Zusammenfassung

Der Fall beginnt in einem Malkurs, an dem Bob teilnimmt. Dort wird der Teilnehmer Denzel Hopkins, ein Afroamerikaner, von den Kursteilnehmern Wayne und Dillon rassistisch beleidigt. Kurz darauf verhaftet die Polizei Denzel: Er soll ein wertvolles Gemälde des Künstlers Seymour Mendelstein aus der Galerie von Philip Brooks gestohlen haben. Denzels Tochter Goldie bittet die drei ??? um Hilfe, da sie von der Unschuld ihres Vaters überzeugt ist.

Die Detektive besuchen den exzentrischen Galeristen Brooks, wobei Peter dessen Chihuahua Dorothy vor wilden Katzen rettet. Brooks zeigt ihnen eine Kopie des gestohlenen Bildes: Es zeigt eine 'schwarze Sonne mit Schmetterlingsflügeln'. Im Gefängnis erfahren die Jungen von Denzel, dass dies sein ganz persönliches Motiv ist, das er schon als Kind erfunden hat. Justus stutzt: Wie kann ein vor 40 Jahren verstorbener Maler ein Motiv nutzen, das Denzel erst später erfand? Die Spur führt in den Küstenort Santa Isabel, wo Mendelstein einst lebte. In einer düsteren Hafenkneipe warnt man sie vor dem Einsiedler Elroy Forrester.

Am Haus von Forrester werden die Detektive durch technisch erzeugtes Hundegebell abgeschreckt. Bob späht dennoch durch ein Fenster und entdeckt weitere Mendelstein-Gemälde, darunter eines, das den jungen Denzel mit seinem charakteristischen Muttermal zeigt. Kurz darauf wird Bob von einem 'weißen Ungeheuer' niedergeschlagen und Forrester vertreibt sie mit einer Schrotflinte. Als sie am nächsten Tag zurückkehren, brennt das Haus. Sie retten den bewusstlosen Forrester, der nur 'Summer... Blut' stammeln kann. Justus kombiniert richtig: Er meint Summer Hopkins, Denzels Mutter, die im Ort Blue Tree lebt.

Bei Summer Hopkins angekommen, finden sie die alte Dame betäubt vor; auch hier wurde Feuer gelegt. Peter findet am Tatort ein grünes Gummihuhn. Nachdem Summer erwacht, enthüllt sie die Wahrheit: Nicht Mendelstein hat die Bilder gemalt, sondern ihr Ex-Mann Steven Monahan, Denzels Vater. Da ein schwarzer Künstler damals diskriminiert wurde, verkauften sie die Werke unter Mendelsteins Namen. Forrester, Mendelsteins Sohn, hütet dieses Geheimnis und verkauft die Bilder stückweise für eine Stiftung.

Auf der Rückfahrt werden die Bremsen von Summers Wagen sabotiert, doch Inspektor Cotta rettet sie in letzter Sekunde. Justus stellt dem Täter eine Falle: Cotta gibt sich als reicher Käufer aus. Der Täter entpuppt sich als der Galerist Philip Brooks. Er hatte Denzels Motiv erkannt, ihn als Dieb gebrandmarkt, um den wahren Besitzer der Sammlung (Forrester) aus der Reserve zu locken und die Bilder zu stehlen. Peter setzt Brooks unter Druck, indem er droht, dessen geliebten Hund Dorothy den Katzen zum Fraß vorzuwerfen ('Irrtum, Brooks. Ihr Chihuahua bleibt bei mir und seinem geliebten Gummihühnchen.'), woraufhin Brooks gesteht.

Review

Schwarze Sonne (Folge 151) – Wenn Kunstgeschichte auf Gummihühner trifft
Ein unmögliches Gemälde, ein rassistisches Verbrechen und Peter Shaw als eiskalter Hunde-Erpresser. Warum Folge 151 mehr Tiefgang hat als man denkt und welcher 'Das Boot'-Star hier den Bösewicht gibt, erfahrt ihr im Review!

