Zusammenfassung

Die drei ??? scheitern beim Versuch, Karten für die 'Star Wars'-Premiere zu ergattern. Ihr Chauffeur Morton sammelt sie ein, muss aber noch einen weiteren Fahrgast mitnehmen: Mr. Peacock, den Direktor des Stedman-Museums. Dieser hat seinen geliebten 'Cheftimer' im Büro vergessen und lädt die Jungs spontan ein, sich bei dieser Gelegenheit den berühmten blauen Diamanten 'Feuer des Mondes' vor der offiziellen Ausstellungseröffnung anzusehen. Im Museum angekommen, deaktiviert Peacock den Alarm, doch kurz darauf fällt der Strom aus und eine bewaffnete Bande unter der Führung des aggressiven 'Alpha' dringt ein.

Die Gruppe wird getrennt: Justus und Morton stecken im Fahrstuhl fest, während Bob und Mr. Peacock von den Gangstern gefasst werden. Peter kann sich in letzter Sekunde verbergen. Die Verbrecher suchen den Diamanten, doch die Vitrine ist bereits leer. Bob erfährt im Verhör, dass die Gangster im Auftrag einer unbekannten 'Stimme' handeln, aber jemand ihnen zuvorgekommen zu sein scheint – ein mysteriöser Nachtwächter. Justus, der über die Fahrstuhl-Sprechanlage mithört, kombiniert messerscharf: Es gibt keinen Nachtwächter. Das Bandenmitglied 'Doc' spielt ein doppeltes Spiel und hat den Stein selbst versteckt.

Peter und Bob gelingt es durch ein Ablenkungsmanöver, den Stein aus Docs Versteck (einem Spülkasten auf der Toilette) zu bergen, werden aber kurz darauf wieder von Alpha geschnappt. Die Situation eskaliert, als Alpha feststellt, dass der gefundene Diamant eine Fälschung aus Glas ist. Er durchschaut nun das wahre Komplott: Mr. Peacock selbst ist die 'Stimme'. Der Direktor wollte den echten Stein behalten und durch den inszenierten Raub der Fälschung die Versicherungssumme kassieren. Die Bande zwingt alle, zu Peacocks Villa zu fahren, um den echten Stein aus dem Safe zu holen. Dort enthüllt Peter, dass er Peacocks Cheftimer gelesen hat, der die Verbindung zu den Gangstern beweist. Als Alpha den Safe öffnet, hat Peter jedoch bereits die Polizei via Autotelefon alarmiert, die die Bande und den korrupten Direktor festnimmt.

Review

Yippie-Ya-Yeah, Schweinebacke! Die drei ??? im 'Stirb Langsam'-Modus
Justus steckt im Fahrstuhl, Peter kriecht à la Bruce Willis durch Lüftungsschächte und Bob wird als Geisel genommen. Folge 86 ist kein Kindergeburtstag, sondern der vielleicht beste Action-Thriller der Seriengeschichte!

Hallo liebe Kassettenkinder und Streaming-Junkies,

heute widmen wir uns einem absoluten Schwergewicht der Serie. Legt die Kirschkuchen beiseite, schnallt euch an und überprüft eure Lebensversicherung, denn wir besprechen Folge 86: Nacht in Angst. Oder wie ich sie gerne nenne: „Stirb Langsam – Die Rocky Beach Edition“.

ERSTER EINDRUCK


Bamm! Von der ersten Minute an ist klar: Das hier ist kein gemütlicher Fall mit entlaufenen Papageien. Die Atmosphäre ist dicht, dunkel und bedrohlich. Man spürt förmlich den kalten Regen (auch wenn es in L.A. vielleicht gar nicht regnet, es fühlt sich so an) und die Klaustrophobie des Museums. Als Kind hatte ich bei dieser Folge echte Beklemmungen, als Erwachsener habe ich einfach nur Respekt vor diesem Meisterwerk. Es ist laut, es ist aggressiv, und es ist verdammt gut.

DIE STORY


Eigentlich wollten Justus, Peter und Bob nur die Premiere von Star Wars sehen (wir fühlen den Schmerz der verpassten Tickets, Jungs!). Stattdessen landen sie durch einen Zufall – und einen vergessenen Terminplaner – im Stedman-Museum. Der Direktor Mr. Peacock lädt sie zu einer exklusiven Privatvorstellung des Diamanten „Feuer des Mondes“ ein. Klingt nett? Wäre es auch, wenn nicht fünf Minuten später der Strom ausfallen und eine schwer bewaffnete Gangsterbande unter der Führung des cholerischen „Alpha“ das Gebäude stürmen würde. Was folgt, ist ein Kammerspiel in Echtzeit: Die Jungs werden getrennt, gejagt und müssen um ihr Leben fürchten.

