Zusammenfassung

Die Geschichte beginnt hochdramatisch über der Sierra Nevada: Mr. Andrews fliegt die drei Detektive in einer Cessna nach Diamond Lake, wo er sich mit einem Informanten treffen will. Doch plötzlich fällt der Motor aus – Sabotage! Nach einer geglückten Notlandung stellen sie fest, dass die Batterien des Funkgeräts fehlen. Die Gruppe trennt sich, um Hilfe zu holen. Während Bob und sein Vater nach Südwesten gehen, treffen Justus und Peter auf einen jungen Indianer, Daniel Grayley, der jedoch flüchtet. Bob kehrt später allein zurück; er hat seinen Vater im Wald verloren.

Am nächsten Tag finden die Jungen eine Straße und gelangen in ein ärmliches Indianerdorf. Dort herrscht eine seltsame Krankheit, die der Schamane und der Anführer ('Headman') Amos Turner durch Zeremonien bekämpfen wollen. Daniel erzählt von einer Vision: 'Am richtigen Ort, doch ohne Segen'. Zudem wird sein Onkel seit Wochen vermisst. Justus findet an der Absturzstelle eine Zigarettenkippe mit grünem Streifen – ein Beweis, dass ein Fremder dort war.

Die Indianer leihen den drei ??? einen Pickup, doch die Fahrt endet fast tödlich: Die Lenkung wurde angesägt. Zu Fuß kehren sie zum Flugzeugwrack zurück, das nun getarnt ist. Sie treffen auf den Jäger Oliver Nancarrow. Justus entlarvt ihn durch die Zigarettenmarke und das M16-Gewehr als Entführer von Mr. Andrews. Es kommt zur Flucht in das für den Stamm heilige 'Tal der Ahnen'.

Dort enthüllt sich das wahre Verbrechen: Der See ist verseucht, und in Höhlen lagern hunderte Fässer mit hochgiftigem Industriemüll. Justus findet zudem das Skelett von Daniels Onkel – er wurde ermordet, weil er das Geheimnis entdeckte. Daniel stößt zu ihnen und erkennt die Wahrheit. Gemeinsam finden sie Nancarrows Wohnmobil, in dem Bobs Vater gefangen gehalten wird. Im finalen Showdown taucht der Headman auf, der von Nancarrow getäuscht wurde (er glaubte, es handele sich um Regierungssprengstoff). Justus beweist Nancarrows Schuld durch die Gürtelschnalle des Toten. Der Stamm überwältigt die Verbrecher, und die Gerechtigkeit siegt.

Review

Giftmüll, Bruchpiloten und Käpt'n Blaubär auf Abwegen – Folge 48 im Fan-Check
Ein Flugzeugabsturz, eine mysteriöse Krankheit und ein Crossover, das TKKG-Fans ausflippen lässt! Warum 'Die gefährlichen Fässer' trotz Spoiler-Titel ein Action-Highlight der 90er ist.

Hallo liebe Detektiv-Kollegen und Kassettenkinder!

Willkommen zurück in der Zentrale. Schnappt euch ein Stück Kirschkuchen (aber vorsicht, Tante Mathilda guckt schon streng!), denn heute graben wir eine Folge aus, die so sehr nach 90er Jahre schreit wie Neon-Leggings und Walkmans. Wir besprechen Folge 48: "Die drei ??? und die gefährlichen Fässer".

Eine Folge, in der die Umweltverschmutzung noch Chefsache war, Flugzeuge vom Himmel fallen wie reife Äpfel und wir ein Crossover erleben, das eigentlich das Raum-Zeit-Kontinuum sprengen müsste. Aber dazu später mehr!

ERSTER EINDRUCK


BÄM! Keine gemütliche Teestunde auf der Veranda, keine langweilige Suche nach entlaufenen Katzen. Diese Folge startet direkt mit einem Flugzeugabsturz! Man sitzt vor dem Lautsprecher und denkt sich: "Hoppla, sind wir hier bei Indiana Jones oder in Rocky Beach?" Die Survival-Stimmung in der Sierra Nevada packt einen sofort. Es riecht nach Kiefernnadeln, Lagerfeuer und... nun ja, nach verdammt giftigem Müll.

DIE STORY


Kurzfassung für Eilige: Bobs Papa, Mr. Andrews, hält es für eine gute Idee, drei Teenager zu einem konspirativen Treffen mit einem Informanten in die Wildnis zu fliegen. (Eltern des Jahres Award geht an...). Natürlich wird die Cessna sabotiert, Motor aus, Notlandung. Während unsere drei Bruchpiloten versuchen, Hilfe zu holen, stolpern sie in ein Reservat, in dem eine mysteriöse Krankheit umgeht. Es gibt Geistertänze, finstere Mienen und – Überraschung – fiese Geschäftsmänner, die die Natur als Mülleimer benutzen. Bob muss um seinen Vater zittern, Justus kombiniert Zigarettenstummel und Peter... nun, Peter fährt Auto. Und wie!

