Zusammenfassung

Der Fall beginnt mysteriös, als Peter und Bob nach einem Tag in den Bergen Zeugen werden, wie ein goldenes Amulett über die Mauer des Sanchez-Anwesens geworfen wird. Sie beobachten einen buckligen Schatten mit einem seltsamen Kopf, der unheimlich lacht. Das Amulett enthält eine geheime Botschaft, geschrieben mit Blut in der Sprache der Yaqui-Indianer. Nach einer Konsultation bei Professor Meeker, der ihnen die Legende vom Schatz der Kumesh-Indianer erzählt, wird ihnen das Amulett von einem Unbekannten gestohlen – doch die Botschaft behalten sie.

Die Spur führt zurück zum Anwesen von Miss Sanchez, wo die drei Detektive deren Neffen Ted und den dubiosen Mr. Harris kennenlernen. Harris gibt sich als Präsident eines Vegetarierbundes aus, verhält sich aber verdächtig. Justus und Peter legen sich nachts auf die Lauer und beobachten kopflose Gestalten, während Bob im 'Vegetarierhaus' eine entscheidende Entdeckung macht: Harris isst heimlich Roastbeef-Sandwiches! Bob und Peter geraten jedoch in eine Falle von Skinny Norris und werden anschließend von Harris und seinen Handlangern entführt.

Es stellt sich heraus, dass Harris vier kleine Yaqui-Indianerjungen entführt hat (die 'kopflosen' Gestalten trugen Säcke über dem Kopf), um an den Schatz zu kommen. Justus kombiniert messerscharf: Die Legende besagt, der Schatz sei an einem Ort, 'wo kein Mann ihn finden kann' – was bedeutet, dass nur ein Kind (oder ein kleiner Junge) durch den engen Zugang passt. Im dramatischen Finale am 'Indianerkopf'-Felsen in den Bergen gelingt es Justus zusammen mit Kommissar Reynolds und dem Yaqui Natchez, Harris zu stellen. Die 'kopflosen' Geister entpuppen sich als die entführten Kinder, und der 'lachende Schatten' wird als Harris enttarnt, der einen australischen Kookaburra-Vogel auf dem Kopf trug.

Review

Folge 13 - Wenn das Sandwich den Täter verrät
Ein lachender Schatten, ein Vogel auf dem Kopf und Bob Andrews als Fleisch-Detektiv. Warum Folge 13 völlig gaga, aber absolut genial ist, lest ihr hier!

Hallo liebe Detektiv-Kollegen und Kassettenkinder!

Willkommen zurück in der Zentrale! Schnappt euch ein Stück Kirschkuchen (aber vorsicht, Tante Mathilda schaut zu!), denn heute reisen wir zurück ins Jahr 1980. Wir knöpfen uns eine Folge vor, die so skurril ist, dass sie fast schon wieder genial ist. Es geht um lachende Schatten, falsche Vegetarier und – ich kann es nicht oft genug betonen – einen Vogel auf dem Kopf. Ja, ihr habt richtig gehört. Vorhang auf für Folge 13: Die drei ??? und der lachende Schatten!

ERSTER EINDRUCK


Hand aufs Herz: Wer von euch hatte als Kind Angst vor diesem Lachen? Hahahaha-hihihihi! Dieser Soundeffekt ist pures Gold der 80er Jahre. Der Titel klingt nach klassischem Grusel, das Cover von Aiga Rasch mit dem buckligen Profil ist ikonisch, aber die Auflösung? Die ist so herrlich gaga, dass man sich fragt, was William Arden beim Schreiben gefrühstückt hat. Vermutlich kein Roastbeef-Sandwich.

DIE STORY


Alles beginnt ganz harmlos mit einem Ausflug in die Berge. Doch dann fliegt ein goldenes Amulett über eine Mauer, und unsere drei Detektive hören ein Lachen, das einem das Mark in den Knochen gefrieren lässt. Sie landen auf der Hacienda der Familie Sanchez, wo ein angeblicher "Vegetarier-Bund" unter der Leitung von Mr. Harris sein Unwesen treibt. Es geht um einen Indianerschatz, eine blutige Botschaft und die Frage, warum nachts kopflose Gestalten durch den Garten schleichen. Klingt wild? Ist es auch.

