Zusammenfassung

Die drei ??? befinden sich auf Europareise und besuchen Alexandras Bruder Max in der Schwäbischen Alb. Trotz Warnungen vor den Gefahren der Höhlen beschließen sie, die Gegend zu erkunden. In der Sontheimer Höhle treffen sie auf die verwirrt wirkende Babette Eberle, die sich als 'Höhlenfrau' bezeichnet. Später besorgen sie sich im Gasthof 'Zur Brücke' den Schlüssel für die verschlossene Geisterhöhle. Dort machen sie eine grausige Entdeckung: In einer versteckten Kammer lagern Särge. Bob wagt sich hinab und stellt fest, dass darin keine Leichen, sondern wertvolle Heiligenfiguren liegen.

Die Detektive legen sich auf die Lauer, doch Bob wird von zwei Männern überrascht und gefangen genommen. Justus und Peter suchen Hilfe bei Babette Eberle, die ihnen einen geheimen Zugang zur Höhle zeigt, durch den sie Bob befreien können. Als sie am nächsten Morgen mit der Polizei zurückkehren, ist die Höhle leergeräumt – die Särge, die Statuen und sogar die Schleifspuren sind verschwunden.

Zurück im Gasthof finden die drei ??? Hinweise auf ein Bestattungsunternehmen und Papiere für eine Leichenüberführung nach Wien. Alexandra belauscht ein Telefonat des Wirts und nutzt die Wahlwiederholung, um die Nummer eines Bestattungsinstituts zu ermitteln. Die Spur führt zunächst ins Kloster Zwiefalten, wo Bruder Benedikt sie scheinbar zufällig auf eine Fährte setzt: 'Meunier, morgen um sechzehn Uhr dreißig, Katakomben in Wien'.

In Wien angekommen, nehmen sie an einer Führung von Emil Moulin teil. Justus kombiniert schnell, dass Moulin, Müller und Molitor sprachlich zusammenhängen. In den Katakomben beobachten sie eine Geldübergabe. Justus entlarvt Moulin und die gesamte Verschwörung: Die Familie (Molitor, Babette, Benedikt, Moulin) stiehlt Kunstwerke, fordert Lösegeld für die Rückgabe und nutzt Leichenwagen und Särge für den unauffälligen Transport. Das Lösegeld hatte Moulin im Brokatgewand einer Mumie versteckt, da er dessen Haptik zu genau beschreiben konnte.

Review

Maultaschen, Mönche und Mumien – Der Kult-Trip der drei ???
Die drei ??? auf Europareise: Särge in der Schwäbischen Alb, Hans Paetsch als Bösewicht und eine Höhlenfrau mit Männerstimme. Warum diese Folge absoluter Kult-Trash ist, lest ihr hier!

Hallo liebe Kassettenkinder und Detektiv-Kollegen!

Holt die Maultaschen raus und schnallt euch an, denn heute verlassen wir das sonnige Kalifornien. Ja, ihr habt richtig gehört! Keine Veranda, kein Blacky, kein Schrottplatz. Wir befinden uns mitten in der legendären Europareise unserer drei Helden. Heute knöpfen wir uns eine Folge vor, die so skurril ist wie Justus' Diätpläne: Folge 067 - und das Geheimnis der Särge.

ERSTER EINDRUCK


Hand aufs Herz: Diese Folge ist ein Fiebertraum. Wir sind in Deutschland (genauer: auf der Schwäbischen Alb) und in Österreich, die drei ??? dürfen anscheinend ohne jede Aufsicht durch den Kontinent gondeln, und alles wirkt ein bisschen wie ein Werbefilm für den örtlichen Tourismusverband, der von Alfred Hitchcock persönlich sabotiert wurde. Es ist trashig, es ist unlogisch, aber verdammt, es hat Atmosphäre! Man riecht förmlich den feuchten Höhlenstaub und den Weihrauch.

DIE STORY


Justus, Peter und Bob sind mit ihrer Bekannten Alexandra (die wir noch aus Rom kennen, wink wink) auf der Schwäbischen Alb unterwegs. Weil normale Teenager im Urlaub ja faul am Strand liegen, müssen unsere Jungs natürlich in kalte, nasse Löcher kriechen. In der „Geisterhöhle“ finden sie – Überraschung! – Särge. Aber keine Vampire, sondern geklaute Heiligenfiguren. Es folgt eine wilde Hatz über ein Kloster bis nach Wien, wo alles in einem Showdown in den Katakomben endet. Klingt wirr? Ist es auch.

