Zusammenfassung

Die drei Detektive begleiten Bill Andrews in den Yosemite Nationalpark, wo dieser eine Reportage über die Hubschrauberpilotin Ginny Chase und ihr Rettungsteam schreibt. Ginnys Sohn Randy berichtet den Jungen von seltsamen Blutspuren am Fuße des Half Dome, die jedoch kurz darauf verschwunden waren – angeblich weggewaschen, doch Ranger Thornton tut dies als Fantasterei ab. Als die Freunde die Stelle untersuchen, finden sie tatsächlich Hinweise auf eine Reinigung, werden jedoch plötzlich beschossen. Justus wird dabei am Bein verletzt und muss zur Behandlung in die 'Marmot Lodge' gebracht werden, die von Tara Finn geführt wird.

Dort trifft Justus auf Taras geistig behinderten Sohn Steven, der verstört wirkt und immer wieder den Satz wiederholt: 'Hier leben jene und sie töten.' Justus beobachtet zudem einen verdächtigen Gast, Alexander Lewis, bei einem dubiosen Telefonat über Medienwirksamkeit. Während Justus aufgrund seiner Verletzung in der Lodge festsitzt und Stevens Zeichnungen analysiert (die Wilderer und tote Tiere zeigen), untersuchen Bob und er später eine verfallene Ranch im Wald. Im Keller machen sie eine grausige Entdeckung: Zahlreiche gewilderte Tierkadaver. Sie werden niedergeschlagen, können aber entkommen.

Justus konfrontiert Ranger Thornton in der Lodge. Er entlarvt ihn und die beiden Gäste (die Kent-Brüder) als Wildererring. Thornton hatte Steven im Wald beim Wildern erwischt und ihn eingeschüchtert, damit er schweigt. Steven hatte auch den Schuss auf die Jungen beobachtet, der eigentlich nur ein Warnschuss oder Versehen der Wilderer war. Thornton gesteht unter dem Druck der Beweise.

Parallel dazu eskaliert die Situation am Berg: Ein Waldbrand bricht aus und zieht alle Rettungskräfte ab. Gleichzeitig gerät die Bergsteigerin Jeanette Georgianis am Half Dome in Not. Peter und Randy klettern waghalsig zu ihr, um sie zu sichern, als ein schweres Gewitter aufzieht. In letzter Sekunde werden sie von einem mysteriösen schwarzen Hubschrauber der Firma Traxcom gerettet. Wieder am Boden, führt Justus die Fäden zusammen: Alexander Lewis hatte Jeanette (eine Schauspielerin) engagiert und den Brand legen lassen, um eine spektakuläre Rettung durch seine Firma zu inszenieren und so einen Regierungsauftrag zu erzwingen. Justus überführt Lewis durch einen Bluff und Jeanettes Geständnis.

Review

Yosemite Sam und der Humpel-Detektiv: Justus Jonas am Krückstock!
Justus wird angeschossen, Peter hängt am Abgrund und Bob findet Leichen im Keller. Warum Folge 165 trotz James-Bond-Bösewicht-Logik ein atmosphärisches Highlight ist!

Hallo liebe Detektiv-Kollegen und Kassettenkinder!

Willkommen zurück in der Zentrale (oder heute eher: im Wohnmobil)! Schnappt euch ein Stück von Tante Mathildas Kirschkuchen – aber Vorsicht, keine Krümel auf das Mischpult! – denn heute verlassen wir das gemütliche Rocky Beach. Packt die Wanderschuhe ein, wir begleiten Bobs Papa in die Wildnis! Es geht um Folge 165: „Im Schatten des Giganten“.

