Zusammenfassung

Die Geschichte beginnt damit, dass Bob seine Eltern und Freunde belügt und am Telefon ungewohnt aggressiv reagiert. Justus und Peter beschatten ihn und finden heraus, dass er heimlich die Villa Charkov besucht, wo der Geiger Van der Hell exklusive Privatkonzerte gibt. Die Musik scheint eine hypnotische, fast drogenartige Wirkung auf die Zuhörer zu haben.

Bei ihren Nachforschungen in der Villa treffen die Detektive auf Jelena Charkov, die im Rollstuhl sitzende, hochintelligente Tochter des Hauses. Sie verbünden sich, nachdem Justus herausfindet, dass Van der Hell über die Klimaanlage ein halluzinogenes Gas in den Konzertsaal leitet, das durch bestimmte Tonfrequenzen aktiviert wird. Es stellt sich heraus, dass der Geiger nicht nur Musik im Sinn hat: Er sucht nach 'Peisinoes Gesang'.

Zunächst halten die Detektive dies für ein Musikstück, doch es entpuppt sich als der Name einer legendären Stradivari-Geige, die angeblich verflucht ist. Van der Hell nimmt die Detektive und die Charkovs gefangen und zwingt sie, das Instrument zu suchen. Justus kombiniert richtig, dass die Geige in einer Skulptur ('Der fiedelnde Tod') versteckt ist. Im finalen Showdown auf der Galerie droht Justus, die kostbare Geige in die Tiefe zu werfen, um Van der Hell in Schach zu halten. In einem Moment der Verwirrung gelingt es Jelena, die echte Stradivari gegen ihre eigene Geige auszutauschen. Van der Hell flieht mit dem vermeintlichen Schatz, hat aber nur eine wertlose Geige erbeutet, während die Polizei alarmiert wird.

Review

Wenn Scar Geige spielt und Justus sein Fett wegkriegt: Musik des Teufels im Fan-Check
Bob dreht durch, Justus trifft seine Meisterin und der spätere Erzähler ist der Bösewicht! Warum diese Folge ein absolutes Highlight ist und was 'Der König der Löwen' damit zu tun hat, lest ihr hier.

Hallo liebe Detektiv-Kollegen und Kassettenkinder,

heute widmen wir uns einem absoluten Leckerbissen aus der „Ära Minninger“. Legt die Beine hoch, schnappt euch ein Stück Kirschkuchen (aber Vorsicht, Tante Mathilda guckt!) und lasst uns über Folge 84 sprechen. Eine Folge, in der Bob den Punk raushängen lässt, Justus intellektuell vermöbelt wird und der Bösewicht eine Stimme hat, bei der man sich fragt: „Moment, erzählt der mir gleich was vom ewigen Kreis des Lebens?“

ERSTER EINDRUCK


Schockschwerenot! Was ist mit Bob Andrews los? Die Folge beginnt nicht mit gemütlichem Schrottplatz-Geplänkel, sondern mit einem Bob, der seine Mutter am Telefon zusammenfaltet, als hätte sie seine Recherche-Sammlung verbrannt. „LASS MICH IN RUHE!“ brüllt unser dritter Detektiv. Da fällt einem ja der Hörer aus der Hand. Dieser Einstieg ist grandios, weil er sofort mit der heilen Welt bricht. Man spürt: Hier stimmt was nicht, und zwar gewaltig.

DIE STORY


Bob verhält sich seltsam, trägt schwarze Anzüge und schleicht sich nachts aus dem Haus. Justus und Peter (besorgt wie Helikopter-Eltern) beschatten ihn und landen in der Villa Charkov. Dort gibt der mysteriöse Geiger Van der Hell exklusive Konzerte, die das Publikum in eine willenlose Trance versetzen. Schnell wird klar: Es geht nicht nur um Musik. Es geht um ein Betäubungsgas, eine verschollene Stradivari namens „Peisinoe“ und ein dunkles Familiengeheimnis. Und mittendrin: Jelena Charkov, die Tochter des Hauses, die im Rollstuhl sitzt und Justus in Sachen Arroganz und Scharfsinn in nichts nachsteht.

UNSERE HELDEN


Bob Andrews: Endlich darf der Archivar mal ausrasten! Andreas Fröhlich spielt den aggressiven, hypnotisierten Bob fantastisch. Es ist herrlich verstörend, den sonst so besonnenen Brillenträger so fies zu hören.

