Zusammenfassung

Auf dem Schrottplatz laufen die Vorbereitungen für eine große Auktion von Kunstgegenständen, die Onkel Titus gemeinsam mit dem Galeristen Steve Mitchum organisiert. Mitten in die Arbeit platzt ein hünenhafter, bedrohlicher Mann, der den drei ??? wortkarg 50 Dollar und ein Kartenspiel in die Hand drückt mit der Anweisung: 'Nicht fragen, Stern finden.' Kurz darauf erscheint die charmante Sheila Masters, Mitchums Assistentin. Sie bittet die Jungs um eine private Ermittlung: Ihr neuer Freund 'Sean Ford Newman' verhält sich geheimnisvoll und scheint Dinge zu verbergen. Bob ist sofort hin und weg von Sheila.

Die Ermittlungen teilen sich auf: Während Peter den Hinweisen aus dem Kartenspiel (die 'Dead Man's Hand' von Wild Bill Hickok) nachgeht und im skurrilen Laden 'Gismo's Castle' landet, beschatten Justus und Bob den mysteriösen Sean Ford Newman. Schnell enttarnen sie ihn als ihren Erzfeind Skinny Norris, der offenbar unter falscher Identität Sheila beeindrucken will. Skinny gibt sich reumütig und bittet um zwei Tage Schonfrist, bevor die Detektive ihn bei Sheila verpfeifen.

Peter findet derweil über den Nachbarn Abner Honeycutt heraus, dass die Spuren des Riesen (ein Cowboyhut mit der Nummer 10, eine Streichholzschachtel mit einem Slogan aus Tombstone) auf eine alte Western-Legende hindeuten: Ein verschollener Inka-Stern, den Wyatt Earp einst einem McLaury gestohlen haben soll. Doch die Ereignisse überschlagen sich, als die drei ??? Skinny belauschen. Ein Gespräch zwischen ihm und Komplizen deutet auf einen geplante Einbruch in die Galerie Mitchum & Ferguson hin, ausgeführt mit einem Kranwagen ('Peak Drifter') und Glasschneidern.

Die Detektive rasen los, um den Einbruch in Santa Monica zu verhindern, doch auf der Fahrt hat Justus eine Eingebung. Ein winziges Detail – Skinny hatte ihn 'Mützenclown' genannt, obwohl Justus die Mütze beim vermeintlichen Entdecktwerden gar nicht mehr trug – verrät, dass alles nur inszeniert war. Die Western-Rätsel, der Riese, die belauschten Gespräche: Alles war ein riesiges Ablenkungsmanöver, um die drei ??? vom Schrottplatz wegzulocken.

Justus lässt Peter sofort umdrehen. Zurück in Rocky Beach erwischen sie Skinny, den Riesen und – als Drahtzieherin – Sheila Masters auf frischer Tat. Sie haben die Auktionsobjekte durchsucht, um ein unscheinbares, aber millionenschweres Gemälde von Velázquez ('La Belleza de la Mentira') zu stehlen, das Sheila dort entdeckt hatte. Inspektor Cotta nimmt die Bande fest, und Bob muss eine bittere Enttäuschung in Sachen Liebe verkraften.

Review

Folge 157: Im Zeichen der Schlangen – Oder: Warum man Skinny Norris niemals unterschätzen sollte (und Bob mal wieder Pech in der Liebe hat)
Ein Riese, ein Western-Rätsel und Skinny Norris in Bestform! Warum Folge 157 zu den Highlights der Neuzeit gehört und welcher legendäre Sprecher sich hinter einem Pseudonym versteckt, erfahrt ihr in meinem Review.

Hallo, liebe Detektiv-Kollegen und Kirschkuchen-Vernichter!

Schnappt euch eine Tasse Kaffee (oder für die Peter-Fraktion unter uns: einen Kamillentee), denn heute müssen wir über eine Folge reden, die in meiner persönlichen Hall of Fame einen Ehrenplatz hat. Es geht um Folge 157: "Im Zeichen der Schlangen".

