Zusammenfassung

Der Straßenmusiker Jeff Renaldo bittet die drei ??? um Hilfe bei einer Wette gegen seinen Rivalen, den Surflehrer Bruce Torino. Wer es schneller schafft, die fünf Räume des Escape Rooms 'No Exit' in den San Bernardino Mountains zu lösen, gewinnt einen wertvollen Preis. Da Jeff angeblich unter Klaustrophobie leidet, sollen die Detektive für ihn antreten. Vor Ort werden sie von dem exzentrischen 'Andy McBrandon' empfangen und lernen ihre 'Schiedsrichterin' Sandy kennen, die jeden ihrer Schritte überwachen soll.

Die Rätsel beginnen klassisch: In einem englischen Arbeitszimmer müssen die drei ??? anhand von Filmplakaten ('Seven') und einem Spiegeltrick ('Sieben, sieben, drei' spiegelverkehrt) den Code für die nächste Tür knacken. In Raum drei, einer Raumschiff-Simulation, bricht Peter in Panik den Joystick ab, doch Justus repariert ihn provisorisch mit einer Kugelschreibermine und Klettverschluss. Die Situation eskaliert in Raum vier, einem völlig dunklen Zimmer mit Sandboden. Justus findet eine Kerze, in deren Wachs der Schlüssel versteckt ist. Als sie die Toilettenräume untersuchen, entdecken sie den eingesperrten Bruce Torino.

Bruce enthüllt die Wahrheit: Es gibt keine Wette. Er und Jeff haben in Las Vegas eine Million Dollar gewonnen. Jeff wollte das Geld stehlen und versteckte den Schließfachschlüssel in einer Kuckucksuhr, die jedoch verkauft wurde und schließlich im 'No Exit' landete. Bruce wollte die Uhr finden, wurde aber vom Betreiber niedergeschlagen. Im fünften Raum finden sie tatsächlich die Uhr, doch der Schlüssel ist weg. Justus kombiniert messerscharf: Der echte Betreiber, Rod Norman, wurde durch einen Anruf von Onkel Titus gewarnt, hat den Schlüssel gefunden und sich mit der Million aus dem Staub gemacht. McBrandon war nur ein Handlanger. Mit Sandys Hilfe – sie schmuggelt eine Pinzette in ihrem Make-up-Täschchen ein – lösen sie das letzte Rätsel (einen schwimmenden Sarg in einer Karaffe) und entkommen. Die Polizei verhaftet McBrandon, aber Norman entkommt mit dem Geld.

Review

Escape-Room-Wahnsinn in Rocky Beach: Wenn Peter den Joystick abbricht und Bob mit seiner Frau flirtet
Justus, Peter und Bob im Escape Room! Warum diese Folge trotz riesiger Logiklöcher extremen Spaß macht und welches pikante Geheimnis hinter der Sprecherin von 'Sandy' steckt, erfahrt ihr im Review. Spoiler: Es bleibt in der Familie!

Hallo liebe Kollegen, Detektive und Kirschkuchen-Vernichter!

Heute knöpfen wir uns einen Fall vor, der voll im Trend liegt – oder zumindest voll im Trend lag, als er 2017 erschien. Justus, Peter und Bob gehen in einen Escape Room. Ja, richtig gehört! Unser erster Detektiv, der normalerweise schon einen Wutanfall bekommt, wenn er sich sportlich betätigen muss, lässt sich freiwillig einsperren. Aber natürlich nicht zum Spaß, sondern für eine Wette. Schnappt euch eine Tüte Chips (oder Tante Mathildas Reste), wir tauchen ein in Folge 190: „und die Kammer der Rätsel“.

ERSTER EINDRUCK


Kennt ihr das? Ihr seht das Cover und denkt: „Oha, Grusel-Schloss!“ Und dann hört ihr den Titel „Kammer der Rätsel“ und denkt an Harry Potter für Arme. Aber Moment! Der Vibe ist überraschend modern. Es riecht nach „Saw“ in der Light-Version für den Kaffeeklatsch. Der erste Eindruck: Temporeich, klaustrophobisch und verdammt nochmal, warum schreit Peter schon wieder so?

DIE STORY


Kurz und schmerzlos: Der Straßenmusiker Jeff Renaldo (ein Typ, der so entspannt ist, dass er vermutlich im Schlaf jongliert) engagiert unsere drei Fragezeichen für eine Wette. Er soll gegen den aufgepumpten Surflehrer Bruce Torino antreten und schneller aus dem Escape Room „No Exit“ entkommen. Der Haken: Jeff hat Platzangst. Also müssen Justus, Peter und Bob ran. In einer Burg in den Bergen (wo sonst?) werden sie von Mr. McBrandon und der Assistentin Sandy empfangen. Was als Spiel beginnt, wird – natürlich – bitterer Ernst, als plötzlich eine echte Waffe auftaucht und es um eine verschwundene Million aus Las Vegas geht. Klassischer Dienstag für die drei ???.