ERSTER EINDRUCK


Frische Bergluft statt Schrottplatz-Mief! Mein erster Gedanke: Endlich mal wieder ein „Roadtrip“-Abenteuer. Ich liebe es, wenn die drei ??? ihre Komfortzone verlassen (auch wenn Peter das sicher anders sieht). Das Setting im Yosemite Nationalpark verspricht Atmosphäre pur: Rauschende Wälder, bedrohliche Felswände und… Hubschrauber? Der Vibe erinnert sofort an klassische Abenteuer-Folgen, aber mit einem modernen Twist. Man riecht förmlich das Harz und hört das Knacken der Zweige. Aber ist es ein gemütlicher Camping-Trip? Natürlich nicht. Es dauert keine fünf Minuten, bis die Idylle bröckelt.

DIE STORY


Die drei Detektive begleiten Bill Andrews (ja, Bobs Dad darf auch mal mitspielen!) auf einer Recherchereise in den Yosemite Nationalpark. Er schreibt über eine Rettungsflieger-Staffel. Klingt entspannt? Pustekuchen. Randy, der Sohn der Pilotin, erzählt von mysteriösen Blutspuren am Fuße des „Half Dome“, die plötzlich verschwinden. Als unsere Jungs nachsehen wollen, knallt es: Justus wird angeschossen! (Ja, richtig gelesen! Der erste Detektiv geht zu Boden!). Während Justus mit Gipsbein in einer Lodge den „Fenster zum Hof“-Ermittler spielt, müssen Peter und Bob (und Randy) draußen die Drecksarbeit machen. Es geht um Wilderei, einen Waldbrand und eine Rettungsaktion, die etwas zu perfekt inszeniert wirkt.

UNSERE HELDEN


Justus Jonas: Unser Superhirn muss leiden! Ein angeschossener Justus ist ein grantiger Justus – und das ist herrlich. Er ist physisch ausgeknockt („Mein Bein!“), läuft aber intellektuell zur Höchstform auf. Seine Analyse von Kinderzeichnungen (Sherlock Holmes lässt grüßen) ist brillant. Er dirigiert das Finale quasi vom Krankenbett aus. Classic Justus.

Peter Shaw: Freunde, das ist EINE PETER-FOLGE! Wer Action will, bekommt Action. Unser Zweiter Detektiv muss den Half Dome hochkraxeln (Puls 200, mindestens!), gerät in ein Gewitter und muss sich als Lebensretter beweisen. Hier ist er kein „Schisser“, sondern ein echter Held, der über sich hinauswächst. Applaus!

Bob Andrews: Er ist hier der Vermittler zwischen den Welten und natürlich der „Sohn“. Der Moment, als er die Tierkadaver findet, ist gruselig, aber insgesamt spielt er eher die zweite Geige neben Action-Peter und Brain-Justus.

DIE GEGENSPIELER


Die Bösewichte sind… zweigeteilt. Da haben wir den Ranger Thornton und seine Kumpane – klassische Handlanger, eher grob gestrickt. Und dann den Drahtzieher Alexander Lewis. Sein Plan (dazu gleich mehr) ist so unfassbar kompliziert und größenwahnsinnig, dass man fast Respekt haben muss. Er wirkt aalglatt, bleibt aber als Charakter leider etwas blass. Ein typischer „Anzugträger-Schurke“ ohne echte Ecken und Kanten.

BESTE MOMENTE


1. Das Gewitter am Half Dome: Soundtechnisch ist das ganz großes Kino. Wenn der Donner grollt und Peter am nassen Fels hängt, hält man als Hörer wirklich die Luft an. Europa, das habt ihr drauf!
2. Justus‘ „Fenster zum Hof“-Moment: Wie er den behinderten Steven befragt und dessen kryptischen Satz „Hier leben jene und sie töten“ entschlüsselt, sorgt für echte Gänsehaut.
3. Der Bluff: Justus blufft den Täter am Ende mit einer nicht existenten Audioaufnahme. Sein trockenes „Gut geblufft ist halb ermittelt“ ist ein Zitat für die Ewigkeit!