UNSERE HELDEN


Justus: Unser Erster Detektiv ist hier in absoluter Bestform. Er löst das Rätsel um das "Himmelsauge, wo kein Mann ihn finden kann" nicht durch Muskelkraft, sondern durch reine Semantik. Sein Triumph am Ende, als er dem Bösewicht erklärt, dass er zwar dick, aber nicht doof ist, gehört in die Hall of Fame der Justus-Sprüche.

Peter: Der arme Kerl. Er muss nicht nur das gruselige Lachen ertragen, sondern wird auch noch gefesselt und geknebelt. Aber: Er ist der Action-Held der Folge. Seine Lichtsignale mit dem Feuerzeug? MacGyver wäre stolz.

Bob: Applaus, bitte! Bob hat hier seinen vielleicht größten Moment der frühen Ära. Er entlarvt den Bösewicht nicht durch Fingerabdrücke, sondern durch ein Sandwich. Ein Roastbeef-Sandwich, um genau zu sein. Wer braucht schon DNA-Analysen, wenn er Bobs Adleraugen für Wurstwaren hat?

DIE GEGENSPIELER


Mr. Harris: Ein Bösewicht, der einen Vegetarier-Verein gründet, nur um ungestört buddeln zu können? Das ist so umständlich, das ist schon wieder brillant. Harris ist herrlich schmierig und arrogant.
Skinny Norris: Unser Lieblingsfeind hat einen kurzen, aber effektiven Auftritt. Dass er Peter und Bob in die Falle lockt, zeigt mal wieder: Skinny ist nicht nur nervig, er ist gefährlich. Ein wunderbares Ekelpaket.

BESTE MOMENTE


1. Das Sandwich-Gate: Ich werde nie darüber hinwegkommen. "Er aß ein Sandwich. Ein Roastbeef-Sandwich!" Die Empörung in Bobs Stimme ist oscarverdächtig.
2. Das Finale: Justus kombiniert, Reynolds verhaftet, und der "Schatten" wird enttarnt. Die Erklärung, dass Harris sich einen Kookaburra (einen australischen Eisvogel) auf den Kopf gebunden hat, um den Schatten zu werfen, ist der vielleicht absurdest-kreativste Plottwist der Seriengeschichte.
3. Justus vs. Harris: Der verbale Schlagabtausch am Ende. Justus lässt den Gangster einfach intellektuell gegen die Wand laufen.

SCHWACHSTELLEN


Okay, Freunde, wir müssen reden. Der Plan des Bösewichts ist... optimistisch. Er entführt vier Kinder aus Mexiko, verkleidet sie mit Säcken (die "kopflosen" Gestalten) und bindet sich selbst einen Vogel auf den Kopf? Occam's Razor rotiert im Grab. Auch die Darstellung der Indianer (gebrochenes Deutsch: "Ich nix wissen") ist aus heutiger Sicht natürlich extrem schlecht gealtert und cringe-würdig. Das muss man im historischen Kontext der 70er/80er sehen, schön ist es aber nicht.

SERIEN-KONTEXT


Diese Folge markiert einen Übergang. Nach dem Tod von Serienschöpfer Robert Arthur übernahm William Arden (ein Krimi-Autor) das Ruder. Man merkt es: Es gibt mehr Action, Verfolgungsjagden und echte Bedrohung (Entführung!).
Skinny Norris: Er festigt hier seinen Status als Nemesis. Er ist nicht mehr nur der Schulhof-Bully, er arbeitet aktiv mit Kriminellen zusammen.
Kontinuität: Ted Sanchez taucht (leider?) nie wieder auf, aber die Hacienda in den Bergen etabliert das "Umland" von Rocky Beach weiter. Es ist eine der Folgen, die das "Kalifornien-Feeling" (Hitze, Berge, Staub) perfekt einfängt.


SPRECHER-SPOTLIGHT


Haltet euch fest, jetzt kommt Nerd-Wissen!
Gottfried Kramer (Natchez): Ja, diese markante Stimme kennt ihr! Das ist niemand Geringeres als K.I.T.T. aus Knight Rider! Es ist fast surreal, das sprechende Auto als Indianer zu hören.
Wolfgang Kubach (Mr. Harris): Ein legendärer Europa-Sprecher. Der Clou: Er spricht in anderen Folgen niemand anderen als Victor Hugenay, den Meisterdieb! Hier hören wir quasi Hugenay beim Sandwich-Essen zu.
Lutz Mackensy (Ted Sanchez): Die Stimme ist pure Seide. Später wurde er der Erzähler bei Fünf Freunde und Hanni und Nanni. Außerdem ist er die deutsche Stimme von Rowan Atkinson (Mr. Bean) und Stanley Tucci. Ein absolutes Schwergewicht im Cast.

