Zusammenfassung

Die drei Fragezeichen retten auf dem Highway einen Mann, der beinahe von einem LKW überfahren wird: Lo Wang, der Gärtner von Christine Harkinson. Er steht unter Schock und faselt von Geistern. Die Detektive bringen ihn zu seiner herzlichen Arbeitgeberin zurück. Christine berichtet, dass Lo sich seltsam verhält, Böller zündet und Kräuter verbrennt, um böse Geister zu vertreiben. Justus bietet Hilfe an und bemerkt dabei einen Werbeflyer, auf den er versehentlich Limonade schüttet.

Bei einer Beschattung beobachten die Jungen Lo in einem Bootsschuppen mit einem blonden Medium, das ihn einschüchtert und vor dem 'toten Mönch' warnt. Der Schuppen ist auffällig penibel aufgeräumt. In der folgenden Nacht untersuchen die Detektive Christines Garten. Bob stürzt dabei in ein Loch, das sich als Zugang zu einem alten Stollen entpuppt. Dort begegnen sie einer Mönchsgestalt, die den Tunnel zum Einsturz bringt und flieht.

Am nächsten Tag recherchieren die drei ??? im Tiefbauamt bei dem skurrilen Mr. Bambridge. Mit einem Trick fotografiert Justus die Baupläne. Sie erkennen, dass die alten Missions-Tunnel von Christines Grundstück direkt zum benachbarten Anwesen des reichen Verlegers Anthony Hearst führen. Justus erinnert sich zudem an den Namen 'Abercrombie' von einer Mitarbeiter-Tafel im Immobilienbüro – derselbe Name stand auf dem nassen Flyer der Personalvermittlung, die Christine ihren neuen Aushilfsgärtner 'Ralph' vermittelt hat.

Zurück bei Christine finden sie diese gefesselt in der Speisekammer. Der falsche Gärtner ist bereits im Tunnel. Die drei ??? folgen ihm und stellen ihn im Keller der Hearst-Villa. Es ist Matt Abercrombie (alias Ralph), der es auf Hearsts Kunstsammlung abgesehen hat. Seine krankhafte Zwangsstörung – er muss ein schief hängendes Bild geraderücken – überführt ihn endgültig, da Justus dieses Verhalten schon beim 'ordentlichen' Bootsschuppen und dem perfekten Rasen bemerkt hatte.

Review

Indiana Jones im Keller und Tim TKKG auf Abwegen – Folge 134 rockt!
Was haben Harrison Ford, ein zwanghafter Kunstdieb und ein toter Mönch gemeinsam? Sie alle treffen sich in Rocky Beach! Warum Folge 134 ein verstecktes Juwel ist, erfahrt ihr im Review.

Hallo liebe Detektiv-Kollegen und Kassettenkinder,

schnappt euch einen Kirschkuchen (oder in diesem Fall Muffins) und macht es euch in der Zentrale gemütlich! Heute werfen wir einen Blick auf eine Folge, die mich beim Wiederhören wirklich überrascht hat. Es geht um Folge 134: Der tote Mönch. Ein Titel, der erstmal nach klassischem Grusel schreit, aber am Ende eine der witzigsten und prominentesten Stimmen-Paraden der Neuzeit liefert. Justus, Peter und Bob sind zurück – und sie haben Harrison Ford im Keller!

ERSTER EINDRUCK


Man liest "Der tote Mönch" und denkt sofort an Edgar Wallace oder die ganz alten Klassiker wie das "Gespensterschloss". Und tatsächlich: Der Einstieg ist herrlich "Old School". Ein Gewitter, ein panischer Mandant, eine alte spanische Mission. Das fühlt sich an wie eine warme Decke aus Nostalgie – bis Marco Sonnleitner den Turbo zündet und wir plötzlich in einer Heist-Story mit Zwangsstörungen landen. Der erste Eindruck? Solide, gruselig und verdammt gut besetzt.

DIE STORY


Alles beginnt mit einer Vollbremsung auf dem Highway. Unsere drei Fragezeichen retten Lo Wang, den Gärtner der liebenswerten Künstlerin Christine Harkinson. Der arme Mann ist völlig durch den Wind, weil ihn ein "toter Mönch" im Garten terrorisiert. Christine, die coolste Socke unter den Auftraggeberinnen seit Tante Mathilda, engagiert die Jungs.

Was folgt, ist klassische Detektivarbeit: Beschattung eines seltsamen Mediums im Bootsschuppen, nächtliche Garten-Action (inklusive Bob, der mal wieder den Boden küsst) und die Entdeckung eines Tunnelsystems. Die Spur führt zum Nachbarn, dem Verleger Anthony Hearst. Am Ende stellt sich heraus: Der Spuk dient nur dazu, ungestört im Garten nach einem Zugang zu Hearsts Villa zu graben, um dessen Kunstschätze zu klauen. Der Clou? Der Täter hat einen krankhaften Ordnungswahn – und genau das wird ihm zum Verhängnis.