Und ich sage es gleich vorweg: Wenn ihr Skinny Norris hasst, werdet ihr diese Folge lieben. Und wenn ihr Skinny Norris liebt (so wie ich, dieser herrlich arrogante Schnösel), dann werdet ihr niederknien. Hendrik Buchna hat hier ein Script abgeliefert, das mehr Haken schlägt als Peter auf der Flucht vor einem Berglöwen.

ERSTER EINDRUCK


Hand aufs Herz: Der Titel "Im Zeichen der Schlangen" klingt erstmal nach einem drittklassigen Abenteuer-Roman aus der Grabbelkiste, oder? Man erwartet Indiana Jones für Arme oder irgendwas mit einem Zoo-Ausbruch. Aber Pustekuchen! Schon in den ersten Minuten wird klar: Hier weht ein ganz anderer Wind. Ein riesiger Typ, ein Western-Rätsel und eine Femme Fatale, die Bob den Kopf verdreht? Ich war sofort hooked. Die Atmosphäre auf dem Schrottplatz ist dicht, und man merkt sofort: Das hier ist kein 08/15-Fall.

DIE STORY


Es ist viel los in Rocky Beach! Onkel Titus plant eine riesige Auktion (endlich mal wieder Action auf dem Schrottplatz!), als plötzlich ein menschlicher Kleiderschrank namens McLaury auftaucht. Der Typ ist so breit wie hoch und drückt den drei ??? ein Kartenspiel und 50 Dollar in die Hand. Seine Ansage: "Nicht fragen, Stern finden." Klar, macht man ja so.

Parallel dazu taucht die bezaubernde Sheila Masters auf. Sie arbeitet für den Galeristen, mit dem Titus die Auktion schmeißt, und braucht Hilfe: Ihr neuer Freund verhält sich komisch. Bob, unser Romantiker vom Dienst, schmilzt dahin wie Butter in der kalifornischen Sonne und übernimmt den Fall quasi im Alleingang.

Was dann folgt, ist ein genialer Split: Peter jagt Western-Mythen hinterher (Wyatt Earp, Dead Man's Hand – das volle Programm), während Justus und Bob den mysteriösen Freund beschatten. Und Leute, als rauskommt, WER dieser Freund ist, ist mir vor Lachen fast das Headset vom Kopf gerutscht.

UNSERE HELDEN


Justus: Der Erste Detektiv ist hier in Bestform. Er lässt sich zwar (wie wir alle) zunächst an der Nase herumführen, aber sein Moment der Erleuchtung im Auto ist absolute Weltklasse. Die Deduktion mit dem "Mützenclown" (dazu später mehr) ist Sherlock Holmes pur. Justus nickt hier nicht nur bedächtig, er denkt so laut, dass man es fast hören kann.

Peter: Unser Sport-Ass muss hier richtig ran. Er zeigt mal wieder, dass er der Mutigste der drei ist, wenn es hart auf hart kommt. Während Bob schmachtet und Justus grübelt, legt sich Peter mit einem Riesen an und klettert in gruselige Läden. Respekt, Zweiter!

Bob: Ach, Bob... Unser Mann für Recherchen und Archiv wird hier zum Mann für "Rosen und Abfuhr". Es ist fast schon ein Running Gag, dass Bob sich immer in die falschen Frauen verliebt (erinnert ihr euch an Lys? Oder die diversen anderen Damen?). Hier ist er so blind vor Liebe, dass er fast die Ermittlung sabotiert. Aber man muss ihn einfach knuddeln dafür.

DIE GEGENSPIELER


Jetzt kommen wir zum Highlight: Skinny Norris. Andreas von der Meden (Ruhe in Frieden, Legende!) liefert hier eine seiner besten Performances ab. Skinny ist nicht nur der nervige Typ, der "Drei Fragezeichen? Dass ich nicht lache!" ruft. Nein, hier ist er kriminell, manipulativ und herrlich theatralisch. Er inszeniert sich als reumütiger Liebhaber, nur um die Jungs gnadenlos vorzuführen.

Die Szene, in der er Bob und Justus im Auto entdeckt und sich über sie lustig macht, ist pures Gold. Er nennt Justus "Mützenclown" – eine Beleidigung für die Ewigkeit!

