Zusammenfassung

Die drei ??? haben einen Aufenthalt im Erlebnishotel 'Geisterburg' gewonnen. Schon im Zug zur Station Haunted Corner treffen sie auf Konkurrenz: Das Detektiv-Duo 'Callida' aus San Francisco, bestehend aus Alcina und Corona, die ebenfalls gewonnen haben. Nach der Ankunft im düsteren Hotel lernen sie die Besitzerin Maggie Jones und ihren Angestellten Ken kennen und werden vom unheimlichen 'Wilderer' erschreckt, der in den Bergen haust. Ein sprechender Vogel namens Blacky sorgt für Erheiterung bei Justus.

Beim Abendessen wird fast die gesamte Gesellschaft durch ein Schlafmittel in der Suppe betäubt. Nur Bob, der nichts gegessen hat, und Alcina bleiben wach. Bei ihren nächtlichen Nachforschungen entdecken sie, dass der Drehbuchautor Jack Donnelly (alias Hank Wheeler) nicht in seinem Zimmer ist. Sie werden im Computerraum eingesperrt und beobachten eine Gestalt, den 'schwarzen Henker', der versucht, in die verschlossene 'Höhle des Grauens' einzudringen.

Am nächsten Morgen ist die Stimmung panisch: Die Jeeps wurden sabotiert, das Funkgerät zerstört. Die Schwestern Lucia und Elizabeth Waterstone erzählen von einem alten Fluch: Vor Jahren verschwand hier der Student Walt Walker, als er mit seinem Professor eine indianische Kultstätte suchte. Justus findet heraus, dass ein Zettel mit einem Rätselgedicht den Weg zum Schatz weist. Bei einer Führung durch die Höhle greift der 'schwarze Henker' (der Wilderer) an, wird aber überwältigt. Die Detektive bleiben zurück, um das Rätsel zu lösen.

Durch Peters Kletterkünste und Mut ('Spring!') finden sie eine Geheimtür im Fels. In der dahinterliegenden Kammer entdecken sie eine goldene Maske – und Mr. Stanley, der sich als der besessene Professor Anderson entpuppt. Er hatte damals Walt in den Tod geschickt und will nun die Maske. Als er sie an sich reißt, löst er eine Falle aus: Wasser flutet die Höhle. In letzter Sekunde entkommen die Detektive und der Professor durch ein Loch in der Decke, durch das einst auch der Vogel Blacky entkommen war. Anderson wird überführt; der Wilderer stellt sich als der überlebende Walt Walker heraus.

Review

Wellness-Urlaub mit Hindernissen – und einem Vogel, der zu viel weiß
Ein Grusel-Hotel, rivalisierende Detektivinnen und ein Vogel, der 'Super-Papagei'-Vibes versprüht. Warum Folge 111 trotz (oder wegen) des Namens 'Corona' heute Kultpotenzial hat, lest ihr hier!

Moin liebe Detektiv-Kollegen und Freunde des gepflegten Grusels!

Heute widmen wir uns einem Fall, der in der Fan-Community für ordentlich Gesprächsstoff sorgt – und das nicht nur wegen eines Namens, der in den letzten Jahren eine ganz neue, unheimliche Bedeutung bekommen hat (dazu später mehr!). Schnappt euch einen Kirschkuchen, schließt die Tür ab (nicht, dass euch jemand Schlafmittel in die Suppe kippt) und begleitet mich in die Folge 111: Die Höhle des Grauens.

ERSTER EINDRUCK


Schon das Cover schreit einem förmlich "Classic B-Movie" entgegen: Ein leuchtender Totenschädel in einer Felsgrotte. Das verspricht Abenteuer, das verspricht Indiana-Jones-Vibes, das verspricht... naja, zumindest keinen Fall, in dem es um entlaufene Katzen oder gestohlene Briefmarken geht. Der Titel "Geisterburg" für das Hotel klingt herrlich nach Kirmes-Attraktion, und genau das bekommen wir auch: Eine Mischung aus "The Shining" für Arme und einem Escape-Room-Abenteuer, lange bevor Escape Rooms cool waren. Man hat sofort dieses wohlige Gefühl von "Eingeschneit im Hotel" (auch wenn es hier eher "Sabotiert im Hotel" ist), was bei den drei ??? eigentlich immer ein Garant für Atmosphäre ist.

DIE STORY


Justus, Peter und Bob haben mal wieder gewonnen (natürlich). Diesmal geht's ins Erlebnishotel "Geisterburg". Doch die Entspannung hält sich in Grenzen: Schon im Zug treffen sie auf die Konkurrenz – das Detektiv-Duo "Callida" aus San Francisco. Kaum angekommen, wird es ungemütlich: Ein unheimlicher Wilderer treibt sein Unwesen, und beim Abendessen fallen fast alle Gäste wie die Fliegen in einen tiefen Schlaf. Alle, außer Bob (der Diät hielt oder einfach misstrauisch war) und eine der Konkurrentinnen. Während die anderen schlafen, decken die beiden Sabotageakte auf. Am nächsten Morgen ist die Kacke dann richtig am Dampfen: Autos kaputt, Funk tot, Straße blockiert. Die einzige Hoffnung? Ein altes Rätselgedicht, das in die titelgebende "Höhle des Grauens" führt, wo ein Schatz und die Wahrheit warten.

