Fünfunddreißig Prozent
Drama 21 Min.

Fünfunddreißig Prozent

Ein ehemaliger Lehrer mit ME/CFS muss seine gesamte Tagesenergie auf einen einzigen Gutachtertermin ausrichten. Doch je mehr er sich anstrengt zu zeigen, wie krank er ist, desto gesünder wirkt er.

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Über diese Episode

Um 6:30 Uhr beginnt Markus' Rechnung: 35 Prozent Tagesenergie. Ein Gutachtertermin um 14 Uhr. Duschen oder Aufräumen? Beides geht nicht. In seiner Dortmunder Zweizimmerwohnung wird jede Handlung zur existenziellen Rechenaufgabe, während durch dünne Wände das normale Leben der Nachbarn dringt. Dieses deutsche Audio-Drama erzählt von einem ehemaligen Lehrer, der mit ME/CFS lebt und dessen Rentenantrag von einem einzigen Gutachterbesuch abhängt. Zwischen tropfendem Wasserhahn, halb heruntergelassenen Rollos und einem Energietagebuch voller Prozentangaben entfaltet sich ein beklemmend leises Kurzhörspiel über ein perfektes Paradox: Je mehr Kraft Markus aufwendet, um seine Krankheit zu beweisen, desto gesünder erscheint er dem System. Ein Hörspiel über unsichtbare Krankheiten, kafkaeske Bürokratie und die Erschöpfung, ständig nicht geglaubt zu werden. Wenn der Gutachter Dr. Weidner seine Einschätzung ins Protokoll diktiert, wird klar: Die aufgesparte Tagesenergie wird als Beweis der Belastbarkeit ausgelegt. Laufzeit: circa 21 Minuten Sprecher und Rollen: Erzähler Markus (ehemaliger Gymnasiallehrer mit ME/CFS) Dr. Weidner (medizinischer Gutachter der Deutschen Rentenversicherung) Renate (Markus' Mutter)
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