UNSERE HELDEN


Justus "Der Computer" Jonas: Unser Erster Detektiv ist in Hochform. Er kombiniert nicht nur messerscharf, sondern hat auch das Glück des Tüchtigen. Dass er sich an einen Namen auf einem durchnässten Flyer erinnert, auf den er zufällig Limonade gekippt hat, ist der wohl größte "Justus-Moment" aller Zeiten. Seine Arroganz im Bauamt gegenüber Mr. Bambridge ist pures Gold.

Peter "Der Angsthase" Shaw: Peter darf das tun, was er am besten kann: Autofahren und Panik schieben. Aber: Er ist derjenige, der im Tunnel vorangeht. Ein solider Auftritt unseres Sport-Asses, auch wenn er mal wieder der Erste ist, der an Geister glaubt.

Bob "Das Opfer" Andrews: Armer Bob. Er fällt in ein Loch. Im Ernst, Bob ist in dieser Folge für die physischen Schmerzen zuständig. Aber ohne seinen Sturz hätten sie den Tunnel nie gefunden. Danke für deinen Einsatz, Bob!

DIE GEGENSPIELER


Der "tote Mönch" selbst ist natürlich nur Kostüm-Mummenschanz à la Scooby-Doo, aber effektiv. Der wahre Star unter den Bösewichten ist Matt Abercrombie alias "Ralph". Ein Kunstdieb mit Zwangsstörung (OCD), der Bilder geraderücken muss? Das ist so skurril, dass es schon wieder genial ist.

Lo Wang, der Gärtner, ist zwar das Opfer, aber seine abergläubische Art treibt die Handlung voran. Man muss allerdings sagen: Die Darstellung wandelt hart an der Grenze zum Klischee.

BESTE MOMENTE


1. Das Amt: Der Besuch beim städtischen Vermessungsamt ist Comedy-Gold. Mr. Bambridge, der völlig überforderte und bürokratische Beamte, treibt die Jungs in den Wahnsinn. "Haben Sie einen Termin?" – "Wir sind Schüler!" – "Das ist kein Termin." Großartig geschrieben und gespielt!
2. Die Stimme: Als Anthony Hearst den Mund aufmacht, bekommt man Gänsehaut. Nicht vor Angst, sondern vor Ehrfurcht. Es ist Harrison Ford! (Dazu gleich mehr im Spotlight).
3. Das Finale: Justus überführt den Täter, indem er einfach darauf wettet, dass dieser ein schiefes Bild nicht ertragen kann. Psychologische Kriegsführung vom Feinsten.

SCHWACHSTELLEN


Seien wir ehrlich: Justus' Schlussfolgerung mit der Zwangsstörung kommt sehr plötzlich. Er sieht einen aufgeräumten Schuppen und einen gepflegten Rasen und schließt sofort auf einen pathologischen Zwang? Da hat wohl jemand das Drehbuch vorher gelesen. Auch der Zufall mit dem Limonaden-Flyer ist... nun ja, typisch drei ???, aber schon sehr konstruiert.

SERIEN-KONTEXT


Die Folge stammt aus dem Jahr 2009 und gehört zur Ära von Marco Sonnleitner. Typisch für ihn: Ein technischer oder psychologischer Kniff (hier die Zwangsstörung) löst den Fall. Interessant ist, dass die Folge bei den Fans extrem beliebt ist – sie gewann 2009 sogar das "Silberne Fragezeichen" (Platz 2) beim Publikumsvoting. Sie schafft den Spagat zwischen den modernen, schnelleren Folgen und dem klassischen Grusel-Feeling perfekt. Inspektor Cotta ist natürlich auch dabei und sorgt für die offizielle Rückendeckung – die Kontinuität in Rocky Beach stimmt also.


SPRECHER-SPOTLIGHT


Hier feuert Europa aus allen Rohren!

Wolfgang Pampel (Anthony Hearst): Leute, festhalten! Das ist die deutsche Stimme von Harrison Ford (und J.R. Ewing aus Dallas)! Wenn Hearst spricht, wartet man eigentlich nur darauf, dass er die Peitsche rausholt oder den Millennium Falken startet. Ein absolutes Highlight, diese Legende dabei zu haben.
Nicolas König (Matt Abercrombie): Ein Fest für TKKG-Fans! Nicolas König spielte in der TKKG-Fernsehserie die Rolle des Tim (damals noch Tarzan). Dass "Tim" hier von Justus Jonas überführt wird, ist ein innerer Reichsparteitag für jeden Hörspiel-Nerd. Außerdem ist er der Sohn der Sprecher-Legende Henry König.
Inken Sommer (Christine Harkinson): Leider 2018 verstorben. Sie war die Stimme von "Tante Pittypat" in Vom Winde verweht und unzähligen anderen Rollen. Sie gibt der Figur genau die richtige Mischung aus Tante-Mathilda-Wärme und taffer Lady.
Gustav-Adolph Artz (Mr. Bambridge): Der Mann für die knorrigen Rollen (leider 2014 verstorben). Er spielt den bürokratischen Beamten so herrlich trocken, dass man ihn durch die Boxen schütteln möchte.

