Zusammenfassung

Die Geschichte beginnt auf dem Schrottplatz von Titus Jonas, wo der cholerische Millionär Mr. Charles Barron für Aufsehen sorgt. Er kauft riesige Mengen an Trödel für seine abgelegene Ranch, auf der er sich autark versorgen will, um für den Zusammenbruch der Zivilisation gewappnet zu sein. Seine Frau Ernestine hingegen hofft auf die 'Retter von Omega', eine außerirdische Rasse, die Auserwählte vor der Apokalypse bewahren soll. Justus, Peter und Bob begleiten Kenneth O'Ryan bei der Auslieferung der Waren zur Ranch.

Kaum dort angekommen und nach einer Führung durch das 'Festungs'-Anwesen, wollen die Jungen wieder abfahren. Doch die Straße wird von bewaffneten Soldaten unter der Führung von Leutnant Ferrante blockiert. Angeblich sind in Texas und Kalifornien unbekannte Flugobjekte gelandet, und der Präsident hat den Notstand ausgerufen. Jegliche Kommunikation nach außen scheint gekappt; das Radio spielt nur noch Notfallmeldungen und die Telefone sind tot. Mr. Barron tobt, glaubt aber bald an eine Verschwörung von Kommunisten oder Anarchisten, während seine Frau die Ankunft der Omeganer sieht.

In der Nacht schleichen sich die drei Detektive aus dem Haus. Sie beobachten ein seltsames blaues Feuer am Himmel – ein vermeintliches UFO. Kurz darauf finden sie den Verwalter Hank niedergeschlagen vor. Doch Justus bleibt skeptisch. Zusammen mit Peter belauscht er ein Zelt der Soldaten und findet heraus: Alles ist inszeniert. Die 'Soldaten' sind Schauspieler, Ferrante ist ein Betrüger, und sie haben einen Komplizen im Haus.

Justus kombiniert, dass es den Verbrechern um Barrons Goldreserven geht, die er statt auf der Bank auf der Ranch hortet. Er weiht Mrs. Barron ein, die zunächst ungläubig ist, aber kooperiert. Als das 'Raumschiff' per Funk die Anweisung gibt, alle Wertsachen zur Landestelle zu bringen, spielt Barron mit – bringt aber statt Gold nur sein Manuskript 'Ruin' mit. Am Landeplatz entlarven die Detektive den Schwindel endgültig: Das UFO ist eine Attrappe. Ferrante und die enttarnte Komplizin Elsie (seine Schwester) fordern mit Waffengewalt das Gold, doch die von Justus und Kenneth alarmierte Polizei umstellt bereits das Gelände. Die Verbrecher werden verhaftet. Mrs. Barron bleibt trotz allem überzeugt: Die echten Omeganer werden eines Tages trotzdem kommen.

Review

Die bedrohte Ranch (033) – Wenn Aliens kommen, brüllt Mr. Barron zurück!
Ein Prepper-Millionär, eine UFO-gläubige Ehefrau und ein cholerischer Pinkas Braun in Bestform. Warum Folge 33 völlig gaga, aber absolut genial ist.

Hallo liebe Detektiv-Kollegen und willkommen zurück in der Zentrale!

Schnappt euch ein Stück Kirschkuchen (aber vorsicht, nicht krümeln, sonst kriegt Tante Mathilda Schnappatmung), denn heute werfen wir den Visitenkarten-Projektor an für einen echten Klassiker der Ära "Besonders seltsame Millionäre". Wir reisen zurück ins Jahr 1983, als Aliens noch analog waren und man Goldbarren unter der Matratze versteckte.

ERSTER EINDRUCK


Kennt ihr diese Folgen, die man als Kind gruselig fand und heute vor Lachen unterm Tisch liegt? Die bedrohte Ranch ist genau so ein Kaliber. Schon beim ersten Hören merkt man: Hier stimmt was nicht. Die Atmosphäre ist dicht, fast klaustrophobisch (wir sind eingesperrt!), aber gleichzeitig brüllt sich ein Mann so herrlich in Rage, dass man Popcorn holen möchte. Es riecht nach staubiger Landstraße, B-Movie-Sci-Fi und dem Angstschweiß von Peter Shaw.

DIE STORY


Kurzfassung für Eilige: Der cholerische Millionär Mr. Barron hamstert Vorräte für den Weltuntergang (der erste Prepper der Hörspielgeschichte?), während seine Frau Ernestine glaubt, dass uns bald Aliens vom Planeten Omega retten. Unsere drei Detektive liefern Schrott auf deren Ranch ab und – ZACK – sitzen in der Falle. Angeblich Alien-Invasion. Militärsperre. Telefon tot. Radio spielt nur noch Panik-Meldungen. Während Peter schon mal sein Testament macht, riecht Justus den Braten: Hier will jemand an Barrons Gold, und der Aufwand dafür ist so gigantisch, dass man dafür eigentlich einen Oscar verleihen müsste.

