Zusammenfassung

Der Fall beginnt im Camelot Theater, wo Bob ein Praktikum absolviert. Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums hat der exzentrische Intendant Evander Prettyman ein Rätsel ausgelobt: Wer fünf Zitate aus klassischen Dramen richtig zuordnet und die versteckten Buchstaben findet, gewinnt 10.000 Dollar. Doch die heitere Stimmung kippt, als ein Erdbeben die Region erschüttert und kurz darauf die Mitarbeiterin Maja spurlos verschwindet. Ihre Freundin Basi bittet die drei ??? um Hilfe. Eine erste Spur führt zum Aussichtspunkt 'Sunset View', wo die Detektive Majas Haarspange, Papierschnitzel mit Rätseltexten und die in den Fels geritzten Buchstaben 'R L' finden – bevor sie von einer personifizierten Hyäne verjagt werden.

Zurück im Theater entdeckt Bob seltsame Vorgänge im Heizungskeller und einen mysteriösen Zahn im Sand. Die Ermittlungen verdichten sich, als Peter einen verlorenen Ohrring findet, den der Juwelier Mr. Lincoln als Teil des legendären 'Bolschakow-Geschmeides' identifiziert. Dieses wurde einst von 'der Katze', dem Schauspieler und Meisterdieb Edgar Burgess, gestohlen. Justus kombiniert, dass 'R L' für das Requisitenlager steht. Dort finden sie einen Gullydeckel mit einem 'Z' – das 'Auge der Unterwelt'.

Ein erneutes Erdbeben schließt die Detektive im Keller ein, legt aber auch einen geheimen Stollen frei. Dort stoßen sie auf das Skelett von Edgar Burgess (den 'Knochenmann') und das gestohlene Diadem. Plötzlich taucht Hayley, die Kostümbildnerin, mit einem Nachtsichtgerät und einem Dolch auf und attackiert Justus. Sie wird überwältigt und als Drahtzieherin entlarvt: Zusammen mit ihrem Freund Gerald (der Hyäne) wollte sie den Schatz bergen und hatte Maja entführt, da diese den Zugang entdeckt hatte. Parallel entpuppt sich das Preisrätsel als abgekartetes Spiel zwischen Prettyman und dem arroganten Star-Schauspieler Trenton Rudolph, um das bankrotte Theater zu retten und Verträge aufzulösen. Am Ende kommt Maja frei, und Bob feiert seinen großen Auftritt als Baum in 'Romeo und Julia'.

Review

Drama, Baby, Drama! Bob als Baum und Onkel Heini als Juwelier
Ein Theater, ein Skelett und Bob in Strumpfhosen? Folge 223 'Der Knochenmann' bietet klassische Rätselkost und einen legendären Gastsprecher. Warum diese Folge trotz Hyänen-Kostüm ein Hit ist, lest ihr hier!

ERSTER EINDRUCK


Leute, haltet euch fest – Bob hat schon wieder einen Job! Ich weiß, ich weiß, der Mann muss einen Zeitumkehrer besitzen wie Hermine Granger, um Schule, Detektivarbeit und seine gefühlt 500 Praktika unter einen Hut zu bekommen. Diesmal verschlägt es ihn ins „Camelot Theater“, und mein erster Gedanke war: „Hoffentlich muss er nicht wieder in Strumpfhosen auftreten.“ Spoiler: Es kommt schlimmer. Oder besser? Je nachdem, wie sehr man Bobs Leiden genießt. Der Titel „Der Knochenmann“ klingt erst mal nach billigem Gruselkabinett, entpuppt sich aber als überraschend klassische Schatzsuche mit einer Prise „Phantom der Oper“-Vibes. Der Vibe? Theatralisch! Im wahrsten Sinne des Wortes.

DIE STORY


Das „Camelot Theater“ feiert 100-jähriges Jubiläum, und Intendant Evander Prettyman (der Name ist Programm!) hat sich ein Literatur-Rätsel ausgedacht, bei dem 10.000 Dollar winken. Klingt nach leicht verdientem Geld für unseren Ersten Detektiv, oder? Aber natürlich geht alles schief: Ein Erdbeben erschüttert Rocky Beach (mal wieder!), die Kostümbildnerin Maja verschwindet spurlos, und eine gruselige Hyäne treibt ihr Unwesen. Ja, ihr habt richtig gelesen: Eine Hyäne. In Santa Monica. Die drei ??? stolpern über ein Rätsel, das sie tief in die Geschichte eines Meisterdiebs namens „Die Katze“ führt – und am Ende landen sie tiefer im Keller, als ihnen lieb ist.

UNSERE HELDEN


Justus: Unser Ober-Computer läuft zur Höchstform auf. Ein Literatur-Rätsel? Für Justus „Ich-lese-zum-Frühstück-Lexika“ Jonas ein gefundenes Fressen. Er zitiert Goethe und Shakespeare, als gäbe es kein Morgen, und seine Herleitung des Lösungswortes „DRAMA“ über die fünf Akte ist so typisch Justus, dass man ihm fast einen Kirschkuchen durch den Lautsprecher reichen möchte.

