Zusammenfassung

Die drei ??? entdecken am Strand von Rocky Beach einen gestrandeten jungen Wal. Da Ebbe ist, graben sie ihm ein Becken und versorgen ihn mit Wasser, doch als sie später zurückkehren, ist das Tier verschwunden. Reifenspuren führen sie zu 'Ocean World', wo die Trainerin Constance Carmel arbeitet. Obwohl sie zunächst abwiegelt, stellt sich heraus, dass sie mit einem gewissen Oscar Slater zusammenarbeitet. Slater hat den Wal, den Constance 'Fluke' nennt, in sein privates Schwimmbad bringen lassen.

Constance glaubt, Slater wolle mit Hilfe des Wals eine Ladung wertvoller Taschenrechner aus dem gesunkenen Boot ihres Vaters bergen. Doch die Detektive stoßen auf Ungereimtheiten. Ein Unbekannter, der sich als Constances Vater ausgibt, bietet Justus Geld, damit der Wal sofort freigelassen wird. Zudem werden Sabotageakte verübt: Die Bremsen an Constances Wagen werden manipuliert und Peters Sauerstoffflasche wird vor einem Tauchgang geleert.

Justus löst schließlich das Rätsel um die Position des Wracks durch einen Hinweis von Constances echtem Vater: 'Die zwei langen Stangen' sind ein Sendemast und ein Schornstein, die man in Deckung bringen muss. Der Wal 'Fluke' taucht zum Wrack und birgt eine Metallkassette. Wieder an Land, bedroht der mysteriöse Saboteur – nun als Paul Donner enttarnt – die Gruppe mit einer Waffe. Peter gelingt es mutig, ihn zu entwaffnen. Justus enthüllt den wahren Inhalt der Kassette: Es sind keine Taschenrechner, sondern Druckplatten und Falschgeld, das Slater bergen wollte, während Donner genau das verhindern wollte, um nicht erneut ins Gefängnis zu müssen.

Review

Moby Dick auf Abwegen: Warum Peter Shaw der wahre Action-Held ist
Ein Wal im Swimmingpool, Bremsen ohne Funktion und Peter Shaw im Rambo-Modus. Warum der Superwal völlig absurd, aber absolut genial ist, lest ihr hier!

Hallo liebe Detektiv-Kollegen und Kassettenkinder,

schnappt euch eure Schwimmflossen und poliert die Lupe, denn heute tauchen wir ab – buchstäblich! Wir besprechen eine Folge, die so sehr nach „80er Jahre Action-Film“ schreit, dass man förmlich das Haarspray riechen kann. Es geht um Folge 36: „...und der Super-Wal“. Eine Episode, in der Logik manchmal Urlaub macht, aber der Unterhaltungsfaktor Überstunden schiebt.

ERSTER EINDRUCK


Hand aufs Herz: Ein Wal, der in einem privaten Swimmingpool in den Hollywood Hills gehalten wird? Das ist der Stoff, aus dem Trash-Träume sind! Als ich die Folge zum ersten Mal hörte, dachte ich: „Okay, jetzt haben sie den Verstand verloren.“ Aber wisst ihr was? Es funktioniert. Die Atmosphäre ist dicht, es riecht nach Salzwasser, Sonnencreme und Gefahr. Es ist „Free Willy“ trifft auf „Miami Vice“, nur dass Don Johnson hier durch einen blonden Sportler mit Panikattacken ersetzt wurde.

DIE STORY


Kurzfassung für Eilige: Unsere drei ??? finden am Strand von Rocky Beach einen gestrandeten Wal. Sie retten ihn (heldenhaft!), aber am nächsten Tag ist der Meeressäuger weg. Geklaut! Die Spur führt zu „Ocean World“ und einer Trainerin namens Constance, die Auto fährt wie eine gesengte Sau. Es stellt sich heraus: Der Wal („Fluke“) wurde entführt, um nach einem Schatz zu tauchen. Klingt kompliziert? Ist es auch. Es geht um gefälschte Taschenrechner, echte Druckplatten, fiese Sabotage und zwei Gangster, die sich gegenseitig nicht grün sind.