UNSERE HELDEN


Justus: Der erste Detektiv ist mal wieder der Sherlock Holmes der Wildnis. Er findet eine Zigarettenkippe mit grünem Streifen und baut daraus eine Beweiskette, die jeden Staatsanwalt vor Neid erblassen ließe. Seine Arroganz ist hier herrlich dosiert – er weiß es einfach besser, Punkt.

Peter: Unser Zweiter Detektiv sorgt für die Action. Er darf den Pickup der Indianer fahren (Spoiler: Die Bremsen funktionieren so gut wie ein Regenschirm im Hurricane) und liefert uns den Running Gag der Folge mit seiner "Popcorn-Diät". Peter in Panik ist immer ein Genuss, aber hier zeigt er auch echte körperliche Härte.

Bob: Der heimliche MVP. Es ist sein Vater, der in Gefahr ist, und das gibt der Folge eine emotionale Tiefe, die wir sonst selten haben. Bob ist hier nicht nur der Archivar, sondern ein Sohn in Sorge. Und dank seiner Chemie-Skills (ja, Schule bringt doch was!) identifiziert er den Giftmüll am Geruch. Respekt!

DIE GEGENSPIELER


Hier wird es legendär. Oliver Nancarrow ist der Prototyp des "netten Onkels", der sich als skrupelloser Verbrecher entpuppt. Aber das Wichtigste ist seine Stimme. Wenn dieser Mann spricht, möchte man ihm eigentlich alles glauben, selbst wenn er sagt, dass Giftmüll gut für den Teint ist.

Dann haben wir noch die Darstellung der Ureinwohner im Reservat. Puh, Leute. Aus heutiger Sicht ist das Ganze natürlich eine ziemliche Klischee-Kiste (der weise Schamane, der "Headman", die mystischen Visionen). Aber im Kontext der 90er Jahre Jugendunterhaltung funktioniert es als Stimmungsträger, auch wenn man heute vielleicht ein wenig zusammenzuckt.

BESTE MOMENTE


1. Der Absturz: Soundtechnisch für damalige Verhältnisse großes Kino. Das Stottern des Motors, die Panik im Cockpit – da ist Puls angesagt!
2. Die Pickup-Fahrt: Peter am Steuer eines sabotierten Wagens auf einer Bergstraße. Das ist Hollywood-Action für die Ohren.
3. Die Enthüllung im Tal der Ahnen: Als Justus klar wird, dass die "bösen Geister" eigentlich nur schnöde Chemieabfälle sind. Ein klassischer Scooby-Doo-Moment: Es ist kein Monster, es ist der Kapitalismus!

SCHWACHSTELLEN


Seien wir ehrlich: Die Logik hat hier Urlaub genommen. Warum nimmt Mr. Andrews drei Jungs mit zu einem Treffen, bei dem es um organisierte Kriminalität geht? Und warum lässt der Bösewicht die Jungs erst laufen, nur um sie dann wieder zu jagen?
Außerdem ist der Titel "Gefährliche Fässer" der vielleicht größte Spoiler der Hörspielgeschichte. Das ist, als würde man "Star Wars" in "Darth Vader ist Lukes Vater" umbenennen. Das ganze Mysterium um die Krankheit und die Geister ist sofort dahin, wenn man auf das Cover guckt.

SERIEN-KONTEXT


Diese Folge stammt aus der Ära der Crimebusters (auch wenn sie in Deutschland später einsortiert wurde). Das merkt man an der Action, den älteren Protagonisten (Autofahren!) und der härteren Gangart. Sie reiht sich ein in die "Umwelt-Folgen" wie "Gefährliches Wasser" oder "Bedrohte Ranch". Es ist der Versuch, den drei ??? modernere, relevantere Themen zu geben.

Interessant: Es ist eine der wenigen Folgen, in denen ein Elternteil aktiv und gefährdet Teil der Handlung ist. Meistens sitzen die ja nur zu Hause und warten auf den Anruf.

SPRECHER-SPOTLIGHT (Der absolute Wahnsinn!)


Leute, haltet euch fest. Der Cast dieser Folge ist Gold wert:

Oliver Nancarrow wird gesprochen von niemand Geringerem als Wolfgang Völz. Ja, genau! Käpt'n Blaubär ist der Bösewicht! Oder für die Filmfans: Die deutsche Stimme von Mel Brooks und Walter Matthau. Es ist fast verstörend, diese gemütliche Bärenstimme so fies zu hören. Ruhe in Frieden, Legende!
Daniel Grayley wird gesprochen von Fabian Harloff. Und jetzt kommt der Insider-Hammer: Fabian Harloff war der Tim (Tarzan) in der TKKG-Fernsehserie der 80er! Ein TKKG-Häuptling bei den drei ??? – das ist das Crossover, von dem wir nie wussten, dass wir es brauchen.
Mary Braley ist Kerstin Draeger, die Schwester von Sascha Draeger (dem Hörspiel-Tim von TKKG). Die ganze TKKG-Familie scheint hier Urlaub zu machen.

