Zusammenfassung

Die Geschichte beginnt harmlos mit Bobs Versuchen, das Bauchreden zu erlernen, doch die Idylle auf dem Schrottplatz wird jäh unterbrochen. Tante Mathilda weckt Justus mitten in der Nacht, da ein Einbrecher auf dem Gelände ist. Justus verfolgt den Mann, verliert ihn aber. In der Zentrale entdecken die drei Detektive, dass der Eindringling nichts gestohlen, sondern eine Spionagesoftware installiert hat. Über diese 'Hintertür' erscheint ein rätselhaftes Gedicht auf ihrem Bildschirm. Justus entschlüsselt die Botschaft: Die Anfangsworte der Zeilen verweisen auf einen Zeitungsartikel über eine Serie von Luxusautodiebstählen in Rocky Beach.

Ein zweites Gedicht führt die Detektive zur Orange Street, wo sie nachts auf der Lauer liegen. Tatsächlich beobachten sie zwei Männer mit grotesken Tigermasken, die einen schwarzen Mercedes stehlen. Eine Verfolgungsjagd endet erfolglos, und als die drei ??? am nächsten Morgen Inspektor Cotta informieren wollen, reagiert dieser ungewöhnlich aggressiv und wirft sie aus dem Präsidium. Ein drittes Gedicht lenkt den Verdacht schließlich direkt auf die Polizei selbst: Im Text sind die Namen von sechs Beamten versteckt – darunter auch Cotta. Die Detektive beginnen, die Privatwohnungen der verdächtigen Polizisten zu observieren und teilweise zu durchsuchen.

Die Indizien sind verwirrend: Bei Inspektor Devlin finden sie viel Bargeld, bei Cotta entdeckt Justus sogar eine Tigermaske im Spülkasten der Toilette. Ein rotes Haar, das am Tatort gefunden wurde, scheint zudem auf Forresters Freundin zu deuten. Um endlich Klarheit zu schaffen, inszeniert Justus eine Falle. Morton spielt mit seinem Rolls-Royce den Lockvogel. Als die 'Tiger' zuschlagen und Morton niederschlagen, verfolgen die Detektive das Auto per Peilsender zu einer Lagerhalle. Dort kommt es zum Showdown: Die Diebe entpuppen sich als die Polizisten Forrester und Mitchell. Cotta erscheint ebenfalls und klärt alles auf: Er selbst war der mysteriöse Auftraggeber 'Mister X', der die drei ??? benutzte, um in den eigenen Reihen zu ermitteln, ohne Aufsehen zu erregen. Die Tigermaske diente seiner eigenen Tarnung, und das rote Haar stammte von der Katze seiner Schwester.

Review

Cotta unter den Dichtern: Wenn der Kommissar zum Hacker wird 🐯💻
Ein Einbruch in der Zentrale, verschlüsselte Gedichte und ein Inspektor Cotta, der plötzlich völlig durchdreht? Folge 159 'Nacht der Tiger' ist ein wilder Ritt zwischen Genie und Wahnsinn!

Hallo liebe Detektiv-Kollegen und willkommen zurück im Fan-Blog!

Schnappt euch ein Stück von Tante Mathildas Kirschkuchen (aber vorsicht, heiß!), denn heute müssen wir über eine Folge reden, die mich gleichzeitig verwirrt und bestens unterhalten hat. Es geht um Folge 159: Nacht der Tiger. Oder wie ich sie nenne: "Der Tag, an dem Inspektor Cotta beschloss, unter die Dichter zu gehen."

ERSTER EINDRUCK


Kennt ihr das? Ihr hört eine Folge und denkt: "Moment mal, habe ich das richtig verstanden?" So ging es mir hier. Ein maskierter Einbrecher auf dem Schrottplatz, der keine Wertsachen klaut, sondern... Trommelwirbel ...Gedichte auf dem PC hinterlässt? Und das alles per High-Tech-Hacker-Angriff? Das klingt erst mal so, als hätte Justus Jonas zu viel Cyberpunk-Romane gelesen. Die Stimmung ist düster, urban und irgendwie anders. Man merkt sofort: Hier ist was faul im Staate Dänemark – oder besser gesagt, im Polizeipräsidium von Rocky Beach.

DIE STORY


Kurz und schmerzlos: In Rocky Beach werden Luxuskarossen geklaut, und zwar von einer Bande, die Tigermasken trägt (sehr modisch!). Unsere drei ??? bekommen nachts Besuch von einem "Hacker", der ihnen per Trojaner (!) verschlüsselte Gedichte auf den Desktop zaubert. Diese lyrischen Ergüsse führen sie auf die Spur korrupter Polizisten. Der Clou: Alles deutet darauf hin, dass unser geliebter Inspektor Cotta tief mit drinsteckt. Er verhält sich aggressiv, wirft die Jungs raus und lagert Tigermasken im Spülkasten. Justus, Peter und Bob müssen herausfinden: Ist Cotta ein "Bad Cop" geworden?

