auch das Hörbuch zu Der Zauberspiegel.
Tobias Diakow (Quinn): Hier wird es meta! Tobias Diakow spricht den Assistenten Quinn. Aber wisst ihr, wen er noch spricht? Seit 2016 ist er die neue Stimme von Karl Vierstein bei TKKG! Ein Crossover der Superhirne sozusagen. Außerdem kennt man ihn als Synchronstimme von Harry Styles.

PRODUKTIONS-HISTORIE


Das Buch von André Marx erschien bereits 2015, das Hörspiel folgte im Mai 2016. Wie so oft musste das Skript von André Minninger für das Hörspiel gestrafft werden, da Marx' Bücher oft sehr komplex und umfangreich sind. Trotzdem hat man hier das Gefühl, dass nichts Wesentliches fehlt. Die Laufzeit von ca. 74 Minuten ist ordentlich, aber es entstehen kaum Längen.


FAN-SERVICE-CHECK


Der Schrottplatz: Endlich mal wieder eine ausführliche Szene auf dem Gebrauchtwarencenter T. Jonas. Das Gewusel, die Kunden, Justus, der genervt ist – herrlich.
Tante Mathilda: Sie darf nicht nur Kirschkuchen backen, sondern liefert den entscheidenden Hinweis zur Identifizierung des Täters. Go, Mathilda!
  • Justus' Visitenkarte: Wird natürlich den Kindern präsentiert. Ein Muss.

FAZIT & EMPFEHLUNG


"Das Kabinett des Zauberers" ist ein Highlight der neueren Folgen. Wer Rätsel mag, Zauberei spannend findet und über einen gigantischen Zufall hinwegsehen kann, wird hier bestens bedient. Es ist eine Folge zum Immer-wieder-Hören, besonders an verregneten Herbsttagen.

Prädikat: Besonders wertvoll für Nostalgiker!

Wusstest du schon?

Der Autor der Buchvorlage ist André Marx, der für seine komplexen Plots bekannt ist.
Jürgen Thormann, die deutsche Stimme von Michael Caine, spricht hier den Zauberer Nightingale. Er ist ein Veteran im Drei ??? Kosmos.
Der 'Trick' mit der Falltür im Schrank erinnert an klassische Bühnenmagie des 19. Jahrhunderts, passend zum Thema Caligarov.
Cover
Bewertung
7.5
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7,5 von 10 magischen Zylindern
Das Rätsel
Die Grundkonstruktion ist solide André-Marx-Kost: Ein 'unmögliches' Verschwinden, das sich als profan (Falltür) entpuppt, aber zu einem viel größeren Hintergrund (Raubzug, Identitätswechsel) führt. Die Ableitung der Lösung über den Begriff 'Morgenröte' (Aurora) ist elegant, wenn auch für den Hörer kaum vorhersehbar ohne spezielles Juwelen-Wissen.
Plot & Logik
Hier gibt es einen massiven Zufallsfaktor, der die Glaubwürdigkeit strapaziert: Dass der Bösewicht Ray Layton ausgerechnet am Morgen des Verbrechens auf dem Schrottplatz von Justus' Onkel auftaucht, um dort das Droh-Kaninchen zu kaufen, ist ein 'Kommissar Zufall' der extraklasse. Ohne diesen immensen Zufall hätten die Detektive den Täter wohl nie so schnell identifiziert. Der Rest der Handlung ist jedoch schlüssig konstruiert.
Kapitel
1 Der verschwundene Zauberer 0:00 min
2 Im Zauberschrank 4:12 min
3 Der Fremde im Spiegel 18:42 min
4 Hasentod 24:54 min
5 Auf der Spur des Hasenmörders 31:59 min
6 Nightingale, der Magier 39:16 min
7 Unsichtbar und trotzdem da 43:13 min
8 Nachts in den Bergen 53:31 min

Im Detail

J
Justus Jonas
Justus ist in Hochform. Er durchschaut die Zusammenhänge schnell und behält in der Konfrontation mit Layton die Nerven ('Ich werde Ihnen sagen, was Sie wissen wollen, Sir, aber hören Sie auf, uns mit der Waffe zu bedrohen.').
P
Peter Shaw
Peter ist mehr als nur der Angsthase; er agiert mutig, testet den Falltür-Schrank ('Warum denn ausgerechnet ich?') und entdeckt das geheime Buch im Versteck. Seine Skepsis erdet die Ermittlungen.
B
Bob Andrews
Bob übernimmt den Recherche-Part exzellent. Er gräbt die Hintergrundgeschichte zu Nightingale und der Blut-Tiara aus und liefert damit das fehlende Puzzlestück für Justus' Schlussfolgerung.

Sprecher

Verwandte Folgen

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