Zusammenfassung

Der Fall beginnt mit einem markerschütternden Schrei in Justus' Schlafzimmer. Der Auslöser ist ein alter Wecker vom Schrottplatz, der statt zu klingeln furchtbar kreischt. Justus entdeckt eine versteckte Gravur und eine mysteriöse Botschaft im Gehäuse: „Lieber Rex, frag Julie, frag Gerald, frag Martha und dann los.“ Über den Uhrmacher Felix finden die Detektive die Adresse des Auftraggebers Bert Clock heraus. Dort treffen sie auf Harry Smith, dessen Vater unschuldig wegen Kunstraubs im Gefängnis sitzt. Es stellt sich heraus, dass Bert Clock eigentlich der Schauspieler Mr. Hadley war, ein Spezialist für Todesschreie im Radio, der nach Südamerika verschwunden ist.

Die drei ??? und Harry beschließen, das Rätsel zu lösen, um Harrys Vater zu entlasten. Sie besuchen die in der Botschaft genannten Freunde von Bert Clock – Mrs. King (deren Mann Rex heißt), Julie Taylor, Martha Harris und den Schauspieler Gerald Watson. Jeder von ihnen besitzt einen Teil eines verwirrenden Rätseltextes („Zwischen Rhein und Flughafen“, „Eitle Vögel...“, „Mein Ratschlag: Nimm dir das Buch Fort“). Doch die Ermittlungen werden gefährlich: Eine Bande bestehend aus dem falschen Gerald, Carlos und Harrys Untermieter Mr. Jenkins ist ebenfalls hinter den verschwundenen Bildern her. Sie entführen Bob und erpressen Justus, die Lösung des Rätsels zu liefern.

Auf dem Weg zur Übergabe wird Justus von einem Unbekannten abgefangen: Victor Hugenay, ein international gesuchter Kunstdieb. Er bietet Justus eine Zwangspartnerschaft an. Hugenay will die Bilder, Justus den Beweis für die Unschuld von Harrys Vater. Im ehemaligen Haus von Bert Clock kommt es zum Showdown im schalldichten Uhrenzimmer. Justus erkennt, dass das Rätsel „Wo im Raume raunt die Zeit“ auf die Uhren selbst hindeutet. Er lässt alle Wecker gleichzeitig schreien. Durch die Schallwellen zerspringt der einzige Gegenstand, den Jenkins bei seiner Suche nicht zerstört hatte: der große Wandspiegel. Dahinter kommen die gestohlenen Gemälde zum Vorschein. Hugenay will mit der Beute fliehen, doch Justus hat bereits Kommissar Reynolds verständigt. Zwar kann Hugenay dank einer falschen Polizeiuniform entkommen, aber die Bilder sind sichergestellt und Harrys Vater ist rehabilitiert.

Review

Wer hat an der Uhr gedreht? Hugenay! - Warum Folge 12 ein zeitloses Meisterwerk ist
Ein Wecker, der schreit wie am Spieß? Der erste Auftritt von Erzfeind Victor Hugenay? Folge 12 ist purer Kult! Wir verraten euch, warum dieser Klassiker in jede Sammlung gehört und wer wirklich hinter dem legendären Schrei steckt.

Hallo liebe Detektiv-Kollegen und Kassettenkinder,

hier ist wieder euer Spezialist für Spezialgelagerte Sonderfälle! Heute pusten wir mal ordentlich den Staub von einer Kassette, die so legendär ist, dass sie eigentlich in einem Museum für akustische Kriegsführung ausgestellt werden müsste. Wir reisen zurück ins Jahr 1980. Die Frisuren waren wild, die Hosen eng und Justus Jonas hatte noch keine Ahnung, dass er bald seinen absoluten Erzfeind treffen würde.

Schnappt euch einen Kirschkuchen (aber Vorsicht mit den Kernen!), denn heute besprechen wir die Folge, bei der jeder, wirklich JEDER, sofort dieses eine Geräusch im Ohr hat. Es geht um Folge 12: ...und der seltsame Wecker.

ERSTER EINDRUCK


AAAAAAH! Ihr wisst genau, was ich meine. Dieser Schrei. Dieses Mark und Bein erschütternde Kreischen, das uns als Kinder unter der Bettdecke hat erstarren lassen. Wenn eine Folge schon in den ersten Minuten so einen akustischen Hammer raushaut, weißt du: Das wird Kult. Der "seltsame Wecker" ist für mich der Inbegriff der klassischen Ära – gruselig, rätselhaft und mit einer Atmosphäre, die man schneiden kann.