UNSERE HELDEN


Justus: Unser erster Detektiv ist mal wieder in seinem Element. Codeknacker-Modus: AN. Er lässt sich auch nicht davon beirren, dass sein wichtigster Verbündeter ihn wie einen räudigen Hund aus dem Büro jagt. Sein Plan am Ende mit dem Rolls-Royce ist herrlich risikofreudig – typisch Justus "Ich setze alles auf eine Karte" Jonas.

Peter: Der arme Kerl. Erst muss er nachts Einbrecher jagen, dann soll er in die Wohnungen von Polizisten einbrechen. Peter ist hier die Stimme der Vernunft (und der Panik), was absolut verständlich ist. Wer bricht schon gerne bei Cops ein?

Bob: Unser Archivar hat ein neues Hobby: Bauchreden! Ja, richtig gehört. Er übt mit einer Puppe und das ist... nun ja, speziell. Aber hey, Bob rettet damit am Ende den Tag! Der Mann ist einfach eine Wundertüte.

DIE GEGENSPIELER


Die eigentlichen Bösewichte (Forrester & Co.) bleiben blass wie ein Gespenst im Nebel. Sie sind halt da, um verhaftet zu werden. Der WAHRE Gegenspieler dieser Folge ist – zumindest für 90% der Laufzeit – Inspektor Cotta. Holger Mahlich spielt den aggressiven, verzweifelten und undurchsichtigen Cop so grandios, dass man wirklich kurz zweifelt. Ist er zur dunklen Seite der Macht gewechselt? Dieser Konflikt trägt die ganze Folge.

BESTE MOMENTE


1. Der Rauswurf: Als Cotta die drei ??? aus seinem Büro brüllt. Das tat physisch weh beim Zuhören! Ein Schockmoment für jeden Fan, der die "Harry & Toto"-Dynamik liebt.
2. Morton in Action: Unser Lieblings-Chauffeur darf nicht nur den Rolls zur Verfügung stellen, sondern greift im Finale mit einem Regenschirm (!) in den Kampf ein. Morton ist und bleibt der coolste Nebencharakter der Serie.
3. Die Auflösung: Okay, es ist konstruiert, aber der Moment, als Cotta die Maske fallen lässt (metaphorisch und physisch) und erklärt, warum er das alles getan hat, ist trotzdem stark.

SCHWACHSTELLEN


Leute, wir müssen reden. Der Plan von Cotta. Ernsthaft?
Er bricht maskiert bei Kindern ein, installiert illegale Überwachungssoftware und schreibt dann GEDICHTE, damit Justus die Hinweise findet?
Warum nicht einfach ein anonymer Brief? "Hallo Justus, hier sind Infos über korrupte Cops. Kümmert euch drum. Gruß, ein Freund."
Aber nein, Cotta muss den kompliziertesten Weg wählen, der möglich ist. Das ist so herrlich unlogisch, dass es fast schon wieder Kunst ist. Marco Sonnleitner (der Autor) liebt komplexe Konstrukte, aber hier hat er vielleicht einen Espresso zu viel getrunken.

SERIEN-KONTEXT


Diese Folge reiht sich ein in die "Action-Thriller"-Phase von Marco Sonnleitner. Sie erinnert von der Struktur her an Folgen wie "Gefährliches Quiz", wo Cotta ebenfalls in Bedrängnis gerät und die Jungs ihn raushauen müssen. Es ist eine dieser Episoden, die zeigen, dass Rocky Beach nicht mehr das kleine Dorf aus den 70ern ist, sondern ein Ort mit organisierter Kriminalität und Korruption.
Interessant: Cotta zeigt hier Ecken und Kanten. Er ist nicht nur der nette Onkel, der Verhaftungen vornimmt, sondern ein Mann, der unter enormem Druck steht.


SPRECHER-SPOTLIGHT


Hier gibt es ein echtes Highlight für Insider!
Inspektor Cotta wird wie immer vom großartigen Holger Mahlich gesprochen. Aber wer spricht seine Schwester Caroline Cotta? Das ist Michaela Mahlich (geb. Kreißler) – und die ist im echten Leben Holger Mahlichs EHEFRAU! Dass ein echtes Ehepaar hier Geschwister spielt, ist ein wunderbares Easter Egg der Casting-Regie.

Außerdem hören wir den leider 2023 verstorbenen Peter Weis als Sergeant Donatelli. Eine Legende! Viele kennen seine markante Stimme vielleicht noch aus unzähligen anderen Produktionen (z.B. in "Naruto" oder als Erzähler in diversen Dokus).
Und natürlich Thomas Fritsch als Erzähler – seine samtige Stimme fehlt uns allen sehr.

