Zusammenfassung

Der Fall beginnt explosiv: Peter Shaw wird beim Joggen am Strand von unbekannten Männern beschossen und verfolgt. In Panik flieht er zunächst in das Haus von Mrs. Winterfield, für das er einen Schlüssel hat, und rettet sich dann in die Zentrale. Justus und Bob sind ratlos, doch erste Ermittlungen zeigen, dass Peter offenbar mit jemandem verwechselt wird oder zur falschen Zeit am falschen Ort war. Während Justus das Haus von Mrs. Winterfield überprüft, trifft er auf Inspektor Cotta und einen Officer, die ebenfalls nach einem Jungen suchen, der auf Peters Beschreibung passt – angeblich auf Anweisung von ganz oben.

Die Rekonstruktion von Peters Tag ergibt, dass er in einer Felsenbucht Möwen fotografiert hat, bevor ihm im Hafencafé seine Kamera gestohlen wurde. Kurz darauf wird die Zentrale vom Geheimdienst gestürmt und Peter festgenommen. In einem Verhör durch die Agenten Blake und Tony Amoroso erfährt Peter den wahren Grund der Jagd: Es geht um die Operation 'Octopus', ein geheimes Treffen von Wissenschaftlern zur Aufteilung eines meeresgeologischen Gebiets mit reichen Methanhydrat-Vorkommen. Peter hat zufällig fotografiert, wie eine amerikanische Doppelagentin ('Angie') geheime Daten an die Russen übergab. Die Agenten halten Peter nun für einen Spion, der mit ihrem ehemaligen Kollegen Burt Young zusammenarbeitet.

Peter gelingt eine spektakuläre Flucht aus dem Verhörraum im dritten Stock, indem er aus einem Bettgestell und Rollen ein provisorisches Skateboard baut und über die Dächer entkommt. Er wird von einem älteren Skater namens Sunny aufgelesen und trifft schließlich am Hafen auf den echten Burt Young – einen alten Bekannten aus dem Fall 'Die silberne Spinne'. Young arbeitet inzwischen für ein skandinavisches Land und bestätigt die Verschwörung: Sowohl die Amerikaner als auch die Russen wollen die geologischen Daten fälschen.

Justus und Bob finden inzwischen dank des Stadtstreichers Rubbish George den Speicherchip von Peters gestohlener Kamera. Die Fotos beweisen Angies Verrat. Um zu verhindern, dass gefälschte Daten an die Wissenschaftler gehen, schmieden die Detektive einen Plan: Peter verkleidet sich als Obdachloser ('Wir machen einen Penner aus dir, Peter.'), um sich auf einem Skater-Event unerkannt dem Sohn des UNO-Beauftragten, Francesco, zu nähern. Während Burt Young die Doppelagentin ablenkt, übergibt Peter dem Jungen den Stick mit den echten US-Daten, den er bei seiner Flucht gestohlen hatte. Den Agenten Amoroso und Cotta händigt er später triumphierend die russische Fälschung aus. Die Mission gelingt: Die Wissenschaftler erhalten die korrekten Daten, und das Gebiet wird neutral erklärt.

Review

Folge 152: Skateboardfieber – Oder: Peter Shaw und das Bettgestell des Todes 🛹🕵️‍♂️
Schüsse auf den Zweiten Detektiv, eine MacGyver-Einlage mit einem Lattenrost und das Comeback einer Legende aus Folge 24! Warum 'Skateboardfieber' der heimliche Action-Blockbuster der Serie ist.

Hallo liebe Detektiv-Kollegen, Spezis und Kassettenkinder!

Willkommen zurück im Fan-Blog! Heute widmen wir uns einer Folge, die polarisiert wie kaum eine andere, aber eines definitiv nicht ist: langweilig. Schnallt euch an – oder besser gesagt: Schraubt die Rollen unter euer Bettgestell – denn wir besprechen Folge 152: „Skateboardfieber“!

Wenn Ben Nevis zur Feder greift, wissen wir eigentlich schon, was uns blüht: Es wird weniger gemütlich geknobelt, dafür mehr gerannt, geschwitzt und explodiert. Nevis ist der Michael Bay unter den Drei-???-Autoren. Und bei „Skateboardfieber“ hat er den Regler für „Peters Panik“ auf Anschlag gedreht. Also, schnappt euch eine kalte Cola (oder einen Beruhigungstee für Peter), wir tauchen ein!