UNSERE HELDEN


Justus: Der Erste Detektiv hat hier Licht und Schatten. Sein großer Moment? Das Zitat für die Ewigkeit: „Wenn der Prophet nicht zum Berg kommt, muss der Berg eben zum Propheten kommen.“ Aber: Er lässt sich vom Bösewicht Paul Donner, der sich als besorgter Vater verkleidet, so richtig schön an der Nase herumführen. Justus nennt sich selbst einen „Vollidioten“ – ein seltener Moment der Selbstreflexion, den wir feiern müssen!

Peter: Leute, vergesst den Angsthasen. In dieser Folge ist Peter der absolute MVP (Most Valuable Player). Er taucht, er steuert Boote, er entwaffnet am Ende den Bösewicht mit einem Judo-Griff, auf den Bruce Lee stolz wäre. Das ist „Action-Peter“ in Höchstform. Kein „Zweiter“, der wegrennt, sondern einer, der anpackt.

Bob: Unser Archivar ist hier der Technik-Guru. Er nimmt Wal-Gesänge auf (mit dem guten alten Tonbandgerät, herrlich analog!) und recherchiert im Hintergrund. Solide Bob-Arbeit, ohne die der Fall nicht gelöst worden wäre.

DIE GEGENSPIELER


Das Duo Slater & Donner ist Gold wert. Slater ist der gierige Geschäftsmann, aber Paul Donner ist das wahre Highlight. Er ist gefährlich, unberechenbar und manipuliert Bremsen. Ein echter Krimineller, nicht nur ein maskierter Hausmeister. Dazu kommt Constance Carmel: Eine der taffsten Frauenfiguren der Klassiker-Ära. Sie lässt sich nichts gefallen und fährt ihren klapprigen Kombi auch ohne Bremsen sicher in den Sandhaufen.

BESTE MOMENTE


1. Die Todesfahrt: Als die Bremsen an Constances Auto versagen und Peter fast einen Herzinfarkt bekommt, während Constance cool bleibt. Großes Kopfkino!
2. Das Finale: Peter nimmt dem bewaffneten Donner die Pistole ab. Bam! So macht man das in Rocky Beach.
3. Justus' Deduktion: Am Ende überführt Justus den Täter anhand einer „Falte unter dem Auge“, die verrät, dass er eine Maske trug. Ein klassischer Sherlock-Holmes-Moment, der beweist, dass Justus auch ohne Google alles weiß.

SCHWACHSTELLEN


Wir müssen reden. Ein Wal? In einem Swimmingpool? Und den trainiert man mal eben in ein paar Tagen darauf, gezielt nach Metallkassetten zu tauchen? Der Plan der Bösewichte ist so unnötig kompliziert, dass es fast schon wehtut. Warum nicht einfach professionelle Taucher engagieren? Aber hey, Logik ist was für Anfänger, wir sind hier wegen der Abenteuer!

SERIEN-KONTEXT


Diese Folge markiert den Einzug von Autor Marc Brandel in die Serie (zumindest in der deutschen Veröffentlichung). Brandel stand für mehr Härte, mehr Action und echte Gefahr. Das merkt man hier deutlich: Es gibt Schusswaffen, Sabotage, die tödlich enden könnte, und echte Gangster. Es ist der Wegbereiter für die spätere „Crimebusters“-Ära, in der es oft ruppiger zuging.

Ein trauriges Detail für Nostalgiker: Dies ist die letzte reguläre Folge, in der der großartige Horst Frank als Kommissar Reynolds zu hören ist (bevor er später durch Günther Flesch ersetzt wurde). Eine Ära geht zu Ende. Frank verlieh Reynolds diese wunderbare Mischung aus Autorität und väterlicher Wärme. Salutiert, Kollegen!


