Zusammenfassung

Der Fall beginnt mysteriös: Skinny Norris meldet sich anonym bei Justus und stellt ihm das 'Rätsel der Sphinx'. Was zunächst wie ein Scherz wirkt, entpuppt sich als Ernst, als Skinny zugibt, von seinem Boss Joseph Hadden erpresst zu werden, an einer Expedition zur Insel Makatau – der Toteninsel – teilzunehmen. Skinny hat Todesangst und bittet die drei ??? um Hilfe. Am Hafen von Santa Monica kommt es zur Katastrophe: Skinny nutzt die Gelegenheit, um Peter an seiner Stelle auf das Expeditionsschiff 'Hadden Explorer' zu schmuggeln. Während Peter unfreiwillig die Reise nach Mikronesien antritt, bleiben Justus und Bob entsetzt zurück.

Rachel Hadden, die Schwester des Drahtziehers, bietet Justus und Bob Hilfe an und fliegt sie nach Pohnpei, von wo aus sie mit einem Boot nach Makatau übersetzen. Auf der Insel angekommen, muss Peter seine Tarnung als Skinny aufrechterhalten. Er trifft auf das restliche Sphinx-Team: den charismatischen, aber unheimlichen Professor Phoenix, die harte Dr. Svensson und den undurchsichtigen Mr. Olin. Sie entdecken eine hochmoderne, verlassene Militärbasis im Inneren eines Vulkankraters, getarnt als archäologische Stätte.

Justus und Bob erreichen die Insel und befreien Peter. Dabei kommt heraus, dass Bob im Vorfeld hypnotisiert wurde: Wandmalereien in der Ruine lösen eine Blockade in seinem Gedächtnis und offenbaren den Zugang zu einer geheimen Kammer. In dieser Kammer finden sie keine Schätze, sondern Steinsärge, die mit alten Atomsprengköpfen gefüllt sind – das 'Project Dragon', illegale Atomtests der USA.

Die Situation eskaliert, als Mr. Olin sich als CIA-Agent zu erkennen gibt. Er wollte die Expedition sabotieren, um das Geheimnis zu wahren, doch nun droht das Militär mit einer 'Säuberung' der Insel per Hubschrauber. Justus entwickelt einen waghalsigen Plan: Sie sabotieren die Hubschrauber der anrückenden Soldaten und fliehen mit der 'Explorer'. Olin bleibt zurück. In Los Angeles angekommen, übergibt Justus die Beweise der Presse, während die Sphinx-Mitglieder im Chaos untertauchen.

Review

Review: Folge 100 - Toteninsel: Als die drei ??? erwachsen wurden (und Peter fast starb)
Bevor der Kinofilm startet, blicken wir zurück auf den 'Godfather' aller Jubiläumsfolgen. Warum Toteninsel auch 25 Jahre später noch der absolute Wahnsinn ist – und warum Justus Jonas MacGyver alt aussehen lässt.

Hallo liebe Schrottplatz-Ultras und Kassettenkinder!

Leute, haltet euch am Periskop fest. Wir schreiben den Januar 2026, und während wir alle nervös auf unseren Fingernägeln kauen, weil nächste Woche (!!) die Verfilmung von Toteninsel in die Kinos kommt, dachte ich mir: Back to the roots. Wir müssen reden. Über den heiligen Gral. Über den Meilenstein. Über die Folge, die alles verändert hat.

Wir reden über Folge 100: Toteninsel.

Stellt euch vor, ihr seid im Jahr 2001. Nokia-Handys waren unzerstörbar, das Internet machte noch seltsame Geräusche beim Einwählen, und plötzlich droppen Europa und André Marx diesen Ziegelstein von einem Hörspiel. Drei CDs. Überlänge. CIA. Atomwaffen. Und ein Peter Shaw, der fast draufgeht. Schnappt euch einen Kirschkuchen (sorry, Tante Mathilda ist heute nicht im Dienst), wir tauchen ab.

ERSTER EINDRUCK


Bamm! Schon das Cover von Silvia Christoph schrie damals "Blockbuster". Ein brennendes Schiff, Totenschädel, Dschungel. Das hier ist kein gemütlicher Fall, wo Mrs. Miller ihre entlaufene Katze sucht. Das hier ist Die drei ??? auf Steroiden. Man legt CD 1 ein und spürt sofort: Die Luft brennt. Es ist düster, es ist episch, und Matthias Fuchs (Gott hab ihn selig) klang nie bedeutungsschwerer.