UNSERE HELDEN


Justus: Der Erste Detektiv ist hier in absoluter Bestform als Rationalist. Während um ihn herum alle den Verstand verlieren und Ufos sehen, bleibt er so cool wie ein Eisblock in der Arktis. Sein schönster Moment: Wie er Mrs. Barron ganz sanft, aber bestimmt erklärt, dass ihre Aliens eventuell doch nur irdische Ganoven mit Taschenlampen sind. Er ist der Fels in der Brandung des Wahnsinns.
Peter: Unser Zweiter Detektiv leidet. Und wie! Peter und Aliens, das ist eine Beziehung voller Missverständnisse. Er darf hier wieder den klassischen "Ich geh da nicht rein"-Part übernehmen, zeigt aber beim Anschleichen an das falsche Militärlager, dass er eben doch der Sportlichste ist.
Bob: Unser Archivar hat es schwer ohne Bibliothek, aber er ist der aufmerksame Beobachter. Er findet den niedergeschlagenen Hank und hält Justus den Rücken frei. Solide Arbeit, Kollege Andrews!

DIE GEGENSPIELER


Die eigentlichen Verbrecher (Leutnant Ferrante und seine Schauspieltruppe) sind fast nebensächlich. Der wahre Star – und für mich fast der Antagonist der Herzen – ist Mr. Charles Barron. Meine Güte, dieser Mann hat eine Zündschnur, die kürzer ist als Peters Geduldsfaden! Er beleidigt jeden, traut niemandem und brüllt sich durch das Skript, dass es eine wahre Freude ist. Er ist das perfekte Opfer, weil man ihm das Unglück fast gönnt, aber gleichzeitig will man mehr von ihm hören.

BESTE MOMENTE


1. Der Radio-Hoax: Die gefälschten Nachrichten sind gruselig gut gemacht. Das hat fast War of the Worlds-Vibes. Wenn der "Präsident" spricht, läuft es einem kalt den Rücken runter.
2. Barrons Ausraster: Jedes Mal, wenn Pinkas Braun (Barron) loslegt. "IDIOTEN!" – Einfach herrlich.
3. Justus' Trockenheit: Als er feststellt, dass Außerirdische wohl kaum irdische LKWs benutzen würden, um Gold zu transportieren. Logik schlägt Laserstrahlen.

SCHWACHSTELLEN


Seien wir ehrlich: Der Plan der Verbrecher ist völlig gaga. Sie mieten Schauspieler, besorgen Uniformen, fälschen Radiosendungen, blockieren Straßen, bauen UFO-Attrappen... nur um einen alten Mann auszurauben? Ein einfacher Einbruch wäre billiger gewesen! Die Gewinnmarge bei diesem Überfall dürfte nach Abzug der Produktionskosten minimal sein. Und warum hat ein paranoider Millionär wie Barron keine eigenen Wachhunde oder bewaffnete Security, sondern nur den armen Hank?

SERIEN-KONTEXT


Diese Folge (Nr. 33) stammt aus der "Golden Era" der Drei ???. Sie ist ein perfektes Beispiel für die Vorliebe der Autorin M.V. Carey für skurrile, ältere Charaktere und isolierte Schauplätze (ähnlich wie in Der Zauberspiegel oder Die singende Schlange). Es gibt keine wiederkehrenden Erzfeinde wie Hugenay, aber die Folge steht exemplarisch für den Shift weg von "Geistern" hin zu "Technik-Tricks und Gaslighting". Sie ist ein Fan-Favorit, nicht wegen des komplexen Falls, sondern wegen des Unterhaltungswerts der Figuren.


SPRECHER-SPOTLIGHT


Jetzt wird's legendär:
Pinkas Braun (Mr. Barron): Der Mann ist eine Legende! Bekannt aus unzähligen Edgar-Wallace-Filmen (oft als Bösewicht), leiht er hier dem Choleriker seine Stimme. Niemand kann so schön arrogant klingen wie er. Er trägt diese Folge.
Volker Kraeft (Leutnant Ferrante): Eine bekannte Fernsehstimme (Derrick, Tatort, Traumschiff), oft gebucht für die Rolle des glatten, gutaussehenden Schurken. Passt hier wie die Faust aufs Auge.
Monika Peitsch (Mrs. Barron): Bekannte TV-Schauspielerin, die die weltfremde Esoterikerin wunderbar naiv, aber liebenswert spricht.