DIE STORY


Justus, Peter und Bob finden auf dem Schrottplatz (wo sonst?) einen Wecker, der nicht klingelt, sondern schreit. Im Gehäuse versteckt: Ein Rätsel von einem gewissen Bert Clock. Das führt unsere drei Fragezeichen zu Harry Smith, dessen Vater unschuldig im Knast sitzt – angeblich wegen Kunstraubs. Um seine Unschuld zu beweisen, müssen die Jungs eine Schnitzeljagd quer durch Los Angeles (oder zumindest durch das Hörspiel-Studio) machen und kryptische Verse bei Bert Clocks alten Freunden einsammeln. Aber Vorsicht: Ein finsteres Trio ist ihnen auf den Fersen, und im Hintergrund lauert eine Gestalt, die eleganter nicht sein könnte...

UNSERE HELDEN


Justus: Unser erster Detektiv ist hier in absoluter Bestform. Er kombiniert schneller als ein Supercomputer und liefert einen seiner genialsten Momente ab: Der Telefon-Trick als "Störungsstelle". Einfach herrlich, wie er die Gangster an der Nase herumführt! Außerdem beweist er am Ende moralische Größe, indem er die Polizei ruft, bevor er sich auf den Deal mit dem Dieb einlässt.
Peter: Der arme Kerl. Erst kriegt er fast einen Herzinfarkt vom Wecker-Schrei, und dann muss er ständig als Fahrer herhalten. Aber: Peter ist es, der die entscheidenden Wortspiele (Main/Rhein, Fort/Buch) knackt! Ohne den Sportler wäre das Superhirn hier aufgeschmissen gewesen.
Bob: Unser Archivar darf mal wieder das Opfer spielen. Er wird entführt, gefesselt und geknebelt. Es ist fast schon ein Running Gag: Wenn einer leiden muss, ist es Bob. Aber er trägt es mit Fassung.

DIE GEGENSPIELER


Hier müssen wir differenzieren. Da ist zum einen das Gangster-Trio um Jenkins, Carlos und den falschen Gerald. Die sind fies, aber eher Handlanger-Niveau.

ABER DANN. Trommelwirbel bitte.
Victor Hugenay.
Der Meisterdieb. Der Gentleman. Der Moriarty zu Justus' Holmes. Sein erster Auftritt (im Hörspiel!) ist pure Magie. Er bedroht die Jungs nicht plump, er verhandelt. Er ist höflich, eloquent und strahlt eine gefährliche Kompetenz aus. Dass er am Ende in einer falschen Polizeiuniform entkommt, ist der perfekte Abgang für diesen Charakter. Man liebt es, ihn zu hassen – oder eigentlich liebt man ihn einfach nur.

BESTE MOMENTE


- Der Schrei: Natürlich. Unübertroffen.
- Die Störungsstelle: Justus ruft bei den Entführern an und gibt sich als Telefontechniker aus, um rauszufinden, wo Bob ist. Oscar-verdächtige Schauspielkunst!
- Das Finale im Uhrenzimmer: Die Atmosphäre, als Justus alle Wecker gleichzeitig aufzieht. Das Ticken, die Anspannung, und dann das akustische Inferno, das den Spiegel sprengt. Das ist Kino für die Ohren!
- Hugenays Vorstellung: "Mein Name ist Hugenay. Victor Hugenay." Gänsehaut!

SCHWACHSTELLEN


Wenn man das Haar in der Suppe suchen will: Die Rätsel sind in der deutschen Übersetzung teilweise echte Kopfnüsse, die nur funktionieren, weil man beide Augen zudrückt. Dass "Main" (der Fluss) und "Main" (die Hauptstraße) gleich klingen, ist für kalifornische Verhältnisse schon ein gewagter linguistischer Zufall. Und warum genau ein Spiegel durch Schall zerspringt, während alles andere heil bleibt... nun ja, Physik war in Rocky Beach schon immer etwas flexibler.

SERIEN-KONTEXT


Leute, das hier ist Historie! Es ist der erste Hörspiel-Auftritt von Victor Hugenay. Zwar taucht er im Buch zum "Super-Papagei" (Folge 1) schon auf, aber im Original-Hörspiel von 1979 wurde er rausgestrichen (erst in der Neuvertonung 2004 kam er dort dazu). Somit ist Folge 12 sein offizielles Debüt für alle Kassettenkinder. Er kehrt später in den Folgen 73 (Poltergeist), 103 (Das Erbe des Meisterdiebs) und 125 (Feuermond) zurück. Diese Folge etabliert die respektvolle Feindschaft zwischen ihm und Justus.