Peter Shaw: Unser Zweiter Detektiv muss mal wieder klettern („Peter, du bist unser Sportass!“ – der Klassiker). Aber er hat auch starke Momente, wenn er Justus vorhält, wie unsensibel dieser manchmal ist. Sein „Pummelchen“-Spruch in Richtung Justus ist legendär (und steht übrigens so nicht im Buch!).

Justus Jonas: Tja, Justus. Normalerweise der König des Deduzierens, trifft er hier auf seinen Meister. Oder besser: seine Meisterin. Jelena Charkov ist quasi die Irene Adler für unseren Sherlock Holmes aus Rocky Beach. Sie nennt ihn „Fettwulst“ (autsch!), durchschaut seine Tricks und ist ihm intellektuell ebenbürtig. Man merkt richtig, wie Oliver Rohrbeck Spaß daran hat, dass Justus mal Contra bekommt.

DIE GEGENSPIELER


Der Star der Show ist Van der Hell, gesprochen von der Legende Thomas Fritsch. Seine samtweiche, bedrohliche Stimme ist purer Goldstaub für die Ohren. Er spielt den kultivierten Psychopathen so überzeugend, dass man ihm fast freiwillig die eigene Geldbörse geben würde, nur damit er noch einen Satz sagt. Dass er dabei eine Stradivari jagt, ist fast Nebensache – man hört ihm einfach gerne beim Böses-Planen zu.

BESTE MOMENTE


1. Der Zickenkrieg: Jeder Dialog zwischen Justus und Jelena. „Hör mal zu, du aufgeblasener Wichtigtuer!“ – Die Chemie zwischen den beiden stimmt einfach. Es knistert vor intellektueller Rivalität (und vielleicht auch ein bisschen mehr?).
2. Der Twist: Der Moment, als Jelena enthüllt, dass sie die Geigen vertauscht hat. Justus steht da und wollte gerade den Helden spielen, aber Jelena war schneller. Ein herrlicher Dämpfer für Justus' Ego.
3. Bobs „Entzug“: Als Bob langsam wieder zu sich kommt und realisiert, was er getan hat. Andreas Fröhlichs Schauspiel ist hier "on point".

SCHWACHSTELLEN


Wenn man ehrlich ist: Der Plan des Bösewichts ist... kompliziert. Er installiert eine Gasanlage in der Klimaanlage, gibt wochenlang Konzerte, hypnotisiert Leute – nur um eine Geige zu finden, die im selben Haus versteckt ist? Ein einfacher Einbruch hätte es vielleicht auch getan, Herr Van der Hell! Aber gut, wir sind bei den drei ???, da muss es theatralisch sein. Ein kleiner Minuspunkt: Die Auflösung, warum genau die Mutter die Geige in der Skulptur versteckt hat und warum das niemand wusste, wirkt etwas konstruiert.

SERIEN-KONTEXT


Jetzt wird’s nerdig, Freunde!
Jelena Charkov: Dies ist ihr erster Auftritt! Sie gehört zu den wenigen wiederkehrenden Charakteren, die wirklich Eindruck hinterlassen haben. Sie kehrt zurück in Folge 95 (Botschaft von Geisterhand) und Folge 100 (Toteninsel). In Folge 121 (Spur ins Nichts) taucht sie ebenfalls nochmal auf. Für viele Fans ist sie das einzig wahre „Love Interest“ für Justus, auch wenn (oder gerade weil) sie sich ständig streiten.
Die Ära Minninger: André Minninger hat hier sowohl das Buch als auch das Skript geschrieben. Das merkt man: Die Folge ist straff inszeniert, atmosphärisch dicht und markiert den Übergang von den actionlastigen „Crimebusters“ zurück zu mysteriöseren Fällen.


SPRECHER-SPOTLIGHT


Hier haben wir ein absolutes Gipfeltreffen der Synchron-Giganten!
Thomas Fritsch (Van der Hell): Wir hören hier den späteren ERZÄHLER der Serie in einer Bösewicht-Rolle! Bevor er ab Folge 104 den Job von Matthias Fuchs übernahm, durfte er hier als Schurke glänzen. Fun Fact: Er ist die deutsche Stimme von Scar in „Der König der Löwen“ und von Jeremy Irons.
Alexandra Wilcke (Jelena): Und wer spricht Jelena? Alexandra Wilcke! Und jetzt haltet euch fest: Sie ist die deutsche Stimme von Nala (König der Löwen) und Pocahontas! Wir haben hier also quasi Scar gegen Nala in Rocky Beach. Disney-Vibes pur!
  • Günter König (Mr. Andrews): Bobs Vater hat hier einen seiner seltenen Auftritte. Günter König war lange Zeit der Erzähler der TKKG-Hörspiele und der Kapitän des ZDF-Traumschiffs. Eine absolute Hörspiel-Legende.

