Zusammenfassung

Die drei ??? befinden sich auf der Mendoza-Ranch nahe der Pazifikküste. Das Tal der Wehklagen macht seinem Namen alle Ehre: Ein schauerliches Heulen dringt nachts vom Teufelsberg herab. Während die Ranch-Arbeiter an die Rückkehr des legendären Banditen El Diablo oder ein Urzeitmonster glauben, wendet Justus wissenschaftliche Methoden an. Mittels trigonometrischer Vermessung lokalisiert er den Ursprung des Schalls in einer bestimmten Höhle. Bei einer ersten Erkundung entdecken die Detektive riesige, nasse Fußspuren und Peter sieht ein 'schwarzes, glänzendes Ding', was die Monster-Theorie zu stützen scheint. Sie treffen zudem auf den kauzigen Goldsucher Ben Jackson, der sie warnend aus dem Berg scheucht.

Am nächsten Tag spitzt sich die Lage zu: Ein Rancharbeiter verunglückt, und die drei ??? werden beinahe von einem Auto mit Nummernschild aus Nevada in einen Abgrund gedrängt. Justus entwickelt einen Plan: Während Bob mit ausgestopften Kleidern und Sombreros Wache schiebt, um Beobachter zu täuschen, tauchen Justus und Peter unbemerkt von der Seeseite in die Höhle. Dort entlarven sie das 'Urzeitmonster' als den Marinetaucher Max, der dort nur harmlose Übungen abhält. Tiefer im Berg stoßen sie auf ein Skelett – vermutlich der echte El Diablo – und beobachten Ben Jackson, wie er einen Felsblock bewegt. Justus erkennt: Der Luftzug durch einen bestimmten Schacht verursacht das Heulen; wird das Loch verschlossen, herrscht Stille.

Doch sie sind nicht allein. Mr. Reston, der Mann mit der Narbe, stellt sie – entpuppt sich aber als Versicherungsdetektiv auf der Jagd nach dem Diamantendieb Laszlo Victor. Es stellt sich heraus, dass die 'Diamantenmine' im Berg eigentlich das Versteck des Diebesguts ist. In der Hütte von Ben Jackson kommt es zum Showdown: Ein maskierter 'El Diablo' bedroht die Goldsucher. Justus kombiniert messerscharf und entlarvt den Täter als Professor Walsh alias Laszlo Victor, der die Legenden nutzte, um ungestört nach seiner Beute zu suchen.

Review

Heulen, Höhlen und ein Hauch von Scooby-Doo – Der Teufelsberg ruft!
Ein Monster, das keins ist, ein Geist, der nur Wind ist, und Justus Jonas, der mit Trigonometrie Geister jagt. Warum Folge 19 ein absolutes Muss für Nostalgiker ist!

Hallo liebe Kassettenkinder, Hobby-Detektive und Schrottplatz-Veteranen!

Heute widmen wir uns einem absoluten Klassiker der „Old School“-Ära. Schnappt euch eure Taschenlampen und haltet die Kreide bereit, denn wir reisen ca. 100 Meilen nördlich von Rocky Beach. Es wird laut, es wird nass und – sind wir ehrlich – es wird herrlich trashig. Willkommen zu Folge 19: Die drei ??? und der Teufelsberg!

ERSTER EINDRUCK


Hand aufs Herz: Wer hatte als Kind Angst vor diesem Cover? Dieses grüne, glubschäugige Sumpfmonster, das da aus dem Wasser steigt? Aiga Rasch hat hier mal wieder ganze Arbeit geleistet, um uns Albträume zu bescheren. Und dann legt man die Kassette (oder streamt die Datei, ihr modernen Menschen) ein und wird direkt von einem Sound-Teppich begrüßt, der „Gänsehaut“ schreit. Das „Tal der Wehklagen“ macht seinem Namen alle Ehre. Mein erster Gedanke damals wie heute: Das ist Scooby-Doo-Atmosphäre in Perfektion, nur ohne sprechenden Hund, dafür mit einem sprechenden Justus.

DIE STORY


Die drei Detektive machen Ferien auf der Mendoza-Ranch (natürlich, wo sonst?). Aber statt Siesta gibt es Stress: Ein unheimliches Heulen dringt nachts vom Teufelsberg herab. Die abergläubischen Ranch-Arbeiter packen schon die Koffer, weil sie glauben, der Geist des Banditen „El Diablo“ sei zurück. Justus „Ich glaube nur an Physik“ Jonas vermutet natürlich eine rationale Erklärung. Es folgen: Höhlenerkundungen, ein vermeintliches Urzeitmonster, zwielichtige Gestalten mit Narben und die wohl komplizierteste Art, Diamanten zu schmuggeln, die sich ein Krimineller je ausgedacht hat.

