Zusammenfassung

Die drei ??? wollen eigentlich nur entspannen und fahren mit Bobs Käfer an einen abgelegenen Strand. Unterwegs läuft ihnen der panische Eddie Reardon fast vor das Auto, der behauptet, auf den Klippen einen 'buckligen Zwerg' gesehen zu haben. Während Bob den Jungen nach Hause fährt, bauen Justus und Peter das Zelt auf. Peter geht surfen und kollidiert im Wasser mit einem harten Gegenstand, den er als Periskop identifiziert – er hat knapp ein U-Boot verfehlt.

Wiedervereint erkunden die Detektive die Klippen und entdecken hinter einem künstlichen Felsvorhang einen Höhleneingang. Im Inneren finden sie einen unterirdischen See, ein Mini-U-Boot und einen Schimpansen – der vermeintliche Zwerg. Als bewaffnete Männer auftauchen, müssen die drei fliehen, doch Bobs Käfer wurde von den Gangstern bereits demoliert ('vier Reifen und er ist wie neu'). Um Beweise zu finden, kehren sie in die Höhle zurück. Bob versteckt sich im U-Boot, wird jedoch eingeschlossen, als die Schmuggler ablegen.

Das U-Boot bringt Bob zu einem Schiff außerhalb der Zwölf-Meilen-Zone. Dort belauscht er ein Gespräch über 'Italiener', 'Spanier' und einen 'Deutschen namens Lehmann, der tot ist'. Bob wird entdeckt und vom skrupellosen Bandenchef über Bord geworfen – direkt in haiverseuchtes Gewässer. Glücklicherweise hat Justus die Küstenwache alarmiert, die Bob rettet und das Schiff aufbringt.

Auf der Polizeiwache bei Sergeant Ludlow scheint der Fall zunächst in einer Sackgasse zu stecken, da auf dem Schiff keine Beweise für Menschenschmuggel gefunden wurden. Justus kombiniert jedoch brillant: Ein Foto eines 'toten Hasen mit Hundeohren', das Bob im U-Boot fand, ist keine Tierquälerei, sondern Kunst von Albrecht Lehmann. Die Codes beziehen sich auf gestohlene Gemälde. Justus erinnert sich an den Schimpansen Judy und eine Höhlenzeichnung ('Joey liebt Barbara'). Zurück in der Höhle lässt er den Affen den geheimen Mechanismus öffnen, der das Versteck der Kunstwerke preisgibt.

Review

James Bond in Rocky Beach: U-Boote, Affen und ein Bad mit Haien!
U-Boote in Höhlen? Bob als Haifischfutter? Folge 133 dreht den Action-Regler auf 11! Warum Batman hier den Bösewicht spielt und was ein toter Hase damit zu tun hat, lest ihr im Review.

Hallo liebe Kassettenkinder und Streaming-Junkies,

Willkommen zurück in der Zentrale! Schnappt euch ein Stück Kirschkuchen (aber vorsichtig, Tante Mathilda guckt schon streng), denn heute besprechen wir einen Fall, der mehr nach einem James-Bond-Drehbuch klingt als nach gemütlicher Detektivarbeit in Rocky Beach. Wir reden über Folge 133: Fels der Dämonen.

ERSTER EINDRUCK


Kennt ihr das? Ihr wollt einfach nur entspannt campen, ein bisschen surfen und Marshmallows rösten, und zack – stolpert ihr über ein internationales Kunstschmuggler-Syndikat mit eigenem U-Boot. Nein? Tja, dann seid ihr wohl nicht die drei ???. Mein erster Gedanke beim Hören: „Habe ich aus Versehen eine TKKG-Folge eingelegt?“ Die Action-Dichte ist hier so hoch, dass man kaum Zeit zum Atmen hat. Der Titel verspricht Grusel, der Inhalt liefert aber knallharten Thriller. Etikettenschwindel? Vielleicht. Unterhaltsam? Aber hallo!

DIE STORY


Justus, Peter und Bob sind auf dem Weg in eine einsame Bucht (Klassiker!), als ihnen der panische Eddie fast vor die Motorhaube läuft. Er faselt von einem „buckligen Zwerg“ und Dämonen. Während Bob den Jungen nach Hause bringt, baut der Rest das Zelt auf. Peter – unser Wellenreiter vom Dienst – kollidiert beim Surfen fast mit einem Periskop. Ja, richtig gelesen. Ein U-Boot. In einer Höhle. In Rocky Beach.

Es stellt sich heraus: Eine Gangsterbande nutzt die Höhle als Umschlagplatz für gestohlene Kunstwerke. Bob, unser Mann für die brenzligen Situationen, versteckt sich im U-Boot (warum eigentlich immer er?), wird entführt, belauscht finstere Pläne und landet schließlich als Haifischfutter im offenen Meer. Justus muss derweil an Land einen Kunst-Code knacken, der etwas mit „toten Hasen mit Hundeohren“ zu tun hat. Klingt irre? Ist es auch.