Auch Sheila Masters (gesprochen von der wunderbaren Melanie Pukaß) ist eine fantastische Gegenspielerin. Sie spielt Bob eiskalt aus. Und der "Riese" McLaury? Dank Tilo Schmitz' Stimme eine echte Bedrohung, auch wenn er intellektuell eher in der Liga "Hodor" spielt.

BESTE MOMENTE


1. Der Twist: Dass der GANZE Western-Plot, die Rätsel, der Riese, die Legende um den Inka-Stern – dass das ALLES nur ein Ablenkungsmanöver war, um die drei ??? vom Schrottplatz wegzulocken. Das ist so dreist, das ist schon wieder genial. Man fühlt sich als Hörer genauso veräppelt wie die Detektive – und das ist ein Kompliment an den Autor!
2. Die Enttarnung: Justus' Erkenntnis auf der Rückfahrt. Skinny hatte ihn "Mützenclown" genannt, obwohl Justus die Mütze zu dem Zeitpunkt gar nicht mehr trug. Ergo: Skinny hatte sie schon viel früher beobachtet. Ein winziges Detail, das das ganze Kartenhaus zum Einsturz bringt. Gänsehaut!
3. Das Finale: Als sie Skinny und Sheila in flagranti auf dem Schrottplatz erwischen. Die Enttäuschung von Bob und der Triumph von Justus liegen so nah beieinander.

SCHWACHSTELLEN


Wenn man das Haar in der Suppe suchen will: Der Plan der Bösewichte ist schon sehr kompliziert. Schauspieler engagieren, falsche Fährten legen, Western-Requisiten basteln... nur um drei Teenager für ein paar Stunden vom Hof zu kriegen? Ein einfaches "Hey, da hinten brennt's!" hätte es vielleicht auch getan. Aber hey, wir sind bei den drei ???, da muss es kompliziert sein! Und für Skinny Norris passt dieser Hang zur Dramatik wie die Faust aufs Auge.

SERIEN-KONTEXT


Diese Folge ist ein Meilenstein für die Figur Skinny Norris. In den frühen Folgen war er nur ein Bully, hier ist er ein ernstzunehmender Krimineller, der Teil einer organisierten Bande ist. Das hebt die Rivalität auf ein neues Level.

Interessant ist auch, dass Hendrik Buchna hier sein Debüt als Buchautor für die Hauptserie gab (nachdem er schon für "DiE DR3i" geschrieben hatte). Er etabliert sich direkt als Meister der komplexen Plots. Die Folge genießt unter Fans einen extrem guten Ruf – zu Recht! Sie wurde auf rocky-beach.com und anderen Fan-Seiten oft in den höchsten Tönen gelobt und gewann sogar Fan-Awards.


SPRECHER-SPOTLIGHT


Leute, schnallt euch an, jetzt kommt das Insider-Wissen:

Skinny Norris: Gesprochen von Andreas von der Meden. Er starb 2017, und diese Folge (aus 2012) ist eines seiner späten Meisterwerke in der Rolle. Er war übrigens auch die deutsche Stimme von Kermit dem Frosch und David Hasselhoff. Stellt euch mal vor, Michael Knight würde Justus anpöbeln...
Der Riese (McLaury): Das ist Tilo Schmitz. Wenn euch die Stimme bekannt vorkommt: Er synchronisiert Ron Perlman (Hellboy!) und Ving Rhames. Eine Stimme wie ein Erdbeben.
Sheila Masters: Melanie Pukaß. Serien-Junkies kennen sie als die deutsche Stimme von Lorelai Gilmore (Gilmore Girls) oder Halle Berry. Dass Bob sich in diese Stimme verliebt, kann ich ihm nicht verübeln.
Onkel Titus: Hier steht im Inlay "Hans Meinhardt". Aber liebe Freunde, googelt das mal! Das ist ein Pseudonym für Andreas Beurmann! Ja, genau, DER Andreas Beurmann (Mitbegründer von Europa, Ehemann von Heikedine Körting). Er hat die Rolle des Onkel Titus nach dem Tod des Originalsprechers hin und wieder übernommen. Ein absolutes Urgestein der Hörspielgeschichte!