Hallo liebe Detektiv-Kollegen und Kassettenkinder!

Willkommen zurück in der Zentrale! Schnappt euch ein Stück von Tante Mathildas Kirschkuchen (aber Vorsicht, Peter hat schon zwei Stücke inhaliert), denn heute besprechen wir einen Fall, der nicht nur mysteriös klingt, sondern auch ein ziemlich heißes Eisen anpackt. Es geht um Kunst, um Vorurteile und um einen Chihuahua, der fast als Katzenfutter endet. Vorhang auf für Folge 151: Schwarze Sonne!

ERSTER EINDRUCK


Als ich den Titel "Schwarze Sonne" zum ersten Mal las, dachte ich kurz: "Oha, wird's jetzt politisch oder esoterisch?" Aber keine Sorge, wir sind hier nicht bei einer Verschwörungs-Doku, sondern im sonnigen Kalifornien. Der Einstieg ist direkt typisch für die neuere Ära (Sonnleitner lässt grüßen!): Es geht zackig los. Die Atmosphäre schwankt zwischen "Kunst-Thriller" und "Sozialdrama", was für eine Jugendserie echt mutig ist. Man merkt sofort: Hier geht's nicht nur um geklaute Bilder, hier geht's um Schicksale. Und Leute, der Cast... dazu später mehr, aber meine Ohren haben Freudentänze aufgeführt!

DIE STORY


Bob "Der Pinsel" Andrews hat ein neues Hobby: Er besucht einen Malkurs. Dort lernt er Denzel Hopkins kennen, einen super sympathischen Typen, der leider das Opfer von zwei absolut hohlen Rassisten-Proleten im Kurs wird. Als wäre das nicht schlimm genug, wird Denzel verhaftet. Er soll ein wertvolles Gemälde gestohlen haben. Der Beweis? Das Bild enthält ein Motiv – eine schwarze Sonne mit Schmetterlingsflügeln – das Denzel angeblich als Kind erfunden hat. Das Problem: Der Maler des Bildes ist seit 40 Jahren tot. Wie kann ein Toter Denzels Gedanken lesen? Zeitreise? Voodoo? Oder doch ein handfestes Familiengeheimnis? Unsere drei Detektive stürzen sich in einen Fall, der sie von Santa Monica bis ins düstere Kaff Santa Isabel führt.

UNSERE HELDEN


Justus: Unser Erster Detektiv ist wieder voll in seinem Element. Er kombiniert messerscharf (besonders bei dem Stammeln des Brandopfers) und behält die Ruhe, wenn es brenzlig wird. Sein Plan mit der fingierten Geldübergabe am Ende ist klassisch Jonas – riskant, aber genial.

Peter: Leute, Peter ist hier der MVP (Most Valuable Player)! Er rettet nicht nur heldenhaft einen nervigen Kläffer vor wilden Katzen, sondern fährt später auch noch ein Auto mit manipulierten Bremsen. Und der Moment, als er den Spieß umdreht und den Bösewicht mit dem Leben dessen Schoßhündchens erpresst? Badass-Peter in Bestform! "Irrtum, Brooks. Ihr Chihuahua bleibt bei mir..."

Bob: Tja, unser Archivar... Er ist der Auslöser des Falls (Malkurs), aber dann trifft ihn wieder der alte Fluch. Bob wird niedergeschlagen. Ernsthaft, der Mann hat wahrscheinlich schon eine Bonuskarte im Krankenhaus von Rocky Beach. Aber immerhin: Sein Fenster-Spanner-Einsatz liefert den entscheidenden Hinweis.