PRODUKTIONS-HISTORIE


Die Folge basiert auf dem Buch "The Mystery of the Fatal Chimera" von Louise Munro Foley. Und hier haben wir den Salat: "Chimera" (Chimäre) ist ein viel coolerer, mystischerer Titel als "Gefährliche Fässer". Im Buch spielt der Begriff auf das Trugbild an, das durch die Vergiftung entsteht. Die deutsche Übersetzung hat sich leider für die Holzhammer-Methode entschieden. Produziert wurde das Ganze 1990, eine Zeit, in der das Umweltbewusstsein gerade in der Popkultur ankam (Captain Planet lässt grüßen).

FAZIT & EMPFEHLUNG


Ist die Folge perfekt? Nein. Die Klischees sind angestaubt und die Story vorhersehbar. Aber macht sie Spaß? Auf jeden Fall!

"Die gefährlichen Fässer" ist ein wunderbares Action-Abenteuer für einen verregneten Sonntagnachmittag. Sie hat dieses spezielle Road-Movie-Feeling, das man sonst eher aus Folgen wie "Automafia"* kennt. Wer Wolfgang Völz mal als Bad Guy hören will und kein Problem damit hat, dass Peter fast eine Klippe runtersegelt, ist hier genau richtig.

Also: Anschnallen, Popcorn weglegen (wegen der Diät!) und ab in die Sierra Nevada!

Wusstest du schon?

Die Buchvorlage 'The Mystery of the Fatal Chimera' hat einen deutlich anderen Titel als das deutsche Hörspiel, was oft für Verwirrung sorgt.
Wolfgang Völz (die Stimme von Käpt'n Blaubär) spricht hier den Bösewicht Oliver Nancarrow.
Dies ist eine der wenigen Folgen, in denen ein Elternteil der Detektive (Mr. Andrews) direkt in lebensgefährliche Ermittlungen verwickelt ist.
Cover
Bewertung
7
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7 von 10 sabotierten Cessnas
Das Rätsel
Das Grundthema Umweltkriminalität ist solide, wenn auch für den Hörer recht früh durchschaubar (die 'Krankheit' der Indianer schreit förmlich nach Vergiftung). Der Kniff mit der sabotierten Cessna und dem 'Tal der Ahnen' verwebt das Survival-Abenteuer aber geschickt mit dem Kriminalfall.
Plot & Logik
Ein paar klassische Fragezeichen: Warum nimmt Mr. Andrews drei Teenager zu einem offenbar gefährlichen Geheimtreffen mit? Dass Nancarrow die Jungs nach dem ersten Treffen einfach laufen lässt, nur um sie dann wieder zu jagen, wirkt etwas konstruiert, dient aber der Spannung.
Gastfiguren
Oliver Nancarrow ist ein herrlich fieser Schurke – der 'freundliche Jäger', der sich als skrupelloser Geschäftsmann entpuppt. Daniel Grayley wirkt sympathisch, wenn auch etwas klischeehaft in seiner Zerrissenheit zwischen Tradition und Moderne.
Dialogqualität
Die Dialoge pendeln zwischen ernsthafter Bedrohung und lockerem Geplänkel. Besonders Justus' gestelzte Art kommt gut zur Geltung, wenn er Peters Essgewohnheiten kommentiert.
Pacing
Das Tempo ist hoch. Vom Flugzeugabsturz über die Wanderung, das Dorf, den Autounfall bis zur Verfolgungsjagd im Tal gibt es kaum Leerlauf. Eine sehr actionreiche Folge.
Kapitel
1 Über der Sierra Nevada 0:00 min
2 Der gespenstische Waldläufer 4:54 min
3 Wer kann die Kranken heilen? 10:35 min
4 Ein Traum und eine Botschaft 19:02 min
5 Die Wahnsinnsfahrt 23:51 min
6 Das Tal des Todes 30:58 min
7 Schmutzige Geschäfte 36:01 min
8 Das Ende für den Dämon 42:01 min

Im Detail

J
Justus Jonas
Er ist in Hochform. Seine Deduktion mit der Zigarettenkippe (grüner Streifen) ist ein klassischer Sherlock-Moment. Auch die Verknüpfung von Daniels Vision mit dem Mordfall zeigt seine Kombinationsgabe.
P
Peter Shaw
Er darf den Pickup fahren (und crashen) und sorgt für den körperlichen Einsatz. Seine 'Popcorn-Diät' und die Übersetzung des Indianernamens sorgen für den nötigen Humor.
B
Bob Andrews
Er hat eine starke emotionale Rolle durch die Sorge um seinen Vater. Fachlich glänzt er, als er den Chemikalien-Gestank identifiziert (Chemie-AG sei Dank).

Fazit

Eine starke Abenteuer-Folge mit Western-Flair und ernstem Hintergrund (Umweltschutz). Weniger Rätselraten, mehr Action und Survival. Besonders die Atmosphäre im 'verbotenen Tal' und die Bedrohung durch die bewaffneten Verfolger machen sie hörenswert.

Sprecher

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