Zusammenfassung

Die Reise zum Science-Fiction-Filmfestival in Nevada endet für die drei ??? abrupt in der Mojave-Wüste: Ihr Geländewagen bleibt mit einem Motorschaden liegen, und das Wasser wird knapp. Ein bewaffneter Mann namens Butch gibt ihnen zwar einen Kanister, droht ihnen aber massiv, sofort zu verschwinden. Doch Justus' Neugier ist geweckt, als sie Spuren entdecken, die zu einem mysteriösen 'summenden Berg' führen, von dem sie Gerüchte gehört haben. Sie folgen den Reifenspuren zu einem verfallenen Bungalow, wo sie eine Geheimtür entdecken, aber prompt von Butch und seinem Boss, dem exzentrischen Dr. Gregston, gefangen genommen werden.

Eingesperrt in einer Zelle treffen sie auf den jungen Mexikaner Ramirez, der für Gregston arbeitet, aber eigentlich nur aus Not bei ihm ist. Gregston, ein ehemaliger NASA-Wissenschaftler, hat in alten Minenstollen eine geheime Basis errichtet. Sein Plan: Er hat das Computerspiel 'Master of the Universe' entwickelt, das mit einem echten Killersatelliten verbunden ist. Um den defekten Satelliten zu reparieren, soll Ramirez mit einem gestohlenen Space Shuttle, dem 'Masterplane', ins All fliegen.

Bob gelingt durch einen engen Stollen die Flucht in den Hangar. Dort überwältigt er fast Ramirez, rettet diesem aber kurz darauf das Leben, als der Stollen einzustürzen droht. Aus Dankbarkeit wechselt Ramirez die Seiten. Da Gregston den Start erzwingt, schlüpft Bob in Ramirez' Raumanzug und betritt das Shuttle. Gregston durchschaut den Tausch zwar kurz vor dem Start, schießt Bob aber dennoch ins All, damit dieser die Reparatur durchführt. Während Bob im Orbit unter Todesangst und mit Hilfe seiner Gaming-Erfahrung den Auftrag ausführt, überwältigen Justus und Peter mit Ramirez' Hilfe die Verbrecher am Boden. Bob gelingt schließlich eine holprige, aber sichere Landung auf dem Salzsee.

Review

Houston, wir haben einen Bob! – Warum Folge 92 völliger Wahnsinn ist (und ich sie liebe)
Ein Space Shuttle in der Wüste, ein Killersatellit und Bob Andrews als Astronaut? Folge 92 'Todesflug' sprengt alle Grenzen der Logik. Warum dieser Trash-Klassiker trotzdem (oder gerade deshalb) in jedes Fan-Regal gehört.

Hallo liebe Detektiv-Kollegen und willkommen zurück im Blog! Schnallt euch an, klappt die Tische hoch und bringt eure Sitze in eine aufrechte Position. Heute besprechen wir keine normale Folge. Heute besprechen wir den Moment, in dem die Serie Die drei ??? beschloss, die Bodenhaftung nicht nur zu verlieren, sondern sie mit einem Raketenantrieb ins All zu schießen.

Wir reden über Folge 092: Todesflug.

Ja, genau. Die Folge, in der Bob Andrews – unser Archivar, unser Recherche-Gott, der Mann, der normalerweise Staub in Bibliotheken atmet – zum Astronauten wird. Ich muss gestehen: Ich liebe diese Folge. Nicht, weil sie logisch ist (ist sie nicht). Nicht, weil sie realistisch ist (haha, nein). Sondern weil sie so herrlich, wunderbar drüber ist, dass man sie einfach umarmen möchte.

ERSTER EINDRUCK


Man drückt auf Play und denkt erst: „Oh, klassisches Survival-Abenteuer!“ Wüste, Hitze, Durst. Das hat fast schon Western-Vibes. Und dann, keine 30 Minuten später, fragt man sich, ob jemand heimlich die Kassette gegen einen James-Bond-Trash-Film getauscht hat. Der erste Eindruck ist pure Verwirrung, gefolgt von ungläubigem Staunen. Es ist der „Sharknado“ unter den Drei-Fragezeichen-Folgen.

DIE STORY


Kurzfassung: Unsere drei Helden stranden mit einer Panne in der Mojave-Wüste (Klassiker). Auf der Suche nach Wasser finden sie keine Oase, sondern die geheime Basis von Dr. Gregston, einem Wissenschaftler, der offensichtlich zu oft Dr. No geschaut hat. Gregston hat ein Computerspiel entwickelt, das einen echten Killersatelliten steuert. Weil sein Assistent Ramirez kneift, muss plötzlich Bob ran. Warum? Weil Bob Computerspiele mag. Logisch, oder? Also rein in den Raumanzug, ab ins Shuttle und rauf in den Orbit, um mal eben die Welt zu retten. Ich wünschte, ich würde mir das ausdenken.