UNSERE HELDEN


Hier zeigt André Marx, warum er der Gottvater der modernen drei ??? ist. Er splittet das Team auf und zwingt jeden zu Höchstleistungen:

Justus „The Brain“ Jonas: Der Autor steckt ihn in einen steckengebliebenen Fahrstuhl. Genial! Justus ist körperlich komplett aus dem Spiel genommen und muss sich rein auf seinen Verstand und die Gegensprechanlage verlassen. Er ist quasi die „Oracle“-Software für Peter und Bob. Seine Deduktion, dass es gar keinen Nachtwächter gibt, ist Sherlock Holmes Level 100.
Peter „John McClane“ Shaw: Endlich! Unser Zweiter Detektiv darf zeigen, was in ihm steckt. Er kriecht durch Lüftungsschächte (Bruce Willis lässt grüßen), behält trotz Todesangst einen kühlen Kopf und rettet am Ende den Tag. Wer Peter immer noch als Hasenfuß bezeichnet, hat diese Folge nicht gehört.
Bob „The Diplomat“ Andrews: Bob muss als Geisel herhalten und beweist dabei unglaublichen Mut. Er bietet dem aggressiven Alpha Paroli, versucht zu verhandeln und kassiert dafür sogar körperliche Gewalt. Ein harter Tag im Büro für unseren Recherchen & Archiv-Mann.

DIE GEGENSPIELER


Alpha ist ohne Zweifel einer der furchteinflößendsten Schurken der Seriengeschichte. Er schreit, er droht, er zählt Countdowns runter – man kauft ihm jede Sekunde ab, dass er abdrücken würde. Ein riesiger Kontrast zu den sonst oft theatralischen Bösewichten.
Mr. Peacock ist eine tragische Figur. Vom schusseligen, liebenswerten Opa zum verzweifelten Kriminellen. Seine Wandlung ist glaubhaft und der Twist, dass er selbst der Auftraggeber ist, sitzt perfekt.

BESTE MOMENTE


1. Der Countdown: Wenn Alpha anfängt zu zählen („Eins... Zwei...“), bleibt einem das Herz stehen. Das Sounddesign in diesen Szenen ist grandios.
2. Justus im Fahrstuhl: „Hören Sie auf zu jammern, Morton!“ – Justus analysiert die Situation eiskalt, während Morton (der Ehrenmann!) wahrscheinlich gerade innerlich Tee aufsetzt.
3. Das Klo-Versteck: Dass Peter den Diamanten im Spülkasten findet, ist so ein wunderbares Action-Film-Klischee, dass man es einfach lieben muss.

SCHWACHSTELLEN


Ich muss wirklich suchen, um hier was zu meckern zu finden. Wenn man pingelig ist: Dass Peter genau im richtigen Moment durch das Lüftungsgitter blickt, um zu sehen, wo Doc den Stein versteckt, ist pures Drehbuch-Glück. Und dass die Gangster so gar nicht checken, dass da noch ein Chauffeur und ein dicker Junge im Aufzug fehlen, spricht nicht gerade für ihre Professionalität. Aber hey, das ist Meckern auf Weltklasse-Niveau.

SERIEN-KONTEXT


Diese Folge markiert einen Wendepunkt. Ende der 90er brachte André Marx frischen Wind in die Serie, die zuvor etwas vor sich hin dümpelte. „Nacht in Angst“ gilt unter Fans als eine der besten (wenn nicht DIE beste) Folge überhaupt. Sie bricht mit der Formel: Kein Auftrag, kein Klient, sondern reines Überleben. Interessant: Charaktere tauchen hier nicht direkt wieder auf, aber die Folge etablierte den „neuen“, erwachseneren Stil, der die Serie bis heute prägt.


SPRECHER-SPOTLIGHT


Leute, der Cast ist Gold wert!
Alpha wird gesprochen von Achim Schülke. Und jetzt haltet euch fest: Das ist die Stimme von Krang aus den Teenage Mutant Hero Turtles! Kein Wunder, dass er so herrlich fies klingen kann. Gamer kennen ihn vielleicht auch als Roboter Codsworth aus Fallout 4.
Mr. Peacock ist der legendäre Helmut Ahner († 2014). Ihn kennt jedes Kind der 90er als Butler Johann aus DuckTales. Der Kontrast könnte nicht größer sein: Die Stimme des treuen Enten-Butlers als krimineller Mastermind!
Beth, die Gangsterbraut, wird von Katja Brügger gesprochen. Ihre rauchige Stimme ist unverkennbar – sie ist unter anderem die deutsche Stimme von Carmela Soprano („Die Sopranos“) und Evil-Lyn („Masters of the Universe“).