UNSERE HELDEN


Justus ist in seinem Element. Ein Raum voller Rätsel? Das ist für ihn wie Disneyland. Er brilliert besonders beim Spiegel-Rätsel („Spiegelverkehrt denken, Kollegen!“). Herrlich ist seine stoische Ruhe im Dunkelraum, während Peter neben ihm fast hyperventiliert.

Peter... ach, Peter. Unser „Held“ sorgt für den physischen Slapstick. Im Raumschiff-Simulator bricht er den Joystick ab! Einfach so! Sein Kommentar „Das muss ein Materialfehler sein!“ ist jetzt schon legendär. Peter ist hier der Panik-Beauftragte vom Dienst, aber genau dafür lieben wir ihn.

Bob ist der Popkultur-King. Er löst das Film-Rätsel quasi im Vorbeigehen, weil er als Einziger weiß, wer Brad Pitt ist (oder so ähnlich). Solide Leistung vom Mann für Recherchen und Archiv, auch wenn er hier eher der Fahrer und Film-Nerd ist.

DIE GEGENSPIELER & GASTFIGUREN


Hier müssen wir kurz innehalten und niederknien. Sandy (gesprochen von Anna Carlsson) ist der heimliche Star. Anfangs tut sie so, als wäre sie das naive Blondchen („Ich bin zwar blond, aber nicht blöd“), aber dann rettet sie den Jungs mit ihrer Pinzette den Hintern. Die Chemie zwischen ihr und den Detektiven ist grandios – dazu gleich mehr im „Sprecher-Spotlight“!

Und dann Mr. McBrandon. Ein knurriger, seltsamer Kauz, der aber leider nur Handlanger ist. Der wahre Bösewicht bleibt etwas blass, aber hey, bei dem Cast ist das fast egal.

BESTE MOMENTE


1. Das „Sieben“-Rätsel: Die Jungs müssen anhand von Filmplakaten einen Code knacken. Die Lösung ist der Film „Seven“ (Sieben). Ein schöner Meta-Moment für Filmfans.
2. Der Joystick-Fail: Peter reißt den Steuerknüppel ab. Justus repariert ihn mit einer Kugelschreibermine und Klettverschluss. MacGyver wäre stolz!
3. Die Pinzette: Im Finale, als alles verloren scheint, zieht Sandy eine Pinzette aus ihrem Make-up-Täschchen. Justus' trockene Anerkennung dafür ist Gold wert.

SCHWACHSTELLEN


Leute, wir müssen reden. Die Logik hat sich in dieser Folge leider im Dunkelraum versteckt und ward nie mehr gesehen. Die Story basiert darauf, dass Jeff eine Kuckucksuhr mit einem Schließfachschlüssel (für eine Million Dollar!) verliert, diese Uhr zufällig verkauft wird und zufällig genau in diesem Escape Room als Requisite landet. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit? Eins zu einer Trilliarde? Das ist selbst für Rocky-Beach-Verhältnisse hanebüchen. Kommissar Zufall hat hier nicht nur Überstunden gemacht, er ist quasi beim Betreiber eingezogen.

SERIEN-KONTEXT


Die Folge 190 kam 2017 raus, genau in der Zeit, als Escape Rooms wie Pilze aus dem Boden schossen. Es ist also eine klassische „Trend-Folge“, ähnlich wie damals „Skateboardfieber“ oder „Angriff der Computer-Viren“. Interessant: Kurz vor oder nach dieser Folge startete Kosmos die „Mission Rocky Beach“ Escape Rooms in der echten Welt (Köln, Hamburg). Ein Schelm, wer Böses dabei denkt (Marketing-Synergie, ick hör dir trapsen!). Inhaltlich erinnert das Setting an Folge 131 „Haus des Schreckens“ oder die legendäre Folge 121 „Spur ins Nichts“, wo es auch um Spiele/Wetten ging.

SPRECHER-SPOTLIGHT (Der Hammer!)


Jetzt haltet euch fest, denn der Cast ist pures Gold:

1. Rainer Brandt als Mr. McBrandon: Ja, DER Rainer Brandt! Die Synchronlegende schlechthin. Er ist die Stimme von Tony Curtis („Die 2“) und Jean-Paul Belmondo. Er hat das „Schnodderdeutsch“ erfunden (ihr wisst schon: „Tschüssikowski“, „Sleep well in your Bettgestell“). Dass er hier mitmacht, ist ein Ritterschlag für die Serie. Er klingt zwar alt, aber man hört jede Sekunde diese legendäre Reibeisenstimme heraus.

2. Anna Carlsson als Sandy: Hier wird es richtig pikant für Insider. Anna Carlsson ist nicht nur die deutsche Stimme von Eva Longoria („Desperate Housewives“) und oft in Disney-Produktionen zu hören (sie sprach Rollen in „Kim Possible“ und „Arielle“), sondern sie ist im echten Leben die Partnerin von Andreas Fröhlich (Bob)! Die beiden haben sogar eine gemeinsame Tochter. Wenn Sandy im Hörspiel also mit Bob flirtet oder ihn neckt, hören wir hier quasi einem Ehekrach (oder Flirt) am Küchentisch zu. Das erklärt auch die fantastische Chemie zwischen den beiden. Ein absolutes Highlight für Fans!

