Zusammenfassung

Die Geschichte beginnt mit einem schmerzhaften Zusammenstoß: Auf dem Weg zum Schrottplatz kollidiert Peter bei strömendem Regen mit dem Auto von Michelle, einer Bühnenbildnerin der Oper Califia. Während Peter verarztet wird, engagiert Michelle die drei Fragezeichen für einen delikaten Auftrag. Sie hat in den labyrinthartigen Kellergewölben der Oper eine fellbedeckte Kreatur gesehen, traut sich aber aus Angst vor Spott nicht, dies offiziell zu melden.

Die Detektive schleusen sich als Studenten in den Opernbetrieb ein und lernen das exzentrische Personal kennen: den cholerischen Opernchef Ronald Pounder, den eitlen Intendanten Maurice Blight und die etwas vulgäre Garderobiere Betsy. Bei einer ersten Erkundung des Kellers entdecken sie grünen Schleim, den Peter sofort für Alien-Blut hält – passend zum aktuellen Vortrag des Alienforschers Vladas Abakulow in der Stadt. Die erste Begegnung mit der Kreatur endet für Peter in der Kanalisation, nachdem er bei einer Verfolgungsjagd durch morsche Bretter bricht.

Die Lage spitzt sich zu, als die drei Detektive den zusammengeschlagenen Forscher Abakulow hinter der Oper finden. Am nächsten Abend eskaliert die Situation: Während einer Aufführung der Zauberflöte bricht auf der Bühne ein Feuer aus. Panik entsteht, da mehrere Fluchtwege verschlossen sind. Im Chaos verschwindet das berüchtigte rote Notizbuch des zwielichtigen Geschäftsmannes Moody Firthway, der eine Loge bewohnt. Das Buch taucht später bei einer Polizeikontrolle in der Tasche des völlig verdutzten Ronald Pounder auf.

Justus kombiniert, dass das Feuer nur ein Ablenkungsmanöver war, um das Buch zu stehlen, zu kopieren und Pounder unterzuschieben. Eine Spur führt zu Moody Firthway, auf dessen Schreibtisch Justus Hinweise auf eine Erpressung Abakulows findet. Die Detektive folgen Firthway zu einer abgelegenen Hütte an der Steilküste. Dort kommt es zum Showdown: Abakulow bedroht Firthway mit einer Waffe, um eine CD mit Beweisen für außerirdisches Leben zurückzubekommen. Im Handgemenge stürzt die CD ins Meer und ist unwiederbringlich verloren.

Zurück in der Oper entlarvt Justus schließlich die wahre Täterin: Betsy. Sie war Firthways Komplizin, wurde aber ausgebootet und wollte sich das Notizbuch auf eigene Faust holen. Justus überführt sie durch drei Beweise: Der grüne Schleim war Gel aus ihren Kühlpads, ein abgebrochener Fingernagel fand sich im Brandsatz, und ihre Vorliebe für 'Katzenkaffee' verriet ihre Verbindung zu Firthway, der einen Fleckenmusang hält. Betsy gesteht, sich mit einem Pelzmantel als Monster getarnt zu haben.

Review

Folge 158: Wenn Mr. Krabs die Oper anzündet und Peter den Wookiee macht
Ein brennendes Opernhaus, ein Monster im Keller und Justus trinkt Katzen-Kack-Kaffee? Folge 158 '...und der Feuergeist' ist ein wilder Ritt mit Logiklöchern so groß wie der Grand Canyon – aber dank Jürgen Kluckert absolut hörenswert!

Hallo liebe Kassettenkinder und Streaming-Junkies!

Willkommen zurück in der Zentrale! Schnappt euch ein Stück von Tante Mathildas Kirschkuchen (aber vorsicht, heiß!), denn heute wird es theatralisch. Wir knöpfen uns Folge 158 vor: "...und der Feuergeist". Ein Titel, der klingt wie ein unveröffentlichtes Manuskript von H.P. Lovecraft, aber am Ende doch nur in Rocky Beach spielt. Marco Sonnleitner hat wieder in die Tasten gehauen, und wir wissen, was das heißt: Action, konstruierte Zufälle und ein Justus Jonas, der Dinge weiß, die eigentlich nur Wikipedia wissen kann.

ERSTER EINDRUCK


Schon wieder Regen in Kalifornien? Der Einstieg ist nass, schmerzhaft und laut. Peter wird vom Fahrrad geholt (unser Lieblings-Running-Gag: Peter hat Schmerzen) und wir landen direkt im Drama. Die Atmosphäre in der Oper "Califia" ist herrlich skurril, irgendwo zwischen "Phantom der Oper" und einer Folge "Scooby-Doo". Man denkt sich: Okay, Monster im Keller, exzentrische Künstler – das könnte ein Klassiker werden. Oder totaler Trash. Spoiler: Es ist beides.