PRODUKTIONS-HISTORIE


Die Folge erschien 1999 und basiert auf dem gleichnamigen Buch von André Marx. Ein spannendes Trivia-Häppchen: Einer der Arbeitstitel war tatsächlich „Stirb langsam“, was die Inspiration durch den Action-Klassiker Die Hard mehr als deutlich macht. Ein weiterer Arbeitstitel war „Feuer des Mondes“. Dass die Handlung fast in Echtzeit abläuft (die Hörspielzeit entspricht fast der erzählten Zeit), war ein Experiment, das voll aufging.


FAN-SERVICE-CHECK


Morton: Unser Lieblings-Chauffeur hat endlich mal wieder Screentime! Er bleibt im Fahrstuhl die Ruhe selbst. Ein Fels in der Brandung.
Star Wars: Die Jungs sind Nerds. Dass sie unbedingt in die Premiere wollen, macht sie so herrlich nahbar.
  • Zentrale: Kommt nicht vor. Kein Schrottplatz. Nur das Museum. Ein Kammerspiel, das beweist: Die drei ??? funktionieren überall.

FAZIT & EMPFEHLUNG


„Nacht in Angst“ ist ein absolutes Muss. Es ist spannend, actionreich und psychologisch dicht. Wer die Folge noch nicht kennt: Schäm dich und hör sie sofort! Wer sie kennt: Hör sie nochmal! Sie ist perfekt für lange Autofahrten bei Nacht.

Ein Meilenstein der Hörspielgeschichte.

Wusstest du schon?

Dies ist die Lieblingsfolge von Sprecher Andreas Fröhlich (Bob).
Die Folge spielt fast in Echtzeit, eine Seltenheit in der Serie.
Die Handlung erinnert stark an den Action-Klassiker 'Stirb Langsam' (Die Hard).
Arbeitstitel der Folge waren unter anderem 'Feuer des Mondes' und 'Stirb langsam'.
Cover
Bewertung
10
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10 von 10 blauen Diamanten (einer ist leider aus Glas)
Das Rätsel
Kein klassisches Rätsel, sondern ein lupenreiner Thriller-Plot. Die Frage 'Wer hat den Stein?' wird mehrfach brillant gedreht (Doc, dann Peacock). Dass der Direktor selbst sein eigener Auftraggeber ist, ist eine starke Wendung, die logisch hergeleitet wird.
Plot & Logik
Der Plot ist für ???-Verhältnisse ungewöhnlich dicht und logisch. Peacocks Motivation, zurückzukehren (der Cheftimer als Beweisstück), ist glaubwürdig. Dass die Gangster früher kommen als bestellt, erklärt, warum Peacock überhaupt in die Bredouille gerät. Einziges kleines Fragezeichen: Dass Peter genau im richtigen Moment im Lüftungsschacht landet, ist pures Action-Klischee, aber verzeihlich.
Kapitel
1 20:28 Uhr – Stromausfall 0:00 min
2 21:01 Uhr – Erwischt 11:48 min
3 21:47 Uhr – Lauschangriff 16:54 min
4 22:36 Uhr – Das Geheimnis des Nachtwächters 28:47 min
5 23:07 Uhr – Nichts als die Wahrheit 37:30 min
6 00:00 Uhr – Enthüllung um Mitternacht 45:26 min

Im Detail

J
Justus Jonas
Obwohl er im Fahrstuhl festsitzt (ein genialer Schachzug des Autors, um ihn körperlich aus dem Spiel zu nehmen), dominiert er intellektuell. Seine Deduktion über den 'Nachtwächter' via Sprechanlage ist Sherlock Holmes pur.
P
Peter Shaw
Der heimliche Held der Folge. Er agiert als 'Die Hard'-Verschnitt, kriecht durch Schächte, findet die Beweise und behält selbst mit einer Waffe am Kopf die Nerven. Starke Performance.
B
Bob Andrews
Übernimmt den Part des mutigen Geisel-Verhandlers. Er provoziert Alpha, sammelt Informationen und harmoniert perfekt mit Peter bei der kurzzeitigen Flucht.

Sprecher

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