Zusammenfassung

Patrick und Kenneth O'Ryan nehmen die drei Detektive mit zu einem Besuch bei ihrer Cousine Kathleen O'Hara in die Berge. Bei der Ankunft wirkt die sonst so herzliche Kathleen verändert: Sie spricht kein Gälisch mehr, hat überraschend einen Mann namens Joe Hammond geheiratet und scheint ihre Vettern kaum wiederzuerkennen.

Die Jungen zelten draußen, während Hammond ein riesiges Schwimmbecken ausheben lässt – angeblich für die Gäste, doch Justus findet das verdächtig. In der Nacht wird der Gast Mr. Jensen niedergeschlagen, nachdem er angeblich einen Bären fotografieren wollte. Justus bemerkt, dass Jensen keine Kratzer hat, was gegen einen Bärenangriff spricht. Mr. Smathers, ein exzentrischer Tierfreund, verhält sich ebenfalls geheimnisvoll und warnt vor Gefahren.

Bei der Suche nach Spuren stürzt Bob in eine Felsspalte und sieht dort 'rote Augen', die ihn anstarren. Justus findet riesige, menschenähnliche Barfuß-Abdrücke im Schnee, die jedoch verwischt wurden. Der Verdacht gegen das Ehepaar Hammond erhärtet sich, als 'Kathleen' sich weigert, einen Lieferschein zu unterschreiben, und behauptet, ihre Hand zittere vom Teigkneten.

Als ein Waldbrand ausbricht, wollen die Hammonds fliehen und das Haus schützen, kümmern sich aber nicht um die angeblich vermisste Kathleen. Justus konfrontiert die falsche Kathleen damit, dass sie eine Betrügerin ist. Kenneth und die Detektive rasen zur Waldhütte, wo die echte Kathleen gefangen gehalten wird. Das Feuer rückt näher, die Tür klemmt – da bricht das 'Monster' aus dem Wald und rammt die Tür ein, um Kathleen zu retten.

Mr. Smathers beruhigt das Wesen und führt es weg. Es stellt sich heraus, dass Joe Hammond und seine Frau Betrüger sind, die die echte Kathleen wegen ihres Geldes gefangen hielten. Mr. Jensen ist in Wahrheit kein Fotograf, sondern ein Geschäftsmann, der Hammond wegen eines früheren Betrugs jagte. Smathers kann das Geheimnis um das Monster wahren, indem er behauptet, es gäbe keines – obwohl alle es gesehen haben.

Review

Bigfoot, Bären und Betrüger – Warum Folge 14 ein haariger Klassiker ist!
Ein echtes Monster bei den drei ??? Das gibt's doch gar nicht! Oder doch? In 'Das Bergmonster' brechen Justus, Peter und Bob alle Regeln – und Bob fällt in ein tiefes Loch.

Hallo liebe Detektiv-Kollegen und Kassettenkinder,

heute schnappen wir uns den Walkman, ziehen die dicken Winterjacken an und reisen zurück ins Jahr 1980. Es geht in die Berge! Und zwar nicht zum Skifahren, sondern zum Gruseln. Wir besprechen Folge 14: "Das Bergmonster". Eine Folge, die in keiner gut sortierten Sammlung fehlen darf und die bis heute für hitzige Diskussionen am Fan-Stammtisch sorgt. Warum? Dazu kommen wir gleich. Schnappt euch einen Kakao, es wird frostig!

ERSTER EINDRUCK


Schon das Cover von Aiga Rasch ist ein Versprechen: Ein riesiges, schwarzes Zottelwesen vor rotem Himmel. Als Kind hatte ich bei diesem Anblick schon die Decke über den Kopf gezogen, bevor Peter überhaupt das erste Mal "Justus, lass uns abhauen!" stammeln konnte. Die Atmosphäre dieser Folge ist dicht – wir haben Schnee, eine einsame Hütte, knisterndes Kaminfeuer und... nun ja, ein Monster. Es fühlt sich an wie ein klassischer Gruselfilm, nur eben mit unseren drei Lieblings-Detektiven aus Rocky Beach.