ERSTER EINDRUCK


Heidewitzka, geht das hier ab! Normalerweise beginnen die Folgen ja eher gemütlich: Justus liest ein Buch, Bob sortiert Akten oder Tante Mathilda schreit nach Arbeit. Hier? Pustekuchen! Wir werden direkt in eine Verfolgungsjagd geworfen. Peter wird beschossen (!), und zwar nicht mit Erbsenpistolen. Mein erster Gedanke beim Hören war: „Huch, habe ich aus Versehen TKKG eingelegt?“ Die Stimmung ist sofort bedrohlich, gehetzt und untypisch actionlastig. Man spürt direkt: Hier geht es um mehr als nur einen geklauten Rucksack. Das Tempo ist von Minute eins an extrem hoch.

DIE STORY


Kurzfassung für Eilige: Peter hat den schlechtesten Tag seines Lebens. Erst wird ihm die Kamera geklaut, dann geht er joggen (Fehler Nr. 1), und plötzlich eröffnen unbekannte Männer das Feuer auf ihn. Unser Zweiter Detektiv flüchtet sich panisch durch Rocky Beach, bricht in Häuser ein (Mrs. Winterfield lässt grüßen) und landet schließlich völlig fertig in der Zentrale.

Es stellt sich heraus: Peter ist ins Fadenkreuz eines internationalen Geheimdienst-Komplotts geraten. Er hat – natürlich völlig zufällig – eine Datenübergabe zwischen einer Doppelagentin und den Russen fotografiert. Es geht um Methanhydrat-Vorkommen im Meer (Bob: „Ah, brennbares Eis!“). Während Peter vom Secret Service und fiesen Agenten gejagt wird und in der Zentrale eine der absurdesten Fluchtszenen der Seriengeschichte hinlegt, müssen Justus und Bob das politische Rätsel lösen. Und dann taucht auch noch ein Geist aus der Vergangenheit auf: Burt Young! Ja, genau DER Burt Young aus der „Silbernen Spinne“!

UNSERE HELDEN

Peter Shaw (Der Action-Held wider Willen):
Leute, wir müssen über Peter reden. Diese Folge ist die ultimative „Peter-Show“. Er ist hier quasi Jason Bourne in Turnschuhen. Einerseits ist er der klassische Schisshase („Die wollen mich umbringen, Justus!“), andererseits mutiert er zum absoluten MacGyver. Die Szene, in der er in der Zentrale gefangen ist und sich aus einem alten Bettgestell und Bürostuhlrollen ein Skateboard baut, um über die Dächer (!) zu fliehen, ist so herrlich drüber, dass man sie einfach lieben muss. Peter trägt diese Folge fast allein auf seinen sportlichen Schultern.

Justus Jonas (Das Gehirn im Hintergrund):
Justus nimmt sich hier vornehm zurück. Er darf zwar schlau kombinieren („Methanhydrat, natürlich!“), aber er überlässt Peter das Feld. Ein schöner Moment ist, wie er die Situation analysiert, während Peter fast hyperventiliert. Justus ist der Fels in der Brandung, aber diesmal ist er eher der „Guy in the Chair“, der den Agenten per Funk Anweisungen gibt.

Bob Andrews (Der Archivar des Wissens):
Bob hat hier seinen großen Auftritt als das wandelnde Lexikon. Er ist es, der die Verbindung zu Burt Young herstellt und die Hintergründe recherchiert. Ohne Bobs Gedächtnis wären die drei ??? hier aufgeschmissen gewesen. Solide Arbeit, Kollege Andrews!

DIE GEGENSPIELER


Wir haben es hier mit waschechten Geheimagenten zu tun. Blake und Tony Amoroso sind keine 08/15-Ganoven, die Juwelen klauen. Sie sind Profis. Besonders Tony Amoroso bleibt im Gedächtnis – und das liegt vor allem an seiner Stimme (dazu später mehr im Sprecher-Spotlight!). Sie wirken bedrohlich, skrupellos und kompetent – zumindest bis Peter sie mit einem selbstgebauten Skateboard austrickst. Dass sie Peter für einen Super-Spion halten, ist ein wunderbarer Running Gag der Folge.