UNSERE HELDEN


Justus Jonas: Unser erster Detektiv ist in Hochform. Während alle anderen vor Angst schlottern, packt Justus sein inneres Geodreieck aus und berechnet mittels trigonometrischer Peilung den exakten Ursprung des Heulens. „Justus nickte bedächtig“ – check. Seine Arroganz gegenüber dem Aberglauben ist herrlich, aber sein absolutes Highlight ist der Sombrero-Plan (dazu später mehr).

Peter Shaw: Der arme Kerl. Peter muss hier wirklich leiden. Er darf nicht nur Angst vor Geistern haben, nein, er muss auch noch in eine stockfinstere, unterirdische Höhle tauchen, in der angeblich ein Monster lebt. Dass er es trotzdem tut, beweist mal wieder: Peter ist der mutigste Angsthase der Welt. Respekt, Zweiter!

Bob Andrews: Bob darf hier mal wieder seine Paraderolle spielen: Der unauffällige Dritte, der recherchiert und – ganz wichtig – als Kleiderständer fungiert. Ohne Bob hätte der Sombrero-Trick nicht funktioniert. Solide Leistung in der B-Note für unseren Archivar.

DIE GEGENSPIELER


Wir haben hier ein klassisches „Whodunit“. Da ist der kauzige Goldsucher Ben Jackson (der eigentlich nur seine Ruhe will), der unheimliche Mr. Reston mit der Narbe (der natürlich NICHT der Böse ist – Standard-Trope #1) und schließlich Professor Walsh. Walsh ist der Prototyp des „netten Akademikers“, der sich am Ende als skrupelloser Verbrecher Laszlo Victor entpuppt. Solide, aber keine Moriarty-Qualität.

BESTE MOMENTE


1. Der Sombrero-Trick: Justus baut aus Stöcken und Klamotten Attrappen, damit es so aussieht, als würden die drei ??? Wache schieben, während sie eigentlich in die Höhle eindringen. Das ist MacGyver-Niveau, Leute! Und Bob muss die Puppen bewegen. Großes Kino.
2. Die physikalische Auflösung: Dass das Heulen einfach nur Wind ist, der durch eine Felsspalte pfeift, ist so herrlich banal und entzaubernd. Ich liebe es, wenn Justus den Mystizismus mit kalter Wissenschaft erschlägt.
3. Das „Monster“: Als sich herausstellt, dass das gruselige Urzeitwesen einfach nur der Taucher Max in einem Neoprenanzug ist. „Huch, hallo Jungs!“ – Spannung komplett implodiert, ich habe Tränen gelacht.

SCHWACHSTELLEN


Seien wir ehrlich: Der Plan des Schurken ist völlig gaga. Er klaut Diamanten, versteckt sie in einer Höhle, in der Goldsucher rumbuddeln, und inszeniert dann eine Geistershow, die erst recht Aufmerksamkeit auf den Berg lenkt? Warum nicht die Diamanten einfach... ich weiß nicht... mitnehmen? Aber gut, Logik war in den 80ern optional.

SERIEN-KONTEXT


Diese Folge ist historisch wertvoll! Es ist die Folge 19, erschienen 1980. Sie markiert das Ende der ganz frühen Ära, bevor die „Crimebusters“ später alles moderner machten.
Verbindungen: Das Höhlen-Setting erinnert stark an die „Silbermine“ (Folge 26) oder das „Gespensterschloss“ (Folge 11). Die drei ??? scheinen ein Abo auf unterirdische Labyrinthe zu haben.
Ranking: Unter Fans gilt der „Teufelsberg“ als solider Klassiker. Nicht ganz Top 5 Material, aber definitiv im oberen Drittel, vor allem wegen der dichten Atmosphäre.


SPRECHER-SPOTLIGHT


Jetzt wird es prominent! Haltet euch fest:
Mr. Dalton wird gesprochen von der Legende Jürgen Thormann. Ja genau, die deutsche Stimme von Michael Caine (und Alfred Pennyworth in den Batman-Filmen)! Seine markante, leicht arrogante aber warme Stimme wertet das ganze Hörspiel massiv auf. Thormann ist ein Europa-Urgestein und veredelt jede Rolle.
Professor Walsh ist Joachim Rake, den man auch als Erzähler aus anderen Produktionen oder als seriöse Stimme in unzähligen Hörspielen kennt.
Ben Jackson wird von Günter Flesch gesprochen, der später auch in TKKG und anderen Serien oft die Rolle des knurrigen Alten übernahm.

PRODUKTIONS-HISTORIE


Autor: Hier kommt der Hammer – das Buch stammt von William Arden (Pseudonym für Dennis Lynds). Es war sein erstes Buch für die Serie (Originaltitel: The Mystery of the Moaning Cave, 1968)! Er übernahm den Staffelstab direkt von Serienschöpfer Robert Arthur. Dass er den Stil so gut getroffen hat, ist bemerkenswert.
Buch vs. Hörspiel: Im Buch wird erklärt, dass der Berg „Teufelsberg“ heißt, weil er zwei Gipfel hat, die wie Hörner aussehen. Im Hörspiel fehlt diese Info, weshalb der Name einfach so im Raum steht. Auch die Hintergrundgeschichte von El Diablo ist im Buch viel ausführlicher.