PRODUKTIONS-HISTORIE


Das Buch erschien 2011, das Hörspiel 2012. Hendrik Buchna hat hier eine Geschichte gewoben, die sich sehr stark an klassischen Thriller-Elementen orientiert (Heist-Movie-Struktur). Ein nettes Detail am Rande: Das Gemälde, um das es geht, heißt "La Belleza de la Mentira". Mein Spanisch ist etwas eingerostet, aber Google verrät mir: Das heißt "Die Schönheit der Lüge". Wie passend ist das denn bitte für Sheilas Charakter? Chapeau, Herr Buchna!

FAZIT & EMPFEHLUNG


Folge 157 ist ein absolutes Muss. Sie ist spannend, sie ist witzig, und sie hat einen der besten Twists der neueren Geschichte. Sie bricht mit der klassischen Struktur (Rätsel lösen -> Schatz finden), indem sie das Rätsel selbst zur Falle macht.

Für Fans von Skinny Norris ist sie Pflichtprogramm. Für Fans von Bob (die gerne leiden) ebenfalls. Und für alle, die Justus gerne beim cleveren Kombinieren zuhören, sowieso.

Also: Kassette rein (oder Stream an), zurücklehnen und genießen, wie der "Mützenclown" am Ende doch zuletzt lacht!

Wusstest du schon?

Der Originaltitel des Buches lautet ebenfalls 'Im Zeichen der Schlangen'.
Das Gemälde 'La Belleza de la Mentira' bedeutet übersetzt 'Die Schönheit der Lüge' – ein passender Titel für Sheilas Täuschung.
Andreas von der Meden (Skinny Norris) hat hier eine seiner umfangreicheren Rollen, bevor er 2017 verstarb.
Die 'S-61' und 'S-63' sind tatsächlich Bezeichnungen, die im Kontext von Glasschneidern (bzw. Schneidewinkeln) Sinn ergeben, wie Justus korrekt analysiert.
Cover
Bewertung
7
🐍 🐍 🐍 🐍 🐍 🐍 🐍 🐍 🐍 🐍
7 von 10 Kirschkuchen (einer wurde leider vom Riesen geklaut)
Das Rätsel
Die Konstruktion ist brillant, weil es ein 'Meta-Rätsel' ist. Die Western-Spur ist absichtlich klischeehaft und führt ins Leere, was man als Hörer erst spät merkt. Dass die eigentliche Lösung in einem Versprecher ('Mützenclown') liegt, ist klassische Detektivarbeit.
Plot & Logik
Der Plan von Skinny und Sheila ist extrem aufwendig (Schauspieler, Requisiten, falsche Fährten), nur um die drei ??? vom Hof zu kriegen. Das wirkt fast etwas 'over the top' für einen Diebstahl, passt aber zu Skinnys theatralischem Charakter. Dass Bob sich von Sheila blenden lässt, ist absolut glaubwürdig.
Kapitel
1 Riesen-Überraschung 0:00 min
2 Die Hand des toten Mannes 3:30 min
3 Unerwarteter Besuch 9:38 min
4 Der geheimnisvolle Mr. Newman 21:31 min
5 Uralter Trick 31:17 min
6 Schatten der Vergangenheit 33:40 min
7 Das Rätsel der Zehn 38:22 min
8 Sternensucher 41:34 min
9 Komplikationen 46:54 min
10 Im Zeichen der Schlangen 50:52 min
11 Fahrt ins Ungewisse 61:29 min
12 Showdown 65:50 min

Im Detail

J
Justus Jonas
Zeigt seine ganze Klasse. Er fällt zwar zunächst auf die Ablenkung herein, durchschaut sie aber durch reine Deduktion im entscheidenden Moment. Seine Analyse des 'Mützenclown'-Fehlers ist ein Highlight.
P
Peter Shaw
Ist der Mann für die Action und die Recherche vor Ort. Er löst den Western-Teil des Rätsels fast im Alleingang und zeigt Mut, als er den Riesen und Skinny konfrontiert.
B
Bob Andrews
Tragische Figur der Folge. Seine Verliebtheit macht ihn blind ('Recherchen und Archiv' wird hier zu 'Romantik und Arglosigkeit'), was für die Gruppendynamik aber sehr wichtig ist.

Sprecher

Verwandte Folgen

Vorherige Folge Folge 156 Alle Folgen Nächste Folge Folge 158