Zusammenfassung

Der Fall beginnt dramatisch, als Onkel Titus vor dem ehemaligen Naturkundemuseum beinahe mit einem Krankenwagen kollidiert. Der Besitzer des Museums, Dr. Winston Wadleigh, wird gerade mit einer schweren, rätselhaften Bisswunde abtransportiert und warnt im Fieberwahn vor einer Gefahr und einem 'Tiger'. Sein Sohn Quentin, der dringend geschäftlich verreisen muss, engagiert die drei ??? spontan als Babysitter für seine beiden Söhne Sammy und Jamie, damit die Detektive undercover im Museum ermitteln können.

Die erste Nacht im Museum verläuft unruhig. Peter und Bob stellen fest, dass das Skelett des Säbelzahntigers (Smilodon) extrem streng nach wildem Tier riecht, finden aber keine Duftquelle. Die exzentrische Nachbarin Mrs. Pitkätossu, die Peter bei einem Besuch fast mit einem Pfeil erschießt, ist überzeugt, dass böse Geister im Spiel sind. In der Nacht bricht ein Unbekannter ein und feuert einen Betäubungspfeil auf Peter ab. Peter verfolgt den flüchtenden Wagen – einen orangefarbenen Dodge – bis zum DeLuca Drive, verliert ihn aber.

Am nächsten Tag führen die Spuren zum Strand und zur Konkurrenz von Titus Jonas: dem Gebrauchtwarenhändler T. Madson und seinem arroganten Sohn Jackall. Justus kombiniert messerscharf, dass Jackall der Einbrecher war und dass das 'T.' im Firmennamen für 'Tiger' steht – der Spitzname von Jackalls Vater. Dr. Wadleighs Warnung vor dem Tiger bezog sich also nicht auf das Skelett, sondern auf seinen Rivalen Madson.

Zurück im Museum entdecken die Detektive dank Jackall, der plötzlich auftaucht, einen Mechanismus unter dem Sockel des Säbelzahntigers, der zu einem Hohlraum führt. Justus schlussfolgert, dass dort ein echtes Tier versteckt gehalten wurde. Die Spur führt zurück zum Schrottplatz der Madsons. Dort finden Justus und Bob den gefesselten Dr. Frears, einen Freund der Wadleighs. Es stellt sich heraus, dass Dr. Wadleigh eine misshandelte Hyäne von den Madsons gestohlen hatte, um sie zu retten, und sie im Museum versteckte – daher der Gestank und die Bisswunde.

Im großen Finale eilen die Detektive zurück zum Museum, wo die Madsons gerade einbrechen, um einen Sack mit Trockenfutter zu stehlen, den sie im Hohlraum vermuten. In dem Sack hatte Jackall nämlich gestohlenen Schmuck aus einem Schiffswrack versteckt. Die Hyäne bricht aus, doch Bob kann sie geistesgegenwärtig mit dem Betäubungsgewehr stoppen. Die Madsons werden verhaftet, und beim abschließenden Kirschkuchen (bzw. Apfelkuchen) bei Tante Mathilda klärt sich alles auf: Der Schmuck war nur Imitat, und Peter entpuppt sich als unfreiwilliger Lehrer für Rülps-Wettbewerbe bei den Kindern.

Review

Hundefutter, Hyänen und ein rülpsender Peter – Warum Folge 146 ein Comedy-Goldstück ist!
Peter isst was?! In 'Der Biss der Bestie' müssen die drei ??? babysitten, und dabei geht so ziemlich alles schief, was schiefgehen kann. Ein Muss für alle, die Peter leiden (und kauen) hören wollen!

Hallo liebe Detektiv-Kollegen und willkommen zurück im Fan-Blog!