PRODUKTIONS-HISTORIE


Die Folge basiert auf dem gleichnamigen Buch von Marco Sonnleitner (2011). Wie so oft musste für das Hörspiel (2013) gestrafft werden. Im Buch sind die Zusammenhänge oft noch etwas komplexer erklärt, was dem "Logik-Loch" des Plans ein wenig entgegenwirkt, es aber nicht ganz stopft. Sonnleitner ist bekannt dafür, dass er gerne moderne Technik (Hacking, SMS, GPS) in die Serie bringt, was hier mit der Spionagesoftware auf die Spitze getrieben wird.


FAN-SERVICE-CHECK


- Hugo Asmodi: Bob erwähnt beim Bauchreden "Mister Hugo Asmodi" aus dem Klassiker Folge 25 "Die singende Schlange". Ein genialer Rückgriff für alle Old-School-Fans!
- Cottas Vorname: Auch Cottas Schwester nennt ihn nur "Cotta". Der Running Gag, dass wir seinen Vornamen nie erfahren, wird hier wunderbar auf die Schippe genommen. Cotta droht am Ende sogar scherzhaft, jeden zu erschießen, der den Namen erfährt.
- Filmzitate: Justus zitiert "Casablanca" ("Ich seh dir in die Augen, Kleines"), um Hinweise zu entschlüsseln. Unser Erster Detektiv ist eben auch ein Cineast.

FAZIT & EMPFEHLUNG


"Nacht der Tiger" ist eine Folge mit einer tollen Atmosphäre und einem spannenden moralischen Dilemma, aber einem völlig absurden Plot-Konstrukt. Wer darüber hinwegsehen kann, dass ein Polizeikommissar lieber dichtet und hackt als zu telefonieren, der bekommt einen soliden Action-Krimi serviert.

Für wen? Fans von Inspektor Cotta (Pflichtprogramm!), Action-Liebhaber und alle, die Morton mal kämpfen sehen wollen.
Ranking: Solides Mittelfeld. Keine "Top 10 of all time", aber unterhaltsam.

Bis zum nächsten Mal, Kollegen! Und vergesst nicht: Wenn euch jemand ein Gedicht auf den Desktop hackt – ruft nicht die Polizei, ruft die drei ???!

Wusstest du schon?

Bob versucht sich in dieser Folge als Bauchredner und erwähnt dabei 'Mister Hugo Asmodi' aus dem Fall 'Die singende Schlange' (Folge 25).
Inspektor Cotta hat eine Schwester namens Caroline, die ihn nur beim Nachnamen nennt.
Cottas Vorname bleibt weiterhin ein Geheimnis; er scherzt am Ende, er müsse jeden erschießen, der ihn erfährt.
Justus erwähnt den Film 'Casablanca' und Humphrey Bogart, um auf Cotta ('Weißhäusig' -> White House -> Casablanca) zu schließen.
Cover
Bewertung
7.5
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7,5 von 10 Tigermasken im Spülkasten
Das Rätsel
Die Idee, über Fernwartungssoftware Gedichte auf den Desktop zu zaubern, ist modern und originell. Die Entschlüsselung der Gedichte schwankt zwischen clever (Anfangsworte) und etwas konstruiert (versteckte Namen in Wortteilen). Dass Cotta diesen extrem komplizierten Weg wählt, statt einen anonymen Brief zu schreiben, dient eher der Dramaturgie als der Logik.
Plot & Logik
Der Plan von Cotta ist hanebüchen riskant: Er bricht bei Kindern ein, installiert illegale Software und hofft, dass sie seine Lyrik verstehen. Auch das rote Haar als falsche Fährte (Freundin vs. Katze) ist ein klassischer Krimi-Topos, aber nett umgesetzt. Die Auflösung im Lagerhaus ist solide, wenn auch Mortons Einsatz mit dem Regenschirm fast schon slapstickhaft wirkt.
Kapitel
1 Bauchangelegenheiten 0:00 min
2 Spurensuche 4:37 min
3 Nacht der Tiger 18:03 min
4 Unter Druck 24:50 min
5 Schwarze Stiere 28:12 min
6 Clever 33:18 min
7 In Teufels Küche – und Schrank 38:26 min
8 Mut zur Wahrheit 43:03 min
9 Schlagende Ziegen 47:32 min
10 Erstens kommt es anders … 52:10 min
11 … und zweitens als man denkt 59:27 min

Im Detail

J
Justus Jonas
Zeigt sich als analytischer Codeknacker und bewahrt einen kühlen Kopf, auch als Cotta ihn abweist. Sein Plan mit dem Rolls-Royce ist gewagt, aber typisch Justus.
P
Peter Shaw
Ist hier oft derjenige, der die moralischen und sicherheitstechnischen Bedenken äußert, besonders beim Einbruch in Polizistenwohnungen. Seine Angst ist greifbar, aber er zieht mit.
B
Bob Andrews
Dient als Fahrer und Technik-Bedienung. Sein Bauchredner-Hobby wirkt etwas aufgesetzt, sorgt aber für den Schlussgag und lockert die Stimmung auf.

Sprecher

Verwandte Folgen

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