UNSERE HELDEN


Justus Jonas: Unser Erster Detektiv ist in Hochform, was sein Ego angeht. Dass er Konkurrenz bekommt, schmeckt ihm gar nicht – fast so wenig wie die Tatsache, dass er das Schlafmittel-Süppchen anstandslos ausgelöffelt hat. Sein Highlight ist aber definitiv die Interaktion mit dem Vogel Blacky (dazu gleich mehr!). Hier zeigt sich Justus von seiner nostalgischen Seite.

Peter Shaw: Der arme Kerl. Erst muss er sich gruseln, dann muss er klettern, und am Ende muss er einen "Glaubenssprung" in den Abgrund wagen, bei dem selbst Indiana Jones feuchte Hände bekommen hätte. Aber: Peter liefert ab! Seine Panik ist präsent, aber er überwindet sie. Ein echter Action-Held wider Willen.

Bob Andrews: Der heimliche MVP der Folge! Dass er das Essen verweigert, rettet den Fall. Seine Solo-Ermittlung in der Nacht zusammen mit Alcina ist atmosphärisch eines der Highlights. Bob beweist hier mal wieder, dass er auch ohne Justus kombinieren kann und dabei noch verdammt cool bleibt. Unser Mann für Recherchen und... na ja, Damenbegleitung.

DIE GEGENSPIELER


Die Schurken-Riege ist hier zweigeteilt. Da haben wir den Wilderer, der sich als klassischer "Red Herring" entpuppt – gruselig, aber eigentlich eine tragische Figur (der verschollene Walt Walker). Und dann ist da Prof. Anderson (alias Mr. Stanley). Ein Bösewicht der alten Schule: Er wartet jahrelang, tarnt sich, spielt den besorgten Gast und dreht dann völlig durch. Sein Plan, ein ganzes Hotel zu betäuben, nur um in Ruhe eine Höhle zu suchen, ist herrlich größenwahnsinnig. Man fragt sich zwar, warum er das ausgerechnet in der Woche macht, in der fünf Detektive im Haus sind, aber hey – sonst hätten wir ja keinen Fall.

BESTE MOMENTE


1. Der Sprung: Die Szene in der Höhle, als das Rätsel "Mut" verlangt und Peter in die Dunkelheit springen muss, ist soundtechnisch grandios umgesetzt. Man hält kurz den Atem an.
2. Bobs Nachtschicht: Als Bob realisiert, dass alle schlafen und er allein im dunklen Hotel ist – Gänsehaut pur! Das erinnert an die besten Momente aus "Bergmonster".
3. Das Wiedersehen mit "Blacky": Wenn Justus den Mynah-Vogel sieht und ihn "Blacky" nennt, geht jedem Fan das Herz auf. "Telefon! Telefon!" – ein genialer Rückgriff auf die Klassiker-Ära.

SCHWACHSTELLEN


Seien wir ehrlich: Der Zufall spielt hier eine verdammt große Rolle. Dass das Hotel exakt über der Höhle gebaut wurde? Geschenkt. Dass Anderson genau jetzt zuschlägt? Okay. Aber dass die Lösung des Rätsels so ein bisschen "Indiana Jones für Einsteiger" ist, trübt den Krimi-Spaß minimal. Zudem wirken die Waterstone-Schwestern manchmal etwas zu sehr wie Karikaturen, auch wenn sie für den Plot wichtig sind.

SERIEN-KONTEXT & TRIVIA


Hier wird es spannend für uns Nerds!
Der Autor: Ben Nevis ist bekannt für seine atmosphärischen Settings, und das liefert er hier ab.
Blacky vs. Blackeye: Im Buch und im Skript heißt der Vogel eigentlich "Blackeye". Dass Justus ihn im Hörspiel liebevoll mit dem Namen des legendären Mynahs aus dem "Super-Papagei" (Folge 1) assoziiert, ist ein bewusster Fan-Service. Ein schönes Easter Egg!
Callida: Die Detektivinnen Alcina und Corona (ja, dazu kommen wir gleich) sind eine einmalige Erscheinung. Anders als Victor Hugenay oder Skinny Norris etablieren sie sich nicht als Dauer-Rivalen, was eigentlich schade ist, denn die Chemie stimmte.
Der Name: Tja, "Corona". Im Jahr 2003 ein wunderschöner Name (lateinisch für "Krone" oder "Kranz"). Heute zuckt man bei jedem "Corona, pass auf!" oder "Corona hat recht" unweigerlich zusammen. Die Folge ist dadurch unfreiwillig komisch gealtert.


SPRECHER-SPOTLIGHT


Die Besetzung ist solide, auch wenn es hier und da Verwirrung gibt. Während in manchen Datenbanken Legenden wie Lothar Grützner gelistet werden, hören wir in der Rolle des Mr. Stanley/Anderson tatsächlich Kai Böger. Er macht seine Sache gut, auch wenn er nicht ganz an die diabolische Tiefe eines Grützner herankommt.