DIE STORY


Kurzfassung für Eilige: Michelle, eine Bühnenbildnerin (und übrigens die deutsche Stimme von Jennifer Aniston, dazu später mehr), gabelt die drei ??? nach einem Unfall auf. Sie hat in den Katakomben der Oper ein "Ding" gesehen. Ein haariges Monster. Parallel dazu hält ein gewisser Vladas Abakulow Vorträge über Aliens. Als dann während der "Zauberflöte" die Bühne brennt und ein rotes Notizbuch verschwindet, ist klar: Hier geht es nicht um E.T., sondern um irdische Gier. Es folgt eine Hatz nach dem Buch, ein Ausflug zu einer Klippen-Hütte und ein Finale, das uns lehrt: Kaffee kann kriminell machen.

UNSERE HELDEN


Justus: Der erste Detektiv ist in absoluter Höchstform, was das Klugscheißen angeht. Sein Highlight? Er schlussfolgert, dass Blitze in einem Raum ohne Feuer von einem Fotokopierer stammen müssen. Das ist dieser typische Sherlock-Jonas-Moment, den wir lieben und hassen. Außerdem trinkt er freiwillig Katzen-Kack-Kaffee (Kopi Luwak) zur Beweisführung. Respekt für diesen Magen!

Peter: Ach, Peter. In dieser Folge ist er der offizielle Boxsack des Universums. Erst Autounfall, dann Gesichtsverletzung, dann fällt er bei der Verfolgung des Monsters auch noch in die Kanalisation (oder war es Gülle?). Und natürlich glaubt er sofort an Aliens. Man möchte ihn einfach nur in den Arm nehmen und ihm einen Kakao geben.

Bob: Bob ist... da. Er macht seinen Job, recherchiert ordentlich und darf am Ende an der Klippe den Helden spielen. Solide Andrews-Arbeit, aber die Show stehlen ihm diesmal andere.

DIE GEGENSPIELER


Der eigentliche Star der Folge ist nicht das Monster, sondern Ronald Pounder, der Opernchef. Gesprochen vom legendären Jürgen Kluckert (R.I.P.), ist dieser Mann ein wandelnder Vulkanausbruch. Wenn er "KUNST IST LEBEN!" brüllt, wackeln die Boxen. Dagegen verblasst die wahre Täterin Betsy fast völlig. Dass sie sich als "Wookiee" verkleidet hat (ja, Peter sagt wirklich Wookiee!), um Leute zu erschrecken, ist... nun ja, kreativ?

BESTE MOMENTE


1. Der Mr. Krabs Moment: Jedes Mal, wenn Ronald Pounder ausrastet. Man wartet förmlich darauf, dass er Justus anschreit, er solle gefälligst Burger braten.
2. Die Kopi-Luwak-Deduktion: Justus überführt die Täterin, weil sie weiß, wie teurer Kaffee schmeckt. Das ist so herrlich absurd konstruiert, das kann nur Sonnleitner.
3. Peters Wookiee-Vergleich: Endlich mal eine Popkultur-Referenz, die Peter als Film-Nerd outet.

SCHWACHSTELLEN


Leute, wir müssen reden. Betsy zieht sich einen Pelzmantel an, setzt eine Maske auf und schlurft durch den feuchten Keller, um Bomben zu basteln? Ernsthaft? Das ist "Scooby-Doo"-Niveau von 1972.
Noch schlimmer: Um ein Notizbuch zu klauen, zünden die Täter eine Oper an und verschließen die Notausgänge? Das ist versuchter Massenmord an hunderten Menschen! Für ein Jugendhörspiel ist das Motiv (Erpressung/Diebstahl) im Vergleich zur Tat (Hunderte verbrennen lassen) völlig unverhältnismäßig. Da hat wohl jemand beim Schreiben die Dramatik-Schraube überdreht und abgebrochen.

SERIEN-KONTEXT


Die Folge 158 gehört in die Ära, in der Marco Sonnleitner die Serie stark prägte: Viel Action, hohes Tempo, aber oft logische Schlaglöcher, in denen ein ganzer LKW verschwinden könnte.
Interessant für Kontinuitäts-Nerds: Die Auftraggeberin Michelle ist im Buch-Universum mit Adam Campbell befreundet! Ja, genau, der Adam von "Grusel auf Campbell Castle" (Folge 147). Ein schönes Easter Egg, das im Hörspiel leider untergeht. Ansonsten steht die Folge für sich allein und wird wohl nie als "Klassiker" wie der Super-Papagei gelten, aber als solides Mittelfeld durchgehen.


SPRECHER-SPOTLIGHT


Hier fährt Europa wirklich schwere Geschütze auf. Der Cast ist zum Niederknien:
Jürgen Kluckert (Ronald Pounder): Wir müssen kurz innehalten. Jürgen Kluckert, der 2023 leider verstorben ist, war eine Legende. Er war die Stimme von Benjamin Blümchen und Mr. Krabs bei Spongebob. Ihn hier als cholerischen Opernchef zu hören, ist pures Gold. Man hört förmlich das "Törööö!" im Unterton, wenn er wütend wird.
Ulrike Stürzbecher (Michelle): Wer bei ihrer Stimme an "Friends" denkt, liegt richtig: Sie ist die deutsche Jennifer Aniston. Auch bekannt als Stimme von Kate Winslet.
Erik Schäffler (Vladas Abakulow): Gamer kennen ihn als Commander Shepard aus Mass Effect. Hier darf er mal den durchgeknallten Alien-Forscher geben. Ein Fest!
Peter Striebeck (Firthway): Ein Theater-Urgestein, dessen sonore Stimme dem Bösewicht eine klasse Würde verleiht.