PRODUKTIONS-HISTORIE


Die Folge erschien 1999 und basiert auf einem deutschen Original-Roman von André Minninger. Es gibt also keine amerikanische Vorlage von Robert Arthur & Co. Ein interessanter Unterschied zum Buch: Im Roman wird das Musikstück als „Teufelstriller-Sonate“ von Giuseppe Tartini identifiziert. Im Hörspiel bleibt es eher generische (aber stimmungsvolle) Grusel-Musik. Außerdem ist die Szene, in der Peter Justus „Pummelchen“ nennt, eine reine Erfindung des Hörspiels – danke dafür an die Regie!

FAZIT & EMPFEHLUNG


„Musik des Teufels“ ist ein absolutes Highlight der späten 90er. Die Atmosphäre ist düster, die Sprecher-Leistung (besonders Fritsch und Wilcke) ist Weltklasse, und die Einführung von Jelena bringt eine Dynamik in die Serie, die man vorher so nicht kannte. Wer wissen will, wie Justus reagiert, wenn er mal nicht der Klügste im Raum ist, MUSS diese Folge hören.

Ein Muss für jeden Fan und eine der besten Folgen aus der Feder von André Minninger.

Wusstest du schon?

Dies ist der erste Auftritt von Jelena Charkov, die in späteren Folgen (z.B. 'Botschaft von Geisterhand') wiederkehrt und als Love Interest für Justus angedeutet wird.
Der Sprecher des Bösewichts Van der Hell ist Thomas Fritsch, der Jahre später die Rolle des Erzählers in der Serie übernahm.
André Minninger schrieb diese Geschichte als deutsches Originalbuch, es gibt keine amerikanische Vorlage.
Cover
Bewertung
9
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9,5 von 10 hypnotischen Geigenbögen
Das Rätsel
Die Kombination aus griechischer Mythologie (Sirenen), Chemie (das Gas) und einer klassischen Schatzsuche (Geige in der Skulptur) ist hervorragend konstruiert. Die falschen Fährten – ist 'Peisinoes Gesang' ein Lied oder ein Gegenstand? – funktionieren prächtig.
Plot & Logik
Der Plan von Van der Hell ist zwar extrem aufwendig (Gas-Installation, Konzerte nur um an eine Geige zu kommen), aber im Kontext der Serie noch glaubwürdig. Dass die Mutter die Geige in der Skulptur versteckt, ohne eine klare Nachricht zu hinterlassen, ist etwas riskant, wird aber durch den 'Notfall-Plan' beim Notar schlüssig erklärt.
Gastfiguren
Jelena Charkov ist wohl eine der stärksten Gastfiguren überhaupt. Sie ist Justus ebenbürtig, schlagfertig und treibt die Handlung aktiv voran. Van der Hell ist ein klassischer, bedrohlicher Bösewicht mit Charisma.
Dialogqualität
Die Dialoge sind spritzig und scharf, besonders zwischen Justus und Jelena ('Bist du bescheuert, mich zu beißen?'). Es gibt wenig Leerlauf und viele pointierte Wortgefechte.
Pacing
Die Folge hat ein sehr hohes Tempo. Vom mysteriösen Anfang über die Ermittlung bis zum Finale in der Villa gibt es keine Längen.
Kapitel
1 Heimlichkeiten 0:00 min
2 Musik des Teufels 9:39 min
3 Ertappt 21:00 min
4 Peisinoes Gesang 30:00 min
5 Der Fluch der Teufelsgeige 38:34 min
6 Der fiedelnde Tod 48:37 min

Im Detail

J
Justus Jonas
Er läuft zur Hochform auf, besonders im verbalen Schlagabtausch mit Jelena. Seine Deduktion bezüglich des Gases (durch das leere Fläschchen) ist stark.
P
Peter Shaw
Er fungiert hier klassisch als 'Mann fürs Grobe' (Klettern, Einbrechen), hat aber auch gute Beobachtungsmomente. Seine Angst vor dem 'Fluch' passt zur Rolle.
B
Bob Andrews
Sein aggressiver Einstieg ist ein Highlight und mal etwas völlig anderes. Später übernimmt er wieder den Recherche-Part in der Bibliothek.

Fazit

Ein absolutes Highlight der Ära Minninger. Die Einführung von Jelena bringt eine neue Dynamik in die Gruppe, die Atmosphäre in der Villa ist dicht und das Finale spannend. Für jeden Fan ein Muss.

Sprecher

Verwandte Folgen

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