DIE STORY


Alles beginnt harmlos mit einem Anruf von unserem Lieblingsfeind Skinny Norris, der plötzlich klingt, als hätte er Geister gesehen. Er faselt was vom "Rätsel der Sphinx". Justus wittert Lunte, Peter wittert Ärger (zu Recht!) und Bob... nun, Bob ist Bob. Durch eine perfide Verwechslungsaktion am Hafen wird Peter unfreiwillig zum blinden Passagier auf der Hadden Explorer. Sein Ziel: Makatao. Die Toteninsel. Während Peter auf dem Schiff um sein Leben schauspielert, verbünden sich Justus und Bob mit der toughsten Geigenspielerin der Welt, Jelena Charkova, und jetten hinterher. Was sie finden, ist keine Piratenhöhle, sondern eine High-Tech-Verschwörung, die bis in die höchsten Regierungskreise reicht. Stichwort: Projekt Dragon.

UNSERE HELDEN


Justus: Unser Erster Detektiv läuft zur Hochform auf. Aber mal ehrlich: Sein Plan am Ende, Kampfhubschrauber mit Lianen außer Gefecht zu setzen? Das ist der Moment, wo MacGyver weinend sein Taschenmesser abgeben würde. "Ein paar Lianen zwischen die Rotorblätter" – ja ne, is klar, Just. Aber wir lieben ihn dafür.

Peter: Leute, standing ovations für den Zweiten! Das ist PETERS FOLGE. Er ist allein, isoliert, umgeben von Feinden und muss Skinny Norris (!) spielen. Die Panik in Jens Wawrczecks Stimme ist so real, dass ich beim Zuhören Schweißausbrüche bekomme. Er wächst hier massiv über sich hinaus. Vom Schisser zum Actionhelden wider Willen.

Bob: Der Mann für Recherchen und Archiv bekommt hier die undankbare, aber spannende Rolle des "Schläfers". Er wird hypnotisiert, vergisst alles und dient als menschlicher USB-Stick für den Zugang zur Schatzkammer. Andreas Fröhlich spielt diesen verwirrten Zustand grandios.

DIE GEGENSPIELER


Die Schurken-Dichte ist hier höher als der Zuckergehalt in Mathildas Kuchen.

Skinny Norris: Selten war er so erbärmlich und gleichzeitig so wichtig. Er ist der Auslöser für alles. Sein Verrat an Peter ist der Gipfel der Niedertracht.
Professor Phoenix: Ein Bösewicht wie aus einem Bond-Film. Charismatisch, wahnsinnig, genial.
Mr. Olin: Der CIA-Typ. Eiskalt. Wenn er spricht, friert sogar der Vulkan zu.

BESTE MOMENTE


1. Die Verwechslung: Der Moment, als das Schiff ablegt und Peter realisiert, dass er wirklich weg ist. Gänsehaut!
2. Das Essen an Bord: Peter muss so tun, als wäre er der arrogante Skinny Norris und beleidigt das Essen, um seine Tarnung zu wahren. Comedy-Gold inmitten der Spannung.
3. Die Hypnose-Auflösung: Als Bob in der Höhle plötzlich anfängt, die Wandmalereien zu "lesen". Unheimlich und genial inszeniert.

SCHWACHSTELLEN


Okay, Hand aufs Herz: Die Story ist sehr drüber. Atomsprengköpfe? Ein geheimer CIA-Krieg im Pazifik? Das ist weit weg vom Schrottplatz-Charme. Und dass die US-Army sich von drei Teenagern und ein paar Pflanzen austricksen lässt... nun ja. Man muss schon bereit sein, die "Suspension of Disbelief" ordentlich zu strapazieren. Puristen, die lieber Fälle wie den Karpatenhund mögen, könnten hier fremdeln.

SERIEN-KONTEXT


Folge 100 war der Urknall für die "modernen" Drei ???. Es war der erste Dreiteiler überhaupt (lange vor Feuermond oder Schattenwelt). André Marx hat hier definiert, wie man ein Jubiläum feiert.
Interessant: Jelena Charkova hat hier einen ihrer wichtigsten Auftritte. Sie kam vorher schon in Musik des Teufels (84) und Botschaft von Geisterhand (95) vor. Ihre Chemie mit Justus (dieses intellektuelle Kompetenz-Gerangel) ist herrlich.
Und natürlich: Die Toteninsel wird oft als Referenzpunkt genannt, wenn es um "erwachsenere" Fälle geht. Sie hat die Tür für politische Themen in der Serie geöffnet.