UNSERE HELDEN


Justus Jonas: Der erste Detektiv ist hier in Hochform, was die grauen Zellen angeht. Dass er den Code „Lehmann“ nicht als Leiche, sondern als Kunstwerk enttarnt, ist einer dieser Sherlock-Momente, für die wir ihn lieben. Herrlich auch sein Telefon-Bluff als besorgter Vater (oder war es ein Onkel?), um Infos zu bekommen. Einziger Minuspunkt: Seine Höhenangst in der Höhle. Justus, du bist schon auf so vielen Dächern herumgeklettert, stell dich nicht so an!

Peter Shaw: Der Sportler muss leiden. Erst die Kollision im Wasser (aua!), dann die Kletterpartien. Aber Peter ist hier überraschend gefasst. Er fungiert als der praktische Anführer in der Höhle, während Justus schnauft. Ein solider Auftritt für den Zweiten.

Bob Andrews: Leute, wir müssen reden. Bob ist der MVP (Most Valuable Player) dieser Folge. Was der arme Kerl hier durchmacht, reicht für drei Leben. Eingesperrt im U-Boot, bedroht von Gangstern und dann wortwörtlich ins Meer geworfen, um von Haien gefressen zu werden. Das ist „Die drei ??? – Hardcore Edition“. Bob beweist Nerven aus Stahlseilen. Respekt!

DIE GEGENSPIELER


Die Gangsterbande ist... bunt. Wir haben den „Spanier“, den „Italiener“ und einen Chef, der so böse ist, dass er Bob ohne mit der Wimper zu zucken über die Planke gehen lässt. Sie wirken zwar etwas klischeehaft (typische Handlanger-Dialoge), aber durch die fantastischen Sprecher (dazu gleich mehr) bekommen sie eine bedrohliche Tiefe, die man sonst oft vermisst.

BESTE MOMENTE


1. Der Code: Als Bob das Foto des „toten Hasen mit Hundeohren“ beschreibt und Justus sofort schaltet: „Das ist ein Albrecht Lehmann!“ – Großartig. Bildungsauftrag erfüllt.
2. Die Hai-Szene: Die Szene, in der Bob im Wasser treibt und die Rückenflosse sieht, ist akustisch top umgesetzt. Echte Spannung!
3. Der Affe: Ja, der „Dämon“ ist ein Schimpanse namens Judy. Das ist so absurd, dass es schon wieder gut ist.

SCHWACHSTELLEN


Okay, Butter bei die Fische (Wortspiel beabsichtigt): Der Plan der Verbrecher ist völlig gaga. Ein U-Boot in eine enge Höhle manövrieren, um Bilder zu schmuggeln? Wäre ein Lieferwagen nicht billiger gewesen?
Und dann das Finale: Dass der Schimpanse Judy exakt weiß, welchen Hebel man drücken muss, um die Geheimtür zu öffnen, ist der wohl größte „Deus ex Machina“-Moment der Seriengeschichte. Da hat Autor Marco Sonnleitner wohl gedacht: „Ach komm, ein intelligenter Affe löst das Problem, merkt schon keiner.“ Doch, Marco, wir merken das!

SERIEN-KONTEXT


Die Folge 133 stammt aus der Feder von Marco Sonnleitner, und das merkt man sofort. Sonnleitner liebt Action, technische Gadgets und überzogene Bösewichte (siehe auch „Schlucht der Dämonen“ oder „Haus des Schreckens“).

Interessant ist der Titel: „Fels der Dämonen“ suggeriert Mystery, liefert aber Action. Das ist typisch für diese Phase der Serie (ca. 2008-2010), in der man versuchte, mit reißerischen Titeln zu locken.
Ein schönes Detail für die Kontinuität: Bobs Käfer wird mal wieder als Geländewagen missbraucht und leidet massiv. „Vier neue Reifen und er ist wie neu“ – Bobs Optimismus möchte ich haben.


SPRECHER-SPOTLIGHT


Hier wird es legendär, Freunde!