DIE GEGENSPIELER


Der Galerist Philip Brooks ist ein herrlich schmieriger Antagonist. Seine Obsession mit seiner Hündin Dorothy ist so überdreht, dass es schon wieder witzig ist. Aber das wahre Böse in dieser Folge ist der Rassismus, der Denzel und seiner Familie entgegenschlägt. Die beiden Kursteilnehmer Wayne und Dillon sind zwar eindimensionale Idioten, aber sie erfüllen ihren Zweck: Sie machen uns wütend und zeigen, warum Denzels Vater damals als Ghostwriter arbeiten musste.

BESTE MOMENTE


1. Das Gummihuhn: Dass ein quietschgrünes Gummihuhn das entscheidende Beweisstück ist, ist so herrlich absurd, das kann nur bei den drei ??? passieren.
2. Peters Drohung: Die Szene am Ende, als Peter dem Bösewicht droht, Dorothy den Katzen vorzuwerfen. Peters Tonfall ist dabei so eiskalt – Gänsehaut und Lacher zugleich!
3. Justus als Feuerwehrmann: Als das Haus brennt, fackelt Justus (Wortspiel beabsichtigt) nicht lange. Action-Justus!

SCHWACHSTELLEN


Seien wir ehrlich: Der Plan des Bösewichts ist... naja, "von hinten durch die Brust ins Auge". Er lässt Denzel verhaften, damit irgendjemand die Kaution zahlt, um diesem Jemand dann zu folgen? Das ist schon sehr viel "Was wäre wenn". Und dass er das Gummihuhn am Tatort verliert? Ein bisschen schusselig für ein kriminelles Superhirn. Musikalisch gab es in der ersten Hälfte leider ein paar Loops, die sich etwas zu oft wiederholt haben.

SERIEN-KONTEXT


Die Folge 151 markiert den Start in die "Nach-Jubiläums-Ära" (nach Folge 150). Marco Sonnleitner beweist hier mal wieder, dass er Tempo kann. Interessant ist der Ort Santa Isabel. Bob sagt im Hörspiel: "Wenn ich das nächste Mal nach Santa Isabel komme, dann nur mit Sturzhelm!" – Das ist ein genialer Insider-Gag! Denn Santa Isabel (bzw. Santa Ysabel) kennen Hardcore-Fans vielleicht noch aus der Buchvorlage zur Silbernen Spinne (dort Magnusstad). Dass Bob hier wieder eines auf die Mütze bekommt, ist fast schon ein Running Gag der Autoren.


SPRECHER-SPOTLIGHT


Haltet euch fest, denn die Gästeliste liest sich wie das "Who is Who" der deutschen Synchron-Elite:

Tilo Schmitz (Denzel Hopkins): Diese Stimme! Ihr kennt ihn als Ving Rhames (Mission Impossible), Ron Perlman oder als Kratos aus God of War. Wenn dieser Mann spricht, vibriert der Subwoofer. Er gibt Denzel genau die nötige Wärme und Tiefe.
Regina Lemnitz (Summer Hopkins): Eine Legende! Sie ist die deutsche Stimme von Whoopi Goldberg, Kathy Bates und Roseanne Barr. Dass sie hier dabei ist, wertet die ganze Produktion enorm auf.
Martin May (Philip Brooks): Ein Stück Filmgeschichte! Er spielte den Fähnrich Ullmann im Klassiker Das Boot (1981). Später war er auch die Stimme von Kakashi in Naruto (für die Anime-Fans unter euch).
Wolf Frass (Lawrence Seinfeld): Seine Stimme ist purer Horror – im positiven Sinne! Er ist bekannt als Erzähler vieler H.P. Lovecraft Hörbücher. Hier darf er mal den Kunstlehrer geben.
Stephan Schwartz (Elroy Forrester): War lange Zeit die Feststimme von Tom Cruise (z.B. in Mission Impossible 1*) und Andy Garcia. Luxusbesetzung für eine Nebenrolle!