SPRECHER-SPOTLIGHT


Hier wird aufgefahren, was Rang und Namen hat:

Winfried Glatzeder (Prof. Phoenix): Der Mann ist eine Legende! Bekannt als der "Belmondo des Ostens" und aus dem Kultfilm Die Legende von Paul und Paula. Er war auch Tatort-Kommissar. Seine Stimme hat dieses rauchige, gefährliche Timbre, das Phoenix so bedrohlich macht.
Uli Krohm (Mr. Olin): Eine absolute Bank für zwielichtige Charaktere. Seine tiefe, knarzige Stimme passt perfekt zum skrupellosen CIA-Agenten.
Andreas von der Meden (Skinny/Morton): Wir müssen kurz innehalten. Der 2017 verstorbene Andreas von der Meden zeigt hier seine ganze Bandbreite. Er spricht Skinny (feige, fies) und Morton (loyal, steif) in derselben Folge. Ein Meister seines Fachs, der schmerzlich fehlt.
Matthias Fuchs (Erzähler): Für viele (mich eingeschlossen) DIE Stimme unserer Kindheit. In Folge 100 klingt er besonders involviert. RIP.

PRODUKTIONS-HISTORIE


Die Folge basiert auf dem gleichnamigen Buch von André Marx, das ebenfalls als dreiteiliger Band erschien.
Nerd-Wissen Deluxe: Im Buch hat sich André Marx einen genialen Gag erlaubt – die Kapitelüberschriften sind Titel von alten Drei ???-Folgen! Das ging im Hörspiel natürlich verloren.
Auch interessant: Im Buch ist die Reise zur Insel und die Logistik noch viel detaillierter beschrieben. Das Hörspiel musste (trotz 3 CDs!) kürzen. Eine Szene, die viele Fans vermissen, ist der dramatische Untergang von Anne Haddens Schiff, der im Hörspiel etwas hastig abgehandelt wird.


FAN-SERVICE-CHECK


Skinny-Bashing: Check.
Visitenkarte: Wird natürlich übergeben.
Justus' Besserwisserei: Auf einem Allzeit-Hoch.
Easter Egg: Die Erwähnung des Bikini-Atolls verankert die Geschichte in der realen Historie der Atomtests – ziemlich dark für eine Jugendserie.

FAZIT & EMPFEHLUNG


Toteninsel* ist wie ein Hollywood-Blockbuster für die Ohren. Es ist groß, laut, gefährlich und emotional. Für Einsteiger vielleicht zu wuchtig, aber für Fans ein absolutes Muss. Es ist der Beweis, dass diese Serie mehr kann als nur Fahrraddiebe fangen.

Bevor ihr nächste Woche ins Kino rennt: Hört euch das Original an! Es ist das Fundament, auf dem der Hype steht.

Bleibt detektivisch,
Euer Fan-Blogger

Wusstest du schon?

Dies ist die 100. Folge der Hörspielserie und basiert auf dem gleichnamigen dreiteiligen Jubiläumsband von André Marx.
Die Handlung ist deutlich komplexer und 'erwachsener' als üblich, mit Themen wie Atomwaffentests und CIA-Involvierung.
Jelena Charkova hat hier einen ihrer wichtigen Auftritte und unterstützt die Detektive maßgeblich.
Der Name der Insel 'Makatao' bedeutet laut Skinny Norris 'Toteninsel'.
Cover
Bewertung
10
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10 von 10 Lianen im Rotorblatt
Das Rätsel
Das Rätsel der Sphinx zu Beginn ist nur der atmosphärische Einstieg. Das eigentliche Mysterium – was ist Project Dragon? – ist hervorragend aufgebaut. Die Idee mit Bobs Hypnose, die durch Wandbilder ausgelöst wird, ist ein genialer Schachzug, um die Lösung organisch herbeizuführen.
Plot & Logik
Die Geschichte ist für drei Jugenddetektive extrem 'groß' (CIA, Atomwaffen), aber innerhalb des Universums dieser Jubiläumsfolge schlüssig erzählt. Dass Skinny Peter so einfach austauschen kann, ist der einzige kleine Wackler, aber notwendig für das Drama.

Im Detail

J
Justus Jonas
Brillant wie immer. Sein Plan am Ende, die Hubschrauber mit Lianen lahmzulegen ('Ein paar Lianen zwischen die Rotorblätter'), zeugt von seiner Fähigkeit, unter extremem Druck zu improvisieren.
P
Peter Shaw
Der absolute Held dieser Folge. Er ist auf sich allein gestellt, muss schauspielern und über sich hinauswachsen. Seine Angst ist spürbar, aber er handelt trotzdem.
B
Bob Andrews
Durch die Hypnose-Storyline bekommt er eine zentrale Schlüsselrolle und ist nicht nur der Archivar. Seine Recherche über Makatau bildet das Fundament.

Sprecher

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