Heute knöpfen wir uns eine Folge vor, die bei mir im Regal unter "Absolute Comedy-Goldgrube" einsortiert ist. Es geht um Folge 146, "Der Biss der Bestie". Der Titel klingt erst mal nach einem schlechten B-Movie aus den 80ern oder einem vergessenen Godzilla-Gegner, aber was wir hier serviert bekommen, ist einer der unterhaltsamsten Fälle der Neuzeit. Schnappt euch ein Stück Kirschkuchen (oder eine Schale Schoko-Knusper-Müsli... dazu später mehr) und lasst uns eintauchen!

ERSTER EINDRUCK


Wenn man das Cover sieht, denkt man: Oha, Jurassic Park in Rocky Beach? Ein Säbelzahntiger-Schädel, der uns fies angrinst. Man erwartet düsteren Grusel, vielleicht einen Fluch. Was man bekommt, ist aber eher eine Sitcom mit Krimi-Elementen – und das meine ich als absolutes Kompliment! Die Stimmung ist von Anfang an skurril, besonders weil Justus, Peter und Bob hier in eine Rolle gezwungen werden, die so gar nicht zu ihnen passt: Babysitter. Allein diese Prämisse ist schon der Hammer.

DIE STORY


Alles beginnt mit einer Beinahe-Kollision vor dem alten Naturkundemuseum. Dr. Wadleigh wird mit einer üblen Bisswunde abtransportiert und faselt im Fieberwahn von einem "Tiger". Sein Sohn Quentin muss dringend weg und – zack – haben unsere drei ??? einen neuen Job: Auf die Enkel Sammy und Jamie aufpassen und nebenbei herausfinden, ob im Museum nachts wirklich ein Knochengerippe spukt.

Es stellt sich heraus, dass der Spuk ziemlich streng riecht (nach Raubtierkäfig, nicht nach Moder) und dass die Nachbarschaft, allen voran die schrullige Mrs. Pitkätossu, fest an Geister glaubt. Die Spur führt zu einer rivalisierenden Schrotthändler-Sippe, den Madsons, und am Ende lernen wir: Nicht jeder Tiger hat Streifen, manche haben auch einfach nur einen Spitznamen.

UNSERE HELDEN


Leute, diese Folge ist die Peter-Shaw-Show! Ernsthaft, unser Zweiter Detektiv muss hier so viel leiden, dass es fast schon körperlich wehtut vor Lachen.

Peter: Er ist der MVP (Most Valuable Player) der Folge. Erst wird er von einer durchgeknallten Nachbarin fast erschossen, dann verfolgt er Verbrecher im Schlafanzug und schließlich – der absolute Höhepunkt – verwechselt er Hundetrockenfutter mit Schokomüsli. Sein Kommentar "Schmeckt irgendwie fleischig" ist für mich jetzt schon legendär. Ach ja, und er bringt den Kindern das Rülpsen bei. Peter, wir lieben dich!

Justus: Unser Ober-Detektiv zeigt sich von seiner besten Seite: faul, aber genial. Er hat absolut keine Lust auf Babysitting und trickst Peter beim "Schere, Stein, Papier" aus, indem er einfach das Symbol "Fragezeichen" erfindet. Das ist so typisch Justus, dass man ihm nicht mal böse sein kann. Seine Deduktion am Ende, wer oder was der "Tiger" wirklich ist, ist klassische Sherlock-Holmes-Arbeit.

Bob: Der Mann für Archiv und Recherche hält sich etwas zurück, hat aber im Finale seinen großen Auftritt als Scharfschütze mit dem Betäubungsgewehr. Solide Arbeit, Kollege Andrews!

DIE GEGENSPIELER


Die Familie Madson ist herrlich unsympathisch. Jackall Madson (gesprochen von Ingo Nommsen!) ist dieser typische arrogante Schnösel, den man sofort hassen liebt. Dass er seine Beute im Hundefutter versteckt, ist zwar dumm, aber plot-relevant. Sein Vater "Tiger" Madson bleibt eher im Hintergrund, wirkt aber bedrohlich genug, um die Story am Laufen zu halten.