SPRECHER-SPOTLIGHT


Die Besetzung ist ein absolutes Träumchen:
- Victor Hugenay wird vom großartigen Wolfgang Kubach (unter dem Pseudonym Albert Giro) gesprochen. Er ist die Stimme des Meisterdiebs. Leider verstarb er 2022, aber seine Performance hier bleibt unsterblich.
- Harry Smith wird gesprochen von Torsten Sense. Kommt euch die Stimme bekannt vor? Das ist die deutsche Feststimme von Val Kilmer (Top Gun, Batman Forever)! Ein echter Hollywood-Star in Rocky Beach.
- Gerald Cramer wird von Volker Brandt gesprochen – der deutschen Stimme von Michael Douglas.
- Martha Harris ist die wunderbare Marga Maasberg, die man in gefühlt hunderten Europa-Hörspielen als resolute Oma oder Hexe gehört hat.

PRODUKTIONS-HISTORIE


Das Hörspiel erschien 1980, basierend auf dem Buch von Robert Arthur (The Mystery of the Screaming Clock).
Interessant bei der Übersetzung: Im Englischen funktionieren die Wortspiele anders. Aus "A long time" (eine lange Zeit) wurde im Original ein Magazin namens "Along Time". Im Deutschen musste man kreativ werden, weshalb wir die etwas konstruierten Lösungen mit "Main" (Fluss/Straße) und "Rat" (Tier/Ratschlag) bekommen haben.
Und das Wichtigste: Der Schrei des Weckers stammt von Heikedine Körting höchstpersönlich! Die Regie-Legende hat sich damals einfach vor das Mikro gestellt und alles rausgelassen. Dieser Schrei wurde später in zig anderen Europa-Hörspielen (TKKG, Gruselserie) recycelt – achtet mal drauf!


FAN-SERVICE-CHECK


- Hitchcock-Cameo: Der Erzähler (Peter Pasetti) greift hier aktiv in die Handlung ein, da er Bert Clock kannte. Ein schönes Relikt aus der alten Zeit.
- Visitenkarte: Wird natürlich überreicht, aber Harry liest sie herrlich sarkastisch vor.
- Schrottplatz-Romantik: Die Zentrale und Onkel Titus' Reich sind der Ausgangspunkt – so wie es sich gehört.

FAZIT & EMPFEHLUNG


"...und der seltsame Wecker" ist keine normale Folge, sie ist ein Grundpfeiler der Serie. Sie hat alles: Ein ikonisches Gimmick (den Wecker), geniale Rätsel, tolle Gastsprecher und den besten Bösewicht aller Zeiten. Wer diese Folge nicht kennt, hat die drei ??? nie wirklich gehört. Sie ist perfekt für Einsteiger, aber auch beim 100. Mal hören noch ein Genuss.

Ein zeitloser Klassiker, der auch heute noch so präzise läuft wie ein Schweizer Uhrwerk – nur lauter!

Wusstest du schon?

Dies ist der allererste Auftritt von Victor Hugenay, dem Erzfeind der drei ???.
Der markerschütternde Schrei des Weckers wurde von der Regisseurin Heikedine Körting selbst aufgenommen.
Im Buch stirbt Alfred Hitchcock nicht, in den deutschen Erstauflagen wurde dies jedoch oft geändert. Hier tritt er als aktiver Charakter auf, der Bert Clock kannte.
Cover
Bewertung
8
8 von 10 zersprungenen Spiegeln
Das Rätsel
Ein absolutes Highlight der Rätselkunst. Die Schnitzeljagd zu den verschiedenen Personen, die kryptischen Wortspiele ('Main', 'Rat', 'Fort') und die physikalische Lösung mit dem Schall sind genial konstruiert. Robert Arthur in Bestform.
Plot & Logik
Die Geschichte ist dicht und logisch aufgebaut. Dass Bert Clock ein so kompliziertes Rätsel entwirft, passt zu seinem exzentrischen Charakter als 'Spezialist für Schreie'. Die Einführung von Hugenay als 'graue Eminenz', die im Hintergrund die Fäden zieht, ist meisterhaft.
Kapitel
1 Der Schrei aus dem Wecker 0:00 min
2 Das Zimmer der Uhren 5:40 min
3 Wer ist Rex? 12:59 min
4 Rätsel über Rätsel 19:28 min
5 Der arme Gerald 29:40 min
6 Fragen ohne Antwort 34:25 min
7 Der Gegner hat die Oberhand 37:40 min
8 Überraschende Enthüllungen 41:53 min

Im Detail

J
Justus Jonas
Brilliert mit dem Telefon-Trick als 'Störungsstelle' und löst die Worträtsel souverän. Sein Schachzug, Reynolds zu rufen, bevor er Hugenay trifft, zeigt seine Weitsicht.
P
Peter Shaw
Ist skeptisch ('Ein Wecker, der schreit?'), trägt aber entscheidend zur Lösung der Wortspiele bei (Main, Fort).
B
Bob Andrews
Übernimmt die Recherche im Archiv und wird – fast schon traditionell – entführt, was die Spannung im Finale erhöht.

Sprecher

Verwandte Folgen

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