Zusammenfassung

Der Fall beginnt harmlos: Die kleine Tina Dalton bittet die drei ???, ihre Puppe Annabella zu finden, die angeblich den Baum hinaufgeflogen ist. Justus kombiniert schnell, dass ein Dieb am Werk war. Als sich herausstellt, dass in der Nachbarschaft diverse Gegenstände gestohlen wurden, die alle in schwarzen Koffern aufbewahrt waren – darunter auch der Projektor von Peters Vater –, erkennt Justus ein Muster: Der Dieb sucht einen ganz bestimmten schwarzen Koffer und stiehlt auf gut Glück alle ähnlichen Modelle.

Die Ermittlungen führen die Detektive über einen Peilsender zu einem Motel, wo sie den mutmaßlichen Dieb stellen wollen. Dort werden sie jedoch von einer schrecklichen Gestalt, dem 'tanzenden Teufel', in die Flucht geschlagen. Durch Recherchen und die Befragung von Frankie Bender erfahren sie, dass der gesuchte Koffer eine wertvolle Bronzestatue enthielt: den tanzenden Teufel des Batu Khan. Diese Statue gehört dem reichen Sammler H.P. Clay und soll an China zurückgegeben werden. Jim Clay, der Sohn des Sammlers, schließt sich den Detektiven an.

Die Jagd nach der Statue wird zur Schnitzeljagd: Ein Landstreicher hat sie gefunden und an den Trödler Hummer verkauft, der sie wiederum an den zwielichtigen Händler Jason Wilkes weitergab. Im Canyon bei Wilkes' Haus kommt es zum dramatischen Finale. Wilkes scheint Jim zu entführen. Als die drei ??? und H.P. Clay sie stellen, taucht der Dämon erneut auf und vernichtet die Statue scheinbar in einem Feuerblitz, sodass nur ein Klumpen Metall übrig bleibt.

Doch Justus lässt sich nicht täuschen. Er entlarvt den Spuk: Die zerstörte Statue war eine Fälschung, erkennbar an einem historischen Fehler. Justus findet das Kostüm des Dämons und überführt Jim Clay. Dieser hatte den Diebstahl und die Zerstörung inszeniert, um die echte Statue für seinen Vater zu bewahren und die Rückgabe an China zu verhindern.

Zitate:
'Puppen suchen wir nicht, Tina.'
'Ich stelle fest, dass jemand vor kurzer Zeit diesen Baum bestiegen hat und er war klein und hatte Turnschuhe an.'
'Am Gürtel der Figur hingen Maiskolben. Der Künstler, der die echte Figur vor siebenhundert Jahren geschaffen hatte, kannte aber noch gar keinen Mais.'

Review

Mais, Monster und ein falscher TKKG-Häuptling: Der tanzende Teufel im Check
Warum Justus Jonas mehr über Landwirtschaft weiß als jeder Bauer und was Tarzan von TKKG in Rocky Beach treibt? Wir reisen zurück zu Folge 21 und jagen den tanzenden Teufel!

Hallo liebe Kassettenkinder und Detektiv-Kollegen,

heute reisen wir zurück in eine Zeit, als die Welt noch in Ordnung war, Telefone Wählscheiben hatten und schwarze Aktenkoffer das heißeste Accessoire in Rocky Beach waren. Wir knöpfen uns einen absoluten Klassiker der „Golden Era“ vor: Folge 021 – und der tanzende Teufel.

Schnappt euch ein Stück Kirschkuchen (aber vorsicht, Tante Mathilda schaut zu!), lehnt euch zurück und lasst uns klären, warum Justus Jonas eigentlich Geschichtsprofessor hätte werden müssen und was zum Henker Tarzan von TKKG in Rocky Beach zu suchen hat.

ERSTER EINDRUCK


Schon das Cover ist pure Nostalgie: Ein roter Dämon, der aussieht, als wäre er direkt aus einem Heavy-Metal-Video der 80er entsprungen, tanzt vor unseren drei Detektiven. Man riecht förmlich das Magnetband der alten gelben Kassette. Der Titel verspricht Grusel, Action und – wie wir später lernen werden – eine Lektion in Agrargeschichte, die sich gewaschen hat. Wer diese Folge als Kind gehört hat, erinnert sich vor allem an zwei Dinge: Peters Panikschreie und das unheimliche Heulen des Teufels.

DIE STORY


Alles beginnt herrlich banal: Die kleine Tina Dalton vermisst ihre Puppe Annabella. „Puppen suchen wir nicht“, mault Peter noch (der alte Charmeur), aber Justus wittert natürlich sofort ein Verbrechen. Und siehe da: In der Nachbarschaft verschwinden reihenweise schwarze Koffer. Sogar der Projektor von Peters Vater wird gemopst (was Peter natürlich in absolute Existenzangst versetzt – Papa Shaw versteht bei seiner Technik keinen Spaß).

Die Spur führt zu einer kostbaren chinesischen Statue, dem „tanzenden Teufel“, und einem finsteren Plan. Ein unheimlicher Dämon taucht auf, versprüht Rauch und Angst, und am Ende stehen wir in einem Canyon und schauen einem Haufen geschmolzenem Metall beim Abkühlen zu. Klingt wirr? Ist es auch ein bisschen. Aber genau das lieben wir ja!