PRODUKTIONS-HISTORIE


Die Folge erschien im Januar 2012 und basiert auf dem gleichnamigen Buch von Marco Sonnleitner. Ein wichtiges Detail: Das Thema der Diskriminierung schwarzer Künstler in den 50er/60er Jahren ist historisch leider sehr akkurat. Dass schwarze Musiker oder Maler ihre Werke unter weißem Namen veröffentlichen mussten, gab es wirklich. Schön, dass die Serie so ein ernstes Thema aufgreift, ohne den Zeigefinger zu sehr zu schwingen.

FAZIT & EMPFEHLUNG


"Schwarze Sonne" ist eine überraschend starke Folge. Sie kombiniert ein klassisches "Wer war's?"-Rätsel mit Action und einer Prise Gesellschaftskritik. Die Auflösung um den Ghostwriter ist emotional berührend und logisch. Dank der grandiosen Sprecherleistung (Tilo Schmitz & Regina Lemnitz!) hört man hier extrem gerne zu. Wer über den etwas konstruierten Plan des Bösewichts hinwegsehen kann, bekommt einen Top-Fall serviert.

Also: Kopfhörer auf, Gummihuhn bereitgelegt und ab nach Santa Isabel!

Wusstest du schon?

Der Titel 'Schwarze Sonne' bezieht sich auf das Zentralmotiv des Bildes, ist aber auch ein Symbol mit vielschichtiger Bedeutung.
Bob wird in dieser Folge niedergeschlagen, was er selbst ironisch kommentiert: 'Wenn ich das nächste Mal nach Santa Isabel komme, dann nur mit Sturzhelm.'
Die Folge thematisiert explizit die Benachteiligung schwarzer Künstler in den 1950er/60er Jahren.
Cover
Bewertung
7.5
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7,5 von 10 quietschenden Gummihühnern
Das Rätsel
Die Grundidee um das unmögliche Motiv (Denzels Erfindung auf einem alten Bild) ist stark und weckt sofort Neugier. Die Auflösung mit dem Ghostwriter greift ein ernstes historisches Thema auf und wirkt logisch hergeleitet.
Plot & Logik
Der Plan des Bösewichts ist etwas um die Ecke gedacht: Denzel verhaften lassen, damit jemand die Kaution zahlt, um diesem Jemand dann zu folgen? Das ist riskant. Dass Brooks das Gummihuhn am Tatort verliert, ist ein klassischer Flüchtigkeitsfehler, der aber zur Überführung notwendig ist.
Kapitel
1 Der schwarze Riese 0:00 min
2 Goldie 5:26 min
3 Wertvolles Gemälde 7:57 min
4 Schmetterlingsflügel 9:31 min
5 Menschenkenntnis 15:08 min
6 Schwarze Sonne 16:46 min
7 Pappnasen 20:27 min
8 Wer fürchtet sich vorm schwarzen Mann? 23:03 min
9 Weißer Spuk 26:10 min
10 Sommerblut 36:24 min
11 Blauer Baum 40:34 min
12 Grünes Huhn 42:47 min
13 Gelber Engel 47:20 min
14 Schwarz und weiß 50:55 min
15 Schuss ins Blaue 56:42 min
16 Rot ist die Liebe 61:57 min

Im Detail

J
Justus Jonas
Justus zeigt starke Kombinationsgabe, besonders beim Entschlüsseln des Hinweises 'Summer... Blut'. Auch die Falle am Ende ist typisch für ihn.
P
Peter Shaw
Peter ist der Mann der Tat: Er rettet den Hund, fährt das Auto mit kaputten Bremsen und nutzt den Hund am Ende eiskalt als Druckmittel. Eine sehr aktive Folge für ihn.
B
Bob Andrews
Bob ist derjenige, der den Fall durch den Malkurs erst ins Rollen bringt. Er wird (mal wieder) niedergeschlagen, liefert aber durch seinen Blick durchs Fenster den entscheidenden Hinweis auf das Denzel-Porträt.

Sprecher

Verwandte Folgen

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