PRODUKTIONS-HISTORIE


Hier gibt es echtes Insider-Wissen abzugreifen:
Der Titel: Im englischen Original heißt das Buch The Mystery of the Blazing Cliffs. Im Buch spielen brennende Klippen (ein Naturphänomen) eine größere Rolle für die UFO-Sichtung. Im Deutschen wurde daraus die etwas generische "bedrohte Ranch".
Onkel Titus: In der Erstauflage (die mit der alten Musik) wurde Titus Jonas von Peter Kirchberger gesprochen! In neueren Auflagen wurde er durch den gewohnten Andreas Beurmann ersetzt (bzw. reingeschnitten). Das hört man, wenn man genau aufpasst!
Die Zensur: In den frühen Auflagen (MC) brüllt Barron einen Satz über "Kommunisten", als die Straße gesperrt wird. Dieser politisch wohl etwas zu unkorrekte Ausbruch wurde in späteren CD-Auflagen und im Stream oft geschnitten. Wer noch eine alte Kassette hat: Hütet sie wie Barrons Gold!


FAN-SERVICE-CHECK


Schrottplatz-Action: Die Folge beginnt klassisch auf dem Schrottplatz mit Titus Jonas (ein seltener werdendes Vergnügen in späteren Folgen).
Der LKW: Kenneth und Patrick O'Ryan sind involviert – die starken Brüder sind immer ein Pluspunkt.

FAZIT & EMPFEHLUNG


Die bedrohte Ranch ist vielleicht nicht der logischste Fall (Alien-Fake-News-Theater für Gold?), aber einer der unterhaltsamsten. Das Kammerspiel auf der Ranch, die Isolation und vor allem der überragende Pinkas Braun machen die Folge zum Pflichtprogramm. Es ist Trash-Gold der 80er Jahre.

Für wen? Fans von exzentrischen Charakteren und "Wir sind von der Außenwelt abgeschnitten"-Szenarien.
Klassiker-Status: Absolut. Top 10 der lustigsten Gastrollen.

Wusstest du schon?

Die Folge basiert auf dem Buch 'The Mystery of the Blazing Cliffs' von M.V. Carey.
Pinkas Braun liefert als Mr. Barron eine legendäre Performance ab; sein 'Kommunisten-Zitat' wurde in neueren Auflagen teilweise gekürzt.
Die Idee, dass ein Verbrechen durch eine inszenierte Alien-Invasion vertuscht wird, erinnert stark an klassische B-Movies der 50er Jahre.
In der Erstauflage sprach Peter Kirchberger den Onkel Titus, wurde später aber (wie üblich) in anderen Folgen ausgetauscht bzw. hier in Neuauflagen teils neu besetzt/bearbeitet.
Cover
Bewertung
9.5
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9,5 von 10 gefälschten Ufos
Das Rätsel
Das Rätsel ist weniger ein 'Wer war es?', sondern ein 'Wie beweisen wir es?'. Dass die Alien-Invasion ein Fake ist, macht Justus dem Hörer sehr früh klar ('Außerirdische UFOs existieren für seriöse Detektive nicht'). Der Reiz liegt darin, wie die Täter die Isolation der Ranch inszenieren (Fake-Radio, Störsender) und wie die drei ??? das technische Gaslighting durchschauen.
Plot & Logik
Der Plan der Verbrecher ist herrlich absurd: Eine komplette Alien-Invasion samt gefälschter Präsidenten-Ansprache zu inszenieren, nur um an Gold zu kommen, ist Scooby-Doo-Logik in Reinkultur. Aber es passt perfekt zu den Opfern: Der paranoide Barron und die esoterische Mrs. Barron sind genau die Zielgruppe für so ein Theater. Ein kleines Logikloch: Warum hat Barron keine eigenen Wachen, wenn er so paranoid ist?
Kapitel
1 Ein reizbarer Herr 0:00 min
2 Die Festung 4:14 min
3 Ausgang verboten 9:15 min
4 Invasion 14:10 min
5 Ein unschuldiges Opfer 21:49 min
6 Es darf spioniert werden 26:02 min
7 Justus hat eine Erleuchtung 31:28 min
8 Geht die Welt unter? 37:04 min

Im Detail

J
Justus Jonas
Der Kopf der Bande in Bestform. Er lässt sich keine Sekunde von der Hysterie anstecken, analysiert die 'Spezialeffekte' rational und nutzt Mrs. Barron geschickt als Verbündete. Sein Zynismus gegenüber dem 'Omega'-Glauben ist köstlich.
P
Peter Shaw
Darf aktiv werden, schleicht sich an das Soldatenzelt an und zeigt Mut, auch wenn er beim Anblick des 'UFOs' kurz wankt. Er fungiert als guter Gegenpol zu Justus' nüchterner Art.
B
Bob Andrews
Hat seine Momente (findet den 'Verletzten', entdeckt Details), steht aber in dieser Folge etwas im Schatten von Justus' Dominanz und Peters Action-Szenen.

Sprecher

Verwandte Folgen

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