FAN-SERVICE-CHECK


Recycling-Alarm: Habt ihr das Heulen am Anfang erkannt? Ein Teil der Soundeffekte (das schrille Schreien) ist verdächtig ähnlich zum Schrei des „Grünen Geistes“ (Folge 8). H.G. Francis und das Europa-Tonstudio haben hier effizient gearbeitet!
  • Die Karte: Justus überreicht Mr. Dalton natürlich die Visitenkarte. Dalton liest sie vor – ein Ritual, das wir alle mitsprechen können.

FAZIT & EMPFEHLUNG


„Die drei ??? und der Teufelsberg“ ist wie eine warme Decke aus Nostalgie. Die Story hat Logiklöcher, durch die man einen Rolls Royce fahren könnte, aber die Atmosphäre, die Sprecher (Thormann!) und die Chemie zwischen den Detektiven machen das alles wett. Es ist die perfekte Folge für einen verregneten Sonntag.

Für wen? Für alle, die klassischen Grusel mögen, der sich als rationaler Krimi entpuppt. Nichts für Leute, die komplexe Wirtschaftskriminalität suchen.

Bleibt neugierig,
Euer Fan-Boy Nr. 1

Wusstest du schon?

Die Buchvorlage trägt im Original den Titel 'The Mystery of the Moaning Cave'.
Der deutsche Titel 'Teufelsberg' wurde auch für das Buchcover übernommen, obwohl das 'Urwesen' (oft auf dem Cover abgebildet) in der Geschichte nur eine Täuschung ist.
Jürgen Thormann (Mr. Dalton) ist einer der bekanntesten Synchronsprecher Deutschlands (Stimme von Michael Caine) und in unzähligen Europa-Hörspielen zu hören.
Cover
Bewertung
8.5
🤠 🤠 🤠 🤠 🤠 🤠 🤠 🤠 🤠 🤠
8.5 von 10 Sombrero-Attrappen
Das Rätsel
Die physikalische Erklärung des Heulens (Wind durch Felsspalte) ist klassisch und logisch hergeleitet. Der Twist, dass die 'Diamantenmine' eigentlich nur ein Versteck für Diebesgut ist, erdet die Geschichte angenehm, nachdem zuvor mit Urzeitmonstern und Geistern gespielt wurde.
Plot & Logik
Der Plan des Täters ist riskant: Warum die Diamanten dort verstecken, wo Prospektoren graben? Aber Justus' Sombrero-Trick, um ungesehen in die Höhle zu kommen, ist ein Highlight an Cleverness. Dass der 'böse Mann mit der Narbe' eigentlich der Gute ist, ist ein Standard-Trope, funktioniert hier aber gut zur Spannungserzeugung.
Gastfiguren
Professor Walsh ist der archetypische 'nette Akademiker', der sich als Schurke entpuppt. Mr. Dalton (Jürgen Thormann!) bringt durch seine markante Stimme viel Autorität und Atmosphäre mit. Ben Jackson wirkt herrlich verschroben.
Dialogqualität
Die Dialoge schwanken zwischen technischer Analyse und gruseligen Momenten. Besonders die Diskussionen über Gespenster vs. Realität sind typisch für die Serie.
Pacing
Gutes Tempo. Der Wechsel zwischen Ranch-Alltag, Bibliothek, Autoverfolgung und Höhlenforschung sorgt dafür, dass keine Langeweile aufkommt.
Kapitel
1 Im Tal der Wehklagen 0:00 min
2 El Diablos Flucht 4:24 min
3 El Diablos Höhle 12:17 min
4 Auf gefährlichem Weg 17:38 min
5 Jetzt wird ermittelt 22:15 min
6 Justus enthüllt einen Plan 25:47 min
7 Das blanke schwarze Wesen 31:43 min
8 Maske ab für El Diablo 39:42 min

Im Detail

J
Justus Jonas
In Hochform. Seine trigonometrische Vermessung zu Beginn und die Deduktion am Ende ('Er sprach dich mit Peter an') zeigen ihn als brillanten Kopf.
P
Peter Shaw
Der klassische Zweifler, der an das 'Urwesen' glaubt und Angst hat, aber trotzdem mutig mittaucht. Sein Orientierungssinn wird lobend erwähnt.
B
Bob Andrews
Übernimmt den Recherche-Part in der Bibliothek und spielt den Lockvogel mit den Sombreros. Solide Teamarbeit.

Fazit

Eine sehr atmosphärische Folge mit starkem 'Scooby-Doo'-Vibe (Monster, Geister, Höhlen). Für Fans der klassischen Ära ein Muss, vor allem wegen der gelungenen Mischung aus Grusel und nüchterner Detektivarbeit.

Sprecher

Verwandte Folgen

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