Ein Highlight sind die Waterstone-Schwestern. Hier hören wir oft Veteraninnen der Europa-Schule. Besonders erwähnenswert sind die Sprecherinnen der "Callida"-Mädchen: Stefanie Kirchberger (Corona) und Michaela Boland (Althena/Alcina). Sie bringen eine frische, jugendliche Dynamik rein, die gut zu den drei ??? passt.

PRODUKTIONS-HISTORIE


Die Folge erschien im August 2003. Das Buch von Ben Nevis kam im selben Jahr heraus. Interessant ist, dass die Hörspiel-Umsetzung das Tempo deutlich anzieht. Im Buch gibt es noch mehr falsche Fährten und die Höhlen-Erkundung ist detaillierter. Die Entscheidung, das "Blackeye"-Thema akustisch so stark an den "Super-Papagei" anzulehnen, war ein genialer Schachzug von Heikedine Körting, um die "Old School"-Fans abzuholen, die vielleicht mit den neueren, moderneren Fällen fremdelten.


FAN-SERVICE-CHECK


Running Gags: Justus und sein Essen ("Wann platzt du eigentlich?").
Anspielungen: Ganz klar der Vogel. Das ist Fan-Service in Reinkultur.
  • Visitenkarte: Wird natürlich übergeben (auch wenn Callida sicher eigene hat).

FAZIT & EMPFEHLUNG


"Die Höhle des Grauens" ist eine verdammt unterhaltsame Folge, die vielleicht logisch nicht immer wasserdicht ist, aber atmosphärisch voll punktet. Das Hotel-Setting, die Isolation und die Schatzsuche machen einfach Spaß. Es ist eine perfekte Folge für einen verregneten Sonntag.

Sie ist nicht ganz in der Top 10 der ewigen Bestenliste, aber definitiv im oberen Drittel der "Neuzeit"-Fälle (alles ab Folge 100). Wer "Das Bergmonster" mochte, wird diese Folge lieben.

Also: Licht aus, Kopfhörer auf und ab in die Geisterburg – aber esst vorher nichts von der Suppe!

Wusstest du schon?

Der Name des rivalisierenden Detektivbüros 'Callida' ist lateinisch und bedeutet 'Die Schlauen' oder 'Die Gerissenen'.
Der sprechende Vogel 'Blacky' (bzw. Blackeye) ist eine deutliche Anspielung auf den Beo Blacky aus dem Klassiker 'Der Super-Papagei'.
Die Figur 'Corona' trägt aus heutiger Sicht einen unglücklich gealterten Namen, was in neueren Rezensionen oft thematisiert wird.
Cover
Bewertung
7.5
🍲 🍲 🍲 🍲 🍲 🍲 🍲 🍲 🍲 🍲
7,5 von 10 vergifteten Suppentellern
Das Rätsel
Das indianische Rätselgedicht ist klassische Abenteuerkost à la Indiana Jones. Die Lösung ('Mut' = Sprung in den Abgrund) ist zwar nicht neu, aber im Hörspiel akustisch spannend umgesetzt.
Plot & Logik
Dass Anderson jahrelang wartet, bis ein Hotel über der Höhle gebaut wird, um dann genau in der Woche zuzuschlagen, in der fünf Detektive anwesend sind, ist typisches Hörspiel-Pech. Der Plan mit dem Schlafmittel für alle Gäste ist radikal, aber effektiv für die Isolation.
Kapitel
1 Die Geisterburg 0:00 min
2 Überraschung im Zug 4:19 min
3 Starke Nerven 6:54 min
4 Der Wilderer 9:49 min
5 Der schwarze Vogel 12:09 min
6 Teufelsbraten mit Soße 18:53 min
7 Das pure Entsetzen 23:15 min
8 Bis ins kleinste Detail 34:51 min
9 Wo ist Blackeye? 36:20 min
10 Gespensterjäger 40:22 min
11 Von der Außenwelt abgeschnitten 44:29 min
12 Der schwarze Henker 47:58 min
13 Sprung über den Abgrund 52:08 min
14 Gut gemacht, Justus Jonas! 60:14 min

Im Detail

J
Justus Jonas
Brilliert durch seine Kombinationsgabe ('Callida' = Die Schlauen) und erkennt Anderson durch das Foto mit dem Vogel. Sein Appetit wird humorvoll thematisiert ('Sag mal, wann platzt du eigentlich?').
P
Peter Shaw
Darf zeigen, was in ihm steckt: Er klettert, springt und aktiviert den Mechanismus. Seine Angst ('Das klingt verdammt nach einem Albtraum') weicht echter Tatkraft.
B
Bob Andrews
Hat seinen großen Solo-Auftritt in der Nacht und bildet ein gutes Team mit Konkurrentin Alcina. Er treibt die Handlung voran, als die anderen schlafen.

Sprecher

Verwandte Folgen

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