UNSERE HELDEN


Justus Jonas: Der Erste Detektiv versucht verzweifelt, Logik in eine Situation zu bringen, die jede Logik verweigert. Er analysiert das „Summen“ des Berges und behält in der Zelle die Nerven. Aber seien wir ehrlich: In dieser Folge ist Justus nur der Sidekick. Er darf am Boden bleiben und den Erklärbär machen, während Bob die Show stiehlt.

Peter Shaw: Unser Lieblings-Angsthase läuft zur Hochform auf! „Wir werden verdursten!“ ist sein Mantra in den ersten 20 Minuten. Aber Peter hat auch seine Momente: Sein Dietrich-Set rettet sie aus der Zelle (Standard-Move Nr. 47) und er hat die rettende Idee mit den Wassergläsern, um die Alarmanlage auszutricksen. Solider Peter-Content.

Bob Andrews: Ladies and Gentlemen, Commander Andrews! Diese Folge ist Bobs ultimativer Fiebertraum. In Folge 89 (Tödliche Spur) hat er das Zocken entdeckt, und hier qualifiziert ihn das anscheinend direkt für die NASA. Bob kriecht durch Lüftungsschächte, überwältigt Wachen und fliegt ein Space Shuttle. Ein SPACE SHUTTLE! Andreas Fröhlich spielt das mit einer Ernsthaftigkeit, die fast schon oscarverdächtig ist, während er Sätze sagt wie: „Ich muss den Kurs korrigieren!“

DIE GEGENSPIELER


Dr. Gregston: Ein Bösewicht wie aus dem Bilderbuch für Größenwahnsinnige. Er erklärt seinen Plan haarklein (natürlich), lacht diabolisch und hält sich für das größte Genie des Universums. Wolf Rahtjen spricht ihn mit einer so herrlich arroganten Reibeisenstimme, dass man ihm fast wünscht, er würde damit durchkommen.

Butch: Der Mann fürs Grobe. Viel Muskeln, wenig Hirn, klassischer Handlanger. Er ist da, um Peter Angst zu machen.

Ramirez: Der tragische Held. Eigentlich ein guter Kerl, der nur da reinrutscht ist. Er dient als Deus Ex Machina, um Bob zu zeigen, wie man eine Rakete fliegt (in 5 Minuten Schnellkurs).

BESTE MOMENTE


1. Der Countdown: Der wohl berühmteste Fehler der Hörspiel-Geschichte. Der Countdown zählt vorwärts! „Eins... Zwei... Drei... Start!“ Ich breche jedes Mal zusammen. Hatte die NASA an dem Tag frei?
2. Bobs Gaming-Skills: Dass die Fähigkeit, einen Joystick zu bedienen, Bob befähigt, ein echtes Raumschiff zu landen, ist der schönste Beweis für die Naivität der frühen 2000er Jahre Technik-Gläubigkeit.
3. Die Musik: Plötzlich Techno! Mitten in der Wüste und im Weltraum ballert uns Europa feinste Beats um die Ohren. Es passt null zur Atmosphäre, aber perfekt zum Wahnsinn der Story.

SCHWACHSTELLEN


Wo fangen wir an? Die Physik hat in dieser Folge Urlaub genommen. Ein Shuttle-Start aus einem Bergwerk? Ohne Mission Control? Und Bob überlebt den G-Force-Druck ohne Training, weil er... nun ja, Bob ist? Wer hier Realismus sucht, wird weinen. Auch dass Justus und Peter am Boden quasi im Alleingang eine bewaffnete Söldnertruppe ausschalten, ist sportlich. Aber ganz ehrlich: Das sind keine Schwachstellen, das sind Features! Diese Folge will gar nicht realistisch sein.

SERIEN-KONTEXT


Diese Folge ist ein Unikat, aber sie hat Wurzeln. Sie greift Bobs Faszination für Computerspiele auf, die in Folge 89 (Tödliche Spur) etabliert wurde („Sweet Revenge“ von Mr. Dungeon wird sogar erwähnt!).

Innerhalb der Fan-Community hat Todesflug einen legendären Ruf als die „Trash-Königin“. Sie markiert den Höhepunkt der Experimentierfreudigkeit der Jahrtausendwende, als man versuchte, die drei ??? moderner, actionreicher und technischer zu machen. Es ist der absolute Gegenentwurf zu Klassikern wie dem Karpatenhund. Es gibt keine Geister, keine Rätselverse, nur Action.