Peter: Der arme Kerl. Erst muss er sich mit Literatur rumschlagen (nicht seine Kernkompetenz), und dann wird er von einer menschengroßen Hyäne gejagt. Seine Panik ist wie immer herrlich anzuhören („Justus, da war ein Monster!“), aber er hat auch seine Glanzmomente, als er den entscheidenden Hinweis auf dem Gemälde entdeckt. Ein solider Peter-Auftritt.

Bob: Der MVP der Folge! Als Praktikant sitzt er an der Quelle, wird im Heizungskeller eingesperrt und darf am Ende... nun ja, sagen wir so: Seine schauspielerische Leistung als „Baum“ in Romeo und Julia wird in die Geschichte eingehen. Dass er trotz Stress und Erdbeben den Überblick behält, beweist mal wieder: Recherchen und Archiv sind das Rückgrat der Firma.

DIE GEGENSPIELER


Die „Hyäne“ (alias Gerald im Kostüm) wirkt ein bisschen wie ein Scooby-Doo-Bösewicht – „Ich hätte es geschafft, wenn diese neugierigen Kinder nicht gewesen wären!“. Aber die eigentliche Drahtzieherin Hayley ist überraschend skrupellos. Mit einem Dolch auf Justus loszugehen? Respekt, das trauen sich nicht viele. Der wahre „Bösewicht“ der Herzen ist aber der arrogante Star-Schauspieler Trenton Rudolph. Ein Ekelpaket par excellence, das man einfach hassen muss.

BESTE MOMENTE


1. Das Finale im Stollen: Wenn Hayley mit dem Nachtsichtgerät auftaucht und Justus bedroht, ist die Spannung greifbar. Kein übernatürlicher Schnickschnack, sondern echte Gefahr.
2. Bobs großer Auftritt: Die Szene ganz am Ende, wo Bob als Baum auf die Bühne muss. Ich habe Tränen gelacht. Das ist der Fan-Service, den wir wollen!
3. Justus' Analyse: Der Moment, als er das „R L“-Kürzel (Requisitenlager) knackt, während alle anderen noch im Dunkeln tappen. Classic Justus.

SCHWACHSTELLEN


Seien wir ehrlich: Das Erdbeben als „Deus ex Machina“ ist etwas bequem. „Oh, ein Erdbeben öffnet genau den Spalt, den wir brauchen“ – na klar. Und warum verkleidet man sich als Hyäne? Ein Geist, okay. Ein Monster, okay. Aber eine Hyäne? Das wirkt unfreiwillig komisch. Auch dass die Polizei mal wieder komplett abwesend scheint, bis alles vorbei ist, gehört wohl zum Rocky-Beach-Standard, fällt hier aber besonders auf.

SERIEN-KONTEXT


Theater-Folgen haben Tradition! Wir erinnern uns an Folge 126 (Schrecken aus dem Moor), wo Bob ebenfalls ein Praktikum am Theater machte (und fast starb, der Arme). Oder Folge 158 (Der Feuergeist), wo ebenfalls Theater und Katastrophen gemixt wurden. Die Erdbeben-Thematik weckt natürlich Erinnerungen an den Klassiker Folge 148 (Die feurige Flut). Man merkt: Marco Sonnleitner mag es, wenn es kracht und bebt. „Der Knochenmann“ reiht sich gut in die actionreicheren, rätsellastigen Folgen der Neuzeit ein. Es ist kein Atmosphären-Monster wie „Das Gespensterschloss“, aber ein solider Abenteuer-Krimi.


SPRECHER-SPOTLIGHT


Hier haben wir echte Legenden am Mikrofon!
- Hans Peter Korff (Mr. Lincoln): Leute! Das ist Onkel Heini aus „Neues aus Uhlenbusch“! Oder für die Loriot-Fans: Der Pappa aus „Pappa Ante Portas“ („Mein Name ist Lohse, ich kaufe hier ein!“). Seine warme, knarzige Stimme ist pures Gold und verleiht dem Juwelier sofort Glaubwürdigkeit.
- Nicolas Böll (Evander Prettyman): Seine Stimme kennt ihr garantiert. Er synchronisiert oft Emilio Estevez oder William H. Macy. Er spielt den exzentrischen Theaterleiter mit einer wunderbaren Mischung aus Arroganz und Verzweiflung.
- Marco Steeger (Trenton Rudolph): Bringt den arroganten Schnösel perfekt rüber.

PRODUKTIONS-HISTORIE


Die Folge basiert auf dem gleichnamigen Buch von Marco Sonnleitner (erschienen 2022). Interessant: Im Buch ist die Suche in Majas Wohnung ausführlicher beschrieben, was im Hörspiel (wie so oft) der Schere zum Opfer fiel, um die 80 Minuten Laufzeit zu halten. Produziert wurde das Ganze 2023 unter der Regie von Heikedine Körting. Es ist eine der Folgen, wo das Sound-Design (Grollen des Erdbebens, Theater-Akustik) wirklich wichtig für die Atmosphäre ist.