DIE STORY


Die Story ist eigentlich simpel, aber effektiv: Die irischen Kraftpakete Patrick und Kenneth O'Ryan (die Mitarbeiter von Onkel Titus) nehmen Justus, Peter und Bob mit zu ihrer Cousine Kathleen in die Berge. Doch in der "Pension Kathy" stimmt was nicht. Die sonst so herzliche Kathleen wirkt wie ausgetauscht, hat plötzlich einen unsympathischen Mann namens Joe Hammond geheiratet und – Schockschwerenot! – verweigert ihren irischen Verwandten den traditionellen Gruß. Während Justus sofort seine Spürnase in den Wind hält, treibt draußen etwas Unheimliches sein Unwesen. Ein Gast wird niedergeschlagen, riesige Fußabdrücke tauchen auf und Bob macht eine Bekanntschaft der dritten Art.

UNSERE HELDEN


Justus Jonas: Unser Erster Detektiv ist hier in Hochform. Er durchschaut das falsche Spiel der "Tante" fast sofort. Sein Highlight: Wie er die fehlende Unterschrift auf dem Lieferschein als Indiz nutzt. Der Mann könnte auch Steuerprüfer werden, wenn das mit der Detektei nichts wird.
Peter Shaw: Der arme Kerl. Er muss frieren, hat Angst vor Bären und Monstern und darf am Ende trotzdem heldenhaft durch den brennenden Wald rennen. Peter ist hier der perfekte Stellvertreter für uns Zuhörer: skeptisch, ängstlich, aber loyal.
Bob Andrews: Bob hat hier wohl einen der gruseligsten Momente der gesamten Serie (siehe "Beste Momente"). Ansonsten ist er der ruhige Beobachter, der leider öfter mal den Boden unter den Füßen verliert.

DIE GEGENSPIELER


Das Ehepaar Hammond ist herrlich fies. Besonders die falsche Kathleen (Gisela Trowe) spielt die unterkühlte, genervte Hausfrau so brillant, dass man sie sofort unsympathisch findet. Ihr Plan ist zwar... nun ja, "kreativ" (dazu später mehr), aber ihre Kaltblütigkeit, die echte Kathleen gefesselt in einer Hütte verhungern zu lassen, ist schon harter Tobak für ein Jugendhörspiel.

BESTE MOMENTE


1. Der Sturz in die Spalte: Bob rutscht ab, landet in einer Felsspalte, dreht sich um und blickt direkt in zwei rot glühende Augen. "Ich sah diese Augen!" – Gänsehaut pur! Das ist einer der effektivsten Jumpscares der Hörspielgeschichte.
2. Mr. Smathers & das Stinktier: Der exzentrische Mr. Smathers, der lieber mit Tieren als mit Menschen redet, ist ein Comedy-Goldstück. Wie er das Stinktier verhätschelt, während alle anderen Panik schieben, ist großartig.
3. Das Finale: Ein Waldbrand, eine eingeklemmte Tür und dann bricht das Monster durch die Wand, um die echte Kathleen zu retten. Das ist Actionkino für die Ohren!

SCHWACHSTELLEN


Seien wir ehrlich: Der Plan der Bösewichte ist völlig gaga. Joe Hammond will ein echtes Monster fangen und baut dafür... ein Schwimmbecken? In den Bergen? Im Winter? Um das Monster da reinzuschubsen? Das ist so herrlich absurd, wie es nur bei den drei ??? möglich ist. Logik darf man hier nicht mit der Lupe suchen, sonst fällt das Kartenhaus zusammen.

SERIEN-KONTEXT (Der Nerd-Teil!)


Jetzt wird's spannend, Freunde! Diese Folge ist ein Unikum. Es ist eine der ganz wenigen Episoden (neben vielleicht dem Zauberspiegel oder Todesflug), in denen das übernatürliche Element nicht vollständig entlarvt wird. Das Monster existiert! Es ist kein Mann im Kostüm, kein Projektor, kein Trick. M.V. Carey, die Autorin der Buchvorlage, war bekannt dafür, die Grenzen der Serie etwas mehr Richtung Fantasy zu dehnen. Für Puristen ein Skandal, für mich das Salz in der Suppe.

Und noch ein Fun-Fact für Besserwisser: Im amerikanischen Original sind Patrick und Kenneth gar keine Iren, sondern Bayern namens Hans und Konrad Schmidt! Deshalb besuchen sie im Buch auch eine Tante Anna. Europa hat sie für die deutsche Fassung zu Iren gemacht, was (sind wir ehrlich) durch die Synchronsprecher auch viel charmanter rüberkommt.

Die O'Ryan-Brüder (bzw. Schmidt-Brüder) sind übrigens wiederkehrende Figuren und tauchen z.B. noch im Automarder (Folge 48) auf. Auch der schrullige Mr. Smathers beehrt uns später noch einmal in der Silbermine (Folge 26).