UNSERE HELDEN


Justus Jonas: Unser Erster Detektiv ist in dieser Folge in absoluter Höchstform. Er kombiniert nicht nur messerscharf, dass der Dieb einen bestimmten Koffer sucht und deshalb alle klaut (genial!), er liefert am Ende auch den wohl berühmtesten „Klugscheißer-Moment“ der gesamten Seriengeschichte ab. Dazu später mehr.

Peter Shaw: Der arme Kerl. Erst muss er sich mit einer verschwundenen Puppe rumschlagen, dann wird der Heilige Gral (aka der Projektor seines Vaters) geklaut, und schließlich wird er von einem feuerspeienden Dämon fast zu Tode erschreckt. Peter ist hier der perfekte „Audience Surrogate“ – er hat genau so viel Angst, wie wir als Kinder unter der Bettdecke hatten.

Bob Andrews: Bob macht das, was Bob am besten kann: Er geht in die Bibliothek. Ohne Bobs Recherche über Batu Khan und die Goldene Horde stünden Justus und Peter wahrscheinlich heute noch im Canyon und würden Steine anstarren. Solide Arbeit, Kollege!

DIE GEGENSPIELER


Der „tanzende Teufel“ selbst ist natürlich der Star. Sein Auftritt ist theatralisch, laut und wunderbar gruselig. Dass dahinter Jim Clay steckt, der Sohn des Besitzers, ist ein klassischer Krimi-Twist. Jim spielt den besorgten Sohn so überzeugend, dass man ihm fast abkauft, er wolle nur helfen.

Ein kurzes Kopfschütteln müssen wir leider für die Darstellung von Chiang Pi Peng übrig haben. Der „chinesische Diener“ ist aus heutiger Sicht ein ziemliches Klischee-Feuerwerk, das man so wohl nicht mehr produzieren würde. Aber gut, es waren die 80er.

BESTE MOMENTE


1. Der Mais-Moment: Leute, das ist DER Moment. Justus entlarvt die gefälschte Statue, weil sie Maiskolben am Gürtel trägt. Sein trockenes „Mais stammt aus Amerika. Der Künstler, der die echte Figur vor siebenhundert Jahren geschaffen hatte, kannte aber noch gar keinen Mais“ ist Legende. Da ist selbst Wikipedia neidisch.
2. Peter und die Puppe: Peters anfängliche Arroganz („Puppen suchen wir nicht!“) und wie er dann kleinlaut doch ermittelt, ist Gold wert.
3. Das Crossover-Feeling: Wenn Jim Clay (gesprochen von Sascha Draeger) und Bob (Andreas Fröhlich) miteinander reden, hören wir im Geiste eigentlich Tim und Karl von TKKG. Ein Fest für Hörspiel-Nerds!

SCHWACHSTELLEN


Sind wir ehrlich: Der Plan von Jim Clay ist... kompliziert. Er verkleidet sich als Monster, um die Detektive zu verjagen, die er selbst engagiert hat? Und er klaut Dutzende Koffer in der Hoffnung, den richtigen zu finden? Das ist schon sehr „Scooby-Doo“-Logik. Auch die Szene, in der die Statue „schmilzt“, ist akustisch etwas schwer nachzuvollziehen, wenn man nicht genau aufpasst.

SERIEN-KONTEXT


Diese Folge stammt aus der absoluten Blütezeit der Serie (1980). Sie markiert den Übergang von den ganz frühen, oft noch etwas naiveren Fällen hin zu den komplexeren Abenteuern. Der „Mais-Fehler“ wird in Fan-Kreisen oft als Referenz für Justus' Allgemeinwissen herangezogen. Interessant: Die Folge etabliert das Motiv des „Verbrechers, der sich als Monster verkleidet“ so fest in der DNA der Serie, dass es fast schon ein Running Gag ist.


SPRECHER-SPOTLIGHT


Hier wird es richtig spannend! Wir haben hier ein wahres „Who is Who“ der deutschen Synchron-Elite:

Sascha Draeger (Jim Clay): Ja, ihr hört richtig! Das ist Tim (ehemals Tarzan) von TKKG! Es ist immer wieder ein surreales Erlebnis, die Stimme des Anführers der „Konkurrenz-Bande“ bei den drei ??? zu hören. Draeger spielt hier herrlich zwielichtig – ganz anders als der moralisch unantastbare Tim.
Katrin Fröhlich (Tina Dalton): Ein echtes Familien-Easter-Egg! Katrin ist die Schwester von unserem Bob (Andreas Fröhlich). Später wurde sie die Feststimme von Superstars wie Cameron Diaz und Gwyneth Paltrow. Hier hört man sie noch ganz jung und frech.
Hans Paetsch (H.P. Clay): Der legendäre „Märchenonkel der Nation“. Wer in den 80ern Kassetten gehört hat, kennt diese Stimme aus hunderten Märchen. Ihn hier als reichen Sammler zu hören, verleiht der Folge eine unglaubliche Gravitas.
Gottfried Kramer (Jason Wilkes): Die Stimme von K.I.T.T. aus Knight Rider! Wenn Wilkes spricht, wartet man eigentlich nur darauf, dass er „Michael, ich orte eine Gefahr“ sagt.