BESTE MOMENTE

1. Das MacGyver-Skateboard: Ich kann es nicht oft genug erwähnen. Peter baut unter Zeitdruck ein Skateboard aus Müll. Das ist so absurd, dass es schon wieder genial ist. „Wir machen einen Penner aus dir, Peter“ – der Plan am Ende ist auch Gold wert.
2. Das Wiedersehen: Der Moment, als Burt Young auftaucht. Für Fans der ersten Stunde (oder der „Crimebusters“-Ära) ist das Gänsehaut pur. „Hallo, Justus.“ – Da klingelt es sofort bei jedem, der Folge 24 kennt.
3. Rubbish George: Der sympathische Stadtstreicher hat hier eine tragende Rolle und darf zeigen, dass er mehr ist als nur Deko. Seine Interaktion mit den Jungs ist herzlich und zeigt die soziale Ader der drei ???.

SCHWACHSTELLEN


Seien wir ehrlich: Die Logik macht hier Urlaub. Peter fotografiert zufällig an einem einsamen Strand genau den Moment der Übergabe? Und die Agenten lassen sich von einem Teenager auf einem Bettgestell abhängen? Naja. Man muss hier das „Suspension of Disbelief“ ganz hoch schrauben.

Und dann der Titel: „Skateboardfieber“. Ernsthaft? Das Skaten spielt eigentlich erst in den letzten 5 Minuten eine Rolle. Ein Titel wie „Die Jagd“ oder „Agenten-Poker“ wäre passender gewesen. Viele Fans waren enttäuscht, weil sie ein Sport-Abenteuer erwartet hatten und einen Thriller bekamen.

SERIEN-KONTEXT (Der Deep Dive)


Jetzt wird es nerdig! Diese Folge ist ein direktes Sequel zu Folge 24: „Die silberne Spinne“. Das ist extrem selten im Drei-???-Universum! In Folge 24 reisten die Detektive nach Magnusstad (im Buch Europa, im Hörspiel Texas – ein ewiges Verwirrspiel), um Lars Holmqvist zu helfen. Burt Young war damals ihr Kontaktmann. Dass Ben Nevis diesen Faden nach über 100 Folgen wieder aufnimmt, ist ein genialer Schachzug für Langzeitfans.

Interessant ist auch die Kontinuität mit Rubbish George. Der Charakter taucht in mehreren Folgen auf (z.B. Folge 125 „Feuermond“, Folge 129 „SMS aus dem Grab“ und später in Folge 200 „Feuriges Auge“). Er gehört zum erweiterten „Rocky Beach Universe“ und verbindet die verschiedenen Ären der Serie.

Einordnung: Die Folge ist ein typischer „Ben Nevis Action-Reißer“ (ähnlich wie „Todesflug“ oder „Pistenteufel“). Sie bricht mit der klassischen Whodunit-Struktur und setzt voll auf Thriller-Elemente. Bei Fans ist sie umstritten: Die einen lieben das Tempo, die anderen vermissen das Rätseln.


SPRECHER-SPOTLIGHT


Hier hat Europa wirklich die Crème de la Crème aufgefahren:

Horst Stark als Burt Young: Leute, das ist DER Hammer. Horst Stark hat Burt Young schon in Folge 24 gesprochen – im Jahr 1981! Dass sie ihn 2012 für die gleiche Rolle zurückgeholt haben, ist Fan-Service vom Allerfeinsten. Horst Stark kennt man natürlich auch als die legendäre Stimme von Commander McLane aus „Raumpatrouille Orion“. Seine Stimme hat dieses wunderbare, autoritäre Raspeln.
Reent Reins als Tony Amoroso: Ein absoluter Gigant der Synchronbranche. Reent Reins war die deutsche Feststimme von Don Johnson (Sonny Crockett in „Miami Vice“)! Er hat diese unglaublich coole, lässige Art („Hey, Kleiner...“). Leider ist Reent Reins im Dezember 2025 verstorben – das Hören dieser Folge ist also auch ein kleiner Abschied von einer der coolsten Stimmen Deutschlands. Ruhe in Frieden, Sonny!
Utz Richter als Rubbish George: Er leiht dem Stadtstreicher seine markante, brüchige Stimme und macht ihn zu einem echten Charakterkopf.

PRODUKTIONS-HISTORIE


Das Buch von Ben Nevis erschien 2011, das Hörspiel folgte im März 2012. Ben Nevis ist bekannt dafür, dass er gerne mal über die Stränge schlägt, was Realismus angeht. Im Buch gibt es übrigens eine lustige Meta-Ebene: Da die „Silberne Spinne“ im US-Original in Europa spielt, im deutschen Hörspiel aber in Texas, umschifft das Hörspiel hier geschickt die geografischen Ungereimtheiten, indem es sich einfach auf die Person Burt Young konzentriert.