SPRECHER-SPOTLIGHT


Hier wird mit der großen Kelle angerichtet:
- Paul Donner wird gesprochen von der Legende Jürgen Thormann. Ihr kennt ihn als deutsche Stimme von Michael Caine oder Ian McKellen (Gandalf). Wenn Thormann spricht, bekommt man Gänsehaut – seine Stimme ist wie dunkle Schokolade mit einer Rasierklinge darin.
- Oscar Slater ist Helmut Ahner, den wir oft als wuseligen Nebencharakter kennen, hier aber herrlich unsympathisch.
- Constance wird von Heidi Schaffrath gesprochen, die man auch aus TKKG (dort oft als Gaby-Ersatz oder Lehrerin) kennt.

PRODUKTIONS-HISTORIE


Erschienen 1985, basiert das Hörspiel auf dem Buch „The Mystery of the Kidnapped Whale“ (1983). Interessant: Im Buch ist die Geschichte noch etwas düsterer. Der Titel „Super-Wal“ ist natürlich typisch deutsch-reißerisch. Im Original heißt es schlicht „Kidnapped Whale“. Aber „Super-Wal“ klingt halt nach Superheld, und das passt zum 80er-Vibe.


FAN-SERVICE-CHECK


- Schrottplatz-Romantik: Check. Die Jungs basteln Equipment.
- Karte: Die Visitenkarte wird zwar nicht klassisch überreicht, aber die Detektive agieren offiziell.
- Justus' Besserwisserei: Check. Er korrigiert alle bezüglich der Wal-Arten.

FAZIT & EMPFEHLUNG


„...und der Super-Wal“ ist keine Mystery-Folge im klassischen Sinne (keine Geister, keine Spukhäuser). Es ist ein astreiner Abenteuer-Thriller. Wer Logiklöcher verzeihen kann und hören will, wie Peter zum Action-Star mutiert und Jürgen Thormann das Böse in Person spielt, der wird hier bestens bedient. Es ist Popcorn-Kino für die Ohren.

Ranking: Ein solider Klassiker, der oft unterschätzt wird. Perfekt für den Sommer!

Wusstest du schon?

Dies ist die letzte Folge, in der Horst Frank die Rolle des Kommissar Reynolds spricht, bevor er von Günther Flesch abgelöst wurde.
Der Autor der Buchvorlage, Marc Brandel, brachte mit seinen Geschichten oft mehr Action und Thriller-Elemente in die Serie ein als seine Vorgänger.
Der Wal heißt im Hörspiel 'Fluke', was im Englischen sowohl 'Walfischflosse' als auch 'Glücksfall' bedeuten kann.
Cover
Bewertung
6.5
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6,5 von 10 gefälschten Taschenrechnern
Das Rätsel
Das Rätsel um die 'zwei langen Stangen' zur Ortung des Wracks ist klassische Abenteuer-Kost, aber solide. Das eigentliche Highlight ist Justus' Deduktion am Ende bezüglich der 'Falte unter dem Auge', die den Täter überführt – ein schöner Sherlock-Holmes-Moment.
Plot & Logik
Der Plan, einen gestrandeten Wal zu stehlen und zu trainieren, um ein Wrack zu finden, ist herrlich absurd und typisch für die Ära Brandel. Dass Paul Donner sich mit einer billigen Maskerade als Vater ausgibt, war riskant, aber für die Verwirrung notwendig.
Kapitel
1 Die Lebensretter 0:00 min
2 "Ocean World" – Die Welt des Ozeans 6:14 min
3 Jetzt aber los 12:00 min
4 Der Mann mit dem eigenartigen rechten Auge 17:23 min
5 Die beiden langen Stangen 24:05 min
6 Die verlorene Fracht 30:26 min
7 Flukeys Lied 36:29 min
8 Was in der Kassette war 42:04 min

Im Detail

J
Justus Jonas
Zeigt Größe, als er sich selbst als 'Vollidiot' bezeichnet, weil er auf den falschen Vater hereingefallen ist. Seine Schlussfolgerung am Ende rettet den Tag.
P
Peter Shaw
Ist hier der absolute Action-Held: Er taucht, fährt Boot und entwaffnet am Ende sogar den bewaffneten Paul Donner im Alleingang.
B
Bob Andrews
Übernimmt den technischen Part mit dem Tonbandgerät, um den Wal anzulocken, und recherchiert die Hintergründe.

Sprecher

Verwandte Folgen

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