SCHWACHSTELLEN


Leute, wir müssen über den Plan des Bösewichts reden. Er legt einen Waldbrand, hofft auf ein Gewitter, schickt eine Schauspielerin auf den Berg, damit sein eigener Hubschrauber sie retten kann, um positive PR für einen Regierungsauftrag zu bekommen? Bitte was?! Das ist so „von hinten durch die Brust ins Auge“, dass es fast weh tut. Wenn das Gewitter 10 Minuten später gekommen wäre? Wenn Peter nicht da gewesen wäre? Der Plan hat mehr Löcher als ein Schweizer Käse. Auch wirkt Randy (gesprochen von Marek Harloff) stellenweise etwas hölzern und abgelesen – sorry Marek!

SERIEN-KONTEXT


Diese Folge ordnet sich in die Tradition der „Reise-Folgen“ ein, ähnlich wie „Toteninsel“ oder „Geheimnisvolle Botschaft“. Es ist immer erfrischend, wenn die Eltern (oder hier ein Elternteil) involviert sind.
Bill Andrews: Bobs Vater hatte lange Zeit eher Cameo-Auftritte. Hier steht er endlich mal wieder im Fokus, ähnlich wie in Folge 128 „Schatten über Hollywood“. Es zeigt schön die Vater-Sohn-Dynamik, die bei Bob oft zu kurz kommt (im Gegensatz zu Mathilda/Justus).
Kontinuität: Schön ist, dass Justus‘ Verletzung die ganze Folge über ein Thema bleibt und nicht nach einer Szene vergessen ist. Das hinken zieht sich durch!


SPRECHER-SPOTLIGHT


Hier fährt Europa schwere Geschütze auf!
Detlef Bierstedt (Ranger Thornton): Die deutsche Stimme von George Clooney (und Jonathan Frakes/Riker!). Wenn dieser Mann spricht, hört man zu. Er verleiht dem Ranger eine Autorität, die man sofort ernst nimmt. Ein absolutes Highlight.
Henry König (Bill Andrews): Ein Moment der Stille für eine Legende. Henry König (leider 2019 verstorben) war in den neueren Folgen DIE Stimme von Bobs Vater. Er bringt diese warme, väterliche, aber auch journalistisch-neugierige Art perfekt rüber. Man kennt ihn natürlich auch als „Karlsson vom Dach“ (in der alten Fassung). Ihn hier so präsent zu hören, macht wehmütig.
Marek Harloff (Randy): Ein bekannter TV-Schauspieler und Teil der „Harloff-Dynastie“ (sein Bruder Fabian ist Tim bei TKKG!). Auch wenn er hier etwas steif wirkt, ist es ein cooler Casting-Coup.
Erzähler: Thomas Fritsch ist hier noch an Bord – seine samtene Stimme passt perfekt zur majestätischen Naturkulisse.

PRODUKTIONS-HISTORIE


Die Folge basiert auf dem gleichnamigen Buch von Kari Erlhoff (veröffentlicht 2012). Kari ist bekannt für ihre dichten Atmosphären und komplexen Plots. Im Buch ist die Handlung noch etwas verwickelter, und die Charaktere haben mehr Raum. Im Hörspiel (VÖ: November 2013) musste André Minninger den Rotstift ansetzen, was das Ganze etwas straffer, aber an manchen Stellen (siehe der unlogische Plan) auch etwas holpriger macht. Interessant: Die „Marmot Lodge“ ist fiktiv, aber „Marmot“ heißt Murmeltier – ein nettes kleines Detail für Naturfreunde.


FAN-SERVICE-CHECK


Justus liest alles: Es gibt einen herrlichen Dialog darüber, dass Justus ALLES liest – sogar Frauenzeitschriften, wenn sie „wissenschaftlich fundierte Diätratschläge“ enthalten. Bob und Peter ziehen ihn damit herrlich auf.
Peters Testament: Peter erwähnt, dass er sein Testament gemacht hat (liegt in der Schublade unter den Sportmagazinen). Ein klassischer Peter-Moment!
  • Die Karte: Ja, Justus gibt wieder Visitenkarten weiter. Man wartet förmlich drauf.