PRODUKTIONS-HISTORIE


Das Buch von Marco Sonnleitner erschien 2011, das Hörspiel folgte Ende 2012. Ein spannendes Detail aus dem Buch-Vergleich: Im Hörspiel findet Peter eine "blaue Schuppe", die als Müll abgetan wird. Im Buch ist das ein viel wichtigerer Hinweis auf das Kostüm. Auch das Ende ist im Buch etwas runder: Die Verbindung zwischen dem Kaffee und dem Haustier von Firthway (ein Fleckenmusang) wird dort logischer hergeleitet. Im Hörspiel wirkt es so, als hätte Justus das Drehbuch gelesen.


FAN-SERVICE-CHECK


Visitenkarte: Wird natürlich überreicht.
Peters Angst: Check. Aliens und Monster.
Schrottplatz: Wird erwähnt, die Zentrale ist Safe Space.
Justus' Diät: Wird ignoriert, er isst und trinkt alles, was der Fall hergibt.

FAZIT & EMPFEHLUNG


"...und der Feuergeist" ist wie eine Pizza mit etwas zu viel Belag: Manchmal fällt was runter, es ist fettig, aber es schmeckt trotzdem. Die Logiklöcher sind riesig (Wookiee im Keller!), aber die grandiosen Sprecher – allen voran der unvergessene Jürgen Kluckert – retten die Show. Wer Opern-Atmosphäre mag und akzeptiert, dass die Auflösung ziemlicher Trash ist, wird hier 60 Minuten Spaß haben.

Ranking: Solides Mittelfeld. Kein Meisterwerk, aber unterhaltsamer als so manche "Sport-Folge".

Wusstest du schon?

Jürgen Kluckert, die Stimme von Ronald Pounder, ist vor allem als deutsche Stimme von Benjamin Blümchen und Mr. Krabs bekannt, was seinen cholerischen Ausbrüchen hier eine besondere Note verleiht.
Der Titel 'Feuergeist' ist eine Anspielung auf die Opernwelt, entpuppt sich aber als rein weltlicher Brandstifter.
Die 'blaue Schuppe', die Peter findet, wird im Hörspiel als Müll abgetan, ist im Buch aber ein wichtigerer Hinweis.
Cover
Bewertung
7.5
7,5 von 10 Tassen Kopi Luwak (leicht bitterer Abgang)
Das Rätsel
Die Auflösung ist solide konstruiert. Die Hinweise (Kühlpad-Schleim, Kopi Luwak, Schokoladenpapier) werden fair gestreut, auch wenn die Verbindung von 'teurem Kaffee' zu 'Moody Firthways Haustier' etwas Spezialwissen oder Glück erfordert. Die 'Alien-Blut'-Finte ist nett, führt aber Peter-Fans etwas zu sehr an der Nase herum.
Plot & Logik
Hier knirscht es gewaltig. Dass Betsy als 'Wookiee' im Pelzmantel durch den feuchten Keller schleicht, um Bomben zu basteln, ist unfreiwillig komisch. Viel schwerwiegender: Das Verschließen von Notausgängen in einer brennenden Oper ist versuchter Massenmord – für ein Jugendhörspiel und das Motiv 'Erpressung/Diebstahl' eine extrem harte und unverhältnismäßige Nummer.
Kapitel
1 Ouvertüre 0:00 min
2 Vorhang auf! 4:00 min
3 Hinter den Kulissen! 6:28 min
4 Zwischenspiel 13:14 min
5 Wesen im Dunkeln 15:17 min
6 Detektive in Not 20:56 min
7 Teepause 23:32 min
8 Mistkerle 27:03 min
9 Inferno im Tempel 29:40 min
10 Blitz und Donner 37:41 min
11 Kaffee & Schokolade 39:38 min
12 Am Abgrund 43:33 min
13 Indizien 49:33 min

Im Detail

J
Justus Jonas
Der Erste Detektiv ist in Hochform. Seine Schlussfolgerung, dass Blitze in einem Raum ohne Feuer von einem Kopierer stammen müssen, ist ein brillanter 'Sherlock-Moment'. Auch der Bluff am Ende sitzt.
P
Peter Shaw
Der arme Kerl muss leiden: Fahrradunfall, Gesichtsverletzung, Sturz in die Gülle. Er ist hier primär der 'Action-Dummy' und darf panisch an Aliens glauben, was seine Figur leider etwas ins Lächerliche zieht.
B
Bob Andrews
Bob agiert solide als Rechercheur und mutiger Retter am Klippenrand, bleibt aber charakterlich etwas blasser als seine Kollegen.

Sprecher

Verwandte Folgen

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