BESTE MOMENTE


1. Das Hundefutter-Debakel: Ich kann es nicht oft genug sagen. Peter isst Hundefutter. Freiwillig. Weil er denkt, es sei Müsli. Das Sounddesign beim Kauen... herrlich eklig!
2. Justus schummelt: Die Einführung des "Fragezeichens" bei Schere-Stein-Papier. Ich habe das danach im Freundeskreis ausprobiert – klappt leider nur, wenn man Justus Jonas heißt.
3. Der Rülps-Wettbewerb: Peter als schlechtes Vorbild für die Kinder. Tante Mathilda wäre entsetzt!

SCHWACHSTELLEN


Seien wir ehrlich: Der Plot hat Löcher, durch die ein Säbelzahntiger springen könnte. Dr. Wadleigh klaut eine lebende Hyäne von einem Schrottplatz, um sie zu retten, und sperrt sie in den Keller eines Museums? Und niemand merkt das, außer dass es stinkt? Das ist schon sehr konstruiert. Auch dass die Polizei (Cotta) die Hyäne am Ende quasi mit einem Schulterzucken abholt, ist typisch Rocky-Beach-Logik. Aber hey, wir sind hier nicht bei CSI: Miami.

SERIEN-KONTEXT


Die Folge 146 stammt aus der Feder von Kari Erlhoff und erschien 2011. Erlhoff ist bekannt für ihre etwas skurrilen Charaktere und humorvollen Dialoge, was man hier deutlich merkt. Die Folge gilt unter Fans als "Wohlfühl-Folge" – wenig echter Grusel, dafür viel Charakter-Interaktion. Sie ist keine, die die große Mythologie (wie Victor Hugenay oder Sphinx) voranbringt, aber sie ist ein perfekter "Filler" im besten Sinne.


SPRECHER-SPOTLIGHT


Hier haben wir echte Hochkaräter am Mikrofon!

Fitzwilliam Waterfield: Gesprochen von der Legende Wolfgang Völz. Den kennt jedes Kind als Käpt'n Blaubär oder als die deutsche Stimme von Majestix in den Asterix-Filmen. Seine brummige, gemütliche Art wertet jede Szene auf. Leider ist Völz 2018 verstorben, was diesen Auftritt umso wertvoller macht.
Dr. John Frears: Hier hören wir Wolfgang Draeger. Kommt euch die Stimme bekannt vor? Ja, das war Kommissar Reynolds (der Nachfolger von Horst Frank)! Und noch ein Fun Fact: Er ist der Vater von Sascha Draeger (Tim von TKKG) und Kerstin Draeger (Lys). Eine echte Hörspiel-Dynastie!
Jackall Madson: Eine Überraschungbesetzung mit Ingo Nommsen, dem TV-Moderator (bekannt aus "Volle Kanne"). Er macht seinen Job als unsympathischer Antagonist überraschend gut.

PRODUKTIONS-HISTORIE


Das Buch von Kari Erlhoff erschien bereits 2009, das Hörspiel folgte 2011. Im Buch gibt es noch eine Szene, in der Peter einen Vortrag über Säbelzahntiger hält (Smilodon vs. Megateron), was im Hörspiel leider gekürzt wurde – schade, das hätte Peters "Klugscheißer-Moment" sein können! Ein interessantes Detail: Im Buch recherchiert Bob, dass das Museum nicht* unterkellert sei, was das Auffinden des Hohlraums später umso überraschender macht.


FAN-SERVICE-CHECK


Habt ihr den Namen der Nachbarin bemerkt? Mrs. Pitkätossu. Das ist kein zufälliges Kauderwelsch. "Pitkätossu" ist der finnische Name für Pippi Langstrumpf! Ein wunderbares Easter Egg von Kari Erlhoff für alle Astrid-Lindgren-Fans. Außerdem taucht der Schrottplatz-Konkurrenzkampf auf, was uns daran erinnert, dass Titus Jonas nicht der einzige Händler in Rocky Beach ist (auch wenn er der beste ist!).