3. Michael Lott als Bruce Torino: Bekannt als Synchronstimme von James Nesbitt (der Zwerg Bofur im Hobbit!) oder Kad Merad. Er spielt den harten Macker hier perfekt.

PRODUKTIONS-HISTORIE


Die Folge basiert auf dem gleichnamigen Buch von Ben Nevis. Und hier gibt es einen riesigen Unterschied: Im Buch müssen die drei ??? durch sieben Räume in sieben Stunden. Im Hörspiel wurde das auf fünf Räume gekürzt, weil sonst die CD vermutlich drei Stunden lang geworden wäre. Das erklärt auch, warum manche Übergänge etwas gehetzt wirken. Ben Nevis ist bekannt für seine actionreichen, fast thrillerartigen Plots („Pistenteufel“, „Todesflug“), und das merkt man auch hier: Wenig Leerlauf, viel „Tu dies, tu das“.


FAN-SERVICE-CHECK


- Peter und die Technik: Dass Peter Dinge kaputt macht, ist ein Running Gag, der hier mit dem Joystick auf die Spitze getrieben wird.
- Justus' Besserwisserei: Er korrigiert Sandy mehrfach, was herrlich arrogant rüberkommt.
- Film-Zitate: Die Anspielung auf den Film „Sieben“ (Seven) von David Fincher ist für ein Jugendhörspiel schon recht düster, aber cool umgesetzt.

FAZIT & EMPFEHLUNG


„Und die Kammer der Rätsel“ ist wie ein Actionfilm am Samstagabend: Man darf nicht zu viel über die Logik nachdenken, aber man wird verdammt gut unterhalten. Der Plot mit der Kuckucksuhr ist völliger Quatsch, aber die Atmosphäre im Escape Room, die genialen Sprecher (Rainer Brandt! Anna Carlsson!) und die Chemie der drei Detektive reißen alles raus. Es ist keine „Klassiker-Folge“ für die Ewigkeit, aber eine der besten „Popcorn-Folgen“ der Neuzeit.

Für wen? Für alle, die Escape Rooms mögen, die Insider-Wissen über die Sprecher feiern und die Peter gerne schreien hören.

Ranking-Status: Solides Mittelfeld mit Tendenz nach oben wegen des Casts.

Wusstest du schon?

Die Sprecherrolle des Mr. McBrandon wird von der Synchronlegende Rainer Brandt übernommen, der in Deutschland das 'Schnodderdeutsch' (z.B. bei Bud Spencer & Terence Hill) erfand.
Das Rätsel mit den Schauspielern bezieht sich auf den realen Film 'Sieben' (Seven) von David Fincher.
Dies ist eine der wenigen Folgen, in denen ein Gastcharakter (Sandy) aktiv an der Lösung der physischen Rätsel beteiligt ist und Werkzeuge einschmuggelt.
Cover
Bewertung
7.5
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7,5 von 10 abgebrochenen Joysticks
Das Rätsel
Die Escape-Room-Atmosphäre wird hervorragend eingefangen. Besonders das 'Seven'-Filmrätsel und der Spiegeltrick sind fair und logisch aufgebaut. Dass am Ende eine physische Lösung (Pinzette) statt reiner Kopfarbeit den Ausschlag gibt, ist eine nette Abwechslung.
Plot & Logik
Die Grundkonstruktion ist etwas wackelig: Dass die Kuckucksuhr mit dem Millionenschlüssel ausgerechnet bei einem Escape-Room-Betreiber landet, der sie auch noch als Requisite nutzt, ist ein gewaltiger Zufall. Auch dass McBrandon die Detektive überhaupt reinlässt, obwohl sein Boss schon mit dem Geld weg ist, wirkt konstruiert.
Kapitel
1 Eine Bitte an Experten 0:00 min
2 Merkwürdiger Empfang 8:03 min
3 Gefangen in Kammer eins 18:26 min
4 Auf Kollisionskurs 29:06 min
5 Ohne Wasser 34:37 min
6 Zwei Glücksjäger 47:03 min

Im Detail

J
Justus Jonas
Brilliert in seiner Paraderolle. Er durchschaut den Spiegel-Trick sofort und behält im dunklen Raum als Einziger die Nerven. Seine Schlussfolgerung über den Verbleib des Geldes ist logisch hergeleitet.
P
Peter Shaw
Sorgt für die Action und die nötige Prise Panik im dunklen Raum. Dass er den Joystick abbricht, ist ein klassischer Peter-Moment ('Das muss ein Materialfehler sein!').
B
Bob Andrews
Glänzt mit Filmwissen beim 'Seven'-Rätsel und fungiert als Fahrer. Solide Recherchearbeit, auch wenn er im Escape Room oft nur assistiert.

Sprecher

Verwandte Folgen

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