PRODUKTIONS-HISTORIE


Erschienen ist das Hörspiel am 2. Oktober 2009. Es basiert auf dem gleichnamigen Buch von Marco Sonnleitner. Wie so oft ist das Buch etwas detaillierter, besonders was die Hintergründe der Mönchs-Legende angeht, aber das Hörspiel fängt die Essenz perfekt ein. André Minninger hat hier beim Skript ganze Arbeit geleistet, um das Tempo hochzuhalten.


FAN-SERVICE-CHECK


Essen: Christine Harkinson stopft die Jungs mit Muffins und Sandwiches voll. Ein klarer Pluspunkt auf der Tante-Mathilda-Skala.
Visitenkarte: Wird natürlich überreicht.
  • Dietrich: Peter muss mal wieder seine Einbruchskünste unter Beweis stellen.

FAZIT & EMPFEHLUNG


"Der tote Mönch" ist wie eine gut gemachte Pizza: Klassischer Boden (Grusel-Setting), moderner Belag (Action & Psychologie) und extra viel Käse (Harrison Fords Stimme!). Die Folge macht einfach Spaß. Sie ist nicht der komplexeste Fall aller Zeiten, aber durch die grandiosen Sprecher und die witzigen Dialoge (Bambridge!) ein absoluter "Re-Listen"-Kandidat.

Für wen? Für alle, die Harrison Ford schon immer mal in Rocky Beach hören wollten und für Fans von "Scooby-Doo"-Auflösungen.

Prädikat: Besonders wertvoll für die Ohren!

Wusstest du schon?

Wolfgang Pampel, der Sprecher von Anthony Hearst, ist die deutsche Feststimme von Harrison Ford.
Nicolas König (Matt Abercrombie) ist ebenfalls ein bekannter Hörspielsprecher und Schauspieler (u.a. Karl-May-Spiele Bad Segeberg).
Die Folge belegte bei einer Fan-Umfrage den zweiten Platz als bestes Hörspiel des Jahres 2009.
Cover
Bewertung
7
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7 von 10 gerade gerückten Bilderrahmen
Das Rätsel
Ein solider Fall, der klassische 'Scooby-Doo'-Elemente (Verbrecher im Kostüm) mit einer Heist-Story verknüpft. Die Auflösung über den Tunnel ist logisch hergeleitet. Der Hinweis mit dem 'Ordnungswahn' des Täters ist clever, auch wenn Justus' Schlussfolgerung am Ende fast etwas zu schnell kommt.
Plot & Logik
Der Plan des Täters ist grundsätzlich plausibel: Den abergläubischen Gärtner vertreiben, um ungestört Zugang zum Tunnel im Garten zu haben. Dass niemand die Grabungen bemerkt hat, muss man als gegebene Hörspiel-Logik akzeptieren. Etwas konstruiert wirkt, dass Justus sich zufällig an den Namen auf dem durchnässten Flyer erinnert.
Kapitel
1 Noch mal Glück gehabt! 0:00 min
2 Angst 4:36 min
3 Beschattung 14:09 min
4 Böser Geist 19:16 min
5 Verschüttet 24:08 min
6 Ordnung kehrt ein 29:30 min
7 Geschäftsgeheimnis 34:28 min
8 Neuer Entschluss 36:33 min
9 Fototrick 38:00 min
10 Es entwickelt sich 43:21 min
11 Der tote Mönch 45:57 min
12 Seltener Name 55:22 min
13 Letzte Ergebnisse 60:27 min

Im Detail

J
Justus Jonas
Brilliert mit seinem Elefantengedächtnis ('Abercrombie') und der psychologischen Beobachtungsgabe bezüglich der Zwangsstörung des Täters. Seine Arroganz im Amt ist herrlich.
P
Peter Shaw
Ist der Mann für die Action (Klettern, Fahren) und natürlich derjenige, der die Geisterangst verbalisiert, aber trotzdem mutig vorangeht.
B
Bob Andrews
Fällt sprichwörtlich tief (in das Grab), leistet aber wichtige Archivarbeit und identifiziert Lo Wangs Namen zuerst.

Sprecher

Verwandte Folgen

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