FAZIT & EMPFEHLUNG


"Der Biss der Bestie" ist vielleicht kein Meisterwerk der Kriminalliteratur, aber ein Meisterwerk der Unterhaltung. Wer die drei ??? liebt, weil sie sich kabbeln, weil Peter Panik schiebt und weil Justus alles besser weiß, der ist hier genau richtig. Es ist die perfekte Folge für einen verregneten Sonntagnachmittag.

Ranking: In meiner persönlichen "Lustigste Folgen"-Liste definitiv in den Top 10. Als Krimi eher Mittelmaß, als Hörspiel-Spaß ganz weit oben!

Wusstest du schon?

Wolfgang Völz, bekannt als die Stimme von Käpt'n Blaubär, hat einen Gastauftritt als Fitzwilliam Waterfield.
Justus führt beim 'Stein, Schere, Papier' das unschlagbare 'Fragezeichen' ein.
Peter isst in dieser Folge versehentlich Hundefutter, da er es für Müsli hält.
Cover
Bewertung
6.5
🥣 🥣 🥣 🥣 🥣 🥣 🥣 🥣 🥣 🥣
6,5 von 10 Schoko-Knusper-Kugeln (mit Fleischanteil)
Das Rätsel
Ein solider Aufbau, der das klassische 'Spuk-Phänomen' (lebendiges Skelett) rational erklärt. Der Twist um die doppelte Bedeutung von 'Tiger' (Tier vs. Spitzname) ist clever, wenn auch für geübte Hörer erahnbar. Das Versteck des Diebesguts im Hundefutter ist ein klassischer MacGuffin, der die Handlungsstränge logisch verknüpft.
Plot & Logik
Die Motivation von Dr. Wadleigh, eine ausgewachsene Hyäne zu stehlen und in einem Museumskeller zu verstecken, wirkt etwas abenteuerlich, passt aber zum skurrilen Ton der Folge. Dass Jackall Madson wertvollen (vermeintlichen) Schmuck ausgerechnet in einem offenen Futtersack versteckt, ist riskant, wird aber durch seine Panik erklärt.
Kapitel
1 Eine fiebrige Warnung 0:00 min
2 Ein neuer Fall 8:25 min
3 Seltsamer Duft 10:16 min
4 Dem Spuk auf der Spur 15:17 min
5 Gemeingefährlich 19:33 min
6 Sinnvolle Aufgabenteilung 23:54 min
7 Heimsuchung 25:08 min
8 Ziel verfehlt 28:04 min
9 Ein mysteriöser Montag 30:03 min
10 Angriff aus der Finsternis 33:02 min
11 Schicksalhafte Begegnung 34:52 min
12 Abschreckende Viecher 38:18 min
13 Ein Rätsel wird gelöst 41:14 min
14 Zwei Fragezeichen greifen ein 44:29 min
15 Alles oder nichts 48:53 min
16 Apfelkrise 51:54 min

Im Detail

J
Justus Jonas
Brilliert durch seine Kombinationsgabe, besonders als er die Identität des 'Tigers' entschlüsselt. Sein Schachzug beim 'Stein, Schere, Papier' zeigt seine typische Schlitzohrigkeit.
P
Peter Shaw
Der heimliche Star der Folge: Er wird beschossen, verfolgt Verbrecher im Pyjama, isst versehentlich Hundefutter und bringt den Kindern das Rülpsen bei. Eine perfekte Mischung aus Action und Comedy.
B
Bob Andrews
Übernimmt wichtige Recherchen und hat im Finale den entscheidenden 'Schuss' mit dem Betäubungsgewehr. Er wirkt kompetent und weniger passiv als in manch anderen Folgen.

Sprecher

Verwandte Folgen

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