SPRECHER-SPOTLIGHT


Hier fährt Europa schwere Geschütze auf:
Patrick & Kenneth: In dieser Folge werden sie von Wolfgang Kubach und Lutz Mackensy gesprochen. Lutz Mackensy kennen wir natürlich alle – er ist die deutsche Stimme von Doc Brown (in Zurück in die Zukunft 2 & 3), Philip Michael Thomas (Miami Vice) und unzähligen anderen. Seine samtene Stimme als Kenneth ist ein Träumchen.
Mr. Smathers: Gesprochen von Hans Hessling. Wenn ihr bei seiner Stimme an einen schrulligen Zauberer denkt, liegt ihr richtig: Er war die deutsche Stimme von Catweazle! Dass er hier wieder einen verschrobenen Kauz spielt, ist Type-Casting in Perfektion.
Die falsche Kathleen: Gisela Trowe. Eine Legende. Sie könnte das Telefonbuch vorlesen und es klänge bedrohlich und elegant zugleich.

PRODUKTIONS-HISTORIE


Erschienen ist das Hörspiel 1980. Damals nahm man es mit der Buchtreue noch nicht ganz so genau, aber die Kernstory blieb erhalten. Interessant ist, dass die Folge im Buch The Mystery of the Monster Mountain* noch viel stärker betont, dass das Monster real ist. Im Hörspiel wird es durch Smathers am Ende etwas abgemildert ("Es gibt keine Monster"), aber wir alle wissen, was wir gehört haben: Das Ding hat eine Tür eingetreten!

FAZIT & EMPFEHLUNG


"Das Bergmonster" ist ein absoluter Klassiker. Sie bricht mit der goldenen Regel der Serie (Alles ist rational erklärbar) und genau das macht sie so gut. Die Atmosphäre ist top, die Sprecher sind Legenden und die Story ist trotz (oder wegen) ihrer Logiklöcher extrem unterhaltsam. Wer diese Folge nicht kennt, hat eine Bildungslücke in Sachen Rocky Beach.

Ein Muss für Fans von Grusel-Atmosphäre und alle, die Justus mal im Schnee stapfen hören wollen.

Wusstest du schon?

Dies ist eine der wenigen Folgen, in denen ein übernatürliches Phänomen (das Monster) nicht rational als Fake entlarvt wird, sondern real bleibt.
Wolfgang Völz spricht hier Patrick O'Ryan und verleiht der Figur ihren ikonischen Charme.
Die Figur Mr. Smathers taucht später in der Serie (Folge 26) noch einmal auf.
Cover
Bewertung
7.5
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7,5 von 10 riesigen Fußabdrücken
Das Rätsel
Die Grundidee des Identitätstausches ist klassisch, aber solide umgesetzt. Der Twist, dass das Monster tatsächlich existiert (und nicht nur ein Kostüm ist), ist für die Serie absolut einzigartig und bricht mit der sonst rationalen Logik – ein gewagter, aber faszinierender Schritt.
Plot & Logik
Der Plan der Hammonds ist herrlich absurd: Ein Bigfoot-ähnliches Wesen mit einem Betäubungsgewehr zu jagen, um es in einem Swimmingpool in den Bergen gefangen zu halten, ist völlig überzogen. Dass die falsche Kathleen nicht einmal versucht, die Unterschrift zu fälschen, wirkt etwas unbeholfen, dient aber gut als Hinweis für Justus.
Kapitel
1 Ein seltsamer Empfang 0:00 min
2 Wer schleicht durch die Nacht? 5:49 min
3 Der Monsterberg 11:56 min
4 Das wilde Tier aus dem Wald 19:15 min
5 Spur von nackten Sohlen 22:15 min
6 Justus blickt nicht mehr durch 29:01 min
7 Der Berg brennt! 33:10 min
8 Die Doppelgängerin 38:25 min

Im Detail

J
Justus Jonas
Brilliert durch Beobachtungsgabe (fehlende Kratzer bei Jensen, Unterschriften-Vermeidung). Sein Misstrauen treibt die Handlung voran.
P
Peter Shaw
Darf den Skeptiker mimen, ist aber mutig genug, allein im Wald zu suchen. Seine Angst vor dem 'Monster' ist greifbar und verständlich.
B
Bob Andrews
Hat die gruseligste Szene der Folge (Sturz in die Spalte). Er fungiert hier eher als Opfer und Zeuge, weniger als Rechercheur.

Sprecher

Verwandte Folgen

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