PRODUKTIONS-HISTORIE


Das Buch erschien im Original 1969 (The Mystery of the Laughing Shadow), das Hörspiel erst 1980. Interessant: Im Buch ist die Erklärung für den Schatten etwas weniger "Vogel auf dem Kopf" und mehr ein Spiel mit Silhouetten, aber das Hörspiel hat sich für die visuellere (und verrücktere) Variante entschieden. William Arden brachte mit dieser Geschichte einen härteren Ton in die Serie – Entführung von Kindern ist schon starker Tobak für eine Jugendserie.


FAN-SERVICE-CHECK


Visitenkarte: Wird natürlich überreicht.
Justus' Diät: Wird thematisiert (Harris nennt ihn "Dickerchen", Justus kontert souverän).
Schrottplatz: Dient als Basis, Onkel Titus wird erwähnt.
Running Gag: Die Polizei kommt genau im richtigen Moment – Kommissar Zufall (bzw. Reynolds) leistet ganze Arbeit.

FAZIT & EMPFEHLUNG


"Die drei ??? und der lachende Schatten" ist ein wilder Ritt. Die Logiklöcher sind so groß wie der Grand Canyon, aber der Unterhaltungswert ist riesig. Es ist eine perfekte Mischung aus Grusel (der Anfang), Detektivarbeit (Bob!) und unfreiwilliger Komik (der Vogel!). Für Nostalgiker ein absolutes Muss, für Neueinsteiger ein herrlicher Beweis dafür, dass in Rocky Beach einfach alles* möglich ist.

Wer diese Folge nicht mag, ist wahrscheinlich heimlich Mitglied im Vegetarier-Bund (und isst trotzdem Roastbeef).

Wusstest du schon?

Der 'lachende Schatten' ist in Wahrheit ein Kookaburra (Jägerliest), ein australischer Eisvogel, dessen Ruf wie menschliches Lachen klingt.
Die Sprecherliste ist prominent besetzt: Lutz Mackensy (Ted) ist später als Erzähler bei 'Fünf Freunde' bekannt, Horst Frank (Reynolds) ist eine Legende.
Das Rätsel um 'Kein Mann' erinnert stark an Tolkiens 'Der Herr der Ringe' (Eowyn und der Hexenkönig) oder Shakespeares Macbeth.
Cover
Bewertung
7.5
🥪 🥪 🥪 🥪 🥪 🥪 🥪 🥪 🥪 🥪
7,5 von 10 Roastbeef-Sandwiches
Das Rätsel
Die Grundidee mit dem Indianerschatz und dem 'Kein Mann'-Rätsel ist klassisch und gut lösbar. Die Auflösung des 'lachenden Schattens' (ein Vogel auf dem Kopf!) ist allerdings so absurd und skurril, dass man sie entweder liebt oder hasst. Darauf kommt wirklich niemand.
Plot & Logik
Hier knirscht es gewaltig. Harris gründet einen kompletten Vegetarier-Verein als Tarnung, nur um das Nachbargrundstück auszuspionieren? Und warum entführt er Kinder aus Mexiko, statt einfach irgendeinen schmalen Erwachsenen oder lokalen Jungen zu nehmen? Der Plan ist herrlich überkompliziert.
Kapitel
1 Es lacht in der Nacht 0:00 min
2 Überfall! 5:18 min
3 Eine aufregende Mitteilung 10:38 min
4 Nächtliche Gestalten 16:06 min
5 Gefangen! 21:53 min
6 Justus geht ein Licht auf 27:01 min
7 Die Steilwand hinab 32:58 min
8 Der Schatz der Chumash 39:06 min

Im Detail

J
Justus Jonas
Brillant in Hochform. Er durchschaut das 'Kein Mann'-Rätsel durch reine Semantik und lässt sich von Harris nicht einschüchtern ('Leicht übergewichtig, ja, aber nicht dumm').
P
Peter Shaw
Erlebt viel Action, wird gefangen genommen, zeigt aber Mut bei den Lichtsignalen. Solide Peter-Arbeit.
B
Bob Andrews
Sein großer Moment ist die 'Sandwich-Deduktion'. Dass er Harris als Betrüger entlarvt, weil dieser Fleisch isst, ist ein wunderbares Stück Detektivarbeit.

Sprecher

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