UNSERE HELDEN


Justus „Der Allwissende“ Jonas: Unser Erster Detektiv ist mal wieder in Höchstform, was Besserwisserei angeht. Er durchschaut Namensanagramme schneller als ich eine Tüte Chips öffne und erklärt der österreichischen Polizei mal eben ihren Job. Herrlich arrogant, so lieben wir ihn.
Peter „Der Chauffeur“ Shaw: Der arme Kerl. In dieser Europareise-Phase degradiert er oft zum reinen Fahrer. Aber immerhin: Er behält die Nerven, auch wenn er wahrscheinlich innerlich die ganze Zeit „Warum sind wir nicht am Strand?“ schreit.
Bob „Das Opfer“ Andrews: Bob-Fans müssen jetzt stark sein. Unser Recherche-Gott wird mal wieder gefesselt und geknebelt. Das wird langsam zum Running Gag der Serie. Bob sieht ein Seil und wickelt sich quasi schon präventiv selbst ein. Aber Respekt: Er klettert mutig in die Grube zu den Särgen!

DIE GEGENSPIELER


Wir haben es hier mit einem echten Familienunternehmen zu tun. Der „M-Clan“ (Molitor, Moulin, etc.) ist herrlich old-school. Keine Cyber-Terroristen, sondern ehrliche Kunstschmuggler mit einem Faible für theatralische Verstecke. Dass der Wirt Molitor so eine sonore, vertrauenserweckende Stimme hat (dazu gleich mehr!), macht den Verrat umso schöner.

BESTE MOMENTE


1. Der Babette-Schock: Wenn die „Höhlenfrau“ Babette Eberle den Mund aufmacht, fällt einem das Butterbrot aus der Hand. Diese Stimme! Ein Highlight der Skurrilität (siehe Sprecher-Spotlight).
2. Die Wahlwiederholung: Alexandra nutzt die „Redial“-Taste am Telefon, um die Nummer der Bösen rauszufinden. Das ist so wunderbar 90er-Jahre-Tech-Hacking, da wird mir ganz warm ums Herz.
3. Der Brokat-Trick: Justus kombiniert am Ende, dass das Lösegeld im Gewand der Mumie steckt, weil der Bösewicht den Stoff so detailliert beschreiben konnte. Ein klassischer Sherlock-Holmes-Moment!

SCHWACHSTELLEN


Leute, wir müssen über Logistik reden. Die Bösewichte schleppen schwere Särge (!) einen unzugänglichen Berg hinauf in eine Höhle (!), nur um dort Statuen zwischenzulagern, die sie dann kurz darauf wieder herausschleppen müssen? Das ist der ineffizienteste Schmuggel-Plan der Geschichte. Ein einfacher Keller hätte es auch getan! Und der Zufall, dass die Jungs im Kloster Zwiefalten genau den Mönch treffen, der zur Bande gehört, ist schon sehr... drehbuchfreundlich.

SERIEN-KONTEXT


Diese Folge gehört zur berühmt-berüchtigten „Europareise“-Tetralogie der Autorin Brigitte Johanna Henkel-Waidhofer. Das ist die Ära nach den „Crimebusters“, wo die drei ??? wieder etwas „deutscher“ wurden (obwohl sie Amerikaner sind). Die Reihenfolge ist für Fans essenziell:
1. Diamantenschmuggel (London/Rotterdam)
2. Die Schattenmänner (Italien - hier lernen sie Alexandra kennen)
3. Das Geheimnis der Särge (Deutschland/Österreich)
4. Der Schatz der Mönche (Deutschland)

Es ist eine Zeit, in der die Serie sehr experimentierfreudig war. Viele Fans rümpfen die Nase über diese Phase, aber Geheimnis der Särge gilt dank der dichten Atmosphäre oft als der beste Teil dieses Reise-Arcs.


SPRECHER-SPOTLIGHT


Jetzt kommt der Hammer, haltet euch fest:
Der Wirt Molitor wird gesprochen von Hans Paetsch. Ja, DEM Hans Paetsch. Der „Märchenonkel der Nation“, die Stimme, die uns bei Hui Buh das Gruseln lehrte. Ihn hier als Bösewicht zu hören, ist, als würde der Weihnachtsmann eine Bank überfallen. Genial!
Babette Eberle wird gesprochen von Michael von Rospatt. Moment, Michael? Ja! Eine männliche Stimme für eine weibliche, verwirrte Höhlenfrau. Das Ergebnis ist eine der unheimlichsten und seltsamsten Performances der Seriengeschichte. Ob das heute noch so gemacht würde? Fraglich. Aber es bleibt im Gedächtnis!
Alexandra wird von Reinhilt Schneider gesprochen, die wir Hörspielkinder natürlich auch als Jenny aus Hanni und Nanni kennen.