PRODUKTIONS-HISTORIE


Die Folge basiert auf dem Buch „The Mystery of the Dancing Devil“ von William Arden, erschienen 1976. Arden war bekannt dafür, sehr actionreiche Plots zu schreiben, was man hier an der wilden Jagd durch Canyons und Motels merkt.

Ein wichtiger Hinweis für Sammler: Die Musik! In der Originalauflage (die mit der gelben Kassette) hörte man noch die fantastischen, teilweise sehr düsteren Orchester-Klänge von Carsten Bohn und Co. In den Neuauflagen (ab ca. 2001) wurde die Musik aufgrund von Rechtsstreitigkeiten ausgetauscht. Viele Fans schwören, dass der Dämon in der alten Version viel gruseliger wirkte, weil die Musik bedrohlicher war. Wer also noch eine alte Kassette auf dem Flohmarkt findet: ZUGREIFEN!


FAN-SERVICE-CHECK


Visitenkarte: Wird natürlich überreicht.
Dietrich: Justus muss zwar kein Schloss knacken, aber sein technisches Verständnis beim Peilsender ist quasi der geistige Dietrich.
Schrottplatz: Die Zentrale ist natürlich der Startpunkt.
Running Gag: Peter hat Angst. Check.

FAZIT & EMPFEHLUNG


„Und der tanzende Teufel“ ist ein Must-Hear. Sie hat alles, was eine gute ???-Folge braucht: Einen mysteriösen Anfang, eine gruselige (wenn auch trashige) Bedrohung, prominente Gastsprecher und eine Auflösung, bei der man noch was lernt. Der Logik-Twist am Ende ist so brillant einfach, dass er diese Folge unsterblich macht.

Für Einsteiger geeignet? Absolut.
Für Nostalgiker? Ein Festmahl.
Für Botaniker? Pflichtprogramm wegen des Mais!

Wertung: Ein echter Klassiker, der nur knapp an der Höchstnote vorbeischrammt, weil der „chinesische Akzent“ schlecht gealtert ist und der Plan des Bösewichts etwas umständlich war.

Wusstest du schon?

Der Fehler mit dem Mais (der in China im 13. Jahrhundert noch nicht bekannt war) ist eines der berühmtesten Logik-Rätsel der Serie.
Im Hörspiel wird die Rolle des Chiang Pi Peng von Christian Rode gesprochen, der später auch als Erzähler in der Serie 'Die 5 Freunde' bekannt wurde.
Die Sprecherin der kleinen Tina Dalton ist Katrin Fröhlich, die Schwester von Andreas Fröhlich (Bob).
Sascha Draeger, der hier Jim Clay spricht, wurde später als Tarzan/Tim in TKKG zur Hörspiel-Legende.
Cover
Bewertung
8
🌽 🌽 🌽 🌽 🌽 🌽 🌽 🌽 🌽 🌽
8 von 10 Maiskolben am Gürtel
Das Rätsel
Der Fall ist clever konstruiert. Die Idee, dass ein Dieb wahllos schwarze Koffer klaut, weil er 'seinen' verloren hat, ist ein origineller Aufhänger. Die Auflösung durch den 'Mais-Fehler' ist legendäres Allgemeinwissen-Gold. Für den Hörer kaum zu erraten, aber im Nachhinein durch Justus' Erklärung absolut logisch und befriedigend hergeleitet.
Plot & Logik
Die Handlung ist dicht, hat aber den typischen 'Scooby-Doo'-Faktor: Dass Jim sich als Monster verkleidet, um Leute zu erschrecken, ist herrlich theatralisch, wenn auch etwas umständlich. Dass er sich den drei ??? anschließt, um seine eigenen Spuren zu verwischen, ist ein klassisches Krimi-Motiv, das hier gut funktioniert.
Kapitel
1 Puppe entflogen 0:00 min
2 Die Falle schnappt zu 5:04 min
3 Der Dämon greift an! 9:10 min
4 Der schwarze Koffer 15:09 min
5 Dem Schurken auf der Spur 21:10 min
6 Der tanzende Teufel schlägt zu! 28:34 min
7 Das Gesicht am Fenster 36:17 min
8 Maske ab für den Teufel! 39:32 min

Im Detail

J
Justus Jonas
Justus ist in Hochform. Seine Beobachtungsgabe am Baum und sein botanisch-historisches Wissen am Ende ('Mais stammt aus Amerika') sind Paradebeispiele für seine Überlegenheit.
P
Peter Shaw
Peter darf mal wieder den Skeptiker spielen ('Puppen suchen wir nicht') und ist derjenige, der am meisten Angst vor dem Dämon hat, was die Bedrohung für den Hörer greifbar macht.
B
Bob Andrews
Bob übernimmt den wichtigen Recherche-Part in der Bibliothek und identifiziert die Statue im Buch, was den Fall erst ins Rollen bringt.

Sprecher

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