SPRECHER-SPOTLIGHT


Hier wird es spannend!
Dr. Gregston wird gesprochen von Wolf Rahtjen. Der Mann war eine Legende (leider 2003 verstorben). Er hatte diese knarzige, autoritäre Stimme, die man oft in Nebenrollen bei TKKG oder als Bösewicht hörte. Ein Profi durch und durch, der den Quatsch hier absolut verkauft.
Ramirez wird gesprochen von Tobias Schmidt. Und haltet euch fest: Das ist die deutsche Stimme von Chadwick Boseman! Ja, genau, Black Panther höchstpersönlich hilft Bob beim Start. Außerdem kennen viele von euch seine Stimme vielleicht als Casey Jones aus den Ninja Turtles oder als Standardstimme für Kieran Culkin. Dass er hier den nervösen Assistenten gibt, ist im Rückblick sehr witzig.

PRODUKTIONS-HISTORIE


Die Folge erschien im Oktober 2000, also kurz nach der Jahrtausendwende. Das erklärt auch den Fokus auf „High-Tech“ und Satelliten. Autor Ben Nevis ist bekannt (und berüchtigt) für seine actionlastigen Plots. Er schreibt die drei ??? oft eher wie Agenten als wie Detektive (siehe auch Feuerturm oder Pistenteufel).

Interessant ist: Im Buch ist der Überlebenskampf in der Wüste viel länger und detaillierter beschrieben. Das Hörspiel rafft das extrem, um schneller zur Action zu kommen. Der berühmte Countdown-Fehler (vorwärts zählen) ist übrigens exklusiv im Hörspiel passiert – da hat wohl jemand im Studio gepennt oder wollte besonders innovativ sein.

FAZIT & EMPFEHLUNG


Ist Todesflug eine gute Detektivgeschichte? Nein. Ist es eine gute drei ??? Folge? Ansichtssache. Aber ist es gute Unterhaltung? JA, VERDAMMT!

Wer die Serie nur wegen der gemütlichen Rätsel mag, sollte einen großen Bogen um Folge 92 machen. Aber wer bereit ist, das Hirn an der Garderobe abzugeben und Bob dabei zuzuhören, wie er Gravity vorwegnimmt, der wird 50 Minuten lang bestens unterhalten. Es ist Action-Trash vom Feinsten. Ein „Guilty Pleasure“, für das man sich nicht schämen muss.

Schnappt euch eine Tüte Popcorn (oder einen dehydrierten Wüsten-Snack), lehnt euch zurück und genießt den Flug. Over and out!

Wusstest du schon?

Bob erwähnt das Spiel 'Sweet Revenge' von Mr. Dungeon, eine direkte Anspielung auf Folge 89 'Tödliche Spur', wo er seine Leidenschaft für Computerspiele entdeckte.
Es gibt einen berühmten Regie- oder Skriptfehler: Der Countdown beim Start des Shuttles wird vorwärts gezählt (1, 2, 3...) statt rückwärts.
Die Story gilt unter Fans als eine der unrealistischsten der gesamten Serie ('Bob im Weltall'), hat aber gerade deshalb Kultstatus erreicht.
Autor Ben Nevis ist bekannt für seine actionlastigen Plots, die oft eher an Agententhriller erinnern als an klassische Detektivgeschichten.
Cover
Bewertung
5.5
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5,5 von 10 vorwärts gezählten Countdowns
Das Rätsel
Hier gibt es kein klassisches 'Wer war es?'-Rätsel, sondern einen lupenreinen Action-Thriller. Die Verbindung zwischen dem Computerspiel und dem echten Satelliten ist für die damalige Zeit (2000) ein netter Kniff, auch wenn die Glaubwürdigkeit hier Urlaub macht.
Plot & Logik
Man muss schon beide Augen zudrücken. Dass drei Jungs eine geheime NASA-Basis infiltrieren, ist Standard, aber dass Bob mal eben ein Space Shuttle fliegt und landet, nur weil er Computerspiele mag, sprengt jede Skala. Der Plan des Bösewichts, seine Pläne den gefesselten Helden haarklein zu erklären, ist ein herrliches Klischee.
Kapitel
1 Zehn. Neun. 0:00 min
2 Acht. Sieben. 10:40 min
3 Sechs. Fünf. 19:55 min
4 Vier. Drei. 29:48 min
5 Zwei. Eins. 44:40 min
6 Null. 49:32 min

Im Detail

J
Justus Jonas
Behält in der Hitze als Einziger einen kühlen Kopf. Seine Analyse, dass das 'Summen' maschinell ist, bringt den Stein ins Rollen. Zeigt gute Führungsqualitäten in der Zelle.
P
Peter Shaw
Darf herrlich leiden und panisch werden ('Wir werden hier in der Wüste qualvoll verdursten!'). Sein Dietrich-Set rettet aber mal wieder den Tag, und er hat die rettende Idee mit den Wassergläsern.
B
Bob Andrews
Der absolute MVP dieser Folge. Er mutiert vom Recherchen-Archivar zum Actionhelden: Kriecht durch Stollen, rettet Ramirez und wird zum Astronauten. 'Bob im Weltall' ist wohl der abgefahrenste Moment seiner Karriere.

Sprecher

Verwandte Folgen

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