FAN-SERVICE-CHECK


Running Gag: Peter verliert mal wieder seine Ausrüstung (Kamera). Bob ist im Archiv. Justus isst... okay, diesmal keine Zeit zum Essen.
Easter Egg: Die Erwähnung der Ereignisse in Magnusstad.
Gadget: Das selbstgebaute Skateboard hat das Zeug zum Kult-Objekt, ähnlich wie der Peilsender aus Folge 1.

FAZIT & EMPFEHLUNG


„Skateboardfieber“ ist wie ein Actionfilm am Samstagnachmittag: Nicht besonders tiefgründig, voller Logiklöcher, aber verdammt unterhaltsam. Wer die klassische Rätsel-Atmosphäre sucht, wird hier enttäuscht sein. Wer aber hören will, wie Peter über sich hinauswächst und wie Don Johnson und Commander McLane Jagd auf die drei ??? machen, der MUSS diese Folge hören.

Es ist keine „Klassiker“-Folge im traditionellen Sinn, aber durch den Nostalgie-Faktor („Silberne Spinne“) hat sie einen festen Platz im Herzen vieler Fans verdient. Perfekt zum Joggen (aber bitte ohne Beschuss!) oder für lange Autofahrten.

Prädikat: Besonders wertvoll für Action-Fans und Nostalgiker.

Wusstest du schon?

Die Figur Burt Young und sein Sprecher Horst Stark sind eine direkte Fortsetzung aus Folge 24 'Die silberne Spinne'.
Der Titel 'Skateboardfieber' wird von Fans oft kritisiert, da das Skaten erst ganz am Ende relevant wird und eher Peters Flucht im Mittelpunkt steht.
Peter baut sich in einer Szene à la MacGyver ein Skateboard aus einem Bettgestell – eine der kuriosesten Fluchtszenen der Seriengeschichte.
Cover
Bewertung
5.5
🛹 🛹 🛹 🛹 🛹 🛹 🛹 🛹 🛹 🛹
5,5 von 10 improvisierten Skateboards
Das Rätsel
Hier gibt es kein klassisches 'Wer war es?'-Rätsel, sondern einen waschechten Agenten-Thriller. Die Frage ist nicht, wer der Täter ist, sondern wie Peter aus der Nummer wieder rauskommt und wie die drei ??? die politische Verschwörung entwirren. Für Rätselfüchse vielleicht etwas zu actionlastig, aber die Verknüpfung der Handlungsstränge funktioniert gut.
Plot & Logik
Ein paar 'Zufälle' sind schon arg konstruiert: Peter fotografiert zufällig genau den Moment der Datenübergabe an einem einsamen Strand? Und dann die MacGyver-Einlage: Ein Skateboard aus einem Lattenrost und Bürostuhlrollen zu bauen, während vor der Tür die Agenten warten, ist herrlich übertrieben, aber Kult. Dass der Geheimdienst Peter so leicht entkommen lässt, muss man mit einem Augenzwinkern hinnehmen.
Kapitel
1 Auf der Flucht 0:00 min
2 Erwischt 8:28 min
3 Gestohlene Kamera 11:48 min
4 Ein alter Fall 15:57 min
5 Das Verhör 20:40 min
6 Niemandsland 28:05 min
7 Alles auf eine Karte 33:28 min
8 Verblüffung 39:25 min
9 Auf Hippie-Tour 41:06 min
10 Wiedersehen 43:06 min
11 Doppelagent 47:30 min
12 Fröhlich vereint 50:27 min

Im Detail

J
Justus Jonas
Analytisch stark. Er erkennt sofort die Bedeutung der Methanhydrate und kombiniert die politischen Zusammenhänge. Er überlässt Peter aber diesmal völlig das Feld als Actionheld.
P
Peter Shaw
Der absolute Star der Folge. Vom verängstigten Gejagten wandelt er sich zum cleveren Agentenschreck, baut Gadgets und skatet um sein Leben. 'Joggen ist das Einzige, was jetzt noch hilft.' – selten war er so physisch gefordert.
B
Bob Andrews
Er liefert den entscheidenden Link zur Vergangenheit ('Die silberne Spinne') und recherchiert die Hintergründe zu den Bodenschätzen. Solide Archivarbeit, die den Plot zusammenhält.

Sprecher

Verwandte Folgen

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