PRODUKTIONS-HISTORIE


Die Autorin Brigitte Johanna Henkel-Waidhofer ist Österreicherin, was erklärt, warum die Reise so liebevoll durch den deutschsprachigen Raum führt. Die Schauplätze sind übrigens echt! Die Sontheimer Höhle gibt es wirklich (inklusive der Fledermaus-Warnungen), ebenso das Kloster Zwiefalten und natürlich den Stephansdom. Wer also mal auf Fan-Pilgerreise gehen will: Hier ist eure Route!


FAN-SERVICE-CHECK


Running Gag: Justus wird wegen seines Gewichts gehänselt (indirekt durch die engen Höhlengänge). Check.
Insider: Der Trick mit der Wahlwiederholungstaste wurde bereits in Folge 54 Gefahr im Verzug (der Fall mit Diller Rourke) etabliert. Schön, dass Justus und Co. dazulernen!

FAZIT & EMPFEHLUNG


Das Geheimnis der Särge* ist keine perfekte Detektivgeschichte. Die Logiklöcher sind groß genug, um einen Sarg durchzuschieben. ABER: Sie macht unglaublich viel Spaß. Der Roadtrip-Charakter, die echten Locations und die absolut ikonischen Gastsprecher (Paetsch & von Rospatt) machen die Folge zu einem Kult-Klassiker. Wer wissen will, wie die drei ??? klingen, wenn sie mal nicht in Rocky Beach sind, muss diese Folge hören.

Für mich eine klare Empfehlung für einen verregneten Sonntag – am besten mit einer Tasse Tee und ohne Höhlenangst.

Wusstest du schon?

Dies ist der dritte Teil der inoffiziellen 'Europareise'-Tetralogie (nach 'Schattenmänner' und vor 'Schatz der Mönche' – wobei die Reihenfolge variiert).
Die Rolle der Babette Eberle wird von Michael von Rospatt gesprochen, einem Mann, was der Figur ihren besonders eigenwilligen Klang verleiht.
Hans Paetsch, bekannt als der 'Märchenonkel der Nation' und Erzähler vieler Europa-Hörspiele (z.B. Hui Buh), spricht hier den zwielichtigen Wirt Molitor.
Alexandra nutzt die Wahlwiederholungstaste eines Telefons, um eine Nummer herauszufinden – ein Trick, den die drei ??? bereits in Folge 54 'Gefahr im Verzug' (Filmstar Diller Rourke) kennengelernt hatten.
Cover
Bewertung
6
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6 von 10 Kirschkuchen-Stücken (Tante Mathilda wäre stolz)
Das Rätsel
Das Konzept 'Diebstahl mit Rückgabe' (Lösegeld für Kunst) ist solide, wenn auch nicht revolutionär. Die Schnitzeljagd von der Schwäbischen Alb über das Kloster bis nach Wien wirkt etwas konstruiert, besonders der Hinweis des Mönchs kommt sehr bequem daher. Justus' Schlussfolgerung über die Namen (Müller/Molitor/Moulin/Meunier) ist aber ein schöner klassischer Detektiv-Moment.
Plot & Logik
Es gibt einige Zufälle zu viel: Dass sie ausgerechnet Babette treffen, die Teil der Bande ist, und dann im Kloster 'zufällig' Bruder Benedikt, der sie auch noch belauscht hat. Auch die Logistik der Bande (Särge in eine schwer zugängliche Höhle schleppen, nur um sie kurz darauf wieder wegzuschaffen) wirkt extrem aufwendig für ein bloßes Versteck. Die 'Redial'-Taste als Ermittlungsmethode ist ein nettes Zeitgeist-Element der 90er.
Kapitel
1 Tödliche Gefahr 0:00 min
2 Eine rätselhafte Tür 7:55 min
3 Rätsel auf dem Höhlengrund 14:36 min
4 In der Hand der Räuber 22:12 min
5 Wie vom Erdboden verschluckt 30:13 min
6 Erpressung inklusive 40:04 min
7 Bruder Benedikt beichtet 48:20 min
8 Wiener Unterwelt 55:10 min

Im Detail

J
Justus Jonas
Ist in Hochform als Sprachgenie und Kombinierer. Er durchschaut die Namensspiele und hat den entscheidenden Einfall mit dem Brokatstoff der Mumie.
P
Peter Shaw
Darf den Action-Part übernehmen (Motorradfahrt mit Bob) und zeigt sich skeptisch, aber tatkräftig. Seine Angst hält sich in Grenzen, er wirkt eher genervt von den kriminellen Machenschaften.
B
Bob Andrews
Leider wieder das Opfer vom Dienst (wird gefesselt und geknebelt), hat aber zuvor den Mut, in die Grube zu den Särgen zu steigen und die entscheidenden Fotos zu machen.

Sprecher

Verwandte Folgen

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