FAN-SERVICE-CHECK


- Spezialgelagerter Sonderfall: Justus droppt den Kult-Satz – Check!
- Visitenkarte: Wird natürlich überreicht – Check!
- Peters Angst: Wird liebevoll zelebriert – Check!
- Bob das Opfer: Bob wird eingesperrt/bedroht – Check!
- Running Gag: Bobs endlose Praktika werden thematisiert.

FAZIT & EMPFEHLUNG


„Die drei ??? und der Knochenmann“ ist wie eine gute Theateraufführung: Manchmal etwas over-the-top, aber sehr unterhaltsam. Die Mischung aus klassischem Rätsel (Literatur!), Schatzsuche und Action funktioniert. Es ist keine Gruselfolge, auch wenn das Cover und der Titel es suggerieren, sondern eher ein Abenteuer-Krimi. Wer Rätselraten mag und hören will, wie Bob sich zum Affen (pardon, Baum) macht, ist hier genau richtig.

Ein Muss für Fans von Marco Sonnleitners komplexen Konstrukten und alle, die Hans Peter Korffs Stimme lieben!

Wusstest du schon?

Die Folge thematisiert die fünf Akte des klassischen Dramas: Exposition, Steigerung, Peripetie, Retardation, Katastrophe.
Der 'Knochenmann' im Titel bezieht sich auf das Skelett des Meisterdiebs Edgar Burgess, der als 'Die Katze' bekannt war.
Bob hat am Ende einen Auftritt als Baum in Shakespeare's 'Romeo und Julia'.
Cover
Bewertung
8
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8 von 10 morschen Bühnenbrettern
Das Rätsel
Die Idee, Zitate aus fünf Dramen (Faust, Antigone, etc.) zu nutzen, ist klassisch und bildungsbürgerlich schön. Die Lösung 'DRAMA', basierend auf den Akt-Nummern (1. Akt = 1. Buchstabe), ist clever hergeleitet und für den Hörer theoretisch lösbar, wenn man die Stücke kennt. Dass die gefundenen Buchstaben V, W, X, Y, z nur eine falsche Fährte der Betrüger waren, ist ein netter Twist.
Plot & Logik
Die Konstruktion ist etwas wild: Ein inszeniertes Rätsel, eine echte Schatzsuche, eine Entführung und dann noch Erdbeben als 'Deus ex Machina', die Türen öffnen und schließen. Dass Hayley Leute durch Grusel-Effekte in den Heizungskeller lockt, um vom Requisitenlager (dem eigentlichen Zugang) abzulenken, ist psychologisch etwas um die Ecke gedacht, funktioniert aber im Kontext.
Gastfiguren
Evander Prettyman ist herrlich überzeichnet theatralisch ('Da brat mir doch einer einen Storch'). Basi wirkt als besorgte Freundin authentisch. Trenton Rudolph erfüllt solide die Rolle des unsympathischen Divas. Der 'Knochenmann' selbst bleibt leider stumm.
Dialogqualität
Die Dialoge leben vom Theater-Setting. Prettymans schwülstige Reden stehen im schönen Kontrast zu Bobs trockenem Praktikanten-Alltag. Justus' Analyse 'Spezial gelagerter Sonderfall' wird hier fast schon meta-humoristisch eingesetzt.
Pacing
Der Einstieg mit dem Rätsel ist stark, der Mittelteil mit der Suche nach Schnipseln zieht sich minimal. Das Finale im Stollen mit Skelett und Angriff zieht die Spannungsschraube aber nochmal ordentlich an.
Kapitel
1 Die Erde bebt 0:00 min
2 Verschwunden 8:12 min
3 Hänsel und Gretel 14:07 min
4 Sonniger Zeitgenosse 19:32 min
5 Bissige Spuren 28:10 min
6 Die Katze 39:54 min
7 Erdrückende Beweise 52:05 min
8 Romeo, Julia und … Bob 72:01 min

Im Detail

J
Justus Jonas
Brilliert mit seinem Literaturwissen und durchschaut das 'R L'-Kürzel sofort. Sein Mut im Finale, sich der bewaffneten Hayley entgegenzustellen, ist bemerkenswert, auch wenn er wusste, dass es ein Theaterdolch ist.
P
Peter Shaw
Darf den Skeptiker mimen und hat mit der Hyäne einige klassische Grusel-Momente. Sein Fund des 'V' auf dem Bild und des Ohrrings sind entscheidend für den Fortschritt.
B
Bob Andrews
Als Insider im Theater hat er die stärksten Szenen. Sein Leiden als 'Baum' in Strumpfhosen sorgt für den nötigen Humor am Ende.

Fazit

Eine solide Folge mit klassischem 'Schatzsuche'-Flair und Theater-Atmosphäre. Die Auflösung um das manipulierte Gewinnspiel ist fast spannender als der eigentliche Kriminalfall. Besonders für Fans von Rätsel-Folgen geeignet.

Sprecher

Verwandte Folgen

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