Die letzte Zutat
Kammerspiel 23 Min.

Die letzte Zutat

Ein alter Koch diktiert sein Gulaschrezept, doch zwischen den Zutaten verbergen sich die Erinnerungen eines ganzen Lebens. Ein Kammerspiel über das Vergessen und die Liebe, die bleibt, wenn die Worte gehen.

0:00 0:00

Über diese Episode

Eine Gasflamme zischt leise. Ein alter Mann reiht Gewürzdosen auf wie Zeitzeugen. Ein Schulheft wartet darauf, ein Rezept aufzunehmen, das mehr ist als Kochanweisung. In einer unveränderten Altbauküche in Wien-Favoriten diktiert der 87-jährige István der Sterbebegleiterin Marlene sein Gulaschrezept. Was als kulinarisches Vermächtnis beginnt, entfaltet sich zu einem intimen Kammerspiel über Flucht, Verlust und die Zerbrechlichkeit der Erinnerung. Jede Zutat trägt einen Namen, jede Temperaturangabe birgt ein Gefühl: Zwei Messerspitzen Paprika werden zum Winter 1956 in Budapest, das Anrösten der Zwiebeln zur Flucht über die Grenze. Doch bei der letzten, entscheidenden Zutat stockt István. Er kann sie nur umschreiben, ihren Geschmack beschreiben, doch der Name ist verschwunden. Die Demenz hat ihn bereits genommen. Dieses atmosphärische Audio-Drama erzählt mit leisen Tönen von der verzweifelten Suche nach Halt im Vergessen und von zwei Menschen, die einander geben, was sie selbst verloren haben: einen bewussten Abschied und die Gewissheit, dass Erinnerungen weiterleben können, auch wenn die Worte dafür fehlen. Ein Kurzhörspiel über das Unvollständige als ehrlichste Form der Liebe. Laufzeit: ca. 23 Minuten Mit: Erzähler, István (pensionierter Koch und ehemaliger Flüchtling aus Ungarn), Marlene (Sterbebegleiterin im ehrenamtlichen Hospizdienst)
Hörspiel Kurzhörspiel Kammerspiel Audio-Drama deutsch Demenz Erinnerung Wien Ungarn 1956 Sterbebegleitung Abschied Verlust Rezept Vermächtnis