Sergeant Ludlow wird gesprochen vom großartigen Dietmar Mues. Eine absolute Legende des deutschen Theaters und Hörspiels. Mues starb leider 2011 tragisch bei einem Verkehrsunfall. Seine rauchige, markante Stimme verleiht dem Polizisten eine wunderbare Autorität. Ein Gänsehaut-Moment, ihn hier noch einmal zu hören.
Der Banden-Chef ist niemand Geringeres als Eberhard Haar. Wenn euch die Stimme bekannt vorkommt und ihr plötzlich Lust auf Krabbenburger habt: Ja, das ist die deutsche Stimme von Thaddäus Tentakel aus SpongeBob! Aber noch viel wichtiger für die Atmosphäre: Er war auch die Stimme von Batman in der genialen Zeichentrickserie der 90er. Batman als Bösewicht, der Bob zu den Haien wirft – verrückte Welt!
Frank (oder Jack?) wird von Fabian Harloff gesprochen. Den kennen wir als Stimme von „Bob der Baumeister“ oder aus der TV-Serie „Notruf Hafenkante“. Aber für uns Kassettenkinder ist er vor allem eines: Tim (damals noch Tarzan) in der TKKG-Fernsehserie der 80er Jahre! Ein schönes Crossover.

PRODUKTIONS-HISTORIE


Das Hörspiel erschien im Oktober 2009 und basiert auf dem gleichnamigen Buch von Marco Sonnleitner (erschienen 2007). Im Buch ist die Handlung natürlich etwas ausführlicher, aber das Hörspiel hält sich wacker.
Ein lustiger Fact am Rande: Der Künstler Albrecht Lehmann ist fiktiv, aber es gibt tatsächlich einen bekannten deutschen Volkskundler namens Albrecht Lehmann. Ob das Absicht war oder Zufall? Man weiß es nicht.


FAN-SERVICE-CHECK


Bobs Käfer: Wird geschrottet. Check.
Justus' Visitenkarte: Wird souverän überreicht. Check.
Peters Angst: Vorhanden, aber diesmal durch echte Haie gerechtfertigt. Check.

FAZIT & EMPFEHLUNG


„Fels der Dämonen“ ist Popcorn-Kino für die Ohren. Wer die klassischen, ruhigen Rätselfälle liebt, wird hier vielleicht den Kopf schütteln über U-Boote und geniale Affen. Aber wer mal hören will, wie die drei ??? in echte Lebensgefahr geraten und wie Bob zum Action-Helden mutiert, der wird bestens bedient. Es ist trashig, es ist schnell, es ist spannend.

Kein Klassiker für die Ewigkeit, aber eine verdammt unterhaltsame Achterbahnfahrt.

Bis zum nächsten Mal, Kollegen! Und immer schön auf Periskope achten beim Baden!

Wusstest du schon?

Der Titel 'Fels der Dämonen' ist etwas irreführend, da es keine übernatürlichen Elemente gibt; der 'Dämon' entpuppt sich schnell als Schimpanse.
Albrecht Lehmann ist im Hörspiel ein fiktiver Künstler, in der Realität gibt es einen bekannten Volkskundler dieses Namens, was aber wohl Zufall ist.
Bob wird hier tatsächlich von Verbrechern ins Meer geworfen, um von Haien gefressen zu werden – eine der brutalsten Tötungsabsichten in der Seriengeschichte.
Cover
Bewertung
7.5
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7,5 von 10 surrealistischen toten Hasen
Das Rätsel
Die Grundidee mit dem Kunstschmuggel via U-Boot ist herrlich 'James Bond'-mäßig überzogen, aber unterhaltsam. Der Code mit den Künstlernamen (Lehmann, van Deusen) ist für Justus-Verhältnisse fast etwas zu leicht, aber für den Hörer schön zum Mitraten.
Plot & Logik
Der Plan der Verbrecher ist extrem aufwendig: Warum das U-Boot in eine komplizierte Höhle manövrieren, statt die Bilder einfach an einem stillen Strand zu verladen? Dass der Affe genau weiß, wie der Geheimmechanismus funktioniert, ist ein klassischer 'Drei ???'-Zufall, aber verzeihlich.
Kapitel
1 Hilfe, ein Zwerg! 0:00 min
2 Das Grauen in der Tiefe 5:14 min
3 Das Versteck 11:02 min
4 Zwergenkunst 13:47 min
5 Ein Käfer wird misshandelt 16:11 min
6 Flucht nach vorne! 19:18 min
7 Abwärts 23:10 min
8 Haifischfutter 34:11 min
9 Ein tierisches Geheimnis 42:32 min

Im Detail

J
Justus Jonas
Zeigt seine ganze Klasse im Finale. Seine Deduktion, dass 'Lehmann' kein toter Mensch, sondern ein Kunstwerk ist, rettet den Fall. Auch sein Bluff am Telefon mit Eddies Mutter ist typisch clever.
P
Peter Shaw
Der Sportliche. Er entdeckt das U-Boot beim Surfen (autsch!) und behält in der Höhle den Überblick, auch wenn er mal wieder der Bedenkenträger ist.
B
Bob Andrews
Der heimliche Held der Folge. Er begibt sich in absolute Lebensgefahr als blinder Passagier, wird über Bord geworfen und muss gegen Haie kämpfen. Seine Kunstkenntnisse sind zudem entscheidend.

Sprecher

Verwandte Folgen

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