FAZIT & EMPFEHLUNG


„Im Schatten des Giganten“ ist eine 8.5/10. Warum? Weil die Atmosphäre im Nationalpark einfach unschlagbar ist. Das Gewitter, die Kletter-Action, die Bedrohung durch die Wilderer – das ist Kino für die Ohren. Justus als „Handicap-Detektiv“ bringt eine neue Dynamik rein. Man muss zwar beide Augen zudrücken, was die Logik des Bösewicht-Plans angeht, aber der Unterhaltungswert ist top. Ein Muss für alle, die Peter mal schwitzen sehen wollen (und zwar nicht vor Angst, sondern vor Anstrengung)!

Schnappt euch die Kopfhörer, ab in den Schlafsack und los geht’s!

Wusstest du schon?

Marek Harloff, der Sprecher von Randy Chase, ist ein bekannter Schauspieler und sprach in früheren Zeiten oft in Europa-Hörspielen.
Die Figur Bill Andrews (Bobs Vater) taucht hier nach langer Zeit wieder prominent auf und wird von Henry König gesprochen.
Das Setting im Yosemite Nationalpark ist real, inklusive Orten wie dem Half Dome, Happy Isles und der 'Marmot Lodge' (fiktiv, aber an reale Lodges angelehnt).
Cover
Bewertung
7
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7 von 10 George-Clooney-Rangern
Das Rätsel
Ein interessanter 'Doppel-Whopper': Zwei unabhängige Verbrechen (Wilderei und PR-Betrug) laufen parallel und kreuzen sich nur zufällig durch die Anwesenheit der drei ???. Das ist zwar komplex, aber die Auflösung wirkt am Ende fast etwas überladen. Dass Justus den PR-Stunt allein durch ein belauschtes Telefonat und Jeanettes Verhalten durchschaut, ist klassische Detektivarbeit.
Plot & Logik
Der Plan von Alexander Lewis ist extrem risikoreich: Einen Waldbrand legen und auf ein Gewitter hoffen, um dann punktgenau eine Rettung zu inszenieren? Das grenzt an James-Bond-Bösewicht-Logik. Der Wilderer-Plot um Ranger Thornton ist bodenständiger und glaubwürdiger, auch wenn es ein großer Zufall ist, dass Steven genau alles beobachtet hat.
Kapitel
1 Zwischen Himmel und Erde 0:00 min
2 Das Tal der Unfälle 5:37 min
3 Im Schatten der Berge 7:57 min
4 "Jene, die töten" 15:01 min
5 Getroffen! 21:00 min
6 Schlaflos im Yosemite Valley 24:25 min
7 Ein rätselhafter Anruf 28:07 min
8 Der Wahrheit auf der Spur 33:42 min
9 Ein grauenhafter Fund 37:24 min
10 In Lebensgefahr 58:57 min
11 Betrug am Berg 63:23 min

Im Detail

J
Justus Jonas
Obwohl er körperlich außer Gefecht gesetzt ist (Beinverletzung), brilliert er intellektuell. Seine Analyse der Kinderzeichnungen ist ein starker Sherlock-Moment. Sein Bluff am Ende ('Gut geblufft ist halb ermittelt') zeigt seine Kaltschnäuzigkeit.
P
Peter Shaw
Der heimliche Star der Folge. Er muss physisch an seine Grenzen gehen, klettert den Half Dome und zeigt echten Mut in der Gewitterszene. Kein Angsthase, sondern Actionheld.
B
Bob Andrews
Er fungiert als Bindeglied, unterstützt seinen Vater und Justus. Seine Entdeckung der Tierkadaver ist der gruseligste Moment der Folge, aber er bleibt insgesamt eher der unterstützende Part.

Sprecher

Verwandte Folgen

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